Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Der Blick auf unsere Welt durch das Prisma spiritueller Handlungen

Frage: Einmal im Unterricht haben Sie uns die Aufgabe gegeben, das Märchen von Rotkäppchen in die spirituelle Sprache zu übersetzen…

Antwort: Im Universum gibt es nichts außer spiritueller Kräfte. Sie können jegliche Art von Geschichte nehmen und diese in die Sprache spiritueller Handlung übertragen.

Im Märchen von Rotkäppchen, zum Beispiel, ist die Mutter Bina. Und der böse Wolf entspricht unserem Egoismus (Klipa), der die Großmutter ausnutzen will. Zugleich aber hilft er dem Mädchen und weist ihm den Weg.

Die Fragen von Rotkäppchen, weshalb der Wolf so große Augen, Ohren und solche großen Zähne habe … – , sie symbolisieren die allmähliche Offenbarung des Bösen im Menschen, mithin also einen Zustand, der vorher nicht erkannt werden kann.

Und die Jäger – , sie symbolisieren das Umgebene Licht, denn sie schneiden dem Wolf den Bauch auf und befreien schließlich die Großmutter.

Man kann allerhand Beispiele aus der Weltgeschichte auswählen und diese auf der Basis spiritueller Handlungen betrachten, weil jedwede äußere Handlungen zugleich innere Prozesse beinhaltet. Selbst jede noch so unbedeutende Fantasievorstellung, die einem Menschen in den Sinn kommt, auch wenn sie in unserer physischen Welt keinen Ausdruck findet, also nicht realisiert werden kann, hat dennoch eine spirituelle Wurzel, die sich auch beschreiben lässt.

Die Übung zu „Rotkäppchen“ ist deswegen von Nutzen, weil wir damit versuchen, Ereignisse und Handlungen in unserer Welt von der Wurzel spiritueller Kräfte aus zu betrachten, welche die materielle Welt lenken. Ich möchte, dass die Menschen in die Lage versetzt werden, die spirituellen Kräfte zu erkennen, die all das, was geschieht, steuern. Obwohl es im Prinzip auf dasselbe hinausläuft.

Kommentar: Andererseits sagen Sie, dass man die Gegenwart nur nach dem Erlangen der spirituellen Wurzel erkennen kann.

Antwort: Wenn wir unsere Welt auf diese Weise betrachten, wie ich es erklärt habe und wir uns bemühen, hinter all dem, was geschieht, die höheren Kräfte zu sehen, dann werden wir die spirituelle Wurzel erlangen.

Aber es ist nicht von so großer Wichtigkeit, wichtig ist vielmehr, dass wir das Streben nach spirituellen Kräften mit dem Streben nach der Einheit untereinander verbinden.

Wenn wir fühlen, dass wir uns mehr verbinden, in der Absicht, in unseren Gedanken, dass wir in gegenseitiger Unterstützung vereint sind, dann sollten wir beginnen unsere Gefühle und die gegenseitige Unterstützung bewusster zu steuern, was uns dazu führen wird zu erkennen, wie sie auf unsere Welt einwirken.

So lautet die Offenbarung des Schöpfers, dass der Mensch Ihn steuert, wie geschrieben steht: „Meine Söhne haben mich besiegt“.

Frage: Glauben Sie, dass wenn wir unsere Welt als eine betrachten, die von spirituellen Kräften gelenkt wird, dass wir sie dann auch erlangen können?

Antwort: Eines Tages, als mein Lehrer, Rabash und ich von einem Spaziergang zurückkehrten, fuhren wir zu seinem Haus. Nicht weit entfernt davon stand eine Mülltonne mit Deckel, der sich mit einem Trittpedal öffnen ließ. Da näherte sich ein Pferd, drückte mit einem seiner Hufe auf das Pedal, worauf sich der Deckel öffnete und das Pferd anfing, die darin enthaltenen Essensreste zu fressen.

Ich hielt inne, um diese Szene zu beobachten, wobei mein Lehrer sagte, „Siehst du?- Ein Engel.“ Rabash sah in diesem Tier ganz selbstverständlich eine Erscheinung der spirituellen Kräfte, die diesen Körper steuerten. [136561]

Ausschnitt aus der TV-Sendung „Geheimnisse des ewigen Buchs“ 15.01.2013

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