Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Freier Wille & Freiheit'

Die Weisheit der Kabbala verbietet überhaupt nichts

Frage: Wenn es notwendig ist, das ganze Leben der spirituellen Entwicklung zu widmen und „andere Dinge“ auszuklammern, wann hat man dann noch Zeit zu leben? Warum hat der Schöpfer alles so kompliziert gemacht?

Meine Antwort: Und wofür lebt eine Person? Wenn wir beginnen, die Methode der Weisheit der Kabbala zu studieren, fangen wir an sie zu leben. Wir fühlen, über welche Kräfte sie spricht, wie es möglich ist, sie zu entdecken und zu verstehen, wie die Welt funktioniert.

Die Weisheit der Kabbala ist die Grundlage der menschlichen Kultur, aller Religionen und alles Wissens, weil sie über das Höhere Leitsystem spricht. Alles, was in unserer Welt existiert, ist ein Resultat dieses Systems. Durch das Studium der Weisheit der Kabbala ist es möglich, sich in dieses System zu integrieren.

Es gibt in der Weisheit der Kabbala keine Verbote von irdischen Vergnügungen. Es ist möglich, in Ruhe fischen zu gehen, ein Fußballspiel anzuschauen, Sport zu treiben, sich um die Familie zu kümmern usw. Es ist nicht notwendig, irdische Interessen aufzugeben. Eine Ausnahme ist der Gebrauch harter Drogen, weil sie den Menschen von der Realität trennen, und davon, das Höhere System zu verstehen.

Die Weisheit der Kabbala verbietet überhaupt nichts. Sie hat nichts zu tun mit Klosterleben, Askese oder Selbsteinschränkung. Sie spricht nur darüber, wie man dem Leben besondere höhere Genüsse hinzufügen kann.

Dennoch wissen wir, dass wir für jedes Vergnügen, für jeden erfüllten Wunsch und für das ganze Wissen mit unserer Kraft und Zeit bezahlen müssen. Genauso ist es hiermit.

Aus der russischen Kabbalalektion vom  4/17/16

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Die Freiheit des Willens

Die Freiheit, Baal HaSulam

„In Steintafeln gemeißelt (charut al haluchot)“Lies nicht „charut“  („gemeißelt“), sondern  „cherut“  („Freiheit“).  Um zu zeigen, dass sie vom Engel des Todes befreit sind. (Midrash Shmot Raba, 41)

Mein Kommentar: Die Frage der Freiheit ist schwer zu verstehen. Man ist schnell verwirrt: Was ist Freiheit? Was sind die Steintafeln? Was bedeutet „gemeißelt“? Was soll „Engel des Todes“ bedeuten? Diese Dinge sind vor uns verborgen. Niemand kennt ihre wahre Bedeutung. Doch wir wollen gemeinsam diesen Artikel studieren, um den Dingen auf den Grund zu gehen.

Diese Worte müssen geklärt werden. Denn wie hängt das Empfangen der Thora, d.h. des Lichtes, mit der Freiheit eines Menschen vom Tod zusammen? Darüber hinaus, nachdem sie einmal einen unsterblichen, ewigen Körper durch das Empfangen des Lichtes erhalten haben – wie konnten sie ihn wieder verlieren? Kann sich denn das Ewige wandeln und abwesend sein?

Mein Kommentar: Diejenigen, die die Kabbala studieren, wissen, dass der Körper das „Verlangen zu empfangen ist“, welches korrekt in HaWaJah in 10 Sephirot arrangiert ist. Das „Verlangen zu empfangen“ ist nicht unser biologische Körper, aber wenn das Empfangen auf die Absicht zu geben ausgerichtet ist, erhält es entsprechend der Größe dieser Absicht Lebenskraft und der Körper wird damit zu einem ewigen Körper. Daher müssen wir das Verlangen zu empfangen, das in seiner ursprünglichen Form als „Tod“ bezeichnet wird, in ein Verlangen zu geben verwandeln. Dann wird es „Leben“ genannt. Das Höhere Licht breitet sich darin aus und verleiht ihm Ewigkeit.

Die Freiheit des Willens. Um diesen hären Begriff – „Freiheit vom Engel des Todes“ – zu verstehen, müssen wir zuerst klären, wie der Begriff der Freiheit von der Menschheit üblicherweise verstanden wird.

Mein Kommentar: Die Unterscheidungen in der Kabbala weichen von jenen der Menschen ab. Die Kabbala spricht von der Höheren Welt, in der sich die Eigenschaften gegenteilig verhalten. Wie geschrieben steht: „Ich sah eine umgekehrte Welt“. Und in unserer Welt verhalten wir uns entsprechen den irdischen Eigenschaften. Daher müssen wir beide in ihren Unterschiedlichkeiten beleuchten.

Es herrscht die allgemeine Ansicht, dass Freiheit ein Naturgesetz ist, das für alle Lebewesen gültig ist. So können wir beobachten, dass Tiere, die in Gefangenschaft geraten, oft leiden und krank werden, wenn ihnen die Freiheit genommen wird. Das ist ein klarer Beweis, dass jegliche Versklavung eines Geschöpfes von der Vorsehung nicht akzeptiert wird. Nicht umsonst hat die Menschheit in den letzten Jahrhunderten dafür gekämpft, ein gewisses Maß an Freiheit für den einzelnen zu erreichen. Dennoch bleiben die Vorstellungen, die sich mit dem Wort „Freiheit“ verbinden, unklar. Und wenn wir in die Tiefe der Bedeutung dieses Wortes eintauchen, bleibt beinahe nichts übrig. Wenn man Freiheit des Individuums einfordert, geht man von der Annahme aus, dass ein Individuum in sich diese Eigenschaft, welche „Freiheit“ genannt wird, besitzt und aus eigener Entscheidung und freier Wahl heraus handeln kann.

Mein Kommentar: Wir wissen nicht, was Freiheit ist. Aus der Geschichte kennen wir die Sklaverei. Auch heute noch gibt es sie mancherorts. Ist es gut oder schlecht, ein Sklave zu sein? Ist man etwa heute in der entwickelten, modernen Welt kein Sklave? Wir schulden jedem etwas. Der Familie, dem Staat, der Bank. Wir haben unzählige Verpflichtungen. (…) Jeder Mensch will Freiheit. Auch ich. Auch ein Tier oder eine Pflanze. Jedes Geschöpf besteht aus dem Wunsch nach der Erfüllung seines Verlangens zu empfangen. Alles zu haben, was man benötigt. Und die angestrebte Freiheit bezieht sich im Allgemeinen darauf, von diesem Verlangen nach Wunscherfüllung frei zu sein, frei von jeglichen Mängeln und Sehnsüchten. Auch eine Pflanze funktioniert so: Sie benötigt Erde, Mineralstoffe, Sonne, Wasser, um in Erscheinung zu treten. Alles dreht sich um die Existenz. Daher war und ist niemand jemals frei.

Freude und Schmerz. Wenn wir jedoch die Handlungen eines Individuums genauer betrachten, entdecken wir, dass die Handlungen zwangsläufig erfolgen. Der Mensch wird zu seinen Handlungen genötigt und hat keine Entscheidungsfreiheit. In gewisser Weise ist der Mensch wie ein Eintopf, der am Herd dahinköchelt; der Eintopf hat keine andere Wahl als zu köcheln. Die Vorsehung hat das Leben mit zweierlei Konsequenzen versehen: Freude und Schmerz. Die Geschöpfe haben nicht die Freiheit zwischen Freude und Schmerz zu wählen. Der einzige Vorteil, den der Mensch gegenüber dem Tier hat, ist, dass er ein entferntes Ziel anstreben kann. Das heißt, im Hinblick auf den in der Zukunft zu erwartenden Genuss bzw. Vorteil ist der Mensch bereit, dafür heute ein gewisses Maß an Schmerzen zu erleiden.

Mein Kommentar: Wir befinden uns ständig zwischen Freude und Schmerz. Denn wir haben ein grundsätzliches Verlangen danach, Genuss und Befriedigung zu erfahren. Diesem Wunsch jagen wir unaufhörlich hinterher bzw. versuchen zumindest, dem Schmerz zu entkommen. Man nimmt ein gewisses Maß an Leid auf sich, um letztendlich Genuss zu empfangen. Man macht Berechnungen, die sich nur auf dieses Ziel konzentrieren. Man akzeptiert z.B. das Leid eines chirurgischen Eingriffs, damit es einem hinterher besser geht. Man akzeptiert das Leid, um zum Ziel zu gelangen: Genuss und Freude zu erfahren.

(…)

Dem nicht genug – auch die Art des Genusses und seines Nutzens sind in keinster Weise vom freien Willen des Einzelnen beeinflussbar, sondern werden von den Wüschen der umgebenden Gesellschaft festgelegt. Diese will etwas Bestimmtes. Zum Beispiel: Ich sitze, ich kleide mich, ich spreche, ich esse. Alle diese Dinge tue ich nicht, weil ich mich entschieden habe, in einer bestimmten Art zu sitzen, zu sprechen, zu essen oder mich zu kleiden. Ich tue diese Dinge auf diese bestimmte Art, weil die anderen wollen, dass ich in dieser Weise sitze, mich kleide, spreche und esse. All dies geschieht in Anpassung an die Wünsche und den Geschmack der Gesellschaft und nicht aufgrund meines eigenen freien Willens.

Mein Kommentar: Ich wurde auf bestimmte Weise aufgezogen, erzogen und beschränkt. Selbst meine Hobbies, meine Wünsche, was ich gerne habe und was nicht – alles wird durch die Umgebung geprägt, in welche ich geboren wurde: Familie, Schule, Nachbarschaft, Freunde, Medien u.s.w. Ich passe mich den Gesetzen der Gesellschaft an, weil ich mich sonst schämen würde. Wir sehen, dass der Mensch keinerlei Freiheit besitzt.

Aus dem Unterricht „Die Freiheit“, von Baal HaSulam, 20.6.2016

 

 

Blitz Fragen-Antworten

Frage: Ist es denn notwendig, wenn man eine Beziehung angeht, dem Partner zu sagen, dass man sich mit der Kabbalah beschäftigt?

Meine Antwort: Ja, natürlich. Sogar, wenn man jemanden erst kennenlernt, sollte man wissen uns spüren, wie derjenige dazu steht. Am besten sollte man nicht vergessen, dass in der Regel ein Mensch „von außen“ nicht unbedingt als geeigneter  Partner passen wird. Es ist besser, jemanden aus unserer Gruppe auf der ganzen Welt zu wählen.

Frage: Warum muss ein Mann eine Frau versorgen?

Meine Antwort: So war es in jeder Kultur. Die Frau-bedeutet „Haus“, sie bekommt Kinder, zieht sie groß, kümmert sich um den Haushalt. Und der Mann muss „auf die Jagd gehen und das Mammut nach Hause bringen“

Frage: Hindert Sex die spirituelle Entwicklung?

Meine Antwort: Nein.

Frage: Viele Menschen stellen fest, besonders im hohen Alter, dass sie sich ihr ganzes Leben lang mit sinnlosen Sachen beschäftigt haben. Warum ist es so?

Meine Antwort: Es hängt davon ab, womit sie ihr Leben füllen. Sie können es wie „Tiere“ leben, oder aber auch als „Engel“.

Frage: Kann ein Ehepaar ohne Gruppe sich verbinden?

Meine Antwort: Ja, kann es. Aber es ist nicht einfach.

Frage: Nach welchen Kriterien sollte eine Frau einen Kabbalisten-Partner aussuchen?

Meine Antwort: Maximale Zielstrebigkeit, Gruppe, Unterrichte, usw. Wenn, dann nur so jemanden auswählen.

Frage: Wenn ein Mann seine Frau materiell nicht versorgen kann, er sich aber mit der Spiritualität beschäftigt – ist das normal? Heißt das, die Frau muss sich selbst versorgen?

Meine Antwort: In unserer Zeit kann ein  Mann in der Regel nicht alleine für die Familie sorgen. Wir haben solche Umstände, wo wir, um die Familie zu versorgen,  zwei Gehälter brauchen. Das ist nichts Neues. Daher sollte die Frau keine derartigen solche Bedingung stellen: “Du wirst dich erst dann mit Kabbalah beschäftigen, nachdem du mich versorgt hast“. Wenn der Mann eine Arbeit hat, ein Gehalt bekommt, ist das in Ordnung – mehr darf man von ihm nicht  verlangen.

Frage: Wenn ein Mann für seine spirituelle Entwicklung eine Frau braucht, wird der Schöpfer ihn zu einer Verbindung führen oder ist es die Wahl des Menschen?

Meine Antwort: Nein, der Mann muss sich selbst darum kümmern, eine Frau an seiner Seite zu haben. Man braucht das Gefühl der Verpflichtung, Verantwortung, Fürsorge, dass man zusammen ein Paar bildet. Es ist sehr wünschenswert für die spirituelle Entwicklung.

Aus der russischen Lektion.

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Zika Virus

Frage: Was hat es mit dem Zika Virus auf sich? Ist er eine Bedrohung für die Menschheit?

Meine Antwort: Die rapide Verbreitung des gefährlichen Zika Virus, die die Weltgesundheitsorganisation als einen Globalen Gesundheitsnotstand deklariert hat, ist unser Weckruf. Die Gefahr der Verbreitung von tödlichen Viren steigt wie Ebola und Schweinegrippe von Saison zu Saison an. Das deutet darauf hin, dass die Natur aus dem Gleichgewicht geraten ist, und sie drängt uns zu einer signifikanten Veränderung in der Art, wie wir diese Krankheiten bewältigen. Kurz bevor das Gesundheitssystem komplett außer Kontrolle gerät und die Natur uns mit weiteren Epidemien trifft, sollten wir besser anfangen, das Problem an der Wurzel zu behandeln.

Wenn man die Natur beobachtet, kann man sehen, wie alle ihre Teile in Harmonie zusammenarbeiten. In dem Maße wie auch nur ein Element geschädigt wird, gerät das gesamte System aus dem Gleichgewicht. Die einzige Ausnahme ist der Mensch. Der Mensch lebt vor allem auf Kosten der anderen, und seine ausbeuterische Haltung gegenüber anderen verletzt konsequent das Gesetz des Gleichgewichts der Natur. Aber die Unkenntnis des Gesetzes schützt uns nicht vor Strafen … Jeder Verstoß gegen die Gesetze der Natur führt zu einer schmerzhaften Gegenreaktion. Dieses Mal trifft uns der gefährlich bedrohliche Zika Virus. Das Gleichgewicht liegt in unseren Händen. Im Gegensatz zu allen Teilen der Natur, die aus einem natürlichen Instinkt heraus in Balance und Harmonie zusammen arbeiten, müssen wir Menschen diese Harmonie bewusst und aus freien Stücken herbeiführen.

Wenn wir ein korrektes System anwenden, das wie die Weisheit der Kabbala auf den Gesetzen der Natur basiert und den Schwerpunkt auf wertschätzende zwischenmenschliche Beziehungen nach dem Prinzip der Nächstenliebe legt, werden wir ein Gleichgewicht im System der Natur schaffen können. Sobald wir einen Schritt in diese Richtung machen, werden wir sofort diese positive Kraft erwecken, die in der Natur verborgen ist. Das wird das Negative ausgleichen und unsere Welt kommt wieder ins Gleichgewicht. Und damit auch der Zika Virus.

Ich wünsche uns allen eine gute Gesundheit!

Eingriff in die Zukunft

Frage: Neulich wurde ein Artikel über die Vorhersagen der berühmten bulgarischen Wahrsagerin Baba Wanga veröffentlicht. Sie hatte vorhergesagt, dass im Jahr 2010 der arabische Konflikt in Syrien beginne, und im Jahr 2016 würden die Muslime Europa angreifen, chemische Waffen benutzen und Europa verwüsten. Sie hat auch gesagt, dass der 44. USA Präsident ein Farbiger sei und er der letzte Präsident wäre. Diese Vorhersagen klingen nach Apokalypse. Erlaubt die Wissenschaft Kabbala, die Zukunft vorherzusagen?

Antwort: Die Wissenschaft Kabbala kennt alle Pläne der Natur (=Schöpfer) und den ganzen Weg, den wir gehen müssen. Denn die Balance zwischen den positiven und negativen Kräften auf allen Niveaus entwickelt sich gemäß den Formeln, die die Kabbalisten kennen. Und in diesen Formeln gibt es einen kleinen Koeffizient, der „freier Wille“ heißt. Das bedeutet, dass wir in diese Formeln eingreifen und erkennen können, in welcher Form wir von der Gegenwart zur Zukunft gelangen.

In jeder Sekunde des Daseins, die sich augenblicklich in die Vergangenheit verwandelt, kann ich für den nächsten Augenblick oder für längere Zeit bestimmen, wie ich von einem Zustand zu dem anderen kommen kann. Unsere Zustände müssen in die Richtung des allgemeinen Gleichgewichts, das wir zwischen uns erreichen sollen, voranschreiten. Die ganze Natur strebt zum Gleichgewicht, die menschlichen Systeme inklusive. Aber wie genau können wir uns zu diesem Gleichgewicht bewegen, zu diesem Zustand, den wir als Endzustand bezeichnen? Es hängt von der Menschheit ab. Wir können mithilfe des guten Weges oder des schlechten Weges dorthin kommen, abhängig von unserem Eingreifen in das Geschehen.

Frage: Ist für die letzte Korrektur eine gewisse Zeit gegeben?

Antwort: Die Zeit ist mit 6000 Jahren „berechnet“, und wir haben heute das Jahr 5776. Für die Menschheit bleiben 224 Jahre, um sich zu korrigieren und alle funktionierende Kräfte in Balance zu bringen: gute und böse. Diese zwei Kräfte muss man nur ausgleichen. Es gibt keine schlechte und gute Kraft – schlecht ist nur, dass zwischen den Kräften kein Gleichgewicht herrscht. Und wir Menschen sind verpflichtet, sie in Einklang zu bringen.

Wir müssen aber keine 224 Jahre abwarten! Man kann innerhalb von ein paar Monaten die Balance dieser Kräfte, die in der Menschheit herrschen, herstellen. Die Kraft des Bösen ist eine gewaltige Kraft – unser böse Trieb oder auch Egoismus genannt, der in jeder Handlung steckt. Und die gute Kraft ist sehr schwach. Sie gleicht nur minimal unseren Egoismus aus und erlaubt uns zu leben, ohne uns gegenseitig zu ermorden und aufzufressen. Aber grundsätzlich sind wir alle nur von unserem Ego gesteuert und jeder will höher, reicher und stärker als der andere sein. Wir müssen vor allem begreifen, dass unser Egoismus unser Feind ist und aus- oder angeglichen werden muss. Wir besitzen die gute Kraft, die den Egoismus ausgleichen kann – wir müssen sie lediglich entfalten.

Die Kraft des Guten und die Kraft des Bösen sollen richtig miteinander verbunden werden, um die sogenannte „mittlere Linie“ zu erreichen, die Integration von Gutem und Bösen. Durch die Balance der beiden Kräfte kommen wir zu einer guten und ausgeglichenen Welt.

Die ganze Natur ist auf diese beiden entgegengesetzten Kräften aufgebaut: Licht und Dunkelheit, Tag und Nacht, Plus und Minus, Wärme und Kälte, Elektronen und Positronen. Es gibt keine Kraft in der Welt, die keine Gegenkraft besitzt.

Man muss nur den Punkt des Gleichgewichtes in allen Aspekten zwischen den beiden finden und an diesem Punkt fühlen wir uns gut. Wenn wir diese beiden Kräfte  in Gleichgewicht bringen, werden wir spüren, dass wir in einer ewigen und vollkommenen Welt leben – im Garten Eden.

Aus dem Radioprogram 103FM vom 11.12.2015

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Ausweg aus der Gefangenschaft

Frage: Lehrt denn die Kabbalah, die Ereignisse, die im Laufe des Tages passieren, richtig wahrzunehmen?

Antwort: Kabbalah lehrt nicht, wie man in diesem Leben zurecht kommt, sondern wie man den Weg in die Höheren Welten findet und erkundet, wo sich diese Tür befindet und wie man sie öffnet, um dorthin zu gelangen.

Frage: Und wenn mich das materielle Leben interessiert? Nehmen wir an, ich habe Probleme bei der Bank…

Antwort: Kabbalah beschäftigt sich mit den Höheren Welten und hilft den Menschen, Signale in unserer Welt dazu zu nutzen, damit sich ihr Leben – auch in dieser Welt – verändert. Diese Methode hilft uns, aus dieser Welt in den nächsten Höheren Zustand überzugehen. Es hängt davon ab, wie man die Kabbalah verwendet. Manche nutzen sie von oben nach unten, andere von unten nach oben. Aber am wichtigsten ist, dass wir unsere Verbindung zur Höheren Lenkung korrigieren, die unsere und spirituelle Welt entwickelt.

Frage: Und wer macht uns unsere materiellen Probleme?

Antwort: Wir reden hier von einem Gesamtsystem, und wenn du das erlangst, dann wirst du sehen, wie du gelenkt und geführt wirst und gleichzeitig wirst du verstehen, wie du dabei selbst Verantwortung übernehmen kannst. Der Mensch beginnt zu verstehen, wo er freien Willen hat und wo nicht. Er entdeckt, dass er bis zu diesem Moment in seinem Leben buchstäblich keine freie Wahl hatte und all seine Bewegungen vorprogrammiert waren.

Doch jetzt kann er dieser Sklaverei entfliehen und Freiheit in dem Maße erlangen, wie er zu erkennen und zu verstehen beginnt, das Programm der Höheren Lenkung zu realisieren. Er verbindet sich mit ihr wie ein Faktor in einer perfekten mathematischen Gleichung. Und all seine Probleme in seinem materiellen Leben wie Berufswahl, Wohnsitz, Lebenspartner usw. werden von selbst gelöst. Am Ende entsteht in ihm ein völlig anderes Werte-System, entsprechend dem er seine Pläne ändert.

Lektion aus dem Russischen, 20.09.2015

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Verbindung jenseits aller Unterschiede

Frage:  Wie können wir uns jenseits aller Unterschiede zwischen uns verbinden? Wir sind doch alle unterschiedlich und es ist schwer für mich, den anderen so anzunehmen, wie er ist.

Antwort: Es ist schwer für einen Menschen, den anderen zu verstehen, weil er nicht das ganze integrale Bild sieht. In diesem Bild hätte er gesehen, wie alle sich gegenseitig ergänzen und jeder seine Mission hat. Einer ist Ingenieur, ein anderer  Arzt, der dritte Arbeiter, die vierte Lehrerin u.s.w. Dazu sieht man jetzt, dass je mehr wir entgegengesetzt sind, desto stärker ist unsere einzigartige Verbindung miteinander. Und zu solcher Verbindung führt uns die Wissenschaft der Kabbalah. Wenn wir uns endlich verbinden werden, entsteht aus unserer Verbindung ein besonderes Puzzlebild, das erstrahlt und aus dem sich das Licht offenbart. Das heißt „das Licht für die Völker der Welt“ zu sein, wenn wir der ganzen Welt ein Beispiel für Verbindung zeigen. Da die Welt sich in so einem grausamen Zustand befindet!

Frage: Auf welcher Basis verbinden wir uns?

Antwort: Auf der Basis unserer inneren Erkenntnis, dass jeder Mensch in diesem Puzzle wichtig und unersetzlich ist und sich auf genau seinem Platz befinden sollte. Dabei korrigieren wir niemanden! Baal Sulam schreibt in der „Freiheit des Willens“, dass keiner sich ändern soll, er soll lediglich die richtige Verbindung mit anderen Menschen aufbauen. Denn alle Eigenschaften, die ein Mensch besitzt, entwickelten sich aufgrund seiner Natur und wegen des Einflusses der anderen auf ihn; alle Eigenschaften entstanden in ihm infolge der allgemeinen höheren Lenkung und alle sind wichtig und nötig. Wenn die Menschen sich miteinander verbinden, schaffen genau diese unterschiedliche Eigenschaften das allgemeine Bild und in der richtigen Verbindung zwischen ihnen können sie erkennen, was „Volk Israel“ heißt, das so vielfältig uns entgegengesetzt zueinander ist, alle aber zu einem  Ganzen werden – zu einem Volk. Genau da, wo sie sich erheben und sich über alle Unterschiede verbinden.

Frage: Aber was ist die Gemeinsamkeit zwischen diesen Menschen?

Antwort: Die Gemeinsamkeit liegt darin, indem sie alle nur durch Gemeinschaft die Vollkommenheit erreichen und zu so einem Zustand kommen, indem sie sich über ihre Natur erheben. Dann fühlen sie, dass sie sich auf der nächsten Stufe der menschlichen Entwicklung befinden. Genau das verlangt die Menschheit vom Volk Israel und deswegen hasst sie es. Die Menschheit glaubt, dass Israel sie um die gute Zukunft betrügt.

Wir sollen diese Zukunft erreichen und der ganzen Menschheit Vorbild sein. Denn außer der Verbindung braucht die Menschheit gar nichts. Und infolge der Abwesenheit der Verbindung leidet sogar die Natur; wir verursachen Naturkatastrophen, wir verletzen das Gleichgewicht unserer Erde. Und das machen WIR! Weil wir uns auf der höchsten Stufe aller unbelebtem, pflanzlichen, tierischen und menschlichen Stufe befinden und deswegen die ganze Welt und Ökologie beeinflussen.

[#164696]

Das Recht auf freies Wort

bildFrage: Warum ist es so wichtig, jedem die Meinungsfreiheit, seine Meinung zu äußern, und die Gewissensfreiheit, den Glauben zu beachten, zu garantieren?

Antwort: Es ist nicht seine Meinung und nicht sein Glaube! Der Mensch hat nichts: er ist das Produkt der Erziehung, der Bildung, des Einflusses der Umgebung.

Alle seine Worte und Taten stammen von der Selbstsucht, und deshalb kritisiert er etwas im Moment. Aber es ist möglich, ihn mit Geld zu bestechen oder mit einigen Worten zu überzeugen, und er wird genau so das echt Entgegengesetzte leidenschaftlich  beweisen.

Der Mensch ändert seine Meinung wie die Wetterfahne im Wind, je nach Stimmung und innerem Zustand. Heute wählt seine Selbstsucht dieses und morgen etwas anderes, je nach dem, was in diesem Moment vorteilhafter ist.

Die Meinung gehört nicht dem Menschen selbst, sondern wurde in ihm mit der Erziehung, der Bildung, der öffentlichen Meinung erzeugt. Er wählt sie aus rein egoistischen Gründen: aus dem, was dem Volk, dem er angehört, oder seiner nächsten Umgebung nützt.

Diese Meinung ist nicht auf dem Naturgesetz, auf dem Endzustand, den wir alle so oder so, mittels der Leiden oder mittels des Lichtes, erreichen sollen, gegründet.

Diese Meinung stammt nicht aus dem Verständnis der Natur des Menschen und der Quelle aller seiner Veranlassungen. Sie hängt von den einfachen physiologischen Faktoren ab: vom psychologischen Typ und sogar von der Blutgruppe. Deshalb ist die Meinungsfreiheit die größte Strafe, die heute in der Welt gilt.

Die ganze Unordnung und das Durcheinander, die in der Welt herrschen, ihre ganze Instabilität, sind die Folge der Meinungsfreiheit, ohne Prüfung der Gründe dieser Meinung und woher sie kommt.

Jeder Bürger hat das Recht, alles zu äußern, was er fühlt, aber es scheint ihm nur so, dass er eine eigene Meinung hat; in Wirklichkeit gehört sie ihm nicht.

Die Meinungsfreiheit muss man nur dem geben, der die entsprechende Vorbereitung gemacht hat, die Integralbildung bekommen hat und versteht, nach welchen Gesetzen sich unsere Gesellschaft entwickelt und welches Ziel sie hat.

Aus dem 587. Gespräch über das neue Leben 21.06.2015

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Generation von Weisen

Rav Laitmann BlogFrage: Wie kann ich mit Hilfe der Wissenschaft der Kabbala mein Schicksal ändern? Oder soll ich die Kabbalisten – die diese Kraft erlangt haben – fragen?

Antwort: Zunächst einmal muss man selbst die Weisheit der Kabbala studieren. Der Mensch kommt zur Kabbala, weil er mehr über sein Schicksal erfahren möchte.

Frage: Wenn der Mensch Kabbala studiert, bekommt er dann die Kraft, sein Schicksal zu ändern?

Antwort: Natürlich nicht sofort, aber mit der Zeit wird er dazu in der Lage sein. Dafür muss er lernen.

Frage: Und wenn ich einen anderen Kabbalisten darum bitte, mein Schicksal zu ändern – könnte er es tun?

Antwort: Nein, das ist unmöglich. Man muss selbst lernen, wie man sein Schicksal ändert. Ein Kabbalist kann sein eigenes Schicksal beeinflussen, aber nicht das eines anderen. Schließlich ist jeder selbst verpflichtet, sein eigenes Schicksal zu korrigieren. Deswegen existieren wir in dieser Welt und laufen verschiedene Entwicklungsphasen durch, um zum gewünschten Zustand zu gelangen. Wir gehen durch diesen Prozess der Entwicklung wie ein Kind, das in der Schule lernen muss. Das Kind wird sowieso lernen müssen: Entweder unter Zwang und Strafe oder es strengt sich freiwillig an, macht seine Hausaufgaben, beendet die Schule mit gutem Abschluss und einem Gefühl voller Liebe, Freude und Genuss.

An diesem Beispiel können wir feststellen, dass es notwendig ist, sowohl unser persönliches als auch das Gesamtprogramm zu kennen: welche gewünschte Form müssen wir erreichen? Ob es uns gefällt oder nicht, wir werden gezwungen, das zu erreichen, was  unser Schicksal bestimmt – wie  bei einem Kind, das nicht gefragt wird, ob es zur Schule gehen will oder nicht. Es ist verpflichtet, zur Schule zu gehen und einen Abschluss zu machen. Aber wie es später als Erwachsener lernen wird, ist schon seine Sache. Wenn es schlau ist und erkennt, dass es keine andere Wahl gibt, strengt es sich an und versucht herauszufinden, was von ihm in jeder Phase verlangt wird und wird alles Notwendige tun, aber in der bequemsten Form. Oder es ist sogar in der Lage, die Schule oder das Studium zu verkürzen.

Frage: Das heißt, der Mensch muss selbst das Gesamtprogramm lernen, um sich besser zu integrieren. Aber wenn ich einen großen  Kabbalisten um Segen bitte, wie wird dadurch mein Leben beeinflusst?

Antwort: Es hat nur eine psychologische Wirkung. Ein Kabbalist kann das Schicksal der anderen nicht beeinflussen. Schließlich kann er dir nicht deine freie Wahl nehmen und deine Mühen, Anstrengungen, dich aus eigener Kraft zu ändern. So wie die Eltern nicht anstelle der Kinder zur Schule gehen, die Hausaufgaben erledigen oder Prüfungen ablegen können. Aber der Mensch glaubt, dass der Segen von einem großen Mann Erfolg bringen wird. Das gibt ihm Vertrauen, wie ein Kind, das sich unter der Obhut der Eltern sicher fühlt. Und wenn der Mensch sich sicherer und beruhigter fühlt, kann er  seine Probleme besser lösen. Daher scheint es, als helfe der Segen ihm. Aber das ist nur ein psychologischer Effekt und ändert nicht das Schicksal. Nur der Mensch selbst ist in der Lage, sein Schicksal zu ändern, vom Ausgangspunk bis zum Ende, wenn er sich genügend anstrengt.

Frage: Um also mein Schicksal zu ändern, muss ich mich weiterentwickeln, den Plan kennen und meinen Platz darin finden.

Antwort: Das ist erst in unserer Generation möglich geworden. Davor hatten  die Menschen nicht danach gefragt – sie lebten einfach so. Noch vor hundert oder zweihundert Jahren hatten sich nur besondere Weise und Philosophen die Frage gestellt, zu welchem Zweck der Mensch erschaffen wurde. Der gewöhnliche Mensch selbst stellte sich kaum solche Fragen. Er wusste, wenn sein Vater ein Schmid war, würde auch er ein Schmid sein, und sein Sohn später auch. So ging es von Generation zu Generation. Alles änderte sich erst in den letzten Jahrzehnten.

Frage: Heißt das, dass die Menschen von Generation zu Generation intelligenter wurden und nun die Möglichkeiten haben, die gleiche Macht über ihr Leben zu erreichen wie sie einst vor tausend Jahren die größten Weisen hatten?

Antwort: Ja, die Menschheit hat sich so sehr entwickelt, dass gewöhnliche Menschen heute den gleichen Entwicklungstand haben wie ihn vor zweitausend Jahre die großen Weisen wie Aristoteles, Platon, usw. hatten.

„New Life“  Folge 478, 21.12.2014

Leben oder Existieren?

nachdenklichFrage: Die Menschheit hat in ihrer Entwicklung und Herangehensweise, alles zu beschleunigen, einige Erde verbrannt. Wenn ich in meiner Aktivität in der Gruppe und dem Versuch, die Kabbalistische Methode anzuwenden, nicht verstehe, welche Gesetze der Natur auf mich wirken, kann ich nicht messen, wie sich meine Handlungen manifestieren werden. Wie kann ich korrekte Handlungen ausführen, um die Situation nicht noch mehr zu verschlechtern?

Antwort: Die Antwort ist viel einfacher. Wenn es zum Wohl der Gruppe ist, sind deine Handlungen positiv zu betrachten. Wenn nicht, sind die Bewegungen negativ und erfordern Korrektur. Es ist notwendig, dich „vor den Kopf zu stoßen“ damit du verstehst, wann du dich falsch verhalten hast, bis du alle deine Handlungen mit der Gruppe ins Gleichgewicht gebracht hast.

Der Rest der Menschheit wird von oben gesteuert und hat keine freie Wahl. Deine freie Wahl liegt darin, alle deine Handlungen bewusst so auszurichten, dass sie deinem Umfeld gut tun.

Es ist dafür von größter Bedeutung, jeden Moment mit einer aufrichtigen Selbst-Analyse zu arbeiten und keine Sekunde dieses Lebens auszulassen. Ich muss mich permanent selbst ausrichten: „Ich bin entweder da oder dort“; du verstehst dadurch, dass die Freiheit der Wahl nur zu diesem Zwecke gegeben und realisiert wird. Wenn du sie einsetzt, kann man dich als lebendig bezeichnen. Wenn du dies nicht tust, kann man dich nur als existierend betrachten.

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Aus dem Sochi Kongress „Tag 2“ 14/7/14, Lektion 3