Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Die Morgenröte weckend

Frage: Sie sagen, dass das „Zentrum der Gruppe“ Malchut der Welt Azilut ist. Existiert sie jetzt, während wir diese Sachen nur theoretisch studieren?

Meine Antwort: Diese Dinge existieren, nur wenn du sie enthüllst. Und solange es nicht geschehen ist, befinden sie sich im Potential.

Sagen wir mal, du hast einen Sohn bekommen. In ihm ist das Potential aller nachfolgenden Generationen enthalten, die von ihm abstammen werden. Vorerst existieren sie nicht einmal in einem Samentropfen, aber sie sind dennoch in einem Programm der höheren Ordnung vorgesehen. Eben dies ist „die potentielle Existenz“: über uns herrscht ein Programm, eine kausale Ordnung und darin können wir nichts ändern.

Allmählich wird dieses Potential realisiert. Alles, was bis jetzt mit jedem geschehen ist, verwandelte sich aus dem Potential in die RealitätAuf diese Weise sind das Gute und das Böse gleichermaßen durch das höhere Programm bedingt, anders hätte es nicht sein können. In Bezug auf die Vergangenheit sind wir Fatalisten.

Aber die Zukunft können wir ändern, hier muss man nicht an das Schicksal glauben. Es ist richtig, dass die Reschimot unbedingt realisiert werden, dass die Lichter ihnen unbedingt entgegen stehen, jedoch bestimme ich durch meine Anstrengungen ihr Verhältnis. Wenn meine Verlangen den Lichtern ähnlich sind, ändere ich im selben Maße die Wahrnehmung auf diesem Weg – bis ins Gegenteil – und dann komme ich bequem und im guten Tempo voran. -Eben das bedeutet „das Schicksal verändern“.

Das Tempo des Vorankommens bestimmt alles. Wenn du die Realisierung der Reschimot verzögerst, rufen sie in dir sehr schlechte Empfindungen im Vergleich mit der beschleunigten Variante hervor. Jede, selbst die schönste Melodie, wenn sie langsam gesungen wird, verwandelt sich in einen Trauermarsch. Und umgekehrt, wenn du die Zeit beschleunigst, transformierst du deine Empfindungen aus einem Minus in ein Plus.

Aus demselben Grund erlebt die Welt heute eine Krise. Die Menschen sind von den
Geschehnissen überrumpelt und nicht in der Lage, die nötigen Lösungen zu finden. Es liegt daran, dass das Tempo der Entwicklung plötzlich gestiegen ist,der Mensch sich aber noch nicht umgestellt hat. Ich bin nicht „global“, nicht integral, ich kann nicht gleichzeitig viele Parameter berücksichtigen. Überall geschieht etwas, alles ist miteinander verbunden und ich versuche nach wie vor einer Geraden zu folgen, die von meiner Selbstsucht vorgebahnt wurde. Das ist der Grund, aus dem wir mit der modernen Welt nicht klar Kommen: unsere Rhythmen stimmen nicht miteinander überein.

Das Ende der Korrektur ist also vorherbestimmt, jedoch hängt von mir ab, wie ich meine Entwicklung realisiere: durch Leiden oder durch ein bewusstes Vorankommen. Das Tempo entscheidet alles. Darum steht geschrieben, dass Israel die Zeit beschleunigt. Die Realisierung der gleichen Reschimot kann entweder von positiven Empfindungen oder von viel Leiden, Kriegen, Epidemien und übrigen Katastrophen begleitet werden, welche uns zum nächsten Schritt zwingen werden. Alles hängt von der Vorbereitung – sowohl auf den Unterricht als auch auf das Leben – ab…

Es steht geschrieben: „Ich erwecke die Morgenröte und nicht die Morgenröte erweckt mich“. Man muss die Realisierung der neuen Reschimot wünschen. Denn jedes von ihnen ist eine Möglichkeit, zu einem noch größeren Gebens aufzusteigen.

Auszug aus der Lektion nach dem Vorwort zu Talmud Esser Ha Sefirot, 21.05.2012

Beitrag teilen:


Diesen Beitrag drucken Diesen Beitrag drucken               

Kommentare geschlossen.