Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Der Stärkere überlebt – eine Lüge oder reden wir uns das nur ein?

Mit jedem Tag der vergeht,  erkennen wir immer mehr, dass trotz der wachsenden angespannten Situation, wir uns falsche Feindbilder machen. Wir glauben der Feind, sei der einfache Bürger der die andere Partei Fraktion unterstützt, oder die Bürgerin, die einer anderen Rasse oder Kultur angehört, oder jene Menschen, die in irgendeiner Weise privilegierter, reicher, klüger, attraktiver, glücklicher sind als wir usw. oder jeden anderen Menschen den wir uns so oder anders vorstellen, um ihm nachzueifern.

Aber niemand von diesen oben genannten Persönlichkeiten ist der Feind. Es hat immer Menschen gegeben, die auf bestimmte Weise erfolgreicher und besser waren als wir, und es wird auch weiterhin solche Menschen geben. Zu damaligen Zeiten fühlten wir uns bei deren Anblick nicht so übel, empfanden keinen Groll ihnen gegenüber und wollten sie auch nicht aus unserem Leben löschen.

Diese Menschen sind schon immer da gewesen, doch was hat sich jetzt geändert? Wir waren weniger selbstsüchtig, selbstverliebt oder einfache gesagt, egoistisch. Ja, unser eigener Egoismus ist der Feind. Wir können ihn weder zügeln noch kontrollieren; er wächst in uns immer mehr heran und ist Bestandteil unseres Lebens. Daher erkennen wir nicht einmal, dass dieser die Wurzel alles Übels ist. Aber wenn wir nicht lernen mit dem Ego umzugehen, wird uns dieser in einen Bürgerkrieg zerren, und wir werden nicht fähig sein einander zu ertragen. 

Aus diesem Krieg wird niemand als Sieger hervorgehen, da sich der wahre Krieg gegen uns Ego richtet. Er ist der wahre Feind. Wir werden unser Ego erst dann besiegen können, wenn wir uns gemeinsam mit unseren Gegnern, Feinden, Hasser etc. zusammentun, und ein Bündnis schließen bzw. eine Einheit bilden. Wir müssen es aber zusammentun und die ganze Menschheit muss uns diesbezüglich folgen, ansonsten besteht keine Hoffnung.

Man kann fragen, was Menschen dazu veranlassen soll, sich mit ihren Gegnern, Feinden etc. zusammenzutun? Die Antwort ist: Die Ausweglosigkeit. Es bereits alle Karten ausgespielt und es gibt keine Alternativen mehr. Wenn wir es nicht tun, werden wir alle leidtragend sein. Wir sind an einem Punkt gelangt, an dem wir gänzlich voneinander abhängen, und am stärksten sind wir von jenen Menschen abhängig, die wir am meisten hassen und mit denen wir verfeindet sind.

Tatsächlich sind nicht nur wir einander entgegengesetzt, sondern auch die gesamte Wirklichkeit besteht aus Gegensätzen, welche einander ergänzen. Sie stoßen einander ab und mögen sich nicht, jedoch sind sie gänzlich voneinander abhängig, was ihre individuelle Existenz und der ihres Gegenübers anbelangt. Als Beispiele: „Nacht“ und „Tag“, „Winter“ und „Sommer“, „trocken“ und „nass“. Oder wenn es um Menschen geht: „Schwarze und Weiße“, „Republikaner und Demokraten“, „Liberale“ und „Konservative“. Kann es eine Münze mit nur einer Seite geben? 

Wir denken, dass Darwin, als er das Prinzip „Das Überleben des Stärkeren” entdeckte, damit meinte, dass nur die “Cleversten” und “Fähigsten” überleben. Das ist eine völlige Fehlinterpretation dessen was er sagte, da uns unser zerstörerisches Ego es uns in solch einer Weise, Verstehen lassen will. In einem erst kürzlich erschienenen Buch von Brian Hare und Vanessa Woods mit dem Titel „Survival of the Friendliest“ heißt es: Für Darwin und moderne Biologen weist das „Überleben des Stärkeren“ auf etwas Bestimmtes hin. Es weist auf die Fähigkeit zu überleben und lebensfähige Nachkommen hinterlassen zu können. Und man soll auch nicht darüber hinausgehen. 

Wir bewegen uns in die entgegengesetzte Richtung. Wir zerbrechen unser soziales Gefüge, spalten unsere Gemeinschaft und destabilisieren unseren Staat. Unter solchen Bedingung werden wir nicht weiterhin überleben können. Und die einzige Schuld trifft unser menschliches Ego. Wir sind jetzt an einem Punkt gelangt, an dem wir uns vereinen und gegenseitig unterstützen müssen, und dies geschieht, indem wir einander ermutigen, uns zu vereinen und gerade mit denen, die anders sind als wir. Wenn wir das nicht tun, wir die egoistische Kraft uns besiegen und wir werden alles verlieren.

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