Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Sicherheitsgurt oder Versicherungspolizze

Der Mensch muss sich mit einem Sicherheitsgurt anschnallen, um nicht abzustürzen, wenn auf ihn ein schwerer Ballast fällt, seine Empfindlichkeit schärft und ermöglicht, all sein Böses zu sehen. Das Maß des Vorankommens wird dadurch beurteilt, in wie weit der Mensch schnell erweckt wird und sich darüber freut, dass er eine Verbitterung des Herzens erhalten hat, so wie Baal HaSulam schreibt: „Ich freue mich über die Enthüllung der Sünder“.

Er beginnt damit zu arbeiten, sich damit auseinander zu setzten, mit allen Hindernissen, mit seinem Unwillen, mit den Gedanken, wie schwer und sinnlos alles für ihn ist. Er kritisiert seine Freunde und den Lehrer, jammert über ein solches Leben. Womöglich liegt die Welt um ihn in Trümmern, die Menschen verfallen in eine Depression, sind im “freien Fall”, aber er schaut auf sie hin und es kommt ihm vor, dass sie alle erfolgreich sind. Es ist ein verzerrtes Bild, welches ihm gezeigt wird:  Passanten auf der Straße erscheinen ihm voller Lebenskraft und weise.

Das alles ist ein Theater, eine Täuschung, so dass der Mensch unbedingt einen Sicherheitsgurt benötigt, um die Sicherheit und Kraft zu bekommen, um immer vorwärts zu gehen. Hierzu gibt es zwei Bedingungen:

Erstens dirigiert die Gruppe den Menschen zum Schöpfer und zweitens wendet er sich sofort an den Schöpfer, um von Ihm die Eigenschaft des Gebens zu erhalten, welche ihm folglich ermöglicht, sich über die Eigenschaft des Empfangens zu erheben, welche der Schöpfer beim nächsten Mal in ihm erwecken wird. So schreitet der Mensch voran.

Deshalb schreibt Rabash:“ Nur denjenigen, die bereit sind, sich aus der Herrschaft des Egoismus zu befreien, das heißt dafür alle eigenen Bemühungen einsetzten, erweist das Licht eine Hilfestellung.” Ich kann mich nicht darauf verlassen, dass das Licht selbst alles korrigiert, so dass ich mich nicht anzustrengen brauche. Als ob es zwecklos wäre, alle weiteren Schritte in Richtung meiner Freunden zu tun. Das Licht wird auf mich nicht einwirken, wenn ich vorher nicht alles tue, was in meiner Kraft liegt.

In meiner Kraft steht das Einfachste: mich um die Freunde zu kümmern, sich mit ihnen zu verbinden, sie zu umarmen, etwas für sie zu tun, sei es auch mit einer falschen Absicht. Als Antwort auf diese falschen Absichten und trügerischen Handlungen gibt mir der Schöpfer eine Verbitterung des Herzens. Ich beginne eine schreckliche Schwere, einen Unwillen zu empfinden, sehe in allem keinen Sinn. Das heißt, der Schöpfer enthüllt in mir mein Böses: es kommt mir so vor, als ob es jedes mal nur schlimmer wäre, mich weiter vom Ziel entfernen würde.

Aber aus der rationalen Sicht muss es doch anders sein: je mehr Anstrengungen unternommen werden, desto näher müssten wir zum Ziel kommen und nicht rückwärts schreiten (aus dem Artikel von Rabash: Bis der Pharao fällt). Das erscheint mir gerade so, da ich alles aus der Sicht meiner eigenen Mängel betrachte  bzw. beurteile. „In der Tat, schreite ich nicht zurück, sondern nähere mich der Wahrheit an“. Das heißt, ich nähere mich nicht dem verlogenen Ziel an, welches meine egoistischen Verlangen darstellen, sondern der Wahrheit, „folglich sehe ich in welchem Maß das Böse über mich regiert“. In dem Maß bzw.  der Tiefe, in welcher sich das Böse im Menschen offenbart, ist er in der Lage, sich mit Hilfe der Gruppe wieder in die richtige Position zu bringen, um sich an den Schöpfer zu wenden.

Ohne Gruppe hat er keine Chancen sich an die Notwendigkeit zu erinnern, den Schöpfer um Hilfe zu bitten. Er wird sicherlich vergessen, dies zu tun und somit die Möglichkeit versäumen, die ihm von Oben gegeben ist. Er ist nicht in der Lage, das Erwachen, welches ihm absichtlich gegeben wurde, zu nutzten, sondern stürzt einfach ab und ertrinkt in seinem bösen Trieb. Deswegen bedarf es einer Umgebung, die den Menschen zum guten Zustand erheben und ihm zeigen würde, in welche Richtung er zu handeln hat, um aus der Tiefe hinauf zu klettern.

Die Gruppe agiert wie eine Mutter, die ihr Kind unterstützt,  gehen zu lernen, so dass das Kind nur diesen einen Schritt vorwärts zu tun braucht. So macht auch der Mensch einen Schritt nach dem anderen, bis er sein ganzes Böses erkennt, wonach ihm der Schöpfer hilft! Folglich sieht er, dass der Schöpfer die ganze Zeit seine Gebete hörte. Er hat den Menschen sowohl durch gute, als auch durch schlechte Zustände gebracht.

„Deshalb müssen wir uns stärken, um nicht vom Schlachtfeld zu flüchten, sondern um zu glauben, dass es keine andere Kraft in dieser Welt gibt, außer dem Schöpfer, der auf alle unsere Gebete hört!“ In jedem Zustand muss der Mensch versuchen, sich in der gleichen Ausrichtung zum Schöpfer zu halten, sich mit der nötigen Unterstützung zu versorgen. Der Mut besteht eben darin, die eigene Faulheit, sowie schlechte Launen, Müdigkeit, Verzweiflung, Hilflosigkeit, zu bekämpfen. Alle meine Anstrengungen müssen darauf gerichtet sein, mich vorzeitig um die Unterstützung zu kümmern, das heißt vorzubereiten.

Auf diese Weise ist der Mensch „versichert“ und bringt sich ursprünglich in eine Lage, die nicht von ihm abhängt, als ob er eine Versicherungspolizze kaufen würde. Ich weiß nicht, was mit mir im nächsten Moment passiert und möchte mich versichern, um dann, wenn es darauf ankommt, wenn ich schwächer werde und nichts unter Kontrolle habe,  sich jemand anderer um mich kümmert, jemand, der die Kraft dazu hat. Er wird mir ohne Zweifel helfen und wird alles richtig tun zu meinem Nutzen. Ich versorge mich frühzeitig mit so einer Versicherung und zwar mit Hilfe des Studiums, der Verpflichtung vor der Gruppe, der Teilnahme an Diensten. Ich richte alles so ein, dass ich während des Abstieges nicht komplett abstürze und verloren gehe. Nur so kann man sich entwickeln und fortschreiten.

Auszug aus der Vorbereitung zum Unterricht, 27.03.2013

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