Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

In der Mitte aller Kreise und am Ende der Linie

Eine Frage, die ich erhielt: Was bedeutet die innere Arbeit in der Gruppe zwischen den „Kreisen“ (Igulim) und der „geraden Linie“ (Yosher)?

Meine Antwort: Einst gab ich mich mit dem Erfolg in der materiellen Welt zufrieden, doch dann fehlte mir plötzlich etwas im Leben, und ich fing an, danach zu suchen, wo es mir besser gehen würde. Dank dieser Empfindung kam ich zur Wissenschaft der Kabbala. Wer hat mich dazu getrieben?

Meine Fragen sind „Verlangen nach der Erfüllung“ (Chissaron). Ich (mein „Punkt im Herzen) befand mich an irgendeiner Stelle des „Kreises“ und spürte plötzlich, dass es mir schlecht geht. Das heißt, es hat sich eine gewisse Spannung zwischen mir und meiner Umgebung, ein Unterschied, ein „Delta“ gebildet.

Und dieses Delta empfinde ich als böse, während mich die Frage quält: „Wozu existiere ich?“ – denn ich fühle mich unzufrieden und unausgewogen.

Aufgrund dieser Empfindung hat das umgebende Licht begonnen, auf mich einzuwirken und mich zu bewegen, denn das Gesetz der Natur ist die Erhaltung des Gleichgewichts. Genau zu diesem ausgewogenen Zustand treibt das umgebende Licht mich an.

Also habe ich angefangen, mich zu bewegen, bin am nächsten Zustand angelangt und habe begonnen, nach der Antwort, sagen wir mal, in der Mystik zu suchen, danach bin ich zu irgendeiner Philosophie übergegangen und letztendlich in der Mitte des Kreises – bei der Wissenschaft der Kabbala – angekommen.

Wer hat mich nun durch diesen ganzen Weg begleitet? – Das umgebende Licht! Ich befand mich immer darin, begriff es jedoch nicht immer. So durchlaufe ich den ersten, zweiten und dritten Zustand.

Im zweiten Zustand war ich zufriedener in Bezug auf das umgebende Licht, auf mir lastete ein kleinerer Druck als im ersten Zustand. Doch ich habe mich eine Weile dort drin aufgehalten, die Einwirkung des umgebenden Lichts erhalten und gespürt, dass dieser Zustand nicht besonders angenehm ist.

Das heißt, ich habe meine Empfindsamkeit dem Licht gegenüber gesteigert und angefangen, mich wieder schlecht zu fühlen. Wieder entstand ein Unterschied zwischen dem umgebenden Licht der einen und der anderen Stufe, und diese Kraft hat mich gezwungen, zum dritten Zustand überzugehen.

Dort habe ich mich für eine Weile gut gefühlt, doch wieder hat das umgebende Licht auf mich eingewirkt, hat meine Empfindsamkeit gesteigert, und es ging mir wieder schlecht! Ich habe wieder angefangen, zu suchen.

Auf diese Weise werde ich immer von dem umgebenden Licht vorangetrieben. Im Grunde genommen tue ich selber nichts – das Licht arbeitet an dem Verlangen – bis ich die Mitte erreiche.

In der Mitte ist ein vollkommen einzigartiges Mittel enthalten, genannt „Gruppe“. In diesem Punkt hören das umgebende Licht (U“L) und das innere Licht (I“L) vollkommen auf, auf mich einzuwirken.

Ich befinde mich im Mittelpunkt aller „Kreise-Igulim“, wo sie nicht wirken, sowie am Ende der „Linie-Yosher“, wo sie nicht wirkt. Was tun also?

Gerade hier musst du selbständig handeln – jetzt befindest du dich in dem Punkt deiner freien Wahl. Das Licht wirkt jetzt nicht, es wartet ab. In dem Maße, in dem es dir gelingt, dich mit Hilfe der Gruppe aus diesem Gleichgewichtszustand herauszuführen, in dem Maße beginnt auch das Licht, auf dich einzuwirken!

Ich schließe mich der Gruppe an, und das ganze zusätzliche Verlangen, das ich von ihr erhalten habe, hebt mich hoch! Das ist bereits ein Verlangen, das zur Linie gehört, denn ich habe es von der Gruppe erhalten.

Wenn mein Verlangen in die Linie eindringt, wirken wieder die Igulim auf mich ein (denn ich habe noch keinen Schirm und gehöre noch nicht zu „Yosher“), und ich empfinde wieder einen Unterschied zwischen mir und den Kreisen.

Deshalb wirkt das umgebende Licht auf mich ein – jedoch nicht das allgemeine Licht, sondern das Licht, das zur Linie gehört, denn ich habe mein Verlangen von der Gruppe, von der „Linie“ erhalten. Dieses umgebende Licht in der Linie will mich hochheben, damit wir mit ihm im Gleichgewicht sind.

Darin besteht auch „Sgula“, die wundersame Kraft der Tora – dieses Licht wirkt auf mich ein und hebt mich in diesem geraden „Röhrchen“ hoch.

Ich steige mit Hilfe von umgebenden Lichtern auf, doch dieses Licht beeinflusst mich in dem Maße, in dem ich meinen freien Willen in der Gruppe umsetze – in der Verbindung mit ihr und im gemeinsamen Studium.

Darin besteht unsere ganze Arbeit! Baal HaSulam erklärt sie im Buch „Beit Shaar HaKavanot“ – den Grundlagen aller unseren Absichten für die Erreichung des Gebens.

Aus diesem Grund kann man in der Linie nur mit Hilfe einer zusätzlichen Kraft aufsteigen, die wir von der Gruppe erhalten. Entsprechend dem Verlangen, welches wir von der Gruppe erhalten, dem Eindruck von der Wichtigkeit des Ziels, der Größe des Schöpfers und der Nichtigkeit des eigenen Egos, beginnt das umgebende Licht, auf uns einzuwirken.

Aus dem Unterricht nach „Beit Shaar HaKavanot“ vom 14.11.2010

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