Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Freier Wille & Freiheit'

Wie das Licht des Schöpfers sein

Der Schöpfer regiert die Welt mit zwei kongruenten Kräften:

1) Im Moment der Handlung zieht Er uns mit Freude an, die uns dazu zwingt, diese Handlung auszuführen.

2) Er entfernt und stoppt sogar die Handlung durch das Leiden, der das Geschöpf beim Ausführen dieser Handlung erfährt, wenn Er nicht will, dass diese Handlung vollbracht werden soll.

(Baal HaSulam, „Die allgemeine Natur der Kabbala-Wissenschaft“)

Das Licht, das von oben nach unten herab steigt, beeinflusst uns. Und wir müssen von unten nach oben darauf reagieren.

HaWaYaH: Der Name von HaWaYaH – Hej – Waw – Yud – Hej – sind die Zehn Sefirot: Yud – Chochma, das erste Hej – Bina, Waw – SA,

das untere Hej – Malchut

V.e: das Verlangen zu empfangen

V.g: das Verlangen zu geben

Na Ra N Cha Y: Nefesh-Ruach-Neshama-Chaja-Yechida

A K: Adam Kadmon

MAN: Mejn Nukwin

die rechte Seite der Zeichnung

K: Keter

Ch: Chochma

B: Bina

M: Malchut

Wir sind immer zwischen zwei Kräften: unsere Reaktion und dem Einfluss von oben. So bilden wir uns.

Das Ziel unserer Entwicklung ist es, uns lichtgleich in unserer Welt zu machen. Dies kann in dem Maße erreicht werden, in dem wir zusammenkommen (∑).

Wenn wir danach streben, gleich, vereint zu werden, ziehen wir höheres Licht auf uns im Maße der richtigen Verbindung zwischen uns. Es steigt auf uns in dem Maße herab, in dem wir unsere Verlangen wie er sein zu wollen, erheben.

Alle Welten zwischen uns und dem Licht verbergen es vor uns. „Welt“ kommt von dem Wort „Olam“, „Olama“ und bedeutet „Verhüllung“. Diese Verhüllung existiert, um uns vollständig vom Schöpfer zu isolieren, damit wir in der Lage wären, uns in unserer Welt allen Eigenschaften des Lichtes anzugleichen. Es ist Ein, Einzig, Integral. Und wir müssen versuchen, uns auf die gleiche Weise miteinander zu verbinden.

Wenn wir versuchen, dies zu tun, dann erheben wir unsere Fragen, unsere Wünsche, unsere Verlangen zum Licht.

Sie werden „MAN“ – „Mejn Nukwin“ ( Wasser von Nukwa ) genannt. Und dann kommt die Kraft des Lichts (der rote Pfeil in der Zeichnung) auf uns herab und beginnt, uns zu korrigieren.

Deshalb ist das Einzige, was wir in unserer Welt brauchen, das Verlangen, vereint zu sein. Aber um eine korrekte Verbindung herzustellen.

Das ist es, was wir in jedem Morgen Unterricht tun. Auf diese Weise erheben wir unsere Verlangen zum höheren Licht, es bringt seine Kraft auf uns herab, und jeden Tag werden wir mehr und mehr vereint. Versucht bitte, an unseren Unterrichte teilzunehmen oder sie in Aufzeichnung zu hören, und ihr werdet sehen, wie es euch beeinflusst.

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Kabbala Akademie

 

Warum ist die individuelle Freiheit so wichtig?

Baal HaSulam schreibt in seinem Artikel „Der freie Wille“, dass persönliche Neigungen ein wahrer und echtes Eigentum von jedem Individuum sind, und es ist verboten diese zu ändern oder zu beschädigen…
Denn derjenige, der eine Neigung bei einem Individuum zerstört, verursacht das Verschwinden aus der Welt von diesem einzigartigen und erhabenen Wissen, das in der Zukunft am Ende der Kette zum Ausdruck kommen soll, denn diese Eigenschaft wird niemals in einem anderen Körper, außer in diesem erscheinen
.
Gerade auf solchen Prinzipien soll man das ganze Bildungssystem aufbauen und die Einstellung zu den Kindern muss nicht anders als zu den Erwachsenen sein. Anstatt zu versuchen aus Kindern das zu machen, was wir wollen, so, als ob sie Teig wären, welchem man jegliche Form geben kann.
Dem Mensch muss ein solcher Einfluss zur Verfügung gestellt werden, dass er seine individuellen Eigenschaften frei entwickeln kann. Deshalb ist jegliche Unterdrückung in der Erziehung unzulässig.
Die Kabbalisten schreiben darüber und wir müssen den Grund verstehen. Der Schutz der persönlichen Freiheit ist ein verbindliches Gesetz, denn im Endeffekt, korrigieren wir keinen durch irgendeinen Einfluss oder Korrektur. Wir korrigieren nur die Verbindung zwischen uns!
Wir alle müssen uns auf richtiger Weise miteinander verbinden: Ich, Du, Er und Sie. Dann, in diesen Verbindungen enthüllen wird das Licht, so wie auf den Widerständen in einer elektrischen Kette, wie in der Wendel einer Glühlampe. Selbst diese Verbindungen, die sich zwischen uns enthüllt haben, werden spirituelle Welt oder Schöpfer genannt, aber nicht jeder Einzelne von uns.
Und das was mir persönlich gehört, hat nichts mit dem Spirituellen zu tun. Spirituell sind nur die Verbindungen zwischen uns. Deshalb müssen die individuellen Eigenschaften von jedem beibehalten werden.
Wenn ich irgendeine Eigenschaft in mir, oder in jemanden anderen beschädige kann auch die Verbindung zwischen uns nicht vollkommen richtig sein. Denn diese Verbindung ist eine Brücke aus meiner Natur, welche die Verbindung in die seine, voraussetzt.
Deshalb ist das Gesetzt der persönlichen Freiheit keine Forderung der schönen Demokratie, sondern eine für das Erreichen der Korrektur notwendige Bedingung.
Daraus wird klar, wie bösartig unser jetziges Bildungssystem ist, welches einen ständigen Druck auf die Kinder ausübt und gestempelte Persönlichkeiten nach dem konventionellen Maß produziert. Die Einstellung zu der Erziehung muss gründlich geändert werden.
Aus einem Unterricht über den Artikel von Baal HaSulam „Der Freie Willen“, 10.12.2010

Kabbala Akademie

Die Fotos im Herzen Teil 1 (4)

Bild könnte enthalten: Bruder Jörg

                                          Rabash Beit Knesset 4

Als ich zu Rav kam, wurde der Knesset noch aufgebaut. Das war ungefähr im Jahr 1980. Die Bauarbeiten dauerten noch. Der Boden war noch nicht belegt, der Schrank für das Aufbewahren der Tora (Aron kodesch) war noch nicht fertig. Alles befand sich noch im Bau.

Damals hatten sie eine große Spende von einer alten Dame aus dem Altenheim erhalten. Sie wollte den Namen ihres Mannes und ihren eigenen Namen verewigen. Sie hatte das Geld für den Namen gegeben und es war möglich diesen Raum auszubauen.

Die Rabashs Wohnung befand sich in der zweiten Etage. Hier wohnt bis zum heutigen Tag seine Frau Feiga. Unten befindet sich Beit Knesset.

Frage: Wer hat entschieden welche Farbe der Bodenbelag haben soll und alles andere?

Ich kann diese Frage nicht beantworten, weil ich mich niemals für solche Fragen interessiert habe. Das hatte für mich keine Bedeutung. Wahrscheinlich wurde das nach Rav’s Rat gemacht, weil er einen entwickelten Sinn für Schönheit hatte; seinen eigenen, besonderen Sinn. Er hat sich besonders darum gekümmert wie Beit Knesset aussah, er hat nach seinem Geschmack gehandelt und hat nicht erlaubt, das diese Arbeiten schlampig ausgeführt wurden. Er verstand wirklich was davon. Sein Sinn für Schönheit (sowohl für die äußere als auch für die innere), sein natürlicher Sinn, war stark ausgeprägt.

Nach dem Morgengebet „Schacharit“, wenn die Menschen nach Hause oder zur Arbeit gefahren sind, war Beit Knesset fast leer. Nur wir beide (Rav und ich) sind geblieben und noch ein paar alte Männer, die es nicht eilig hatten zu gehen. Wir haben mit Rav den Tagesablauf besprochen. Ich habe ihm meine unterschiedlichen Fragen gestellt, die mit dem Studium verbunden waren und während dem Gebet darüber nachgedacht. Abgesehen davon, das ich auf diese Fragen, mir selber die Antworten hätte geben können, so habe ich mich selber überprüft, indem ich Rav danach fragte. So schreitet der Mensch in seiner spirituellen Suche, auf seinem Weg voran.

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Die Fotos im Herzen Teil 1 (3)

Bild könnte enthalten: Bruder Jörg

Tagesablauf eines Kabbalisten

Frage: Was für einen Tagesablauf hatten Sie?

Wie üblich bin ich um zwei Uhr nachts aufgestanden. Das mache ich bis zum heutigen Tag. Innerhalb einer Stunde vor dem Unterricht habe ich die „Shamati“ Artikel gelesen. Rav war in seine Gedanken versunken, er hat studiert und ist spazieren gegangen. Oft ging er von seiner Wohnung, die Chason Straße zu Fuß entlang bis zu Rav Akiva und zurück. Dabei hat er gesungen, nachgedacht und machte Atemübungen. So hatte er sich ganz gemütlich und gut, Nachts um zwei Uhr,  für den Unterricht vorbereitet.

Drei Uhr morgens haben wir uns zum Unterricht versammelt und angefangen zu studieren. Wie üblich, von 3 bis 6 Uhr, gab es Unterricht, von 6 bis 6:30 – das Gebet, danach haben wir 5 Minuten besprochen was wir innerhalb des Tages machen und wir gingen zur Pause, um zu essen und uns zu erholen.

Gegen 9 Uhr fuhr ich mit dem Auto zu Rabashs Haus, ging hinauf in seine Wohnung, und wir fuhren gemeinsam zum Meer oder zum Park. Manchmal mussten wir zum Arzt oder etwas anderes erledigen. Wir waren 3 Stunden unterwegs.

Gegen 12:30 waren wir zurück und ich ging mit ihm in seine Wohnung, um alle die gekauften Sachen hinauf zu bringen. Dann fuhr ich nach Hause, habe gegessen und habe meine Patienten empfangen. Ich habe damals drei Stunden gearbeitet: von 13:00 bis 16:00. Um 17:00 war ich wieder bei Rav. Um diese Zeit fingen die Nachmittags-Unterrichte an. Bis 20:00 studierten wir Artikel von Baal HaSulam und TES, von 20:00 bis 20:30 wurde Sohar gelesen, von 20:30 bis 20:45 gab es ein Gebet „Aravit“ und um 20:45 waren wir Zuhause.

In fünf Minuten schlief Rav ein. Er verlor keine Minute. Ich kehrte auch nach Hause zurück, damit ich schlafen konnte, ich musste ja wieder um 2 Uhr aufstehen.

So einen Tagesablauf hatten wir all die Jahre die ich bei ihm war, beibehalten. Ausgenommen die Zeit, wo ich ihn im Krankenhaus betreute, wo wir viele Tage verbrachten. Oder wir sind für zwei oder drei Tage nach Norden verreist, in Twerien oder woanders. Wir haben uns zurückgezogen an einem menschenleeren Ort. Das war ein völlig anderes Studium und anderes Verhältnis, als in Beit Knesset.

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Die Fotos im Herzen Teil 1 (2)

Bild könnte enthalten: Bruder Jörg

In Rabash’s Arbeitszimmer 

Auf der ersten Etage unseres Gebäudes Chason Isch Straße 81, gab es ein Arbeitszimmer von Rabash. Wir haben von 3 bis 6 Uhr morgens studiert und danach bis  6:30 Uhr hatten wir ein Gebet gehabt. Später, ungefähr bis 9 Uhr eine Pause. Nun sind wir mit ihm zusammen zum Meer oder in den Park gefahren, das war abhängig von der Jahreszeit. Noch bevor wir uns zur nächsten Pause trennten, haben wir geklärt, was wir an diesem Tag zu tun hatten. Es war dann so, dass er zum Arzt musste oder noch etwas anderes zu erledigen hatte.

Während des Chanuka-Fest stand auf dem Tisch im Arbeitszimmer die Chanikija. Normalerweise war sie versteckt und nur während Chanuka hat man sie hervor geholt, um sie abends anzuzünden. Jeden Abend haben wir Chanuka Kerzen angezündet und Lieder gesungen, die man aus der Tradition heraus an diesem Abend normalerweise singt, entweder nach einfachen Melodien oder nach der Musik von Baal HaSulam. Danach wurden „Lechaims“ ausgesprochen, ein wenig Brendy „777“ getrunken (stand normalerweise auf unserem Tisch, weil Rebe es sehr mochte) und Chanuka-Krapfen gegessen. Rav hat sie selber an jeden von uns ausgeteilt.

Er konnte natürlich in jede seiner Handlungen Spiritualität einfügen. Für ihn war es nicht wichtig welche physischen Handlungen er unternimmt, was man sagen muss, er hat immer seine innere Arbeit hinzugefügt. So brachte er, mit allen seinen Handlungen und große Anstrengungen, Korrekturen zustande.

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Wie können wir die Gewalt unter unserer Jugend stoppen?

Frage: Sie sagen, dass der Egoismus der jungen Leute nicht gestoppt werden kann: Ein 11 Jahre altes Kind kann ein anderes Kind niederstechen. Wohin führt das? Was wird in zehn oder fünfzehn Jahren geschehen, wenn diese zehnjährigen Kinder 20 Jahre alt sind?

Antwort: Erstens fühlen sich Kinder nicht dazu verpflichtet, unsere Gesetze zu befolgen, weil sie nicht bestraft werden können. Sie können nicht vor Gericht gebracht werden, weil sie zu jung sind. Was wird also passieren? Wenn ein Kind älter wird, wächst die bewahrende Kraft in ihm heran, sowie die Furcht, als ein Erwachsener in dieser Welt leben zu müssen. Eine Sache, die helfen würde, wäre, wenn wir sie wie Erwachsene behandeln würden.

Aber in Wirklichkeit eignen sich unsere Gesetze nicht für Kinder. Es sollte gesetzliche Vorschriften für jede Altersgruppe geben und sie sollten für Jungen und Mädchen gesondert sein. Wir sollten wissen, was wir von ihnen erwarten und wie wir sie bestrafen sollten. Sie sollten entsprechend des Systems von Belohnung und Bestrafung erkennen, was die richtige Verhaltensform ist.

Ein Kind sollte das wissen – dies ist ein richtiges Erziehungssystem. Es ist ein System, das der grausamen tierischen Natur der Menschen entgegenwirkt und fähig ist, einen echten Menschen zu formen oder zu schaffen. Für jede Handlung sollte es eine passende Reaktion geben. Auf diese Weise erzieht eine Mutter ein Kleinkind: sie gibt ihm einen Ansporn für eine Sache und eine Bestrafung für eine andere.

Auf diese Weise müssen wir den „Ton“ formen. Und die Kinder werden das verstehen, weil sie wie „Ton“ sind, der das Verlangen, Genuss zu empfangen, enthält. Wir können dieses Verlangen beeinflussen, indem wir ihm sagen: Wenn du diese Form annimmst, wirst du etwas Süßes bekommen und wenn du eine andere Form annimmst, wirst du Bitterkeit empfinden. Auf diese Weise können wir einen Menschen gestalten.

Wenn wir ihm jedoch erlauben, alles zu tun, was es will und es zu negativen Verhaltensformen anregen, wie die, welche Kinder von grausamen, abstoßenden Spielen lernen, wo Menschen einander töten und wenn es das ist, was sie im Fernsehen und dem Internet sehen und es keine Bestrafung dafür von der Gesellschaft gibt, was wird dann das Ergebnis dieser Art der Erziehung sein? Ein bezauberndes Kleinkind wird aufwachsen, um ein unglückliches Kind zu werden.

Wir müssen also zuerst den Eltern beibringen, wie man ein Erziehungssystem für ihre Kinder erschafft. Andernfalls wird die nächste Generation mit Sicherheit schlimmer sein als die vorige.

(Aus dem Unterricht über Baal HaSulam´s Artikel Das Wesen der Religion und ihr Ziel“ )

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Die Fotos im Herzen – Teil 1 (1)

Bild könnte enthalten: Bruder Jörg

Neben dem großen Kabbalisten

Neben “dem Kabbalisten” zu sein ist sehr schwer. Ich kann das nicht beschreiben, wie kompliziert das war. Wie schwer es für einen Menschen ist die Spiritualität einzuschätzen und bereit zu sein auf alles zu verzichten, damit man die Spiritualität erreicht, da sie von – dem Anderen – abhängt. Das Maß des Verzichts von Materiellem ist das Eintrittsticket, ist das Maß, der Türöffner in die Spiritualität.

So schwer es auch für den Menschen ist auf das Materielle zu verzichten, noch schwerer ist es einem selbst nahe stehenden Kabbalisten zu bewerten.

Weil das irdische Bild seine Größe verbirgt und dir scheint es, dass dies ein einfacher Mensch sei: mit unterschiedlichen Ansprüchen, Schwächen und Gewohnheiten, wie bei allen anderen Menschen. Wodurch unterscheidet er sich dann?

Dieses Bild steht vor deinen Augen, du bekommst von ihm den Eindruck, es beeinflusst dich. Du siehst alle seine Schwächen, seine Gewohnheiten. Wie kannst du ihm dann eine besondere Wichtigkeit geben? Es gibt Menschen, die viel beachtlicher wirken als er?!

Es ist sehr schwer sich von solch einem irdischen Bild abzuschalten. Dazu kommt noch, dass die Kabbalisten so einfach und offen in ihrem ganzen materiellen Leben sind, dass sie Menschen, die sich neben ihnen befinden, keine Möglichkeit lassen ihn zu ehren. Sie spielen nicht wie die Admors, die zu sich anlocken müssen und eine große Gesellschaft führen sollen, weil die Gesellschaft verpflichtet ist solche Menschen zu ehren, ihnen die Hand zu küssen, sie als großen Rav zu bezeichnen.

Die Kabbalisten benehmen sich umgekehrt. Weil ein Kabbalist sich nichtig fühlt:

“Wer bin ich denn? Was habe ich?“ Und das zeigt er auch den anderen. Er hat es sehr schwer, sich, ähnlich bedeutenden Menschen gegenüber, darzustellen, weil er sich gegenüber dem Schöpfer misst. Seine eigene Empfindung ist: „Ich bin nichts, der Staub und die Asche“. Diese Empfindung wird auch Denjenigen übermittelt, der sich neben ihm befindet. Hier ist es sehr schwer zu verbleiben und zu verstehen, da es ein lügenhaftes, äußeres Bild ist.

Die Kabbalisten machen das nicht absichtlich. Sie fühlen sich selber so. Der Mensch, der sich ständig gegenüber dem höheren Licht überprüft, dem Schöpfer, der Vollkommenheit und der Ewigkeit, die er offenbart, sieht sich ständig als der niedrigste im Vergleich zur höheren Kraft. Deshalb spürt er genau solch eine Empfindung.

Deswegen ist es sehr schwer neben einem Kabbalisten, mit seiner Erhabenheit, durchdrungen zu sein. Nur nach vielen Jahren kann man anfangen die Wichtigkeit dessen zu begreifen, worin er sich befindet, was er spürt. In dem Maß, in dem für dich die Wichtigkeit der Spiritualität wächst, beginnst du den Kabbalisten, nach seinem Niveau in der Spiritualität, zu schätzen, in dem Maß, in dem du dieses Niveau offenbarst. Weil er sich ständig verbirgt.

Aus diesem Grund ist es eine sehr schwere Arbeit. Und wenn du seinen Körper pflegst, hast du keinen Ansporn. Für wen willst du das machen? Umgekehrt, dies stößt dich ab, genauso wie die Spiritualität, die einfachen Menschen abstößt, sie ehren sie nicht, sie befinden sich in Depression, sie haben keine Stimmung dafür. Wir sehen dies bei den Schülern, in ihren ersten Jahren, bis sie die Erkenntnis der Spiritualität erreichen.

Der Mensch, der sich neben einem Kabbalisten befindet ist also nicht im Stande ihn zu betreuen. Man braucht hier wirklich die höheren Anstrengungen. Das ist sehr schwer.

Als ich Rav darüber befragte, sagte er:“ Und jetzt stell dir vor, wie schwer es für mich war neben meinem Vater…“ Weil das der Vater ist… Dir wird die letzte Möglichkeit genommen. Hier hast du wenigstens jemanden, der dir fremd ist. Mit dem Fremden kannst du dich anstrengen irgendwelche besondere Wechselwirkungen zu erbauen, der Vater aber bleibt der Vater. Du spürst, dass er dich liebt. Und diese absolute Vaterliebe nimmt dir die letzte Möglichkeit etwas zu tun. Weil du nichts machen könntest und er liebt dich trotzdem. Dabei nimmt er dir scheinbar die Verpflichtung, sich besonders ihm gegenüber zu verhalten.

Ich habe dies natürlich verstanden als ich mich neben Rav befand. Wie viele Anstrengungen hat er unternommen, die höheren Anstrengungen, über die menschlichen Kräfte, damit er bei Baal HaSulam ist und von ihm die spirituelle Erhebung bekommt, bis zur Offenbarung der Spiritualität, der Offenbarung der Shechina.

Die Menschen denken, wenn du dich neben dem Kabbalisten befindest, befindest du dich in seinem Schein, in Sicherheit und du fühlst dich so gut, dass du über nichts nachdenkst und mit ihm vorankommst. Es ist umgekehrt. Wir sprechen über einen Kabbalisten und nicht über einen einfachen Menschen, der für den kleinen Menschen als großer erscheint und deswegen fühlt sich der Kleine wohl und sicher. So wie ein Baby sich sicher und wohl in den Armen des Erwachsenen fühlt.

Hier ist es umgekehrt. Er wirft dich von seinem Schoß, er will, dass du gehen lernst. Es kommt so, dass man seine Kraft, seine Erhabenheit nicht nutzen kann. Umgekehrt, er zeigt dir ständig seine Schwäche, er erzeugt in dir die “Geringachtung”, er spielt mit dir so ein Spiel, dass du ohne jegliche Unterstützung bleibst. Und wofür das Ganze? Er wünscht sich, dich zum Schöpfer zu lenken, damit du von IHM den Aufstieg, die Kraft dich zu erheben, erlangst.

Kabbala Akademie

Die Fotos im Herzen – Teil 1

Bild könnte enthalten: Bruder Jörg

Die Erinnerungen an Rabash – meinem Lehrer und spirituellen Vater Rabash                                                     Rav Baruch Shalom Halevi Ashlag 

 Dies sind die Erinnerungen an Rabash, meinem Lehrer und spirituellen Vater. Ich habe sie „die Fotos im Herzen“ genannt. Ich habe fast keine Fotos von Ihm. Ich hatte damals, dieser Aufnahmen keinen besonderen Wert gegeben, ich hatte kein Verlangen etwas materielles für die Erinnerung zu hinterlassen. Das Wichtigste war für mich, etwas im Herzen, sowie, auch das Studienmaterial zu hinterlassen.

Ich habe es ständig mit einem Audiogerät aufgenommen und wenn ich kein Tonbandgerät hatte, habe ich alles aufgeschrieben, auf Papier. Wenn ich nach dem Gespräch mit Rav, alleine war, habe ich sofort alles was ich von ihm gehört habe niedergeschrieben. Ich habe den Fotos und Videoaufnahmen keinen besonderen Wert beigemessen.

Kabbala Akademie

aus dem russischen Blog – 10. September 2007

Kabbalisten sind die Seelen, welche die Generation beleben

Der Artikel von Baal HaSulam „Das Vorwort zum Buch Panim Meirot“, Punkt 8: Das soll dir klar machen, wie dankbar wir unseren Lehrern sein sollen, die ihre spirituellen Lichter und Seelen an uns weiterleiten, um unseren Seelen Genuss zu schenken, die am Scheideweg stehen zwischen dem Weg schwerer Leiden und dem Weg der Tora.

Sie erretten uns von der Hölle, die schlimmer ist als der Tod. Sie lehren uns, uns um den himmlischen Genuss zu bemühen, helfen uns, die erhabene und feine Höhe zu erklimmen, die für uns von Anfang an bestimmt ist, bereit ist und uns erwartet.

Man muss diese großen Kabbalisten nicht als die einst lebenden Menschen betrachten, sondern als Teile eines riesigen Systems – einer Seele.

Der Kabbalist ist eine Seele, die den Schöpfer begreift, offenbart und fühlt, er befindet sich im allgemeinen System der Seelen, Adam Rishon, als sein aktiver Teil, und agiert wie das Übergangsglied, das uns mit der Geisteswelt verbindet, während wir sie noch nicht bewusst empfinden. Das heißt, der Verdienst des Kabbalisten besteht nicht nur darin, uns das Buch seiner Werke zu hinterlassen, sondern in der Verwirklichung der Verbindung zwischen unseren Seelen und dem allgemeinen System! Wir empfinden ihre Seelen nicht, aber sie verbinden unsere Seelen (die Punkte im Herzen) mit dem allgemeinen System, lassen unsere gegenseitige Verbindung zu, und helfen uns, im System eingeschlossen zu werden.

Auf diese Weise erreicht uns der Strom des Lichtes, der im System fließt und uns belebt, damit wir uns ins System aktiv einreihen können, um zu seinen aktiven integrierten Teilen zu werden. Darin besteht die Arbeit der Kabbalisten in allen Generationen, die uns das Leben innerhalb dieses geistigen Systems gewährleisten. Wir befinden uns darin in Form der Punkte, die sich dort unbewusst aufhalten. Und sie helfen uns, indem sie die umgebenden und die inneren Lichter weitergeben, die im System leuchten, und die uns erwecken. Deshalb geht das Leben des Kabbalisten mit dem Tod seines physischen Körpers nicht zu Ende. Wir sprechen über seine Seele, die in der allgemeinen Gesamtheit der Seelen existiert und einwirkt, unabhängig davon, ob sich sein Körper in der materiellen Welt befindet oder nicht. Diese Seele ist ein aktiver und naher Teil dieses Systems (wie zum Beispiel, Baal HaSulam oder Rabasch). Unsere kabbalistische Gruppe stellt das geistige Organ der allgemeinen Seele dar, und sie sorgt sich um uns.

Darüber wurde eben gesagt, dass wir „unseren Lehrern dankbar sein sollen, die uns geistige Lichter weitergeben“ – die, gerade jetzt weiter geben! Wir gehen nicht von einem System in ein anderes über – sondern befinden uns immer innerhalb eines Systems und kommen darin zum größeren Bewusstsein.

Aus dem Unterricht über dem Artikel „Das Vorwort zu „Panim Meirot““, 

Kabbala Akademie

Die Summe der Empfindungen aller Seelen

Ich glaube, dass ich etwas empfinde, doch in Wirklichkeit gibt es keine persönliche Empfindung.

Jede Empfindung ist die Summe der Empfindungen aller Seelen, der gesamten Unendlichkeit. Genau das wird als spirituelles Gefäß bezeichnet.

Das spirituelle Gefäß gehört nicht mir persönlich, es ist das, was wir zwischen uns enthüllen. Und das, was ich in mir selbst enthülle, wird als tierische Stufe bezeichnet, und darüber wird in der Kabbala nicht gesprochen.

Jeder von uns ist ein Tier. Doch die Art, wie wir uns miteinander verbinden, bedeutet unsere spirituelle Verbindung. Im spirituellen Raum wird nur die Verbindung zwischen uns berücksichtigt.

Diese Verbindung ist zerbrochen, doch sie gehört der Spiritualität an. Darum können wir uns ein angenehmes tierisches Leben machen, doch es wird nichts mit der Spiritualität zu tun haben. Die Spiritualität beginnt mit der Klärung der Verbindung zwischen uns. Und zwar nicht einer beliebigen Verbindung, sondern der Verbindung mit dem Ziel, den Schöpfer zu enthüllen. Ich will den Schöpfer enthüllen und stelle deshalb fest, dass ich dafür andere Menschen brauche, denn von der Nächstenliebe gelangt man zur Liebe zum Schöpfer.

Allein dafür hat der Schöpfer unsere Seelen zerbrochen.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „600 Tausend Seelen“ 

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