Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Der ideale Erzieher

Die Entwicklung ist immer mit den ständigen Beschränkungen des Verlangens verbunden. Wir brauchen also diese Beschränkungen unbedingt. Sogar die führenden Methoden der Erziehung, in welchen die Strafen nie angewendet werden, beschränken die Kinder auf die andere Art und Weise. Die Frucht im mütterlichen Leib entwickelt sich auch mittels der Beschränkungen. Alles ist in der Natur auf diesem Prinzip gebaut, und wenn wir in unserer Entwicklung daran denken würden, so würden wir viele Nöte und Leiden vermeiden können.

Jedoch sind wir immer den anderen Weg gegangen und haben im Gegenteil alle Barrieren abgeschafft: bediene deine Selbstsucht, täusche andere nach Herzenslust, nutze die ganze Welt nach deinen Interessen aus. Und der Mensch wähnt sich groß, weil er die Millionen bestohlen und dafür auch die Achtung verdient hat.

Wir haben unseren Weg ziemlich verunstaltet, nachdem wir auf jede Beschränkung verzichteten. Unser Verlangen ist nicht beschränkt, was uns sowohl aus dem Fernsehen als auch anhand der gegenwärtigen Formen der Kunst und der Erziehung sichtbar wird. Anhand dessen, was heute mit den Kindern und der Jugend geschieht, fördern wir in der heranwachsenden Generation nicht die menschlichen, sondern die tierischen Modelle des Denkens und des Verhaltens. Und welche Beispiele liefert uns die Werbung?

Die Ergebnisse sind mehr als deutlich: Wenn wir uns nicht beschränken, dann kommt es zum Krach, zur Krise, die wir selbst vorbereitet haben. Dann beginnen wir infolge der Nöte und Leiden zu verstehen, dass wir uns verändern sollen. Diese Krisen warten auf uns in der Zukunft; denn wir haben eigentlich noch nicht angefangen, ernsthaft zu leiden.

Wenn wir genauso nachgiebig wären, wie die Kinder es sind, die man zum richtigen Flussbett der Entwicklung leicht lenken kann, wenn wir auf die Geschehnisse mit derselben Schnelligkeit, mit derselben Bereitschaft reagieren würden, wie die Kinder es tun, dann ginge es uns definitiv besser. Wir würden erkennen, dass der Schöpfer ein idealer Erzieher ist, so dass wir Ihm keine Ansprüche vorlegen würden.

Somit soll man richtig auf Seine Erziehung reagieren, indem man feinfühliger wird. Und die Kabbalisten erklären, wie man in sich solches Herangehen erarbeiten kann: sich untereinander vereinigen, „die guten Kinder“ sein, freundlich zu einander und verantwortlich für einander sein, die gegenseitige Bürgschaft schaffen usw..

Von sich aus wollen die Kinder auf niemanden hören, sie bevorzugen nur den Lauf in die verschiedenen Richtungen. Aber die Erwachsenen zwingen sie zum Gehorsam. So handelt auch der Schöpfer. Wobei Er uns noch nicht ernsthaft genug beansprucht hat. Wie dem auch sei, dieselben Gesetze durchbohren alle Welten, und unsere Aufgabe besteht darin, bei der Natur zu lernen, anstatt die künstlichen Beschränkungen zu erdenken.

Es betrifft auch die Erziehung der Kinder – die Natur zeigt uns, wie, wann und worin wir sie entsprechend der Etappen ihrer Entwicklung beschränken sollen. In Wirklichkeit hängt nichts von uns ab, da wir sowieso nur die Vollzieher ihrer Anweisungen sind. Wenn wir die Gesetze des Universums und der Natur der Kinder gut studiert hätten, dann hätten wir sicher gewusst, wie auf jeder Etappe, heute und morgen zu handeln wäre.

Im Ideal ist der Erzieher also ein Vollzieher der Befehle der Natur. Er erfindet niemals etwas – sondern realisiert nur ihr Programm. Darin liegt seine Aufgabe, um allmählich, jeden Tag, die Natur des kleinen Menschen in die Übereinstimmung mit der höheren Natur zu bringen.

Auszug aus dem Unterricht nach „dem Vorwort zum Buch Sohar“, 09.08.2012

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