Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Tägliches Gebet über die Gabe des Lebens

Stellt euch den Zustand der Menschen vor, die durch die Sinaiwüste wandern: die verwüstete, unfruchtbare Erde – vollständige Abhängigkeit vom MaN, tägliche Gebete. Erst wenn du richtig betest, dann wirst du etwas bekommen.

Wenn wir doch in solch einem Zustand wären! Der Zustand in der Wüste bedeutet, dass ich jetzt bei jedem Atemzug vom Sauerstoff, dem Brot und Wasser vom Höheren abhänge. Und nicht nur das Brotstück –, ich werde all das von oben bekommen, worum ich bitte, denn man kann innerhalb des MaN jeden beliebigen Geschmack empfinden. Ich werde ihn meinen Gefäßen entsprechend fühlen und werde darin nichts empfinden, wozu ich kein Verlangen verspüre.

Wir werden alles entsprechend unserem Verlangen erhalten: wünschst du ein Steak – so wirst du es bekommen, wolltest du Schaschlik – so wird dir auch das Schaschlik gewährt, war es ein Salat – so wirst du auch den Salat empfangen. Alles ist genau berechnet, denn entsprechend dem Verlangen wird auch das Licht angezogen.

Aber wenn du kein МaN erhebst, wenn du den Schöpfer nicht bittest, dann kannst du nichts empfangen. Dann wirst du sterben, weil es dir an Luft, an Wasser und an Brot mangeln wird – dann gibt es nichts. Es ist möglich, alles von oben zu bekommen, aber wenn du dein МaN nicht erhebst, „wird diese Infusion von dir abgehängt“, du hörst auf zu existieren – und stirbst.

Dies ist der Zustand in der Wüste – und während wir darin verweilen, lernen wir. Dieser Zustand ist sehr ergiebig und besitzt eine Menge innerer Kostbarkeiten. [132770]

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel von Rabash, 14/04/14

Ich bin nicht hier, sondern dort

Frage: Ist das Wehklagen nach der Arbeit in Ägypten nicht meine persönliche Verzweiflung, sondern unser allgemeines Problem?

Antwort: Ich beginne mich selbst, als einen integralen Menschen zu betrachten. Ich bin nicht mehr „ich selbst“, sondern “mein Ich” befindet sich in der Vereinigung mit anderen, in gegenseitigem Einschluss.

Ich treffe die Entscheidung, dass “mein ich” nun durch meine Verbindung mit der Gruppe bestimmt wird. Ich befinde mich nicht hier, innerhalb meines Körpers, sondern dort – innerhalb der Gruppe. [132185]

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel von Rabash, 02/04/14

Überschneidende Kreise

Frage: Worauf muss man bei der Wahl nach dem richtigen Partner achten?

Antwort: Man braucht nur dem allgemeinen Naturgesetz folgen, welches nach dem Gleichgewicht strebt. Je mehr  Ähnlichkeiten es zwischen den Partnern gibt, umso besser passen sie zusammen.

Man ist sich ähnlich, wenn man innerlich wie äußerlich, die gleiche Erziehung bekam, gleiche Werte, Lebensansichten und gleiche Reaktionen auf verschiedene  Situationen hat. Je mehr Ähnlichkeiten und Gemeinsamkeiten man besitzt, umso größer ist der Erfolg auf eine gute Ehe.

Es ist eine Feststellung, dass der Mensch zuerst erkennen muss, wer der Andere ist, dies kann durch verschiedene Gespräche, gemeinsame Veranstaltungen und Seminare erreicht werden. Zunächst einmal muss man die Natur des Menschen, seine Psychologie studieren, erst dann beginne ich zu verstehen, wer ich bin, was mich motiviert und wie ich reagiere.

Damit wir uns gegenseitig besser verstehen lernen, müssen wir zuerst herausfinden, wie die verschiedenen Menschentypen auf unterschiedliche Probleme und in Standard-Situationen, reagieren. Wir werden dann erkennen, dass wir  sehr ähnlich auf die selben Probleme reagieren. Angenommen ich befinde mich in dem entgegengesetzten  Zustand wie mein Partner und seine Reaktion ist mir verständlich, dann würde ich in einer ähnlichen Situation auf die gleiche Art und Weise reagieren.

Deswegen muss der Mensch lernen sich selbst von der Seite zu betrachten. Man sollte seine Reaktion in unterschiedlichen Situationen überprüfen, dann erkennt man,  aus wie viel unterschiedlichen Verhaltensformen und Reaktionen der Mensch besteht. Folglich kann man verstehen, aus welchen Formen die andere Person besteht.

Diese Methode ist nicht nur auf der Suche nach einem Partner gültig, sondern auch für das allgemeine Verständnis einer Person. Es ist notwendig herauszufinden, in welchem Zustand, weicher Stimmung sich die Person befindet, wie sie reagieren könnte, wie weit ich sie verstehen und mich in ihre Lage versetzen kann. Kann ich mich in ihre Lage versetzen? Wir zeigen einander, dass wir uns verstehen und nehmen es an.

Dieses Studium ist dafür da, um den Menschen und sein Verhalten zu erforschen. Es gibt verschiedene Menschentypen: Choleriker, Sanguiniker, Melancholiker, Phlegmatiker. Die Psychologie hat klare Kriterien für solche Menschentypen und ist daher in der Lage festzustellen, welche besser zusammen passen. So ist es möglich und kein Problem, Menschengruppen zuzuordnen. Als Ergebnis in den Seminaren, bei Besprechungen und während der Spiele, werden sie erkennen, wer besser zu wem passt.

Den Unterricht beginnt man mit Gesprächen und Lektionen, um einsamen Menschen zu erklären, was die menschliche Natur ist, wie stark wir zu egoistischen Tendenzen neigen und wie sehr wir von der Umgebung abhängig sind, somit sind wir gezwungen, unseren inneren Impulsen und dem äußeren Druck zu gehorchen.

Unser Verhalten wird durch Gewohnheiten bestimmt, die durch die Erziehung geprägt wurdet. Wir müssen versuchen zu erkennen, aus welchen Gewohnheiten wir selbst bestehen und dabei verstehen, dass die andere Person, die vor mir steht, eine komplexe Persönlichkeit mit vielen anderen Gewohnheiten ist und ich mit ihr nicht so umgehen kann, wie ich will.

Jeder von uns erwartet von dem Partner, dass er in der gleichen Art und Weise reagiert wie ich und sich in jedem Moment seines Lebens so verhält, wie ich es möchte. Wenn ich die andere Person verstehen möchte, und dabei akzeptiere, dass es in jedem von uns eine ganze Reihe von verschiedenen menschlichen Formen und Modellen gibt, dann werde ich mich anpassen müssen, ansonsten kann ich nicht mit ihr kommunizieren.

So beginne ich flexibel zu werden, damit man aus ihren und meinen inneren Formen und Modellen, etwas, das für uns beide passt und zwar in jedem Augenblick, aufbauen kann. So lernen wir diese einfache Soziologie des menschlichen Verhaltens und der ganzen menschlichen Gesellschaft kennen.

Es ist notwendig genau so zu handeln, denn die ganze Natur strebt nach Balance, nach einer Verbindung, um in jedem Moment die Gleichheit zu erreichen. Im Gesamtsystem hängt alles davon ab, wie die Elemente zusammenpassen und die Verbindung der Elemente zu einem Ganzen wird, bis eine einheitliche Gesellschaft entsteht. Jeder hat seine eigene Freiheit, er weiß, wie er sich der Gesellschafft  anpassen kann, davon hängt der gesellschaftliche Einklang ab.

Man muss jedem beibringen, dass die gleiche Regel auch in der Familie gilt, so wie sie für die ganze Gesellschaft gut ist, so ist sie es auch für die Familien notwendig. Es herrschen überall die gleichen Gesetze.

Um in einer Familie hormonisch zu leben, muss jeder ein Psychologe  werden – wir haben keine andere Wahl! Wir sind sonst nicht in der Lage die Verbindung zwischen uns zu festigen. Diese Verbindung war ursprünglich natürlich, so wie bei den Tieren. Jetzt sind wir aber nicht auf der Tierebene, sondern steigen auf das Niveau des neuen Menschen auf, daher sind  wir verpflichtet zu lernen, wie man zu dieser Verbindung kommt.

Der Mensch  ist kein primitives egoistisches  Tier. Er sollte seinen Egoismus so füllen, dass er sich nicht von den anderen entfremdet, sondern versucht, den Kontakt mit ihnen aufzunehmen. Um dies zu tun, muss ich die ganze Zeit nach und nach mein Ego annullieren und dem anderen erlauben, in meinen Raum einzudringen. Der  Partner erlaubt es mir und so wird unsere Verbindung aufgebaut.

Ich – das ist ein Kreis, der Partner – ein weiterer Kreis, wir beginnen uns so zu verbinden, dass jeder von uns in das gemeinsame Segment hineingehen kann, auch wenn es noch so klein ist. Wir erkunden dann diesen allgemeinen Bereich, wir kümmern uns darum, erhalten ihn aufrecht. Dies ist nur durch die Selbstannulierung möglich.

Auszug aus dem Gespräch „Neues Leben“, 09/06/13