Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Nicht das Verlangen ist zerbrochen, sondern der Schirm

Frage: Sie sagen, dass die Verlangen zerbrochen sind, aber ich nehme das Verlangen wie etwas Ganzes wahr. Was ist ein „zerbrochenes“ Verlangen?

Meine Antwort: Als „zerbrochen“ wird das Verlangen „für sich zu empfangen“ bezeichnet. Als „korrigiert“ wird der Wunsch bezeichnet, der „auf das Geben“ an die anderen Menschen gerichtet ist. Nicht der Wunsch zerbricht, sondern der Schirm.

Das Verlangen ist immer ganzheitlich. Wenn mein Verlangen über den Schirm verfügt und ich das empfangene Licht an die anderen verbreiten kann, und für mich nur das existenziell Notwendige lasse, dann wird durch mich das ganze Höhere Licht an die anderen Menschen weitergeleitet. Es wird niemals in mir aufgehalten und zirkuliert ständig zwischen der Welt der Unendlichkeit und allen Menschen. Dann empfinde ich mich als absolut ausgefüllt, und in mir zirkuliert die Kraft des Lebens.

Wenn ich über eine solche Eigenschaft nicht verfüge, d.h. keinen Schirm habe, dann erreicht mich das Höhere Licht nicht. Es kehrt sofort zur Quelle zurück und hält die Bedingung der Ersten Kontraktion (Zimzum Alef) ein: in das Verlangen zu genießen, ohne den Schirm, geht das Licht niemals ein. Deshalb empfinde ich mich nicht im Licht, sondern „in mir“ existierend .

„Das Objekt in sich“, das ich darstelle, heißt „diese Welt“, dass was wir jetzt noch empfinden. „Diese Welt“ ist also das, was ich in meinem Inneren empfinde.

Die höhere Welt ist das, was ich außerhalb empfinde, nachdem ich mich an die anderen Menschen (deren Wünsche) anschließe. Dann empfinde ich das Leben des ganzen Körpers, und durch mich fließt das ganze Licht des Schöpfers.

Deshalb heißt der Zustand, in welchem ich einen Schirm habe, mit allen verbunden bin und an sie das Licht verbreite, „korrigiert“. Und der Zustand, in dem ich über keinen Schirm verfüge, heißt „zerbrochen“. Es ist nicht der Wunsch sondern der Schirm zerbrochen, obwohl wir oft den Terminus „die zerbrochenen Verlangen“ verwenden.

Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 23.10.2011

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