Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Rabash'

Immer mit mir Teil 16

 

Ich brachte für meine erste Lektion ein Tonbandgerät mit. Ich wusste sofort, dass ich kein Wort verpassen wollte, ich wartete so lange auf diesen Tag, wollte alles aufschreiben!

Das Tonbandgerät legte ich auf den Tisch und plötzlich sah ich, das RABASH Angst hatte. Er schaute auf das Tonbandgerät, wusste nicht, wie man es annehmen soll, war still und begann seine Lektion nicht.

Tatsache war, dass es weder von ihm noch in der Klasse seines Vaters akzeptiert wurde, dass jemand das Gesagte aufgezeichnet hat, weder mit Bleistift oder Feder, geschweige denn auf einem Tonbandgerät. Und plötzlich wird alles aufgezeichnet, jedes Wort.

Er sagte zu mir: „Nein, du wirst es nicht einschalten“. Ich wusste, das ich ihn erst überzeugen musste, sonst würde er nicht zustimmen. Mir war klar, wenn ich mir jetzt nichts einfiel, würde ich mich mein ganzes Leben lang verfluchen.

 

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Fortsetzung folgt…

Immer mit mir Teil 15

 

In Erwartung eines Wunders

Ich wohnte in Rehovot, aber ich kam jeden Abend nach Bnei Brack, um am Unterricht teilzunehmen. Ich sprang noch früher ins Bett, und stand um zwei Uhr morgens auf! Ging zum Auto und fuhr schnell, damit ich mich so schnell wie möglich in unserer halbdunklen, kühlen Halle wiederfinden konnte, um einer der ersten zu sein. Ich kochte Kaffee für mich selbst und öffnete die „Lehren der zehn Sefirot“ auf jeder Seite, um über diesen Linien inne zuhalten und zu versuchen, Baal HaSulam zu spüren, durch ihn hin durch zu dringen… Ist es aber möglich?

Dann kamen alle herein. RABASH steigt aus dem zweiten Stockwerk herab. Wir lernten. Zu der Zeit  waren wir nicht viele. Die meisten von ihnen sind jetzt nicht mehr unter uns, aber ich erinnere mich an jeden Moment, an Blicke, Fragen, Antworten von RABASH und an die Stille, als er die Augen schloss, wir hatten Angst, uns zu bewegen, um ihn nicht zu stören.

So begann ich bei RABASH zu studieren.

Chaim Malka beschloss, bei Hillel zu bleiben.

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Fortsetzung folgt…

Immer mit mir Teil 14

 

So begann ich zu leben

Ich fragte Hillel, wann ich zum Nachtunterricht kommen könnte. Ich hatte vorher nur abends gelernt.

Der übliche Unterricht bei Rabash begann um drei Uhr nachts und dauerte bis sechs Uhr morgens.

Ich sagte:

– Ich will es wirklich.

Hillel antwortete, dass er sich mit RABASH beraten werde.

– Wann? – fragte ich.

– Ich werde es heute versuchen.

– Könnte man es jetzt klären? Ich werde warten“, sagte ich.

Hillel sah mich an, hielt inne und fragte:

– Was passiert, wenn RABASH beschäftigt ist?

– Ich habe Zeit, antwortete ich.

Hillel, ging in den zweiten Stock zu RABASH – er lebte im Haus, und kehrte bald zurück.

– RABASH stimmt zu, sagte er. – Komm.

Von diesem Moment an, vor etwa vierzig Jahren, fing die neue Periode in meinem Leben an, die wichtigste Periode.

Das nenne ich auch – das Leben.

 

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Fortsetzung folgt…

Immer mit mir Teil 13

 

“schlaue” Kabbalisten

Dank RABASH begann ich zu erkennen, was Baal HaSulam dir „antut“! Er begleitet dich und schwingt dich so, dass es Hoffnung gibt zu verstehen. Du greifst nach dieser Hoffnung, freust dich…und plötzlich verschwindet alles. Und du bist verzweifelt, wie kommt’s?!! Es war doch so klar, so logisch….. Warum ist jetzt alles weg?!

Weil Baal HaSulams Aufgabe eine andere ist. Er führt dich dazu, dass dein Gehirn, dein Verstand, auf den du dich dein ganzes Leben lang gestützt hast, nichts mehr bringt.

Versuch dies rechtzeitig zu verstehen, damit du den Weg nicht verlängerst. Aber es ist nicht so einfach, den irdischen Verstand hinter sich zu lassen und sich dem Unbekannten hinzugeben. RABASH verlangte, dass ich bereit war, zwischen den Worten zu lesen, damit alles, was untersucht wurde, transparent ist. Um durch diese Transparenz in eine andere Realität einzutreten. Dies wird als innere Offenbarung bezeichnet.

Wenn du die Welt hinter diesem Buch, hinter seinen Worten verstehst, wenn du eine andere Welt durch Worte betrittst. RABASH gab mir das Gefühl, dass es solch eine Möglichkeit gibt.

Und ich erkannte, dass ich es nicht verfehlen kann.

 

 [# 242476]

Fortsetzung folgt…

Immer mit mir – Teil 12

 

Aufkeimender Zweifel  

Plötzlich wurde mir klar, dass es auch eine andere Art von Studium gibt. Nicht rational, nicht so wissenschaftlich, nicht wie ich es gewohnt war. Obwohl ich weiterhin bei Hillel studierte, konnte ich von diesem Moment an nicht mehr, wie bisher, in das Studium der Texte eintauchen, um Geschriebenes zu verstehen, um zu wissen, zu lernen und zu genießen, was ich gelernt hatte.

RABASH „ruinierte“ mein Vergnügen. Er säte Zweifel in mir, die sich zu einem einzigen aufdringlichen Gedanken kristallisierte: “Ich will in das zu untersuchende Material eindringen”.

 

[# 242379]

Fortsetzung folgt…

Immer mit mir – Teil 11

 

Hat er mich verlassen?!  

Ich war verletzt und wütend auf RABASH, die Tatsache, dass ich nichts verstand… Nun, ich wusste nicht, was man hätte tun können. Ich fing gerade erst an. Hat er mich deshalb verlassen?! Er hatte ein Feuer in mir entzündet und ließ mich plötzlich allein, verbrennen. Er hat mich verlassen. Wie konnte er nur?!

Erst danach wurde mir klar, was RABASH mir antat. Er hatte mich getestet, überprüft, ob ich empört bin. Würde ich nach einer Möglichkeit suchen, nichts mehr zu verstehen, oder würde ich das Wissen bevorzugen, wo mein „Ich“ unverletzt blieb? Im Grunde genommen wollte er herausfinden, ob ich der Mühe überhaupt wert war. War ich reif für Schmerzen, für eine echte Suche, für Wachstum, sollte man in mich die Kraft investieren oder nicht?

Damals war ich empört, heute sehe ich, wie alles von ihm genau geplant war. Der Höhere bringt immer den Unteren zur Welt. Der Untere kann sich selbst nicht zur Welt bringen. RABASH prüfte, ob ich bereit war mich zu ändern. Würde er mich erwecken wie ein weinendes Baby, vielleicht ohne zu verstehen, was ich brauche, einfach, weil ich mich schlecht fühle? Er wollte ein unbewusstes Gebet von mir. Er wollte, dass ich ihn zwinge, sich um mich zu kümmern.

Und so war es auch. Ich hatte RABASH noch nicht „getroffen“, aber die Tatsache, dass er mich „weggestoßen“ hat, brachte mich zu dem großen Wunsch, zu ihm, durchzudringen.

RABASH sah alles, fühlte und schwieg.

 

[# 242374]

Fortsetzung folgt…

Immer mit mir – Teil 9

 

Hillel zündet an

 

Am nächsten Tag kam ich mit einem Tonbandgerät. Wir begannen zu lernen.

Etwa zwei Monate später, als die erste Begeisterung vorbei war und ich verstehen konnte, was vor sich ging, zog ich meine wichtigste Schlussfolgerung. Ich bin auf dem richtigen Weg, mit dem richtigen Lehrer. Ich hatte keine Angst mehr Fragen zu stellen und ich stellte die richtigen Fragen. Ich fragte nach dem Verhalten der höheren Kraft gegenüber uns, über den Plan der Schöpfung und seine Verwirklichung in uns. Hillel bewältigte alle Fragen. Nun verschärfte ich sie.

Ich wollte ihn überhaupt nicht verwirren, und ich wollte nicht den Ablauf der Lektion stören, aber ich wollte jedes Mal mehr und mehr klären. Ich war so durstig nach dieser Wissenschaft wie nach nichts anderem im Leben.

Er hat meine Neugier immer mehr angespornt. Er antwortete ohne zu überlegen, als ob er wusste, welche Frage ich stelle.

Er hat konkrete, einfache Erklärungen gegeben, wie in der Mechanik. Es gibt Licht, es gibt ein Gefäß, sie interagieren miteinander. Plötzlich stellte sich heraus, dass es möglich war, absolut alles zu erklären.

Wir begannen, die Lehre von Zehn Sefirot zu studieren. Er offenbarte uns das System der Welten, er führte uns von einer Kraft zur  anderen, er war reich an genauen, ausgezeichneten Kenntnissen und er konnte es gut vermitteln.

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Fortsetzung folgt…

Immer mit mir – Teil 7

 

Schock

 

Wir saßen in einem leeren Raum im Haus. Es war dunkel, der Donner rumpelte wieder, Blitze funkelten, der Winter erwies sich als stürmisch, doch hier war es warm und gemütlich. Nun, wo wollten wir noch hin?! Wir begannen zu lernen.

Normalerweise beginnen wir mit „Einführung in die Wissenschaft der Kabbala“ sagte Hillel.

Ich dachte: „Dabei kann ich ihn testen”. Wir haben diese Einführung studiert. Ich wusste damals nicht, dass das „Lernen“ in der Kabbala nicht dasselbe ist wie in der Physik und Mathematik. Das Wissen spielt hier keine Rolle. Das Verständnis davon kommt später. Während ich mir selbst sicher war und mich darauf vorbereitete, Hillel zu testen, saß er vor uns, krank, müde und wischt sich seine tränenreichen Augen mit einem Taschentuch ab,er seufzte.

Ich sah ihn an, und ich dachte nicht einmal im Traum daran was gleich passiert. Er begann den ersten Satz aus der Einführung in die Wissenschaft der Kabbala zu lesen und zu erklären…

– Rabbiner Hanania ben Akashiya sagte, “las er“. Der Schöpfer wollte Israel ehren… Im Hebräischen ist das Wort „ehren“ dem Wort „Reinigung“ ähnlich. Dies warf zwei Fragen auf:

  1. a) Was ist das Privileg, das der Schöpfer uns gewähren möchte?
  2. b) Was ist das für eine „Unreinheit“, von der Er uns säubern will?

Hillel hebt seine tränenreiche Augen auf uns und fragt nach Baal Sulam:

– Also, wovon will er uns befreien?

Er wartet nicht auf unsere Antwort und beginnt zu erklären.

Diesen Moment vergesse ich nie. Plötzlich fühlte ich mich, als wäre ich buchstäblich an den Stuhl gefesselt. Ich zitterte. Ich sah ihn an und konnte meine Augen nicht von ihm ablenken. Noch nie in meinem Leben hatte ich eine so klare, präzise und wissenschaftliche Erklärung gehört. Vor mir stand kein kranker, alter Mann, sondern ein Kämpfer mit Schild und Schwert in der Hand. Das war kein müder, niemandem bekannter Lehrer, sondern ein Großer Weiser. Die Welt hat so einen noch nie gesehen.

Er erklärte die kompliziertesten Dinge, „Quantenphysik, höhere Mathematik“ der spirituellen Welt, aber in einer sehr einfachen Form, mit genauen Definitionen, einfach und klar. Er offenbarte uns den großen Baal HaSulam. Er drehte uns den Verstand um.

Wie fühlte ich mich damals? Nun, wie fühlt es sich an, den schrecklichen Schmerz, das große Leiden, die tödliche Krankheit loszuwerden, wenn bei Ihnen bereits diagnostiziert wird: “unheilbar!” Doch plötzlich stellte sich heraus, dass es eine Heilung gibt, und du wirst dich definitiv erholen.

All meine Fragen: „Wofür ich?“, „Warum ich?“, „Woher komme ich?“, „Wer bin ich?“, alle meine persönlichen Fragen, die mich verletzt haben und globale Fragen gleichzeitig: „Wofür ist die Welt da?“, „und das ganze Universum?“ – alles klärte sich plötzlich auf, es stellte sich heraus, dass sie eng miteinander verbunden sind, und es gibt Antworten auf sie. Ich verstand – „Ich habe es gefunden! Hier ist es echt! Lass es bloß nicht los!“

Und vor allem fühlte ich mich, als wäre ich zu Hause. Dass mein Weg voller Verzweiflung und ohne Ausweg, mit Leere und Depression, dass er hier in diesem Haus, am Rande von Bnei-Brak, endet.

[# 242091]

Fortsetzung folgt…

Immer mit mir – Teil 6

 

Ich bekam eine Chance

 

Als wir dort ankamen, war da wieder dieser alte Hauptmann.

Damals wusste ich nicht, dass es RABASH war, der größte Kabbalist, dem ich mein Leben verdanke, nicht mehr und nicht weniger als das. Ich war damals niemand, um dies zu verstehen. So sind dem Menschen die Augen, Ohren, Verstand verschlossen und man sieht nicht, wer vor einem steht. Man ist bereit, aufzugeben und zu gehen. Aber trotzdem, man hält dich fest, gibt dir die Chance, dich festzuhalten.

Auch mir wurde diese Chance gegeben.

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Es war die erste Spur, was ich auf dem Gebäude sah.

Das Schild für „ARI-Aschlag“[1]. Ich sah dieses Schild am Vorabend nicht. Ich wusste, dass ARI ein großer Kabbalist des 16. Jahrhunderts war. Chaim und ich versuchten, seinen „Lebensbaum“ zu lesen.

Ich wusste, wer Rabbi Ashlag war. Wir lasen sein Lehrbuch „Die Lehre der zehn Sefirot“[2], das nicht einfach war. Wir arbeiteten an seiner “Einführung in die Wissenschaft der Kabbala“[3] und dachten, wir hätten etwas verstanden. Kurz gesagt, es beruhigte mich ein wenig.  „ARI-Aschlag“ war definitiv die Kabbala.

Wir kamen herein, RABASH rief einen der alten Männer, er nannte ihn Hillel, rief ihn zu sich wie ein Kind und sagte:”Hillel, komm her, lerne mit ihnen”.

Damals war Hillel etwa 65 Jahre alt, er war ein kranker alter Mann, mit tränenreichen Augen und einem blassen Gesicht, er konnte sich kaum bewegen. Ich dachte noch: „Wird er uns das beibringen?”

Danach erfuhr ich, dass Hillel ein Nachkomme einer berühmten chassidischen Familie war, hätte das Oberhaupt der Dynastie sein können, aber eines Tages, als er jung war, traf er RABASH. Sie begannen über innere Arbeit, über die höhere Lenkung zu sprechen, und Hillel sah plötzlich, dass RABASH etwas weiß, wovon er keine Ahnung hat. Er war erstaunt, woher RABASH dieses Wissen hatte, er war begeistert, ließ alles zurück und hängte sich an RABASH. Wie sich danach herausstellte, für immer.

Ich fand später alles über Hillel heraus, doch bis dahin war ich sehr unsicher, ob ich etwas von ihm bekam was ich suchte. Ich sah mir wieder die Tür an und dachte darüber nach, wie man unbemerkt verschwinden könnte… aber ich blieb. Dank RABASH. Plötzlich bemerkte ich, wie leicht seine Bewegungen waren, wie er mit der Hand irgendwie besonders auf uns zeigte, wie er mir zu nickte. Ja, ja, das war es, woran ich mich erinnere. Er sah mich so an, dass ich beschloss, mich nicht zu beeilen und zu bleiben.

Jetzt weiss ich, dass RABASH schon damals alles über mich wusste.

[1] „ARI-Ashlag“ Name setzt sich aus den Namen der Kabbalisten zusammen: Yehuda-Ashlag (Baal HaSulam) und ARI – der vollständige Name von Yitzhak Luria Ashkenazi (1534-1572). Einer der größten Kabbalisten in der Geschichte der Menschheit. Er schuf ein grundlegendes System der Kabbala-Ausbildung. Mit seiner Methodik kann jede Person dank dem Studium der Kabbala zum Ziel der Schöpfung kommen. Sein Hauptwerk ist das Buch „Der Baum des Lebens“.
[2]  TES – Talmud Eser Sefirot (Hebräisch – „Lehre der Zehn Sefirot“) – das wichtigste kabbalistische Lehrbuch unserer Zeit (6 Bände, mehr als 2000 Seiten). Das Haupterbe von Baal HaSulam. Obwohl Baal HaSulam als Autor des Kommentars „Sulam“ zum Buch Sohar bekannt ist, aber für diejenigen, die in die höhere Welt eintreten wollen, gibt das Werk “Die Lehre der zehn Sefirot“ die notwendigen Kräfte, um die Grenze zwischen unserer und der höheren spirituellen Welt zu überwinden. Das Buch enthält Fragen und Antworten, Materialien zur Wiederholung und Erinnerung, Erklärungen, Grafiken, Zeichnungen und so weiter. Das Buch bietet eine Beschreibung der Gesetze und Kräfte, die unser Universum regieren.
[3] Baal HaSulams Artikel, der vor dem Buch Sohar und den TES zu studieren beginnt.

 

[# 242008]

Fortsetzung folgt

Michael Laitman – Immer mit mir – Teil 1

Über meinen Lehrer RABASH[1]

 

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RABASH, der älteste Sohn und Schüler von Baal HaSulam, setzte das Werk seines großen Vaters fort, war der letzte in der Kette der großen Kabbalisten von Adam bis heute. In seinen Werken gab RABASH eine detaillierte Beschreibung der Phasen des spirituellen Weges des Menschen. Michael Laitman (PhD-Philosophie, MSc Biokybernetik) ist ein weltweit anerkannter Forscher auf dem Gebiet der klassischen Kabbala, Student bei RABASH, Gründer und Leiter der International Kabbala Academy (IKA), einer unabhängigen, gemeinnützigen Vereinigung, die Forschung- und Bildungsarbeit auf dem Gebiet der Wissenschaft der Kabbala leistet.

М. Laitman ist der Autor von mehr als 70 Büchern, die in 40 Sprachen übersetzt wurden, die ausführliche Kommentare zu allen authentischen Kabbalistischen Quellen enthalten.

Copyright [c] 2019 by Laitman Kabbalah Publishers

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Die wichtigste Frage des Lebens

 

Ich kam zu RABASH, müde davon, ständig zu suchen, hungrig nach der Wahrheit. Ich hatte mein ganzes Leben lang vergeblich nach ihr gesucht.

„Warum lebe ich?“ – Diese Frage quälte mich, trocknete mich buchstäblich aus. Ich erinnere mich an mich selbst als Kind, als ich im hohen Gras eines Stadtparks lag, die Sterne ansah und traurig und hoffnungsvoll dachte: „Vielleicht kommt die Antwort von dort? Was ist der Sinn meines Lebens, nun, was ist er?“ Ich hatte noch nicht einmal angefangen zu leben, ich wurde schon von Sehnsüchten aufgefressen. Eine Sehnsucht nach einem unbekannten, hohen, wahren Ziel.

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Jahre vergingen, ich versuchte, die Antwort in der Wissenschaft zu finden, in Büchern zu lesen, logisch zu verstehen. Aber es klappte nicht. Es wurde nur noch schlimmer. Die Leere und Hoffnungslosigkeit all meiner Bemühungen wurde immer deutlicher. Irgendwann dachte ich sogar, dass ich sterben würde, ohne etwas zu erreichen. Ich zog nach Israel. Ich arbeitete vier Jahre lang in der Armee, reparierte die Elektronik von Flugzeugen.

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Danach gründete ich mein eigenes Unternehmen, das ein gutes Einkommen brachte, kaufte eine zweistöckige Penthouse-Wohnung, versuchte, die Reichen und Adligen nachzuahmen, glaubte, ich werde vergessen…

Aber nein, ich konnte es nicht, ich stand nachts auf, ging in den Hof hinaus und konnte mir nicht helfen, Tränen flossen aus meinen Augen. „Was zum Teufel ist das?“ – fragte ich mich und wandte mich an jemanden, wusste nicht an wen: „Gib mir wenigstens eine Richtung, wohin ich schauen soll?!“

Irgendwann glaubte ich, die Antwort sei bei den Religiösen und beobachtete.

Sie sind so friedlich, ruhig – anscheinend haben sie den Sinn des Lebens gefunden. Ich ging nach Jerusalem, zu einem berühmten russischsprachigen Rabbiner, der mir ernsthaft erzählte, dass die Schlange auf zwei Beinen stand – „Nicht wahr? So steht es geschrieben!“

“Soll ich es glauben?”,  fragte ich ihn.

“Natürlich, sieh nur, es steht da schwarz auf weiß!”, antwortete er.

Ich erschrak sofort vor der absoluten Unwissenschaftlichkeit.

So traf ich mich mit Branover, einem Doktor der Physik, der zu einem religiösen Mann wurde. Ich dachte, Physiker, ein Mann der Wissenschaft…Aber es ging nicht.

Drei Monate lang habe ich in Kfar Chabad[2] studiert, studierte den Talmud[3] mit Jugendlichen und las „Tanya“[4]. Ich ging weg.

Im Laufe dieser „Suche“ traf ich einen Freund, der, wie ich, auf der Suche war. Sein Name war Chaim Malka, wir wurden Freunde. Wir begannen uns jede Nacht zu treffen und arbeiteten uns systematisch durch alle Bücher hindurch. Chaim las laut, und ich schrieb, als wäre ich an der Uni. So studierten wir viele Bücher von RAMAK[5] und RAMCHAL[6].

Aber ich hatte das Gefühl, dass die Bücher nicht mehr helfen Und noch mehr: “sie werden uns nicht helfen”. Ich verstand es jetzt – alleine können wir nicht durchbrechen. Wir müssen nach dem Lehrer suchen. Denjenigen, der diesen Weg bereits gegangen ist.

Gesagt, getan! Wir fingen an zu suchen.

Wir trafen uns mit Baba Sali[7], alle sagten, er sei ein Kabbalist. Er erwies sich als ein einfacher, sehr offener Mensch, der erzählte, was er sah, aber er konnte es nicht erklären.

Dann kam ich zum Zentrum von Berg[8].

Ich kaufte alle Bücher die sie hatten. Ich traf mich mit Berg selbst, nahm sogar ein paar Lektionen von ihm, bis er die Erklärung mit dem Kosmos verbunden hat. Hier wurde mir klar, dass es definitiv nicht meins war, ich konnte keine Mystik ertragen…

So ging ich nach Jerusalem, zu Yitzhak Silberman.

Er war ein anerkannter Kabbalist, lebte in Jerusalem. Er lehrte die Kabbala nach Vilna Gaon[9] und war ein religiöser Mann, der von allen respektiert wurde. Nicht wie der Mystiker Berg, den keiner ausstehen konnte. Er sagte mir: „Du und ich leben unter den Gläubigen, also sollten wir den Talmud studieren. Er wird uns Schutz gewähren, damit wir die Kabbala studieren können. Weil niemand die Kabbala mag.“

Ich fing an, von ihm zu lernen. Er gab einige Grundlagen der Kabbala basierend auf dem Buch „Safra de Zniüta“ Vilna Gaon. Aber auch er konnte mir nichts erklären! Er hat es einfach vorgelesen und das war alles. Das machte mich wütend: „Nun, worum geht es hier bitte?“,  fragte ich. Er antwortete: „Wir werden es eines Tages herausfinden“. Ich war nicht zufrieden mit diesem „eines Tages“. Ich brauchte Antworten, keine Versprechungen. Dann kam Silberman zu mir nach Hause und sah die Bücher von Baal HaSulam[10] in meinen Regalen.

Er wurde blass, zeigte auf die Bücher und sagte: „Es ist besser, sie im Keller zu verstecken, außer Sichtweite.“ Da beschloss ich, dass es an der Zeit war, mich von ihm zu verabschieden. Dies war das erste Mal, dass ich Baal HaSulam verteidigte, obwohl ich nicht wusste, dass ich den Rest meines Lebens mit seinem Erbe verbinde.

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[1] RABASH – Baruch Shalom a-Levy Ashlag (1907-1991), Sohn und Schüler von Baal HaSulam – dem größten Kabbalisten des XX Jahrhunderts.
[2] Kfar Habad (Hebräisch: ד „חב כפר – (Chassidische religiöse Siedlung), CHABAD in Israel. CABAD – Verweis auf den   Chassidismus, wird Lubavitcher Chassidismus genannt.
[3] Talmud – (die Lehre), eine Reihe von rechtlichen, religiösen und ethischen Bestimmungen des Judentums, die Mishna und Gmara in ihrer Einheit umfassen.
[4]  Tanya (hebräisch תניא) (oder Likutei Amarim (hebräisch אמרים ילקוטי)) – das Basalbuch von HABAD.
[5]  RAMAK – Moshe Cordovero r. (1522-1570) – berühmter Kabbalist, Vertreter der Kabbala-Schule von Safet, Autor vieler Bücher.
[6] RAMCHAL – r. Moshe Chaim Lutsatto (1707-1747) – Kabbalist, Autor von Dutzenden von Büchern über Kabbala und jüdische Ethik.
[7] Israel Abuhatsir (auch bekannt als Baba Sali, was „betender Vater“ oder „Vater Israel“ bedeutet; 1889-1984) Er war ein Kabbalist, ein spiritueller Führer der marokkanischen Juden in Marokko und Israel.
[8] Kabbala Berg Center – gegründet 1971 von F. Berg. Er ist ein Schüler des J. Brandwein – einer der Schüler von Baal HaSulam.
[9] Vilna Gaon, Rav Eliyahu ben Shlomo Salman (1720 – 1797) –  Kabbalist, hervorragende spirituelle Autorität.
[10] Baal HaSulam – Yehuda Ashlag r. (1884-1954). Gründer der modernen Kabbala-Methode. Autor von Kommentaren zu den Werken von ARI. Der Name „Baal HaSulam“ wurde ihm nach seinem Kommentar „Sulam“ („Treppe“ – Hebräisch) zum Buch Sohar gegeben.

 

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Fortsetzung folgt…