Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Der Blick auf die Gruppe im Licht der Liebe

ONE Kongress in New Jersey. Lektion 2

Frage: Welche Anstrengungen soll die Gruppe unternehmen, um die Korrektur im gleichen Lebensabschnitt, in dem sie die Wissenschaft der Kabbala enthüllt, zu erreichen?

Meine Antwort: Die Anstrengungen bestehen darin, den Freund in der Gruppe nicht nach den Zuständen, die er gerade durchläuft, zu beurteilen. Wir sind alle „Waschlappen“, wie Rabash zu sagen pflegte, wir sind alle unkorrigiert. In jedem von uns gibt es alle Makel.

Derjenige, der hohe spirituelle Stufen erreicht, enthüllt im Grunde genommen derart widerliche Verlangen in sich, dass es ihn erschaudern lässt, wie er sie nur haben kann. Das kann man sich noch nicht einmal vorstellen! Denn als Ergebnis des Zerbrechens schließt jeder von uns alle Verlangen in sich ein. Aus diesem Grund ist es uns verboten, den anderen als unkorrigiert zu sehen.

„Jeder urteilt über den anderen aus der eigenen Verdorbenheit heraus“. Wenn ich einen Fehler in dem anderen sehe, dann nur, weil ich selbst verdorben bin. Denn wenn ich korrigiert wäre, würde ich den anderen entsprechend meinem Korrekturgrad sehen, und zwar in einem vollkommen korrigierten Zustand, weil alle diese Stufen bereits existieren. Und das, was ich jetzt sehe, ist eine Projektion meines Egos. Gerade dieses zeichnet mir dieses Bild.

Darum besteht die Hauptarbeit in der Gruppe darin, jeden Freund als das eigene geliebte neugeborene Kind wahrzunehmen. Es ist unwichtig, was es macht: dir keine Ruhe lässt, alles bekleckert oder kaputt macht, du weißt trotzdem, dass es dein Kleines ist. Die gleiche Einstellung muss man dem Freund entgegenbringen. Das ist ein Zeichen der Liebe.

Wenn ich von einem Freund spreche, meine ich einen Menschen, der auch imstande ist, sich den anderen gegenüber genauso zu verhalten, und nicht jemanden, der einfach gekommen ist und sich in die Gruppe eingetragen hat. Die gegenseitige Hilfe besteht darin, auf den persönlichen Zustand eines jeden Rücksicht zu nehmen.

Auszug aus der 2. Lektion des ONE Kongresses in New Jersey, 12.05.2012

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