Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'System'

Verschmelzen mit der Unendlichkeit

Frage. Gibt es einen Unterschied zwischen „ Ich“ und  „mein Bewusstsein“?

Antwort: Es hängt von Ihnen ab. Womit identifizieren Sie sich? Identifizieren Sie sich mit einem Teil des höheren Bewusstseins oder nur mit dem, was Sie in Ihrem vergänglichen Körper spüren? Identifizieren Sie sich als Teil eines „Organismus“, z. B. einer Gruppe? Das hängt von Ihrer Einstellung zu sich selbst ab.

Wie sonst? Wer kann Ihnen eine solche universelle Definition geben? Selbst wenn die Kabbala das sagt, bedeutet das noch nichts. Es kommt darauf an, wie Sie sich selbst definieren.

In der Tat, Sie sind das höchste Bewusstsein. Mehr noch, Sie sind nicht nur ein Teilchen in diesem Bewusstsein, denn indem Sie es offenbaren, erreichen Sie die Verschmelzung mit dem gesamten Bewusstsein – nennen Sie es den Schöpfer. Dies ist Ihr höchstes Verständnis, das mit ihm verschmilzt.

Frage: Und was ist die Individualität?

Antwort: Indem Sie damit das darstellen, was man „Adam“ nennt. Auf der einen Seite begreifen Sie den Gipfel der möglichen Offenbarung, über den hinaus in der Natur überhaupt nichts mehr gibt. Andererseits verstehen nur Sie es, aus Ihrer individuellen Sichtweise.

Frage: Das „Ich“ ist also etwas, das absolut alles umfasst, aber auch etwas sehr Individuelles, das kein anderer hat?

Antwort: Ihre Individualität geht nirgendwo hin. Es sind Ihre Urdaten aus einem allgemeinen System.

Aber aufgrund der Tatsache, dass Sie sich mit dem ganzen System über die Eigenschaft des Gebens verbinden, in das Sie eintreten wollen, ist es so, als ob Sie das ganze System erwerben würden. Es wird Ihnen individuell in Bezug auf Ihren Punkt zugeteilt. Und es stellt sich heraus, dass Ihre kleine, begrenzte, raue Individualität, die tatsächlich nur ein Punkt ist, mit dem ganzen System, das die Unendlichkeit ist, verschmilzt.

Aus dem Fernsehprogramm“ Begegnungen mit der Kabbala“, 29.03.2019

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Die Erde ist der Resonanzkörper für unsere Gedanken

Anmerkung: Unser Planet Erde ist ein sehr komplexes System, das eine eigene Bewusstseinsform hat. Es reagiert auf unsere Gedanken und Handlungen.

Antwort: Alles, auch die unbelebte, pflanzliche und tierische Stufe der Natur reagiert auf uns und auf unsere Gedanken. Wir spüren es nur nicht.

Frage: Die Erde ist ein sehr umfassendes System, das mit dem gesamten Kosmos bis hin zum Menschen verbunden ist. Kann man an einem Beispiel diese komplexen Zusammenhänge zeigen?

Antwort: In meiner Vorstellung ist die Erde eine riesige Antenne, ein Resonanzball, der unsere Eigenschaften, Veränderungen, Einflüsse, die im offenen Raum mitschwingen, wahrnimmt.

Dadurch haben wir einen enormen Einfluss auf die gesamte Welt, auf das Universum, denn unsere Aktivität befindet sich ja auf einer Stufe über der Natur. Wir spüren die direkten Auswirkungen unserer Gedanken und Wünsche nicht, aber es scheint mir, dass sie unglaublich groß, mächtig und leider auch zerstörerisch sind.

Aus der Fernsehsendung „ Begegnungen mit der Kabbala“ 22.03.2019

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Über Lichtgeschwindigkeit

Frage: Wir lernen, dass alle unsere Verlangen durch das höhere Licht hervorgerufen und durch das Reschimo (Informationsaufzeichnung) übertragen werden.

In der Quantenphysik werden heute die sogenannten informationellen Wechselwirkungen ohne jedes Medium diskutiert. Einige dieser Einwirkungen werden sogar über die Lichtgeschwindigkeit hinaus, fast augenblicklich, übertragen. Kann man sagen, dass derselbe Mechanismus auch bei der Übertragung von Reschimo vorliegt?

Antwort: Das es Wechselwirkungen über der Lichtgeschwindigkeit gibt, kann man, denke ich, auch mit dem Verstand nachvollziehen. Wenn unser Universum, dieser riesige Raum, nicht sofort von seinen verschiedenen Punkten aus, miteinander interagieren könnte, dann würde dieses System nicht funktionieren. Es würde einfach nicht existieren. Es würde überall Chaos herrschen. [Rest des Beitrags lesen →]

Kein Waffenstillstand wird die Flammen des Hasses zwischen uns auslöschen

Für Israel gibt es niemals einen ruhigen Moment. Obwohl ein Waffenstillstand in aller Munde ist, hat die Öffentlichkeit kein Vertrauen, dass die heftigen Luftangriffe für lange Zeit zum Stillstand kommen werden. Bedrohungen halten sowohl im Süden (von der Hamas in Gaza) als auch im Norden des Landes durch Raketen, die von der Hisbollah aus dem Libanon auf israelisches Gebiet abgefeuert werden, an. Es stellt sich also wieder einmal die Frage: Wann wird die Aggression ein für alle Mal beendet sein? Der Ball liegt in unserem Spielfeld, im Spielfeld der jüdischen Nation.

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Im Rahmen spiritueller Handlungen


Kommentar: Wie in der Tora geschrieben steht (Kapitel „Auszug aus Ägypten“), vor etwa dreieinhalbtausend Jahren, verlangte Moses in Gottes Namen vom Pharao, das Volk Israel aus der Sklaverei zu befreien. Doch Pharao hörte nicht auf ihn und zehn Plagen fielen auf Ägypten.

Aus akademischer Sicht habe es dieses Ereignis nicht gegeben, und wenn doch, nicht in solchem Ausmaß, wie in der Tora beschrieben. Die Religion prüft nicht, man glaubt einfach, dass es sich so ereignet hat. Die Kabbala betrachtet das jedoch überhaupt nicht als ein historisches Ereignis, sondern vertritt den Standpunkt, es gehe hier um spirituelle Zustände im Leben des Volkes und Moses selbst.

Antwort: Erstens, in der Tora ist nicht die Rede von einzelnen Menschen, sondern von Problemen der gesamten Menschheit.

Zweitens, es sind nicht physische Probleme gemeint, obwohl sie sich möglicherweise auf irgendeine Weise im Materiellen widerspiegelten. Aber darum geht es überhaupt nicht.

Ursprünglich wurde die gesamte Menschheit aus dem egoistischen Wunsch zu genießen erschaffen. Von seiner Entstehung an und während seiner Entwicklung durchläuft dieser Wunsch verschiedene Etappen, bis die Menschen zu verstehen beginnen, dass sie nicht länger in ihrem Egoismus verbleiben können, und auf irgendeine Weise herauskommen müssen.

Die Gruppe, die Abraham aus dem alten Babylon ins Land Kanaan führte, oder vielmehr seine Nachkommen, die Söhne seines Enkels Jakob, kamen nach Ägypten.

Die Tora schildert, dass sie eine lange Zeit so lebten und dabei verschiedene, gute und schlechte, Etappen durchliefen. Prinzipiell ist in der Tora von den inneren Zuständen dieses Volkes die Rede.

Wenn wir über das Volk als eine große Zahl von Menschen sprechen, meinen wir nicht seine Anzahl, sondern seine spirituelle Kraft. Das heißt, all dies muss im Rahmen spiritueller Handlungen wahrgenommen und bewertet werden.  

Dasselbe bezieht sich auf die ägyptischen Plagen. Gemeint sind spirituelle Handlungen, wenn Menschen sich aufgrund der Angriffe des Egoismus zusammenschließen.

Am Anfang beginnen sie zu spüren, dass der Egoismus sie niederdrückt. Wenn also Pharao, der ihren Egoismus symbolisiert, sie versklavt, fühlen sie sich geknechtet und müssen sich irgendwie miteinander verbinden, um einander zu helfen. Denn durch die Schläge zieht sich ein Mensch innerlich zusammen und das führt zu einem gänzlich anderen Zustand, aus dem er sich zu befreien versucht. Dieser Versuch, sich vom Egoismus zu befreien, ist genau der Auszug aus Ägypten.

Jedoch, um aus Ägypten auszuziehen, muss diese Gruppe einverstanden sein, sich über ihr Ego zu erheben. Indem sie eine spirituelle Gemeinschaft bilden, genannt „Parzuf“ („System“), und so eine besondere Reinigung vom Egoismus durchlaufen. 

Da dieses spirituelle Gebilde aus zehn Teilen, den zehn Sefirot besteht, durchlaufen sie zehn Zustände der Befreiung vom Ego. Diese werden als die zehn Schläge oder ägyptischen Plagen bezeichnet.

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Wie erreicht man die Vollkommenheit?


Bemerkung: Wissenschaftler schlagen Alarm: Eine Epidemie von Perfektionismus ist in der Welt angebrochen. Nach Ansicht von Psychologen ist Perfektionismus der Glaube, dass das Ideal erreicht werden kann. In seiner pathologischen Form ist es der Glaube, dass ein unvollkommenes Arbeitsergebnis keine Existenzberechtigung hat.

Antwort: Was ist dann noch übrig?

Bemerkung: Dann bleibt nur noch, alles Überflüssige zu entfernen und das unvollkommene Objekt makellos zu machen. In Untersuchungen sind Wissenschaftler zu dem Schluss gekommen, dass all dies zu Stress, Depressionen, Angstzuständen und Selbstmord führt.

Antwort:  Das heißt, erhöhte Anforderungen, die nicht erreicht werden können, töten uns. [Rest des Beitrags lesen →]

Gibt es Menschen, die den Maсhsom überschritten haben?


Frage: Wie viele Menschen haben im Laufe der Geschichte den Machsom überschritten? Sind es Einzelne, Dutzende oder Tausende?

Antwort: Es sind Millionen von Menschen. Wir müssen verstehen, dass dies alles ein Prozess ist. Seelen sind nicht irgendwelche getrennten Klötze, sondern Wünsche, die sich ständig mischen, verändern und zusammenschließen. Es handelt sich um ein komplexes integrales System.

Frage: Wo gibt es diese Millionen?

Antwort: Sie existieren außerhalb von den Körpern- in den Verlangen. Das Wichtigste ist der Wunsch. Der Körper erscheint uns in einem ebenso begrenzten Rahmen zu bestehen, wie unsere Welt. In Wahrheit gibt es keine materielle Welt, es gibt nur die spirituelle Welt. Wir müssen in die Wahrnehmung der spirituellen Welt eintauchen und uns vergewissern, dass sie es ist, die existiert.

Frage: Wo bleiben die Menschen nach der Überquerung des Machsoms, was machen sie dort?

Antwort: Sie existieren in ihren Eigenschaften. Alles außerhalb der Eigenschaften, alle Arten von unbelebter, pflanzlicher und belebter Materie (menschliche Materie existiert in unserer Welt nicht, sie wird als tierische Materie eingestuft), wird nur in unseren irdischen Empfindungen wahrgenommen. In der Realität gibt es das alles nicht.

Sobald sich die Empfindungen ändern, verschwindet diese Welt.

Aus dem Fernsehprogramm „Spirituelle Zustände“, 06.02.2020

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Die Freiheit finden, die über unserer Natur liegt


Frage: Sie sagen, dass wir untereinander im System der absoluten Verbindung leben, so dass jeder das Schicksal des anderen bestimmt.

Antwort: Es ist nicht das System, das wir selbst erschaffen haben, sondern das System der Natur, das uns zusammenhält.

Frage: Haben wir in dem System, in dem wir leben die Freiheit, das Schicksal des anderen zu bestimmen, weil wir miteinander verbunden sind?

Antwort: Wir wählen unsere Natur nicht, wir existieren in ihr. Es gibt nichts, was wir dagegen tun können, wir müssen es als gegeben akzeptieren.

Heute nähern wir uns einem Zustand, der uns zeigt, dass wir absolut unfrei sind. Wir sind aus diesen Rahmen, diesen Gesetzen, diesen Gesellschaftsverträgen in denen wir früher existierten herausgewachsen. Es erschien uns nur so als ob wir frei waren.

Heute fordern wir eine andere Art von Freiheit, eine spirituelle Freiheit. Deshalb beginnt jetzt in der Entwicklung der Menschheit eine neue, überegoistische Phase. Wir beginnen zu spüren, dass der Egoismus unser Sklaventreiber ist.

Freiheit aus Sicht der Kabbala bedeutet, zu erkennen, dass wir selbst keine Freiheit haben und neue Eigenschaften erwerben müssen. Freiheit bedeutet, – Freiheit über unsere Natur.

Aus dem Fernsehprogramm „ Spirituelle Zustände“ 29.04.2019

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Der Schlüssel zum Erfolg im Leben

John Lennon schrieb einmal: Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen. Seine Lebensgeschichte beweist, dass es die Wahrheit ist. Tatsächlich scheint es so, als hätte die Natur es sich zum Ziel gesetzt, das Leben der gesamten Menschheit zu stören.

Covid-19 hat unsere Wirtschaft, Kultur, Bildung, Unterhaltung lahmgelegt, das Gesundheitssystem fast zum Einsturz gebracht, politische und rassistische Spannungen verschärft, Aggression und Gewalt erhöht, die Nahrungsmittelproduktion und die Versorgungsketten unterbrochen und Familien in Stücke gerissen. Selbst als es nachließ und wir unsere Aktivitäten wieder aufnehmen konnten, lockerte es nur geringfügig nach und kehrte jedes Mal mit aller Härte zurück, als wir versuchten, zur bekannten Normalität der Zeit vor Covid zurückzukehren.

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Es ist unmöglich, nicht zu handeln


Aussage: Oft erkennt die Menschheit, dass sie machtlos bei großen Veränderungen ist. Im Laufe der Geschichte haben viele Philosophen und Herrscher gesagt: „Wir sind machtlos“ – und trotzdem hat die Menschheit etwas unternommen.

Antwort: Es ist unmöglich, nicht zu handeln, auch wenn es nicht möglich ist, etwas zu tun. So ist es auch in unserem Leben. Selbst wenn wir keine großen Perspektiven haben, wissen wir doch, dass wir aufstehen müssen, zur Arbeit gehen, von der Arbeit zurückkommen, den Tag gestalten und so weiter und so fort. Es wird uns dann irgendwo hinführen.
Das heißt, wir sehen nicht das externe System, das uns steuert. Wir sehen nicht das Programm, durch das wir existieren. Dennoch trägt unsere tägliche Arbeit und Teilnahme an diesem System ihre Früchte.

Aussage: Nehmen wir ein Beispiel. Menschen, die gegen den globalen Klimawandel kämpfen, können nicht vorhersagen, wann die globale Erwärmung eintritt. Es gibt eine enorme Zeitspanne zwischen ihren Handlungen und der Möglichkeit, dass sich in der Zukunft etwas ändern wird. Trotzdem haben sie die Energie, zielgerichtet zu handeln.

Antwort: Es geschieht, da wir tatsächlich vor einem großen, globalen, nicht aufzuhaltendem Problem stehen. Was spielt es für eine Rolle, ob es jetzt oder in hundert Jahren passiert? So oder so, wir sind sicher, dass es stattfinden wird und mit diesem Verständnis haben wir eine ganze Wissenschaft geschaffen. Deshalb ist es für uns wichtig, heute so zu handeln, als ob es morgen passieren würde.

Aus dem Fernsehprogramm „Kabbala Express“, 12.01.2021

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