Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Frühregen und Spätregen

Tora, Deuteronomium 11:13 – 11:15: Werdet ihr nun meine Gebote hören, die ich euch gebiete, dass ihr den Herrn, euren Gott, liebet und ihm dienet von ganzem Herzen und von ganzer Seele, so will ich eurem Land Regen geben zu seiner Zeit, Frühregen und Spätregen, dass du einsammelst dein Getreide, deinen Wein und dein Öl, und will deinem Vieh Gras geben auf deinem Felde, dass ihr esset und satt werdet.

Es gibt den Tag und es gibt die Nacht, und alles beginnt mit der Nacht, wenn neue Möglichkeiten und neue, unkorrigierte, starke Wünsche auftauchen, und wenn die Sonne, das Lebenslicht, verschwindet und der Mensch sich schlafen legt, als wenn er sterben würde, anders gesagt, wenn er sich von der Realität trennt. Dieses allegorische Bild zeigt uns dieselben Dinge, die in den Jahreszeiten der Natur geschehen, und in unserer Lebenszeit: Geburt, starke Entwicklungsjahre und dann der graduelle Abstieg. Dasselbe passiert auch auf unseren spirituellen Stufen.

Deshalb steigen wir zu ihnen auf, nehmen uns selbst darin wahr, und steigen wieder ab, um zur nächsten Stufe aufzusteigen. Wir sehen  die Kontinuität nicht in unserem Leben, außer dem Wechsel der vier Jahreszeiten, aber wir sehen diese Stufen im spirituellen Leben.

Alles kommt von den fünf Stufen der Emanation des Oberen Lichtes. Die erste Stufe ist die Krone oder Wurzelphase, gefolgt von den vier weiteren Phasen. Im materiellen Leben gibt es den Wechsel der vier Jahreszeiten gemäß den oberen Wurzeln, einem höheren Niveau. Dasselbe passiert mit dem spirituellen Leben; es gibt vier Phasen der Umsetzung auf jeder spirituellen Stufe. „Frühregen und Spätregen“ (hebräisch: yore ve malchosh) bezeichnen den Anfang und das Ende.

Yore ist der Frühregen, malchosh ist der Spätregen, alle Regen dazwischen regnen zu ihrer Zeit. Dann kommt der heiße Sommer und alles trocknet aus. So muss es in der Natur sein. Schließlich ist diese Periode notwendig für eine Erneuerung.

Wenn jedoch ein Mensch in diesen Phasen korrekt lebt, fühlt er keine besondere Abhängigkeit von Winter, Frühling, Herbst oder Sommer. Er fühlt sich in allen Phasen gut und er hat immer von allem genug. Er versteht, dass dieser Zyklus notwendig ist, damit wir uns durch Wechsel und progressive Bewegungen weiter entwickeln. So wie sich die Planeten um die Sonne drehen, so müssen wir um die Realisierung unserer Reshimot kreisen, und so steigen wir auf.

Deshalb brauchen wir den Frühregen, den Spätregen und die Verbindung zwischen ihnen während des Winters oder Sommers, um das Licht von Chassadim (unsere Verlangen) auf unserer Erde anzuziehen und zu korrigieren und um das Licht von Chochma anzuziehen.

Aus KabTV’s “Geheimnisse des Ewigen Buches” 6/15/16

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