Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Gesellschaft'

Wir gebären uns selbst in einer neuen Welt

Wir leben heute in einer Welt, die sich direkt vor unseren Augen verändert. Unser ganzes Leben lässt sich in zwei Phasen einteilen: vor und nach dem Coronavirus.

Das Leben verlief nach einer etablierten Routine und plötzlich hat das Virus eine dramatische Veränderung bewirkt und die gesamte Menschheit in einen neuen Zustand versetzt, der immer noch als globale Krise empfunden wird.

Die Krise weitet sich aus und verschärft sich und es ist noch unklar, wohin sie führen wird, aber eines ist klar: Sie führt uns in eine neue Welt, die wir noch nicht kennen. Diese Krise ist wie eine Geburt. Das Wort „Krise“ (Mashber) stammt vom Namen des Steins auf dem Frauen in der Antike Kinder zur Welt brachten. Die Krise ist der Ort einer neuen Geburt, der gegenwärtige Zustand, den wir Krise nennen, ist die Geburt einer neuen Welt.

In der Menschheitsgeschichte hat es viele verschiedene Krisen gegeben, aber bisher hat keine von ihnen die Welt so dramatisch verändert. Es hat nur einige Veränderungen in der Form der menschlichen Gesellschaft gegeben. Die heutige Krise ist die erste wirkliche Krise, auch wenn sie bisher nicht sehr ernst erscheint, denn es handelt sich weder um einen Krieg, noch um einen Meteoriten, oder um eine Massenvernichtung.

Und doch können wir von einer Krise sprechen, gerade weil vor unseren Augen eine neue Welt geboren wird. Bald werden wir sehen, wie sich die menschliche Gesellschaft, wir selbst, unsere Familien und unsere Haltung gegenüber der Welt verändert haben. Die innere Welt des Menschen, seine Wahrnehmung zur Realität werden sich verändern, so dass wir eine neue Welt sehen werden.

Wir sehen sie noch nicht. Es ist wie bei einem Baby, das im Bauch der Mutter ist und die Welt noch nicht sieht, auch noch nicht direkt nach der Geburt. Es entwickelt sich sein Gehör und sein Sehvermögen, es wird reagieren, wenn es wächst und die Welt kennen lernt.

Auf die gleiche Weise müssen wir Erwachsenen geboren werden, unsere Wahrnehmung und Sichtweisen ändern, um die neue Welt zu sehen. Das wird bald geschehen.

Die Geburtswehen sind ein riesiger, unvergleichlicher Schmerz, das Gefühl, dass der ganze Körper zu explodieren droht. Einerseits handelt es sich um einen sehr ernsten, kritischen Zustand mit Lebensgefahr, andererseits sehen wir, dass es keine Wahl gibt: Die Natur zwingt uns, sie zu durchlaufen.

Die Geburt eines Kindes beruht auf dem natürlichen, angeborenen Wunsch einer Frau, Kinder zu bekommen. Darüber hinaus gibt es eine öffentliche Meinung, die eine Frau motiviert, ein und mehrere Kinder zu bekommen. Die Natur gibt einer Frau viel Kraft, um die Geburtswehen zu ertragen, es ist ein schwieriger und gefährlicher Zustand.

Die gesamte Menschheit befindet sich mit dem Coronavirus in der Krise – sowohl Männer als auch Frauen. Die Frau macht dem Mann immer Vorwürfe, da er die Qualen der Geburt nicht kennt. Jetzt können die Frauen zufrieden sein: Männer werden echte, schwere Wehen durchmachen. Sie werden das Gefühl haben, dass die Krise sie erwürgt und sie daran hindert, sich ihr zu stellen: Man ist von innen heraus zerrissen und kann nichts tun.

Wir werden dann mithilfe von Gebet und Verbindung zur Geburt kommen können. Das wird eine sehr schwierige und besondere Geburt werden, denn wir bringen uns selbst in einer neuen Welt zur Welt: Wir überschreiten die Grenze der spirituellen Welt und werden in einer neuen Form geboren.

Aus der TV-Sendung „Frauen in der neuen Welt, “09.07.2020

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Die Kultur des gegenseitigen “Auslöschens” oder wie wir lernen können einander zu akzeptieren

Sollten wir Menschen und ihre Ideen auslöschen, wenn wir mit ihnen nicht einverstanden sind? Dies ist zum Dilemma unserer Zeit geworden. Die so genannte „Cancel-Kultur“, die darin besteht, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens die Unterstützung für ihre Meinungen oder Handlungen zu entziehen, ist bereits ein Trend, der das Internet überschwemmt. In Zeiten, in denen sich das Leben aller um die gleichen Kämpfe und Herausforderungen dreht, müssen wir unsere Spaltungen aufheben. Stattdessen sollten wir uns unsere Unterschiede anerkennen machen und ein Umfeld der Akzeptanz schaffen. Unser gemeinsames Schicksal steht auf dem Spiel.

Öffentliche Attacken auf Prominente, Wissenschaftler, Personen des öffentlichen Lebens oder Unternehmen wegen einer Äußerung, die als beleidigend angesehen werden könnte – sind zur neuen Norm in den soziale Medien geworden. Niemand bleibt von Aufrufen nach Beendigung der eigenen Karriere oder Strafen bis hin zum völligen Boykott verschont, wenn seine Ansichten bestimmten Gruppierungen nicht gefallen. Wo endet die Meinungsfreiheit und wo beginnt das Recht, andere zunichte zu machen?

Wir leben in einer Zeit, in der unser Ego – unsere egozentrische Vision – jede Grenze sprengt und jeglicher Zurückhaltung und Kontrolle entbehrt. Das Ego will andere nicht anhören oder abweichende Ansichten berücksichtigen. Es ist nicht bereit, Fakten oder kontroverse Themen auf zivilisierte Weise zu diskutieren. Mit anderen Worten: Wir haben kein Interesse daran, eine gemeinsame Idee zu bilden, uns auf halbem Weg (oder auch nur zu einem Bruchteil) zu treffen, um eine gemeinsame Basis zu finden. Das Ego gibt nicht so leicht auf, denn was für uns zählt, ist unser eigener Standpunkt. Das ist die einzige Wahrheit.

Die Abschaffung des Anderen ist so tief in die moderne Gesellschaft eingedrungen, dass es keine Chance auf eine Einigung, auf einen zivilisierten Gedankenaustausch oder auf einen fruchtbaren und bereichernden Diskurs gibt. Es ist sehr bedauerlich zu sehen, wie weit wir uns von einer Diskussionskultur entfernt haben, von aufrichtiger Offenheit und wie stur wir zunehmend sind. „Ich werde regieren“ ist der Ruf der Stunde.

Die Tendenz, andere auszuschalten, ist häufig auch in Fernseh-Talkshows und an runden Tischen zu beobachten. Die Gäste schreien ihre kurzen Attacken so schnell wie möglich heraus, weil andere sie sonst überhaupt nicht zu Wort kommen lassen. Es wird dazu ermutigt, Meinungen lauter, schärfer und schneller als der andere zu äußern. Logik und Inhalt spielen keine Rolle. [Rest des Beitrags lesen →]

Rettet unser Zuhause: Den Planeten Erde

Ganze Stadtviertel sind von Feuer umzingelt; Tausende wurden aus ihren Häusern in Kalifornien evakuiert. Ein historisches und außergewöhnliches Sommergewitter und einzelne massive Blitzeinschläge in Kombination mit rekordverdächtiger Hitze entzündeten verheerende Brände im gesamten Gebiet des „Golden State.“ Das Death Valley meldete Temperaturen von 130°F, was vermutlich die höchste jemals auf Erden gemessene Temperatur ist, welche dem Klimawandel zugeschrieben wird. Andere Naturkatastrophen rund um den Globus gefährden unsere Existenz. Was versucht uns die Natur zu sagen? Ihre Botschaft ist klar. Wir sind unerwünschte Gäste auf diesem Planeten, solange wir Menschen uns nicht ändern.

Die globale Erwärmung verursacht nicht nur Brände, landwirtschaftliche Probleme, Wasserknappheit und bedroht bestimmte Arten vom Aussterben. Sie wird auch dafür verantwortlich gemacht, dass die Gletscher in Grönland und anderen Orten so weit abschmelzen, dass es kein Zurück mehr gibt und die Meeresspiegel gefährlich ansteigen. Angeblich können wir Maßnahmen zur Bekämpfung der globalen Erwärmung ergreifen, wie etwa die Reduzierung der Abgasemissionen im Industriesektor, aber es gibt so viele wirtschaftliche und persönliche Interessen, dass tatsächlich sehr wenig getan wird.

Wenn sich das Ökosystem weiterhin so rasant verschlechtert, könnte die Hälfte der Menschheit aussterben, und jene Hälfte, die überlebt, wird ihre Lebensweise von Grund auf ändern müssen. Die Fortsetzung unseres „business as usual“ Ansatzes trotz des Aufschreis der Erde ist höchst gefährlich.

Der Mensch ist ein sehr empfindliches Wesen. Er braucht so viele Bedingungen zum Leben und unzählige Faktoren beeinträchtigen ihn: Erdbeben, Stürme, Seuchen. Die Probleme, mit denen wir konfrontiert sind, sind von globaler Tragweite; daher erfordern die Lösungen ein globales Denken. Ja, Denken. Alles beginnt mit unseren Gedanken.

Die Menschen denken nur an sich selbst, daran, was sie heute quält und was große Gewinne abwerfen kann.  Außerdem scheitern internationale Organisationen, die unseren Planeten schützen sollen, immer wieder an dieser Aufgabe. Jedes Land entwickelt eifrig Waffen und wirtschaftliche Macht bekämpft andere in allen nur erdenklichen Bereichen und denkt, dass man auf diese Weise Kontrolle erlangen wird. Sofern eine ökologische Katastrophe uns nicht direkt betrifft, ist uns das egal.

Wir haben immer noch nicht realisiert, dass unser Planet unser gemeinsames Zuhause ist und was auch immer auf ihm geschieht, eine endlose Kette von Reaktionen zur Folge hat, welche letztendlich Auswirkungen auf uns haben werden. Wir werden irgendwann begreifen müssen, dass die Probleme mit der egoistischen Natur des Menschen zusammenhängen, der aus einer individualistischen, ich-bezogenen, ausbeuterischen und engstirnigen Vision heraus handelt, die alles für sich behalten will. Solange wir nicht individuelle und nationale Grenzen überwinden und anfangen, global zu denken, wird nichts helfen. [Rest des Beitrags lesen →]

Humor statt Spott

Eine Talkshow folgt der anderen. Ein Komiker nach dem anderen versucht witzig zu sein, um uns zum Lachen zu bringen. Dabei müssen sie sich nicht mal anstrengen. Es reicht, ein aktuelles Thema zu finden und zu spekulieren. Oder man spricht über eine bestimmte Person und zieht ihren Namen so lange durch den Kakao, bis sie bei den Zuschauern jeden Funken Respekt verloren hat.

Der Humor der Medien ist ein Schandfleck unserer Gesellschaft und die steigenden Einschaltquoten zeigen, dass wir immer schlimmer werden. Die Wahrheit ist ganz einfach: Wenn mich das Leid eines anderen amüsiert, dann bin ich kein guter Mensch. Es ist zwar schwer zuzugeben, aber wenn wir die Wahrheit nicht erkennen, werden wir uns nie ändern.

Spott ist kein Humor. Er verströmt unsere Bosheit in die Atmosphäre und vergiftet die Umwelt mit unserer schlechten Energie. Daher ist es nicht verwunderlich, dass wir anderen nicht vertrauen, Angst haben und uns allein und deprimiert fühlen. Diese Umgebung haben wir selbst mit unseren verdorbenen Gedanken aufgebaut.

Höhnische Medien sind auch nicht unser Freund. Sie lassen uns zynisch, gemein und unsympathisch sein. Das ist das genaue Gegenteil von dem, was wir brauchen, um ein glückliches Leben aufzubauen. Wir sollten diesen Shows keine Bedeutung geben und weder Moderatoren noch Komiker vergöttern, die ihre Gäste verspotten. Sie haben nicht unser Wohl im Sinn. Je schlimmer sie uns gegeneinander ausspielen, desto mehr profitieren sie und desto unglücklicher werden wir.

Wenn sie es aber lustig finden, dass ihr Haustier oder Baby lustige Dinge tut, ist es guter Humor. Dieser stammt aus der Liebe zu ihnen und verstärkt sie sogar. Humor hilft uns in schweren Zeiten und ist ein wahres Geschenk.

Humor kann sogar als Mittel für konstruktive Kritik genutzt werden. Wenn wir sicher sind, dass wir die Person lieben, können wir ihr humorvoll und achtsam Vorschläge machen. Hier ist jedoch Vorsicht geboten. Unser böser Trieb freut sich über jede Gelegenheit einen “guten Rat” zu geben, doch in Wirklichkeit strebt er danach zu bevormunden und zu tadeln.

Beim Humor gilt folgende Faustregel: Wenn er die Menschen einander näher bringt und die Zuneigung erhöht, ist er gut. Wenn er uns aber abgrenzt und den Spott verstärkt, ist er schlecht und wir müssen ihn ablegen.

Kein Mobbing und kein Überleben des Stärkeren

Ein Freund erzählte mir von den aktuellen Beobachtungen der Psychologen. Sie sagen, dass die Corona-Maßnahmen unser Leben verlangsamt haben. Wir denken jetzt  über den Sinn des Lebens nach und fragen uns wofür wir leben. 

Genau aus diesem Grund ist das Virus hier. Es kam nicht um uns zu ärgern, sondern um uns zu lehren was wahres Glück ist. Es zwingt uns aneinander zu denken, formt uns unbewusst zu einer Gemeinschaft, macht uns achtsam und lässt uns schließlich füreinander sorgen. Wenn wir unsere Beziehungen korrigieren, werden wir die Welt, in der wir leben, fühlen und nicht nur uns selbst. Wie die Zellen unseres Körpers, die den ganzen Körper spüren und dessen bewusst sind, werden auch wir die ganze Welt spüren und uns ihrer bewusst sein.

Dann wird es keine Angst zwischen uns geben, kein Beherrschen, Mobbing oder Überleben des Stärkeren, sondern gegenseitige Unterstützung, Fürsorge und Rücksichtnahme. Wie wir haben alle Zellen und Organe individuelle Eigenschaften und arbeiten für den ganzen Körper.

Die Menschen tragen bereits Masken nicht um sich selbst zu schützen, sondern um andere nicht anzustecken. Dies ist nur der erste Schritt auf dem Weg zu einer völlig neuen Realität, die auf Rücksichtnahme, Mitgefühl und Fürsorge beruht.

Ein Kampf an dem alle beteiligt sind

Frage: Im Kampf gegen das Coronavirus können wir sehen, dass das globale Gehirn, welches wir bereits erhalten haben uns zeigt, dass Informationen und Erfahrungen für alle Länder unterschiedlich sind.

Wie können wir das globale Herz erlangen? Wie fühlen wir die anderen? Von welchen Gefühlen sprechen Sie? Haben Ärzte, die Leben retten, indem sie 16 Stunden am Tag arbeiten, dazu keine Gefühle? Es gibt doch viele Menschen die wählen können, zu arbeiten oder nicht.

Antwort: Ich glaube nicht, dass Ärzte eine Wahl haben, ob sie arbeiten wollen oder nicht. Ich glaube auch nicht, dass sie selbst entscheiden, ob sie zu Hause sitzen oder nicht. Im Prinzip schließen ihr Beruf und die dazugehörigen Umstände ein Opfer nicht aus.

Der Punkt ist, dass es an der Zeit ist, zu verstehen, dass wir miteinander verbunden sind und jedes Volk nicht ausschließlich für sich selbst sorgen kann, denn das Virus hat keine Grenzen.

Wir wissen noch nicht, wie das Virus entsteht und weiter gegeben wird. Aus diesem Grund ist absolut jeder in den Kampf gegen das Virus involviert. Bislang ist dies die beste Errungenschaft, die uns die Pandemie gebracht hat.

Aus dem TV Programm „ Die Ära des Post-Coronavirus“ 30.04.2020

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Wie verlängert man das Leben?

Frage: In einem der Länder des amerikanischen Kontinents wurde ein Experiment durchgeführt, das alle Erwartungen übertraf: Pflegeheime wurden an Waisenhäusern angeschlossen.

Als Folge davon haben ältere Menschen liebevolle Enkelkinder gefunden, ihre Lebensfunktionen haben sich verbessert und die Kinder haben ihre Eifersucht, Angst und Unsicherheit verloren und sind zu normalen, lauten, lebensfrohen Kinder geworden.

Warum geschieht so etwas?

Antwort: Weil sie sich gegenseitig ergänzen. Die Älteren brauchen genau solche rastlosen Kinder und die Kinder benötigen ein Gefühl, dass es gute und liebevolle Erwachsene gibt.  Das ist die gegenseitige Ergänzung des Lebens in ihrer besten Form.

Waisenkinder werden ein klares Gefühl des Vertrauens und der Freundlichkeit gegenüber der Welt, dem Leben finden. Für die alten Menschen wird sich die Wahrnehmung der Welt in vielerlei Hinsicht mildern.

Auch wenn sie keine besondere Beziehung zueinander entwickeln, so findet dennoch die Übertragung von Energie, eine gewisse Verbindung statt. Nur der Anschein, dass so etwas existiert, ergibt ein anderes Bild, eine andere Atmosphäre.

Wir sind so eingerichtet, dass wir unserer Natur entsprechend in drei Generationen leben sollten: Kinder, Eltern und Großeltern. Zwei Generationen sind nicht genug.

Das Kind muss sehen, dass es von seinen Eltern abstammt und diese von ihren Eltern.

So sieht es die Kontinuität, den Fluss und die Evolution. Es beobachtet, wie seine Eltern ihre Eltern behandeln und das wird zu einem Beispiel wie seine Eltern behandelt werden sollten.

Es hat viel von seinen Vorfahren zu lernen, denn wie wir wissen, ist „Israel Saba we twuna“ – ein ganzes System in unserer spirituellen Verbindung. Es ist wichtig. In diesem Beispiel, bei dem es um Waisenkinder geht, ist das Ergebnis einfach erstaunlich.

Aus der TV-Sendung „Nachrichten mit Michael Laitman“, 27.11.2018

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Was ist das Ziel von akademischen Ausbildungen?

Seit der Zeit, als Wissen noch isolierten Mönchen, die ihr Leben der Erforschung geheimer antiker Texte in Klöstern widmeten vorbehalten war, ist die Wissenschaft heute zu einem Werkzeug in den Händen der Reichen und Mächtigen geworden, um alle anderen zu beherrschen, auszubeuten, zu manipulieren und einzuschüchtern. Universitäten waren einst ein Ort, an dem man als Mensch wachsen konnte, um seinen Horizont zu erweitern, etwas über die Welt zu lernen, in der wir leben und sich mit den Ideen, die die Gesellschaft beschäftigen auseinanderzusetzen und dadurch eigenen Ansichten bilden zu können. Aber seit die Universitäten von privater Finanzierung abhängig geworden sind, ist ihr intellektuelle Image nichts anderes als eine Fassade. Tritt jemand heute in eine Universität ein, kann davon ausgegangen werden, dass seine Weltanschauung und politische Zugehörigkeit zu einem großen Teil vorbestimmt ist. 

Die Geistes- und Sozialwissenschaften, in denen einst Gelehrte über die Verdienste und Schwächen der menschlichen Natur und der Menschheit diskutierten, werden heute als Werkzeuge genutzt, um jungen und noch formbaren Geistern Dogmen einzupflanzen. Sie sollten von den “exakten Wissenschaften” abgekoppelt und als das anerkannt werden, was sie sind: persönliche Interpretationen der Wirklichkeit auf Grundlage des persönlichen Hintergrunds und persönlichen Wissens. Man kann etwas nicht als „harte Wissenschaft“ bezeichnen, wenn es nicht auf Messungen und Ergebnissen beruht. Würde mit Zahlen wie mit Worten gespielt, wären die Zahlen bedeutungslos, ebenso wie die Wissenschaft, die sie repräsentieren. Geistes- und Sozialwissenschaften sollten deshalb überhaupt nicht als Wissenschaften betrachtet werden, da sie keine sind. Betrachten wir z.B. das Gebiet Geschichte, ein Gebiet, das eigentlich “nur” das Studium der Vergangenheit sein sollte, beinhaltet so viele Interpretationen, sodass man sich nicht über Fakten einig werden kann. Fragen Sie tausend Historiker, und Sie werden tausend oft völlig widersprüchliche Ansichten über dasselbe Ereignis, auf der Grundlage derselben Beweise hören.  [Rest des Beitrags lesen →]

Einsamkeit tötet

Vor einigen Tagen hatte sich ein junger Mann in Israel, ein Schullehrer, getötet. Er hatte Schüler, er hatte eine Anstellung, er war gesund, gut aussehend, wortgewandt und er war einsam. In einem Facebook-Post schrieb er seine letzte Mitteilung: „Es ist nicht gut für den Menschen, allein zu sein; Einsamkeit tötet. Ein weiterer Tag, eine weitere Woche, ein weiterer Monat, ein weiteres Jahr vergeht und ich bin allein. Mittags, bei der Arbeit, abends, an Wochenenden, an Feiertagen und an Geburtstagen, an die sich niemand erinnert. Die wenigen Freunde sind gegangen, im Laufe der Zeit verblasst; es ist Zeit zu gehen“.

Dieser Mann war nicht der einzige mit solchen Gefühlen. Seine Worte in den sozialen Medien erfassen den Fluch unserer Zeit: Wir sind alle miteinander verbunden und doch so einsam. Die Einsamkeit ist in diesen Tagen gerade deshalb so stark geworden, weil wir eigentlich so viel mehr miteinander verbunden sein müssten, als wir es sind.

Wir sind in unserer Entwicklung so spät dran. Inzwischen hätten wir eine verbundene Menschheit sein müssen, die fühlt, dass sie ein ganzheitliches System ist, dessen Teile einander ergänzen und miteinander korrespondieren, zum Wohle der Menschheit und der gesamten Natur. Stattdessen sind wir bis vor kurzem bis zum Hals in den Sumpf der gegenseitigen Zerstörung eingetaucht, den wir stolz (und fälschlicherweise) als „kapitalistische Wirtschaft“ und „Fortschritt“ bezeichnet haben. [Rest des Beitrags lesen →]

Der Anfang einer neuen Phase

Die aktuelle Lebenssituation verwirrt uns. Wir wissen nicht mehr, was wir denken sollen. Doch das alles geschieht nicht zufällig: Wir befinden uns mitten in einer vollständigen Umkrempelung unserer Werte, unserer Sicht auf die Welt und uns selbst.

Die Zukunft wird nicht mehr den wenigen gehören, welche schamlos ihre Macht ausüben, die Welt ausbeuten und anschließend dafür Ruhm einheimsen. Die Werte in der Gesellschaft, verändern sich. In Zukunft werden jene das Vertrauen und die Wertschätzung der Gesellschaft gewinnen, welche der Öffentlichkeit den größten Nutzen bringen und sie zu einer fürsorglichen Gemeinschaft machen.

Wir stehen am Anfang einer Phase, in der der Einfluss der Natur unsere Welt umgestalten wird. Das Coronavirus bildet nur den Anfang. Von einer individualistischen Welt, in der jeder für sich ums Überleben kämpft, zu einer integralen Welt, in der alle zusammenarbeiten, um die menschliche Gesellschaft in der wir leben für alle positiv weiterzuentwickeln. 

Schon in der Vergangenheit gab es Pandemien, die sogar tödlicher waren als Covid-19. Einzigartig an Covid-19 ist, dass die Krise erstmals die Menschheit weltweit betrifft. Diese Krise wird nicht abebben und uns nicht zu unserem früheren Leben zurückkehren lassen.

Weil wir Abstand voneinander halten müssen, werden zahlreiche Unternehmen nicht mehr wie bisher weiterarbeiten können, oder rentabel sein und deshalb insolvent werden. Die Wirtschaft wird infolgedessen auf eine nachhaltige Größe schrumpfen, die der ganzen Menschheit das Überleben sichern kann, ohne gleichzeitig den ganzen Planeten zu zerstören. [Rest des Beitrags lesen →]