Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Die Bilder meines Egos

Eine Frage, die ich erhielt: Sie sagen, dass die Informationen, die von unserem Auge wahrgenommen werden, auf dem „Schirm“ im Hinterkopf widergespiegelt werden…

Meine Antwort: Nein. Es wird nichts vom Auge wahrgenommen – das Auge gibt es nicht. Genauso wie es den „Hinterkopf“ nicht gibt.

Es gibt nichts außer dem egoistischen Verlangen, sich zu erfüllen, welches mir zeigt, dass ich so „gebaut“ bin: ich habe Augen, einen Kopf, Arme, Beine.

Doch in dieser Form wird es von meinem Verlangen zu genießen dargestellt. Genauso wie es dargestellt wird, dass irgendwelche Objekte scheinbar außerhalb meines Körpers existieren.

Fortsetzung der Frage: Also nehmen wir den Schöpfer genau so wahr – als Verhüllung? So ist unsere Realität?

Meine Antwort: Das, was wir sehen, oder genauer gesagt fühlen (wir sagen „sehen“, weil die Sehkraft das stärkste Sinnesorgan unserer Wahrnehmung ist), ist der Unterschied zwischen uns und dem Schöpfer, der Schatten unseres egoistischen Verlangens im Höheren Licht, auf dem weißen Schirm.

Deshalb sehe ich nur alle möglichen einzelnen Verlangen, verschiedene Eigenschaften, die in meinem egoistischen Verlangen enthalten sind.

Mit anderen Worten: die unbelebte Natur, Pflanzen, Tiere, der Mensch – all das sind vier Ebenen meines Verlangens zu genießen: Shoresh, Alef, Bet, Gimel, Dalet, die mir in einer solchen Form vor dem Hintergrund des weißen Lichtes dargestellt werden.

Denn ich nehme nur mein Verlangen, mich zu erfüllen, wahr! Und was ist mit dem Licht? Das Licht ist jener Hintergrund, auf dem ich mein Verlangen zu genießen sehe.

Wenn also dieses Verlangen genauso wie das Licht wird, wird es das Licht nicht mehr vor mir verdecken, und ich werde den Schöpfer voll und ganz wahrnehmen können.

Doch noch nehme ich anstelle von Ihm nur mein egoistisches Verlangen wahr. Mit anderen Worten, sind alle, die mich umgeben, Teile meines Egos.

Aus der 6. Kongresslektion vom 10.11.2010

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