Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Das Hindernis in den Punkt im Herzen einkleiden

Frage: Was bedeutet die Aussage: „ein Hindernis in den Punkt im Herzen einkleiden“?

Meine Antwort: Die Hindernisse erscheinen infolge des Zerbrechens der Gefäße, des Verlangens. Im Herzen gibt es den Funken, der von diesem Gefäß geblieben ist und der sich hinter einer großen Menge trennender Verhüllungen versteckt. Sie werden allmählich, nacheinander offenbart, damit du daraus die dicken Wände des korrigierten Gefäßes, zumindest die ersten zehn Sefirot, aufbauen kannst.

Wenn der Mensch die Probleme dieser Welt richtig wahrnimmt und nutzt, und zwar indem er sich mit dem Schöpfer sogar bei den schwersten Hindernissen verbindet, dann baut er im Endeffekt sein Gefäß, das Verlangen mit solchen Eigenschaften und Fähigkeiten auf. Folglich beginnt er zu fühlen, wo genau er sich befindet.

Gleich dem Kleinkind, das direkt nach der Geburt nichts oder wenig wahrnimmt. Die Zeit vergeht: ein Tag, zwei Tage, eine Woche, und es beginnt seine Umwelt zu entdecken. Plötzlich hört es Stimmen, reagiert auf das eingeschaltete Licht, beginnt zu sehen. Ebenso brauchen wir auch die spirituellen Gefäße, die Entwicklung der Wahrnehmung, um die höhere Welt empfinden zu können.

Die Hindernisse sind somit keine äußerlichen Probleme, sondern nur meine zerbrochenen Gefäße. Es ist ein Fehler, sie als Hindernisse zu bezeichnen. Welche Hindernisse können in der Schöpfung existieren? Wir steigen einen Berg zum Palast des Königs hinauf, weil wir diesen Berg selbst brauchen. Das ist eben der Berg des Hasses, den wir in Liebe umwandeln sollen, damit der Berg Sinai (Hass) zum Berg des Schöpfers wird.

Die unkorrigierten Verlangen heißen die Hindernisse, und es gibt keine anderen Hindernisse. Das, was mich vom Punkt der Verschmelzung, vom Ziel entfernt, ist eben ein Hindernis, das ich mit dem Punkt im Herzen verbinden soll. Wenn der Mensch sich nicht verwirren lässt, und sich ständig auf das Ziel ausrichtet, dann offenbart er gerade dieses Bild der Realität.

Wenn aber plötzlich schwerwiegende Probleme mit dem Geldverdienst oder mit der Gesundheit entstehen, dann soll man diese auf dem materiellen Niveau lösen. Ich sah am Beispiel meines Lehrers Rabash, wie schwer er gearbeitet hat, um das Brot für die Familie zu verdienen. Man soll dennoch gleichzeitig in zwei Richtungen gehen. Einerseits habe ich ein Problem, das ich verpflichtet bin zu korrigieren, indem ich alle Kraft zu hundert Prozent einsetze, als ob „mir niemand außer mir selbst helfen würde“. Gleichzeitig soll ich mich daran erinnern, dass dieses Hindernis von oben und nicht von den Menschen in meiner Umgebung kommt.

Ich vollziehe diese Arbeit aus Leibeskräften und richte sie in dieselbe Richtung, auf den Schöpfer aus. In diesem Fall binde ich dieses Hindernis an die Heiligkeit an und komme mit ihrer Hilfe voran.

Hat der Schöpfer nicht genug Geld, will Er, dass der Mensch in seinen Lebensproblemen versinkt? Aber diese Situationen sind für unsere Entwicklung notwendig, und für jeden Mensch gehen sie in eine bestimmte Richtung: Finanzprobleme, Gesundheitsprobleme, Probleme in der Familie. Denkt  nicht darüber nach, ob jemand mehr und jemand weniger Glück hat. Jeder erlebt die optimalsten, die besten Zustände für die Entwicklung seiner Seele, wir haben nichts zu befürchten.

Deshalb soll man nicht darum bitten, dass der Schöpfer dieses Hindernis entfernt und das Schicksal ändert, sondern man soll die Verbindung mit Ihm suchen, den eigenen Kopf beugen, um in der Verschmelzung mit Ihm alles zu durch leben, was uns gegeben ist. Vor dem Anfang der Handlung soll ich sagen: „Niemand wird mir helfen, außer ich selbst!“ und nach Vollendung der Handlung: „Es gibt Niemanden außer dem Schöpfer“.

Wenn ich aber sage, dass „Mir Niemand helfen wird“, bedeutet das eben nicht, dass ich vom Schöpfer abgetrennt werde, als ob es Ihn nicht geben würde. Ich erledige alles selbst „als ob Er nicht dabei sein würde“, aber tue alles in der Verschmelzung mit Ihm. Ich gehe zur Arbeit und verdiene Geld, denke dabei aber ständig an den Schöpfer. Ich beachte nicht die Tatsache, dass Er mich ständig begleitet, und denke nur daran, dass ich alles selbst ausführe.

Als ob wir mit Ihm gute Partnern wären: wenn ich etwas ausführe und dabei verdiene, dann nimmt Er daran passiv teil. Er ist mein Partner und Er begleitet mich ständig, führt in diesem Moment aber keine Handlungen aus. Auf diese Weise korrigiere ich mich, meine Teilnahme.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Brief von Baal HaSulam, 19.02.2013

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