Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Warum lebe ich?

LaitmanEine Frage, die mir gestellt wurde: Was würden Sie jemandem sagen, der die Antwort auf die Frage “Warum lebe ich” kennt?

Meine Antwort: Die Frage „Warum lebe ich?” führt den Menschen ständig von seinen Handlungen ausgehend hinein in die Welt seiner Gedanken und dann von den Gedanken in neue Handlungen. Der Mensch lebt immer für irgendetwas, immer will er irgendetwas im nächstbesten Moment.

Die meisten Leute beziehen die Frage nach dem Sinn des Lebens nur auf ihre Lebenszeit in unserer Welt. Daher versuchen sie alle Arten von Zielen darin zu erreichen, sei es, dass sie gut essen wollen, sei es Sex, die Familie, die Gesundheit, Macht, Ehre, Ruhm oder auch die Sammlung von Wissen. Und die meisten Menschen sehen in der Erreichung solcher Ziele den Sinn des Lebens.
Hat jemand dies alles jedoch erreicht und das Leben treibt ihn nur noch an, das was er bereits hat, in seinen vielleicht Siebzig Lebensjahren immer weiter anzuhäufen, stellt er sich gewöhnlich die Frage nach dem Sinn des Lebens neu. Was bleibt ihm? Die vielen „spirituellen” Methoden und Religionen beantworten die Frage nach dem Sinn des Lebens völlig unterschiedlich. Aber all dies wird nach und nach aufgrund ihrer Unzulänglichkeit als bedeutungslos erkannt. Kabbala ist alles, was bleibt und sie gibt folgende Antwort: „Der Sinn des Lebens ist es, unsere Wurzel zu entdecken, unsere Quelle, aus der wir stammen, die Essenz der Schöpferkraft zu erreichen. Unser höchstes Streben - das sich erst nach allem anderen in uns offenbart - ist zum Schöpfer hin, denn von dort stammen wir.” Die Definition des Baal HaSulam hierzu finden Sie in “Das Wesen der Weisheit der Kabbala”.

Um also die zu Beginn gestellte Frage zu beantworten - jemand sagt mir, er kennt den Sinn des Lebens, nun, ich würde ihn fragen: “Haben Sie die Antwort gefunden, indem Sie den Schöpfer verwirklicht haben, indem Sie wie Er geworden sind?”


 
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Ein Kommentar

  1. Hallo,
    ich habe er google nach der Frage “Warum lebe ich?” gesucht und bin s auf diesen Blog gestoßen. Ich stelle mir diese Frage wirklich häufig, bin allerdings nicht depressiv oder geistig erkrankt. Ich erkenne nur keinen Sinn in mir, in dem was ich tue oder wer ich bin. Zu allererst bin ich sicherlich das Produkt meiner Umgebung, die mich zu dem geformt hat, der ich heute bin.
    Der erste Absatz “…Der Mensch lebt immer für irgendetwas, immer will er irgendetwas im nächstbesten Moment…. ” hat mich besonders verwundert bzw. interessiert. Das Streben nach vorne. Das besitze ich nicht. Ich will damit nicht behaupten, dass es mir egal ist. Denn schließlich braucht man eine Unterkunft, Essen, Freundin, Freunde, usw. … Aber Probleme, Aufgaben und sogar Ziele verschwinden bei mir meistens in einer Schublade. Ich geh’ drüber weg. Finde etwas anderes gerade interessanter. Hinzukommt eine kleine Charakterschwäche, dass ich selten rede, wenn ich es sollte. Dinge, die mich stören, allgemein Themen (z. B. auf der Arbeit) die angesprochen werden sollten, bleiben unausgesprochen. Ich sage nie die Wahrheit, da ich grundsätzlich das Gefühl habe einen anderen Menschen damit zu verletzen. In den meisten Fällen, wenn ich mich dann doch einbringen möchte und etwas “ZUM THEMA” sage, wird es nicht so wahr genommen wie ich es meinte und erntet in seiner falschen Bedeutung negative Blicke oder ähnliches. Es ist allerdings nicht so, dass ich nicht mit Worten umgehen könnte. Ich spiele Theater und habe, wenn es um Spaß oder ähnliches geht, immer was zu sagen.
    Und das bin ich dann zu guter Letzt auch und so werde ich auch wahrgenommen. Ein chaotischer Spaßvogel. … Nicht mehr! So ist es wahrscheinlich auch nicht verwunderlich, dass die Frage nach dem Sinn meines Lebens aufgetaucht ist. Ich weiß einfach nicht was ich mit meinem Leben machen soll. Natürlich habe ich träume. Aber die werden immer wieder in die Schublade getan, rausgeholt, und wieder zurück gelegt.

    Vielleicht finden Sie hier auch eine Antwort drauf, die vielleicht weniger Symbolismus enthält als praktische Antworten. Über eine Email würde ich mich sehr freuen. Und natürlich würde ich diese auch mit meinem Namen unterschreiben.

    Hochachtungsvoll

    Anonym