Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Das Gewand, das den Egoismus bändigt

Alles hängt davon ab, mit welcher Absicht der Mensch von Anfang an an die Umgebung herangeht: an den Lehrer, an die Bücher und an die Gruppe. Kommt er, um auf egoistische Art und Weise an ihnen zu verdienen, Wissen oder einen Status zu erwerben, seinen Stolz zu befriedigen. Oder möchte er von der Gemeinschaft die Eigenschaft des Gebens, die Form des Schöpfers, der sich im Inneren der Gemeinschaft verbirgt, erhalten.

Wenn der Mensch richtig an die Umgebung, an die Gemeinschaft herangeht, findet er dort die Eigenschaften des Schöpfers. Das bedeutet: „Der Schöpfer wohnt in Seinem Volk“. Das ist die wichtigste Prüfung der Einstellung eines Menschen.

Natürlich, wenn wir unseren Weg gerade erst begonnen haben, kommen wir mit gewöhnlichen egoistischen Verlangen, die in dieser Welt üblich sind. Und obwohl wir bereit sind, schöne Worte über die Nächstenliebe und das Geben zu hören, rechnen wir immer noch damit, etwas davon für unseren Egoismus zu bekommen.

Und nur unter der Bedingung, dass der Mensch sich eine lange Zeit in der richtigen Umgebung aufhält und äußere Formen des Gebens von ihr aufsaugt, indem er sich vor dem Lehrer, den Büchern und der Gruppe beugt, bekommt er allmählich die Kraft des Verständnisses und der Empfindung, die Kraft der Vereinigung von ihnen. Damit er versteht, dass die Vereinigung nicht durch äußere Handlungen realisiert wird: nicht durch Schreien, Springen, Feiern, sondern nach einer ununterbrochenen, verborgenen, inneren Arbeit verlangt – für das Auge unsichtbar.

Diese Arbeit wird sozusagen „nachts“ verrichtet. Und dann beginnt er allmählich die Eigenschaft des Gebens zu erlangen. Und der Übergang geschieht in dem Moment, als er beginnt, in der Umgebung, in deren innerem Potential jene Kraft, die ihn korrigieren kann, zu sehen. Er begreift, dass er ohne diese Kraft eingeht. Von diesem Moment an beginnt sein „gemeinschaftliches Gebet“.

Wenn er begreift, dass er für die Gemeinschaft beten muss, bedeutet das, dass er die Absicht um des Gebens willen, die Einkleidung in das Licht von Chassadim, erlangt – das richtige Gewand für sein Verlangen zu genießen.

Auszug aus dem Unterricht zum Thema „Die Vorbereitung auf den Kongress in New Jersey“, 27.03.2011

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