Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Nach der Nacht kommt der neue Morgen [116873]

Frage: Warum fällt der Mensch jedes Mal noch tiefer? Wie kann er die ewige Verschmelzung erreichen?

Meine Antwort: Wir fallen jedes Mal tiefer, weil man uns die stärkeren, gröberen, grausameren egoistischen Verlangen offenbart. Wie gesagt wird: „Je höher der Mensch steht, desto größer ist seine Selbstsucht“. Wir müssen in die größere Selbstsucht eintauchen, damit wir mit Hilfe eigener Korrekturarbeit mehr Licht reflektieren können. Je tiefer wir in unsere Verlangen abfallen, desto höher steigen wir infolge der Korrekturen wieder auf – das Eine gegenüber dem Anderen.

Es ist anders unmöglich, denn so sind die Gesetze der materiellen und nicht nur der spirituellen Physik.

Der Abstieg enthält alle Daten über die nächste Stufe, das Problem besteht nur darin, dass wir die Sensibilität verlieren und diese Informationen nicht empfinden können. Wenn wir gefühlt hätten, was wir infolge des Abstiegs bekommen, dann hätten wir verstanden, welche mächtige Instrumente wir haben.

Denn während des Abstiegs funktionieren unsere Wahrnehmungsorgane nicht mehr und wir könnendeshalb nichts enthüllen. Eigentlich liegt der Unterschied zwischen dem Aufstieg und dem Abstieg eben darin, dass das Licht kommt und uns die neue Beziehung zur Selbstsucht und zum Schöpfer verleiht. Und wir müssen Israel (unser Streben zum Schöpfer), die Tora und den Schöpfer zu einem Ganzen verbinden, nur dann wenden wir die uns offenbarte Selbstsucht richtig an.

Somit ändert sich unsere Beziehung dazu, was uns während des Abstiegs offenbart wird, und das bedeutet Aufstieg. Aber der Abstieg ist auch sehr wichtig, weil er zur Offenbarung der neuen Wünsche beiträgt, in denen wir später die neue, höhere, geräumigere Welt empfinden werden. Das geschieht immer während der Empfindung der Dunkelheit, wie  gesagt wird: „Es war Abend, es war Morgen – der erste Tag“.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel aus dem Buch „Schamati“, 13.09.2013

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