Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Egoismus'

Die Eigenschaft des Gebens und der Liebe beherrschen

Frage: Ich habe mit vielen Psychologen gesprochen und versucht zu verstehen, was das Problem der Psychologie ist. Sie sagen, dass es sehr schwierig ist, Methoden zu finden, um den Egoismus in den Griff zu bekommen, da er ständig zunimmt, vor allem jetzt.

Wie gehen die Kabbalisten mit der Tatsache um, dass der Egoismus ständig wächst? Wie kann man das ausgleichen?

Antwort: Kabbalisten sagen, dass man den Egoismus nicht ausgleichen muss, es ist nicht notwendig, überhaupt etwas dagegen zu tun. Man muss einfach die ganze Zeit daran arbeiten, die Eigenschaft des Gebens und der Liebe zu meistern, sich über das Ego zu erheben und nicht auf dieser Stufe zu bleiben. Dies ist der Ansatz der Kabbala.

Indem wir uns über das Ego erheben und die Eigenschaft des Gebens, der Liebe, der Verbindung, der Zusammenarbeit und der Kommunikation miteinander erlangen, beginnen wir zu erkennen, wie vielfältig das Ego ist, wie stark es in uns ist und wie schwierig es für uns ist, es zu bekämpfen.

Gleichzeitig zeigen wir in uns Eigenschaften, die das Gegenteil von Egoismus sind. Dann können wir über die Kombination von egoistischen und altruistischen Eigenschaften sowohl in der Psychologie als auch in der Wissenschaft der Kabbala lernen.

Aus der Fernsehsendung „Spirituelle Zustände“, 15.10.2021

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Wie wir Konflikte in unseren Beziehungen bewältigen können- eine Lösung die tatsächlich funktioniert (und keiner will)

Jede Beziehung geht durch Krisen. Sie mögen unangenehm sein, sind aber unvermeidlich. Die Bewältigung von Konflikten stellt eine Notwendigkeit dar, ohne die keine Beziehung Bestand haben kann. Jeder Konflikt, den wir meistern, stärkt die Beziehung. Das Problem besteht darin, dass wir Konflikten lieber ausweichen, weil sie uns entweder unangenehm sind, oder auch Angst machen. Wenn wir lernen, Konflikte als unausweichlich zu akzeptieren, können wir unsere Verbindung mittels der Überwindung derselben auf eine höhere Stufe erheben. Konflikte werden uns dann nicht mehr ängstigen, im Gegenteil, wir werden sie als Gelegenheit begreifen unsere Beziehung zu vertiefen.

Der Ursprung von Konflikten liegt in einander entgegengesetzten Interessen der jeweiligen Partner begründet. Ich will etwas und mein Partner etwas anderes, möglicherweise sogar das genaue Gegenteil von dem was ich will. Dies gilt für jede Art von Beziehung- egal, ob es sich um einen Partner, ein Haustier oder aber nur um irgendein Gerät oder eine Maschine handelt (denk an die Flüche mit denen du dein Auto überschüttest, wenn es an einem kalten Morgen nicht anspringt).

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Wie entstand das Universum?

Alles begann mit dem Wunsch zu geben.

Der Wunsch zu geben ist die Grundlage der Schöpfung. In diesem Wunsch begann ein entgegengesetzter Wunsch zu erscheinen, der Wunsch zu empfangen, welcher der Anfang der Schöpfung ist.

Der Wunsch zu empfangen existiert, um dem Wunsch zu geben zu dienen. Wo ist dieser Wunsch zu geben? Warum spüren wir ihn nicht?

Wir können den Wunsch zu geben nicht einfach so entdecken. Aber wenn wir selbst einen Wunsch zu geben entwickeln, dann können wir diesen Wunsch entdecken, und seine Enthüllung wird „die Enthüllung des Schöpfers“ oder „die Enthüllung der höheren Kraft“ genannt. Das heißt, der Wunsch zu geben ist die ursprüngliche Kraft, die im Universum vorhanden ist, und der Wunsch zu empfangen, der unsere (die der Schöpfung) Substanz ist, ist die zweite Kraft.

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Gibt es das Böse?

Gemäß der Weisheit der Kabbala ist das Böse die Enthüllung der egoistischen Einstellung eines Menschen, die er anderen gegenüber hat.

Wir bestehen aus dem Verlangen zu genießen, und dieses Verlangen entwickelt sich auf verschiedenen Stufen: vom individuellen Verlangen nach Nahrung, Sex und Familie über das gesellschaftliche Verlangen nach Geld, Ehre, Macht und Wissen bis hin zum Verlangen den Sinn unseres Lebens zu erkennen. Dieser Wunsch nach Genuss war schon immer die treibende Kraft, die uns zu jeder Handlung oder Überlegung in Richtung der verschiedenen Vergnügen antreibt. In unserer heutigen Zeit hat dieses Verlangen jedoch einen Grad erreicht, der es zum Bösen werden lässt: Es beginnt sich in ein Verlangen zu verwandeln, das auf Kosten der anderen und der Natur genießen will.

Während also der Wunsch zu genießen unserer Natur entspricht und wir ständig den Impuls verspüren, uns dem Genuss zuzuwenden und uns vom Leid zu entfernen, kommt das Böse ins Spiel, wenn unser Wunsch beginnt, auf Kosten anderer zu genießen, d.h. wenn wir uns über andere stellen und sie erniedrigen.

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Warum haben manche Menschen Gewaltausbrüche?

Ausbrüche gibt es nicht nur bei manchen Menschen, sondern auch auf der unbelebten, der pflanzlichen und der tierischen Ebene der Natur. Es gibt verschiedene Fälle, in denen die Spannung ausbricht, um zu einem ausgeglichenen Zustand zu führen.

Zum Beispiel entstehen Vulkanausbrüche, nachdem sich unter der Erde viel Spannung aufgebaut hat und ein Zustand erreicht ist, in dem es unmöglich ist, die innere Spannung weiter zu halten. Die äußere Hülle kann die innere Spannung nicht mehr festhalten, und wir sehen dann, wie vulkanische Lava und Asche aus der Erde hervorbricht.

So funktioniert es in der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Natur, aber auch im menschlichen Dasein. Der Mensch hat mehr Gründe für Ausbrüche als der Rest der Natur, weil er in einem komplexen Netz sozialer Interaktionen lebt. Im Allgemeinen leben wir in einem geschlossenen System, das uns ständig mit allen möglichen Problemen und Schmerzen belastet, und wenn die Spannung unserer ständig wachsenden Sehnsüchte auf ein entsprechendes Maß an Spannung in unseren sozialen Beziehungen trifft, dann entsteht ein zunehmender Impuls zum Ausbruch, sei es auf persönlicher Ebene in der Familie, sei es auf gesellschaftlicher Ebene bei öffentlichen Ausbrüchen oder sogar auf nationaler Ebene, wenn bestimmte staatliche oder nichtstaatliche Akteure Gewalt entfesseln.

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Was ist der Unterschied zwischen der Kabbala und fernöstlichen Lehren? (Quora)

Es gibt über 4.000 Religionen und verschiedene Glaubensrichtungen in der Welt. Die großen Weltreligionen gehen auf Abraham zurück, welcher vor rund 3.500 Jahren im alten Babylon lebte.

Abraham unterrichtete eine kleine Gruppe, die er „das Volk Israel“ nannte, in seiner Methode, der Weisheit der Kabbala. Abgesehen davon beschenkte er auch andere Völker mit verschiedenen Glaubensrichtungen. Die Tora berichtet von diesen Geschenken, die er den Kindern seiner Nebenfrauen machte. Anschließend schickte er sie nach Osten. Von dort wiederum gelangen sie zurück zu uns.

Der Unterschied zwischen der Weisheit der Kabbala und anderen Glaubensformen besteht darin, dass die Methode der Kabbala imstande ist, eine Person zu korrigieren, etwas was wir in keiner anderen Methode finden.

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Wege zu der Frage nach dem Sinn des Lebens

Frage: Warum gehen Juden und Völker der Welt unterschiedlich mit der Frage nach dem Sinn des Lebens um? Die Völker der Welt – mehr von einem friedlichen Leben, in dem sie alles Gute haben, und die Juden – vom Leid?

Antwort: Es kommt daher, dass die Völker der Welt eine gewisse Sättigung erreichen und die Leere in sich spüren.

So entwickelt sich der gewöhnliche Egoismus: Man versucht ständig, sich zu füllen und kommt am Ende nach tausenden von Jahren der Anstrengung zu dem Schluss, dass man nicht erfüllt werden kann. Was ist also als nächstes zu tun? Es gibt keinen Grund zu leben. Das Ergebnis ist das Vergessen durch z.B. Drogen, Selbstmord, Scheidung usw. Außerdem werden sie von der bloßen Neugierde, von der Krise aller Wissenschaften angetrieben.

Für Juden ist es sehr schwierig, mit ihrer komplexen inneren hierarchischen Struktur, die sie übernommen haben und in der sie seit dreitausend Jahren leben, wieder in den ursprünglichen Zustand zurückzukehren. Diese spirituelle Mauer, die sie in sich aufgebaut haben, indem sie nach den Gesetzen der Liebe lebten und die Spiritualität erlebten, hat sich nun in ihnen umgekehrt.

Als Folge des spirituellen Verständnisses, der Wahrnehmung, des Gefühls, wurde alles zur Religion, zum Dogma, zur mechanischen Ausführung von Geboten, so wie in anderen Religionen, die ihre Grundlagen vom Judentum übernommen haben. Wenn man sagt, dass man für die rein physische Befolgung von Traditionen eine zukünftige Welt nach dem Tod bekommt, braucht man nichts anderes.

Aber am Ende sehen wir, dass die Nationen der Welt Israel unter Druck setzen werden. Sie werden sie zwingen, sich der Kabbala zuzuwenden, sie zu offenbaren, der Welt ein Beispiel geben und sie dann zu lehren.

Aus der Fernsehsendung “ Nahaufnahme. Exil“

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Eine universelle Methode

Frage: Warum akzeptieren Sie nur die Kabbala als das Wissen des Universums? Das Universum ist eins, der Schöpfer ist eins. Warum sind Sie so kategorisch?

Antwort: Je mehr man die Kabbala studiert, desto mehr erkennt man, dass sie alle anderen Methoden einschließt. Sie lehnt nichts ab, sondern erklärt, wie die Menschheit sie auf den verschiedenen Stufen ihrer Entwicklung durchläuft.

Sie alle finden statt, bis der Mensch in einen Zustand kommt, in dem er das umfassende Bild des Universums, der Welt, der Menschheit und der Entwicklung über seinen Egoismus hinaus aufnehmen kann und dann zur Kabbala kommt.

Das ist der Grund, warum die Kabbala bis zu unserer Zeit verborgen war. Erst jetzt entwickelt sie sich allmählich. Die Menschheit soll als Ergebnis ihrer Suche von vielen verschiedenen anderen persönlichen Methoden, die sie innerhalb des Egoismus studiert hat, zu der Schlussfolgerung kommen, dass es im Egoismus nichts zu suchen gibt. Man muss dort rauskommen und sich über ihn erheben.

Nachdem ich alle diese Stadien durchlaufen und studiert habe, sehe ich die Wurzeln aller möglichen Methoden und Theorien und unterrichte deshalb nur die Kabbala. Ich bestehe darauf, dass sie das universelle System ist, um den Menschen in dieser Welt zu verändern und ihn auf die höchste Stufe zu erheben.

Es gibt zwei Kräfte in der Natur: Empfangen und Geben. Die Kabbala befasst sich damit, dass der Mensch, der mit dem Egoismus arbeitet, sich über die Kraft des Empfangens erheben und die nächste Stufe der Natur, die Kraft des Gebens erreichen kann.

Aus einem Videokonferenzgespräch von MAK

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Das Bild der Welt ist das Resultat der Einstellung zu ihr

Frage: Baal HaSulam schreibt in seinen Artikeln, dass der Egoismus nicht für alle gleich ist. So gibt es einen groben Egoismus, wenn jemand ihn ohne Scheu anwendet, und es gibt einen versteckten, entwickelteren Egoismus, wenn jemand erkennt, dass dieser schlecht ist und ihn eher heimlich einsetzt. Worin besteht der hauptsächliche Unterschied? 

Antwort: Wenn ein Mensch seinen Egoismus wahrnimmt, dann ist das gut, man kann mit ihm reden, darüber diskutieren; er kann zu einer Art Entscheidung kommen: ist es richtig oder nicht, sollte er in dieser Eigenschaft sein oder nicht? 

Er kann feststellen, dass diese Eigenschaft schädlich ist und sich bemühen, sie auf irgendeine Weise loszuwerden. Er erkennt, wie diese Eigenschaft ihm schadet und wie er sich über andere stellt. Und das betrifft sein ganzes Leben. 

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Kabbalistisches Haiku „Was tun mit den hinterlistigen Gedanken?“

Bemerkung: Es gibt ein solches Haiku von Ihnen: „Hinterlistige Gedanken haben sich in das Gehirn geschlichen, um zu sehen, was sie in die Finger bekommen können; ganz leise…“

Was meinen Sie damit? Was sind das für Gedanken, die in meinem Gehirn auftauchen, um zu sehen welchen Vorteil sie haben können, und trotzdem so leise sind?

Antwort: Ja, das fühle ich manchmal auch. Spüren sie nicht, dass etwas in ihnen zu entstehen beginnt – gewisse Gedanken, die in ihnen nach etwas suchen, aus dem sie einen Vorteil ziehen können, etwas das für sie spannend ist und an dem sie sich gütlich tun können?

Frage: Können Sie ein Beispiel geben? Welche Gedanken keimen in mir auf, um sich an mir gütlich zu tun?

Antwort: Wir haben viele solcher Gedanken in unserer spirituellen Arbeit! Es sind Gedanken gegen meine Freunde. Ich lebe ganz normal, und plötzlich tauchen solche Gedanken auf.

Frage: Habe ich etwas, von dem sie sich „ernähren“ können?

Antwort: Ja! Das hat jeder in sich! In mir entstehen auch solche Gedanken und finden ein großes Betätigungsfeld.

Frage: Entstehen bei gewöhnlichen Menschen auch diese Hassgedanken gegen andere?

Antwort: Ja, es ist unser großer egoistischer Wunsch. Er kann leicht erregt werden und ist sehr leicht auf andere zu übertragen und wirkt dort.

Frage: Gehört meine Kritik und mein Hass gegen andere zu diesen Gedanken, die in mir einen Boden gefunden haben und Wurzeln schlagen?

Antwort: Genau.

Frage: Wie kann ich sie davon abhalten, in mir Wurzeln zu schlagen?

Antwort: Sie müssen sie als ihre Feinde betrachten. Installieren sie in sich ein Gefühl der Ablehnung gegenüber dieser Empfindungen, so dass sie Angst davor bekommen, dass sie in ihnen auftauchen.

Frage: All diese Auseinandersetzungen, all dieser Hass sind Gedanken, die in uns auf fruchtbaren Boden fallen?

Antwort: Natürlich! Sie kommen in Form eines Embryos, wir nähren sie in uns und ziehen sie groß. Dann beginnen sie aufzuflammen und verbrennen alles in uns!

Frage: Wie kann man verhindern, dass sie kommen und reifen?

Antwort: Zerstöre jede schlechte Meinung, jeden Gedanken, jedes Verlangen, jeden egoistischen Impuls zu anderen. Dann wird es nichts geben, worauf sie fallen und aufgehen können.

Aus dem Fernsehprogramm „Nachrichten mit Michael Laitman“, 29.07.2021

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