Sex und Kabbala
Eine Frage, die ich als Reaktion auf meinen Beitrag “Abtreibung - Wie sieht Kabbala es an?” erhielt: Was denkt Kabbala über Sex, der nicht mit der Absicht zur Reproduktion ausgeführt wird?
Meine Antwort: Kabbala behandelt alle Ausdrucksformen des Egoismus in unserer Welt nur als Ausdrucksformen des Egoismus, und wir sollten über sie nicht nachdenken. Stattdessen sollten wir uns über das Wesen des Egoismus - die Absicht “für den eigenen Willen.” - Gedanken machen. Wenn man diese Absicht korrigiert und sie zu einer Absicht “im Interesse des Schöpfers” verwandelt, dann würden all unsere Handlungen spirituell werden.
Verwandtes Material: Interview mit Rav Laitman: Kabbalah über Sex
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Shamati 18 - Im Dunkeln weine, meine Seele
Wenn sich über dem Menschen die Verhüllung des Spirituellen verstärkt, und er in einen solchen Zustand eintritt, dass er keinerlei Geschmack an spiritueller Arbeit verspürt, überhaupt nicht in der Lage ist, sich Liebe und Ehrfurcht vorzustellen und zu empfinden, nicht in der Lage ist, etwas mit der Absicht zu geben zu tun - dann hat er keine andere Wahl, als nur zu weinen und zum Schöpfer zu rufen, dass Er sich seiner erbarmen möge und die Verdunkelung von seinen Augen und seinem Herzen nehmen würde.
In spiritueller Arbeit ist das Weinen ein ungeheuer wichtiger Zustand. Es heißt, dass alle Tore zum Schöpfer verschlossen sind, außer den Toren der Tränen. Doch wenn die Tore der Tränen offen stehen, wozu braucht man dann überhaupt alle anderen Tore?
Das gleicht dem, wie der Mensch einen anderen Menschen um etwas Notwendiges bittet, dem er eine riesige Bedeutung beimisst. Er bittet und fleht aus aller Kraft, und der Andere bleibt ungerührt. Wenn er also sieht, dass es bereits sinnlos ist, weiter zu flehen und zu bitten, bricht er in Tränen aus. Und davon seht geschrieben: “Alle Tore sind verschlossen außer den Toren der Tränen”. D.h. die Tore der Tränen stehen gerade dann offen, wenn alle anderen Tore geschlossen sind. Dann kommen die Tore der Tränen an die Reihe und es wird sichtbar, dass sie offen stehen.
Und solange die Tore des Gebets offen stehen, gibt es keinen Platz für die Tore der Tränen, und das bedeutet, dass sie geschlossen sind. Wann sind aber die Tore der Tränen nicht geschlossen? Gerade dann, wenn alle anderen Tore geschlossen sind, öffnen sich die Tore der Tränen. Denn bis dahin denkt der Mensch, dass es noch eine Möglichkeit für Bitten und Flehen ist.
Und davon steht geschrieben: “Im Dunkeln weine, meine Seele” - wenn der Mensch eine vollständige spirituelle Verhüllung erreicht, erst dann beginnt seine Seele zu weinen, weil ihm keine andere Wahl bleibt. Daher sagt man: “Alles, was in deiner Kraft ist zu tun - tue!”
http://files.kabbalahmedia.info/video/ger_t_rav_bs-akdama-zohar_2008-04-28_shiur_bb.wmv
http://files.kabbalahmedia.info/video/ger_o_ey_grundlagen_lektion-11_gilui-ester_2008-05-05.wmv
Artikel zum Abschluss des Buches “Sohar”
von Baal Sulam (Yehuda Aschlag)
Es ist bekannt, dass das erwünschte Ziel die Verschmelzung mit dem Schöpfer ist, wie es heißt: “und mit Ihm zu verschmelzen”. Und man muss verstehen, worin der Sinn dieser Verschmelzung mit dem Schöpfer besteht. Kann aber etwa der Gedanke den Schöpfer erkennen? Die Weisen kamen mir in dieser schwierigen Frage bereits zuvor, indem sie das Gesagte “und mit Ihm zu verschmelzen” nachfragten: wie kann man aber mit Ihm verschmelzen? Ist er nicht etwa das “verzehrende Feuer”?
mehr
http://www.kabbalah.info/germankab/fortgeschrittene/art_abschluss_buch_sohar.php