Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Aber der Kaiser hat ja gar nichts an!

Eine Frage, die ich erhielt: Wenn die Möglichkeit zur Korrektur direkt von dem Ausmaß der Verdorbenheit abhängt, was denken Sie dann über die Internetseite WikiLeaks, auf der alle möglichen geheimen Skandalgeschichten über die Tätigkeit von Regierungen und bedeutenden Beamten veröffentlicht werden? Führt das zur Korrektur oder schadet es nur?

Meine Antwort: Ich glaube, dass das zur Korrektur beiträgt. Wenn die Wahrheit ans Licht kommt, ist es immer gut. Je mehr die Menschen voneinander wissen, desto besser ist es. Und die Scham, die uns zum Schutz unseres Stolzes zwingt, uns zu verstecken, trennt nur die Menschen.

Deshalb vollbringt ein Spion eine gute Tat, wenn er zu einem anderen Menschen durch seine Scham durchdringt und enthüllt, was sich in seinem Inneren verbirgt. Und derjenige macht dann das Gleiche mit mir. Wenn wir nicht offen einander gegenüber sein können, dann werden wir es wenigstens auf diese Weise enthüllen… Das hilft sehr, einander zu verstehen.

Und wenn wir anfangen, einander besser zu verstehen, selbst durch verwerfliche Taten, bekommen wir dennoch die Gelegenheit, uns miteinander zu verbinden. Wenn aber beide falsches Spiel spielen und Distanz zueinander halten, werden sie sich niemals verbinden können.

Deshalb kann jede Handlung, die zur Enthüllung führt, begrüßt werden. Und ich glaube, dass die Menschen dank der Enthüllung dieser „Geheimnisse“ der Tatsache bewusst wurden, dass die Macht über die Welt sich in den Händen von Menschen befindet, die darin nicht mehr als ein normaler Durchschnittsbürger verstehen.

Es hat sich herausgestellt, dass „der Kaiser ja gar nichts anhat“, genau wie im Märchen! Wem dürfen wir also noch vertrauen, außer dem Schöpfer? Das lässt den Menschen darüber nachdenken, wie wir alle diese Probleme loswerden können: mit der Umwelt, wo es unklar ist, was wir mit dem Klima tun sollen, mit den Finanzen, wo es überall Bestechung und Diebstahl gibt.

Jeder auf seiner Ebene und in seiner Position denkt nur an sich: wie er die ganze Welt zu seinem Vorteil nutzen kann. Nun wird diese ganze Heuchelei enthüllt – und das ist wunderbar! Das ist die Enthüllung der wahren Natur. Im Endeffekt wird sich die Welt sehr verändern und offener werden.

Die Verbindungen, die man verstärkt versucht hat, zu verbergen, werden enthüllt, und wir erkennen, dass die ganze Welt verbunden ist. Sie erhält plötzlich ein sehr „menschliches Gesicht“, und alle können sehen, dass alle diese hohen Politiker auch nur Menschen sind. Der ganze Dreck wird nach außen befördert – und das ist sehr nützlich.

Genau so wird die Korrektur vollzogen – zuerst muss das Zerbrechen geklärt werden, und erst dann kommt man von dort zur Korrektur. Das ist der richtige Prozess. Wäre es etwa besser gewesen, wenn es ihnen gelungen wäre, alles geheim zu halten und zu verhüllen? Wir hätten nie erfahren, was sich dort im Inneren verbirgt.

Letztendlich kommt alles von oben, es kleidet sich nur in unserer Welt in irgendwelche Menschen, Kreise, Regierungen. Doch die Tatsache an sich ist ein Grund zur Freude – würden alle zweifelhaften Dinge in der Welt sich auf diese Weise enthüllen, würde es uns leicht fallen, uns zu entscheiden, wer wir sind und was wir mit uns machen sollen!

Wenn nun geheime Berichte über den Zustand der Umwelt ans Licht kommen würden – das größte Problem, das vor uns heute geheim gehalten wird! Denn man lässt uns nicht wissen, in welch einem gefährlichen Zustand wir uns befinden. Die Menschen hätten erkannt, wie hoffnungslos unsere Lage ist, wenn wir nichts an uns verändern werden. Wenn Probleme mit der Natur, vor denen wir völlig machtlos sind und nicht flüchten können, zum Vorschein kommen, wird das den Menschen überzeugen.

Aus einem Unterricht nach dem Artikel „Eine Dienerin, die zur Erbin ihrer Herrin wird“ , 12.12.2010

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