Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Die Freiheit liegt zwischen dem Hammer und dem Amboss

Alles in unserer Welt basiert auf dem Kampf zweier entgegengesetzter Kräfte. Jede beliebige Interaktion zwischen uns ist auf das Vorherrschen eines Faktors über den anderen ausgerichtet, jeder beliebige Erfolg wird aufgrund einer Niederlage erreicht.

Wie kann dann die richtige Beziehung zwischen uns eingestellt werden? Heute haben wir nur eine Lösung, die Abtretung. Ich wollte mich der ganzen Welt bemächtigen, werde aber darin beschränkt: „Nimm nur das, was sich nicht weiter als zehn Zentimeter von dir entfernt befindet“. Jeder ist durch ein vergleichbares Wahrnehmungsbild begrenzt, aber wir sind nicht fähig, diese Normen zu beachten, und führen deshalb seit Ewigkeiten Kriege, oder verwenden andere Methoden, um einander zu besiegen. Jedes Mal treiben uns Neid, Leidenschaften und Ehrgeiz dazu an, vom derzeitigen Zustand aus einen komfortableren zu erreichen.

Heute sind wir jedoch alle miteinander verbunden. Niemand kann sich von den anderen auf Dauer lossagen oder zur Selbstversorgung übergehen. Die gegenwärtigen Bedingungen lassen nicht zu, selbst einen minimalen Grad an Erfüllung zu erreichen. Ich hänge in so starkem Ausmaß von den anderen Menschen ab, dass sie in meinen Verstand und zu meinem Gefühl durchdringen. Unsere Bande existieren überall und bestimmen mein ganzes Leben.

Früher fühlte sich der Mensch nach der Arbeit frei und wurde vom umfassenden Netz wechselseitiger Einwirkung aufeinander nicht belästigt. Aber heute sind wir miteinander verbunden, wie auch die zwei entgegen gesetzten Kräfte, die auf jeden Menschen einwirken, auf globalem Niveau verbunden sind. Ich würde ja mit meinen eigenen Problemen zurechtkommen oder könnte sie akzeptieren – aber in unserem Jahrhundert ist selbst das unmöglich: ich hänge von anderen so stark ab, dass ihre Einwirkung mich zerreißt und beeinträchtigt.

Deshalb brauchen wir eine neue Methodik, die jedem Menschen ermöglicht, ein ruhiges Leben zu führen, und auf neue Weise, diesmal richtig, vereinigt zu werden.

Andernfalls wird es dem Menschen immer so vorkommen, als ob er von den anderen ausgenutzt würde. Ob zu seinem Besten oder nicht, er hat darin sowieso keine Freiheit.

Und andererseits ist dies ein Naturgesetz: in uns wirken zwei entgegengesetzte Kräfte – die heranziehende und die abstoßende Kraft; und heute sehen wir schon, dass sie einen einheitlichen Mechanismus bilden. Wir müssen nur lernen, ihn zu bedienen.

Und deshalb entsteht zum ersten Mal in unserer Geschichte die Frage nach der Freiheit des Individuums: Wie soll sie unter den heutigen Bedingungen ausgeprägt sein?

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Freiheit des Willens“, 01.01.2012

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