Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Liebe als Belohnung

Wir glauben, dass wir um die Erfüllung beten müssen: „Erfülle mich doch, erfülle!“ Doch die spirituelle Welt ist eine umgekehrte Anti-Welt, denn dort bedeutet Erfüllung die Arbeit selbst, die Anstrengung, die Bestrebung nach dem Ziel, das Verlangen zu lieben!

Eben dieses Verlangen an sich erfüllt auch den Menschen. Er wird bereits durch das Verlangen zu geben und noch nicht einmal durch die eigentliche Handlung erfüllt.

Der Mensch wird mit dem Schöpfer erfüllt, und der Schöpfer ist die Kraft des Gebens. Wenn wir die Kraft des Gebens erreichen und uns dadurch erfüllen, dass wir geben wollen, selbst wenn wir noch nicht die Handlung selbst ausgeführt haben, dann wird das als die Stufe von Bina bezeichnet. Und wenn wir die Handlung des Gebens realisieren, dann ist es bereits die Stufe von Keter, die Stufe der Liebe. Genau das ist die Erfüllung.

In unserer Welt ist es anders: ich führe irgendeine Handlung aus und warte, dass ich dafür bezahlt werde – die Bezahlung wird meine Erfüllung sein. Doch in der spirituellen Welt ist es nicht so. Dort dient die Handlung selbst als Erfüllung. Wie es geschrieben steht: „Die Belohnung für die Erfüllung eines Gebotes ist das Gebot selbst“.

Es gibt jedoch noch eine Ergänzung: „Die Belohnung für die Erfüllung eines Gebotes ist Denjenigen, der das Gebot erlassen hat, zu erkennen“. Das heißt, dort, im Inneren, enthüllt sich jemand, der mit dir verschmolzen ist…

Es kann nicht sein, dass die Handlung des Gebens nach einer Belohnung verlangt – anderenfalls ist es kein Geben! Aus diesem Grund befindet sich unsere Erfüllung in unseren Anstrengungen, in der Arbeit, in der eigentlichen Bestrebung nach der Spiritualität. Es ist mit einer Mutter zu vergleichen, die ihr Neugeborenes liebt und nach keiner Gegenliebe von ihm verlangt – sie erfüllt sich allein durch ihre Liebe zu ihm und durch das Geben.

Deshalb beten wir nur um das Verlangen zu geben, wir brauchen nichts anderes. Wenn ich ein solches Verlangen nach dem Schöpfer, der Liebe, dem Geben habe, dann muss ich um nichts mehr bitten! Das reicht aus, um mich als vollkommen erfüllt zu fühlen.

Ich werde in meinen Verlangen zu geben erfüllt – und die egoistischen Verlangen zu genießen werden niemals erfüllt werden. Sie können nur durch einen schwachen Funken erfüllt werden, der als „dünnes Leuchten“ – ein sehr begrenztes Leben in dieser Welt – bezeichnet wird.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 06.03.2011

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