Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Für wen soll ich nach der Vereinigung verlangen?

Eine Frage, die ich erhielt: Für wen soll ich jetzt nach der Vereinigung verlangen? Für die Gruppe oder für die ganze Welt?

Meine Antwort: Die Gesamtseele wird in mehrere Teile, und die Reihenfolge deren Erweckung in mehrere Etappen unterteilt. Dabei durchlaufen wir zwei Prozesse:

1. Als der Teil, der die Erweckung von oben erhalten hat, sind wir verpflichtet, sie zu realisieren und uns zu korrigieren. Erst nach einer solchen Erweckung stellt sich ein Mensch die Frage nach dem Sinn des Lebens und findet die Antwort darauf in der Enthüllung des Schöpfers. Diese Aufgabe ist uns in erster Linie auferlegt worden.

Scheint das nicht ein superegoistischer Ansatz zu sein? Doch den Schöpfer zu enthüllen bedeutet die Eigenschaft des Gebens, die Nächstenliebe zu enthüllen, indem man sie in der Vereinigung mit den Anderen realisiert. Das Geben bedeutet Selbstlosigkeit, Verleugnung des eigenen Selbst: du kommst aus dir heraus den Anderen entgegen und findest dort deine Seele.

Darum ist der erste Eindruck trügerisch. Du beabsichtigst, deine Seele zu finden und sie mit dem ewigen Genuss zu erfüllen. Der Schöpfer selbst hat dir diese Möglichkeit geboten, hat einen Anstoß dazu gegeben. Die Formulierungen klingen recht egozentrisch, doch deren realer Inhalt, deren inneres Wesen erhebt sich über den Egoismus.

Denn wir realisieren das alles gemeinsam, in Geben, in Liebe und Einheit, durch die gegenseitige Hilfe und all das, was aus dem Menschen nach außen strebt und nicht von ihm hineingesaugt wird.

Früher hatten die Kabbalisten keine Möglichkeit, die Wissenschaft der Kabbala in der Welt zu verbreiten, sie öffentlich zu studieren und andere zu unterrichten.

Doch auch damals war die persönliche Korrektur ihrer Seelen in kleinen Gruppen auf das Wohl der gesamten Welt gerichtet. Denn sie erlangten eine große Kraft des Gebens, die unter allen Seelen der Welt wirkte, obwohl die Welt nichts davon spürte.

2. Heute müssen wir in eine weitere Richtung handeln. Wir korrigieren nicht nur uns selbst und erlangen nicht nur eine größere Kraft des Gebens in unseren Gruppen, sondern verbreiten kabbalistisches Wissen in der ganzen Welt.

Das sind die beiden parallel verlaufenden Vektoren unserer Anstrengungen, und sie sind beide notwendig.

Aus dem Sohar-Unterricht. Das Vorwort, 06.12.2010

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