Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Wer wird mir helfen?

Eine Frage, die ich erhielt: Auf dem Kongress wollten wir sehr das Ziel erreichen, und erkannten dann aber, dass unser Ego uns daran hindert.

Warum antwortet der Schöpfer auf unsere Gebete nicht, hilft uns nicht, über diesem Berg der Selbstsucht hinaufzusteigen? Warum misslingt uns alles?

Meine Antwort: Der Schöpfer ist eine allgemeine Kraft des Gebens. Er hat Kraft des Empfangens geschaffen. Diese zwei Kräfte stehen gegen einander – gleich der Treppe mit den horizontalen Stufen.

Wenn du der höheren Stufe entsprichst, dann steigst du auf sie hinauf, so kommst du stufenweise voran. Alles ist in deinen Händen. Dir wurde der Schlüssel gegeben – damit du deine Natur in die Ähnlichkeit mit der Höheren Natur bringen kannst.

Kaum wirst du ihr gleich – steigst du hinauf, und wenn du ihr fern bleibst – bleibst du an der gleichen Stelle stehen. Dein Aufstieg hängt also vom Schöpfer nicht ab, Sein Wunsch ist konstant, Er ist der Gute und schafft nur das Gute. Der Schöpfer ändert sich nicht, diese Kraft ist absolut und kann sich nicht verändern.

Aber, um dir den Aufstieg zu ermöglichen, hat der Schöpfer den ganzen Weg in die Stufen, Zustände aufgeteilt. Jedes Mal, wenn du dich innerlich der höheren Stufe annäherst, steigst du auf sie hinauf, wirst du ihr noch mehr ähnlich, so steigst du auf die nächste Stufe hinauf.

Und zwischen den Stufen sollst du dich auf die nächste Stufe vorbereiten. Und auf diese Weise kommst du voran.

Deshalb kannst du dich nicht empören: „Warum hilft mir der Schöpfer nicht?! Wo ist Er? Wohin ist Er verschwunden? Was geschieht?! Was soll ich noch für Ihn machen?!“. Du kannst niemanden bitten.

Wenn du betest und bittest, richtest du eigentlich dich selbst – bezüglich desselben Höheren Lichtes, das konstant ist, und allen im gleichen Maß leuchtet. Jeder kann von ihm soviel nehmen, wie er will.

Es ist über den Schöpfer gesagt: „Ich habe mein HaWaJaH nie verändert“, „Es gibt niemanden außer Ihm“, „Der Gute und schafft das Gute“. Er verändert sich also nicht. Und wenn du deine Bitte an ihn ausrichtest, als ob Er auf dein Weinen reagieren kann – dann ist das alles von dir erdacht.

Die Menschen schrieben seit langem die menschlichen Charakterzüge den Kräften der Natur zu: dem Wind, dem Regen, dem Mond, sowie dem Schöpfer.

So etwas gibt aber nicht! Wir arbeiten gegen die Natur. Aber die Kabbalisten erklären uns, dass es in der Natur, in der wir existieren, die Gesetze gibt (die Zahlenbedeutung, die Gematrie der Wörter „die Natur“ und „der Schöpfer“ ist gleich).

Wir können diese Gesetze verwenden und jedes Mal höher hinaufsteigen – bis wir die allumfassende Natur erreichen, die als das Niveau Bina, der Schöpfers (Elokim) genannt wird.

Deshalb wird mir klar, dass wenn ich bis jetzt noch nichts bekommen habe, dann liegt das Problem an mir. Und ich habe niemanden zu fürchten, niemanden zu bitten.

Wenn wir sagen, dass der Schöpfer über uns herrscht, dann ist es wahr. Und die Natur herrscht über uns auch. Es kommen Tsunami, Orkane oder andere Naturkatastrophen – selbstverständlich ist es die Macht!

Somit gibt es Naturgesetze, es gelten zwei entgegen gesetzte Kräfte, das Geben und das Empfangen, die sich im unaufhörlichen Kampf befinden.

Aber das alles geschieht nach dem Programm, das den Menschen zum Schöpfungsziel führt. Zunächst sind diese zwei Kräfte einander vollständig entgegengesetzt, aber sie nähern sich einander allmählich an, bis sie in einander vollständig verschmelzen. Es ist der Prozess der Entwicklung der Natur.

Deshalb hast du niemanden, außer der Gruppe. Durch die Gruppe kannst du dich in die Ähnlichkeit zur Natur bringen.

Die Gruppe ist ein Adapter zwischen deinem Wunsch und dem Schöpfer. In deiner Macht ist nur die Wahl der Gruppe, der Gesellschaft, der Umgebung.

Wenn ich mir wünsche, etwas zu verändern, und nicht nur unbewusst entsprechend dem Programm der Natur voran zu kommen, das die ganze Schöpfung zur Einheit mit dem Schöpfer führt, wenn ich also selbständig arbeiten möchte, dann habe ich nur eine Möglichkeit – mit der Umgebung zu arbeiten.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 17.11.2010

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