Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Die Kraft unserer Schwäche

Eine Frage, die ich erhielt: Wie kann man möglichst schnell sich an den Schöpfer wenden, ohne Ihn dabei zu beurteilen?

Meine Antwort: Es ist dem Schöpfer unwichtig, ob du Ihn beschimpfst oder lobst, viel wichtiger für Ihn ist, dass du Ihn nicht vergisst.

Du sollst nicht vergessen, dass der Schöpfer existiert, dass er der Gute und der das Gute Schaffende ist, dass er die Ursache aller Ereignisse in unserem Leben ist.

Das heißt, was du auch nicht erhaeltst, ist zum Besten, aber nicht nur zum Besten: Das bringt dich näher zum Ziel. Auch wenn deine Empfindungen negativ sind, du bekommst und empfindest genau das, was du benötigst, um gerade von diesem Punkt aus sich auf das Ziel zuzubewegen.

Wie richte ich mich zum Ziel aus? Durch die Einschließung in die Gruppe. Wie verbinde ich mich mit der Gruppe? Mit allen Handlungen, die moeglich sind. Was ergibt sich daraus? Ich bekomme von der Gruppe stärkeres Verlangen.

Und hier werde ich spüren, dass ich nichts wert bin und mich nicht weiter entwickeln kann. Ein starkes Verlangen, das ich von der Gruppe bekommen habe, verursacht, scheinbar, eine umgekehrte Reaktion.

Wie kann das sein? Nehmen wir zum Beispiel eine Kampfeinheit aus zwanzig Menschen. Hier bekommt jeder Unterstützung von allen, und mit zwanzig mal vermehrten Kräften tritt die Gruppe an ihre Aufgaben heran.

Aber in einer kabbalistischen Gruppe ist alles anders. Anstatt meine Kräfte mit den Kräften meiner Freunde zu verstärken, fühle ich mich zwanzig mal schwächer, und das Ziel wird zwanzig mal wichtiger.

Wir denken, dass wir stärker werden, wenn wir uns in die Gruppe einschließen. In der Tat werden wir schwächer – aber zusaetzlich nehmen wir die Wichtigkeit des Zieles von den Freunden auf.

Jetzt schaue ich mir das Ziel an, als ob ich bezaubert waere, aber… ich sehe keine Möglichkeit, es zu erreichen. Genau im Gegensatz dazu, wie das in unserer Welt passiert.

Die Gruppe muss mich unterstützen, sie zeigt mir, dass gerade das ein wünschenswerter Zustand ist. Dazu müssen wir kommen, und der Schöpfer wird uns nicht erschlagen, nicht leblos auf dem Schlachtfeld liegen lassen.

Die Späher, die seinerzeit ins Land Israel geschickt wurden, gingen gerade in eine solche Falle. Alle Sünden des Volkes Israel, des Menschen, der sich auf dem Weg zum Schöpfer befindet, die in der Tora beschrieben sind, resultieren aus der Tatsache, dass die Menschen die in ihnen entstehenden Eindrücke über die Gruppe, über den Schöpfer, über den Weg und über das Ziel nicht korrekt aus der Sicht des Zieles einschätzen koennen.

Trotz des Zusammenbruchs, das Ziel bleibt wichtig und hoch in unseren Augen. Das ist die Zeit, wo man eben dank dieser Ermattung zu schreien beginnt: „Wo ist das Licht? Du hast es doch versprochen!“ Der Schöpfer liebt es, wenn wir etwas von ihm fordern, das wird zu: „Meine Söhne haben mich besiegt“. Dann bekommen wir die Kraft.

Gemeinsam mit Schwäche und Wichtigkeit des Zieles, muss die Gruppe jedem die Sicherheit geben, dass wir doch unser Ziel erreichen.

Aus einem Unterricht über einen Artikel von Rabasch, 04.11.2010

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