Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Was bedeutet „Gruppe“?

Kongress in Georgien. Lektion 2

Frage: Unter welchen Bedingungen können wir sagen, dass die Gruppe Erfolg hat, dass sie sich dem Ziel entgegenbewegt?

Meine Antwort: Die Gruppe, die sich dem Ziel entgegen bewegt, ist eine Versammlung von Menschen, die ein gemeinsames Ziel haben, welches sie kennen, welches sie untereinander erkennen, wahrnehmen. Sie studieren gemeinsam kabbalistische Quellen, prüfen sich anhand dieser Quellen, arbeiten daran, ihre Punkte im Herzen zu vereinen. Das heißt, das Wichtigste für sie ist, sich zu verbinden, ohne auf andere Eigenschaften zu achten.

Wenn der Mensch der Einheit entgegenstrebt, um den Schöpfer zu enthüllen, genügt das, damit er zu meinem Freund wird, selbst wenn er in allem anderen ein sehr unangenehmer Mensch zu sein scheint – es ist unwichtig. Allmählich werden wir alle erkennen, wie wir uns aneinander anpassen, einander näher kommen können.

Die Gruppe ist eine Versammlung von Menschen, die verstehen, dass sie, um den Schöpfer zu erreichen, an sich arbeiten, studieren und ein bestimmtes Leben führen müssen. Sie müssen regelmäßig zusammenkommen und in Kontakt miteinander sein, der sie ständig zur Verbindung anregen sollte.

Einfach nur einen Raum zu mieten und sich dort zu treffen bedeutet noch lange nicht, dass die Gruppe es zu etwas gebracht hat. Wir treffen uns physisch, lesen zusammen, gehen wieder auseinander und schon sind wir eine Gruppe? In der Kabbala wird alles nicht durch physische Körper, sondern durch innere Erweckung bestimmt.

Als Gruppe wird das Streben der Punkte im Herzen, zu einem Ganzen zu werden, verstanden. Nur dann wird das als „Gruppe“ bezeichnet. Darum müssen wir noch viel daran arbeiten.

Wenn aber die Menschen alle zusammen nach einem Ziel streben, weil sie begreifen, dass sie nur durch Verbindung über alle Gegensätzlichkeiten in dieser Eigenschaft den Schöpfer herausheben und dabei das Zerbrechen überwinden können, dann werden sie zu einer Gruppe.

Daraus folgt, dass alle unsere gegensätzlichen Eigenschaften ein einziges egoistisches Verlangen sind. Alle unsere egoistischen Verlangen, die im Widerspruch zueinander stehen, befinden sich jetzt quasi in einem Sack. Und über diesen Eigenschaften vollziehen wir eine Einschränkung (Zimzum) und bauen einen Schirm (Massach) auf und richten unsere Punkte zum Schöpfer, zur Ähnlichkeit, zum Geben aus.

Also bleiben unsere vereinten egoistischen Verlangen unten, und unsere Absichten zur Vereinigung, zum Bestreben nach dem Schöpfer, zur Ähnlichkeit mit Ihm befinden sich oben, über ihnen. Auf diese Weise beginnt sich bei uns bereits die Seele, sprich ein gemeinsamer Parzuf, zu bilden.

Es existiert eine einzige Seele. Es gibt keine Vielzahl von Seelen. Alle und jeder hat nur ein einziges Kli (Gefäß). Wenn wir es quasi erschaffen, stellen wir auf diese Weise plötzlich fest, dass es dieses bereits gibt! Wir haben nur versucht, es zu erkennen und haben durch unsere Versuche plötzlich entdeckt, dass wir darin bereits existieren, weil diese einzige ganzheitliche Schöpfung bereits existiert und das Zerbrechen nur in Bezug auf unser Bewusstsein stattgefunden hat. Und wenn wir nach vorne streben, erheben wir uns über unsere heutige Wahrnehmung.

Auszug aus der 2. Kongresslektion in Georgien, 06.11.2012

Beitrag teilen:


Diesen Beitrag drucken Diesen Beitrag drucken               

Kommentare geschlossen.