Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Natur'

„Wie man eine zerstückelte Welt wiederherstellt und Frieden schafft“ (Times of Israel)

 
Die Times of Israel veröffentlichte meinen aktuellen Artikel „Wie man eine zerstückelte Welt wiederherstellt und Frieden schafft“.

 

Die Welt beginnt ein neues Jahr und trägt eine schwere Last auf ihren Schultern. Eine niemals zuvor gekannte Anzahl von Menschen weltweit, rund 168 Millionen, wird im Jahr 2020 aufgrund globaler Krisen und Konflikte dringend humanitäre Hilfe und Schutz benötigen, so der UNO Überblick für dieses Jahr und die Zukunft.

Warum sollten wir weiterhin denselben Teufelskreis wiederholen? Können wir als Menschheit es nicht besser machen? Sicher können und sollten wir das. Wir müssen nur wissen, wie.

Die Anzahl und Intensität höchst gefährlicher Konflikte hat nach Angaben von UN-Vertretern zum ersten Mal seit vier Jahren zugenommen. Man rechnet damit, dass jeder 45. Mensch aufgrund der Instabilität der Welt sogar für grundlegendste Bedürfnisse wie Nahrung, Unterkunft und Gesundheitsversorgung humanitäre Hilfe benötigt.

Nach jedem Krieg wird recherchiert, werden Bücher und Theaterstücke über das Streben und Begehren nach Frieden geschrieben, doch scheint dies nur ein Wunschtraum zu sein. Doch was bedeutet letztendlich Frieden? Ist er das Gegenteil von Krieg oder etwas anderes? Eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit dem Begriff „Frieden“ aus der Perspektive der Weisheit der Kabbala wirft neues Licht auf dieses wichtige Ziel und wie es zu erreichen ist.

Nach schweren Konflikten, Kriegen und viel Leid bleibt den Menschen nichts anderes übrig, als Waffenstillstände, Aufrüstungen und Friedensverträge abzuschließen. Und jedesmal steht die Frage im Raum, wie lange sie bis zum nächsten Ausbruch andauern werden.

Die Essenz des Begriffs „Frieden“ bedeutet im Hebräischen (Shalom) Ganzheit (Shalem). Ist die bloße Abwesenheit von Krieg ausreichend, um Ganzheit zu erfahren? Sicherlich nicht. Eine tiefere Analyse des Begriffs „Frieden“ bringt uns zu der gemeinsamen Wurzel unserer Natur, der Wurzel, von der aus wir uns aufspalten in männliche und weibliche Teile, unzählige Arten und verschiedene Nationen.

Heute sind wir Milliarden von Menschen. Wir nehmen uns selbst als voneinander getrennt wahr, und oft nicht einmal im Frieden mit uns selbst. Das Unverständnis darüber, wie wir Frieden finden können, ist das zentrale Problem der Menschheit.

Die Weisheit der Kabbala lehrt, dass die Natur uns zu einem Zustand des absoluten Friedens entwickelt. Um dem Frieden näher zu kommen, müssen wir jedoch das globale Prinzip anerkennen: Die Natur ist ein integrales System, dessen Bestandteile sich alle gegenseitig bedingen.

Wir Menschen sind die einzigen, die das empfindliche Gleichgewicht auf dem Planeten übertreten.  Mit unserem engstirnigen Egoismus, d.h. dem Wunsch, uns selbst auf Kosten anderer zu bereichern, fügen wir der Menschheit, der Welt und der Natur Leid zu. Interessant ist, dass bereits 1930 Rav Yehuda Ashlag (Baal HaSulam) den vernetzten Zustand der Welt erkannt hat:

„Wundern Sie sich nicht, wenn ich das Wohlergehen eines bestimmten Kollektivs mit dem Wohlergehen der ganzen Welt verbinde, denn tatsächlich sind wir bereits soweit, dass die ganze Welt als ein Kollektiv und eine Gesellschaft betrachtet wird. (Yehuda Ashlag, „Frieden in der Welt“)

Die Vorbereitung auf einen Zustand des absoluten Friedens erfordert für viele Jahre eine umfassende Investition in die gesellschaftliche Bildung.. Dann wird es möglich sein,  das menschliche Verhalten und den Zustand der Welt aktiv zu verändern.

Hier kann die Weisheit der Kabbala mit ihrem Wissen um die Natur helfen. Sie lehrt, wie man eine innere Veränderung der menschlichen Natur bewirken kann, die den Willen stärkt,  den Zustand des Friedens zu erreichen. Auf dem Weg dorthin ist es notwendig zu lernen, mit Gefühlen der Feindseligkeit, die Völker und Nationen getrennt haben, richtig umzugehen. Genau wie bei einem Paar, das sich nach einem Streit wieder versöhnt, kann auch hier gerade durch die Vereinigung über dem großen Hass eine stärkere Verbindung aufgebaut werden.

Sprüche (10,12) lehren uns, dass „Liebe alle Übertretungen bedeckt“, und dies geschieht auch in der Natur. Alles definiert sich durch sein Gegenteil: Licht und Dunkelheit, Hitze und Kälte, Süßes und Bitteres und so weiter. Rabbiner Nachman von Breslov erklärte: „Das Wesen des Friedens ist der Versuch, Frieden zu schaffen zwischen zwei Gegensätzen“. (Likutei Etzot, „Frieden“)

Der Friedensprozess hängt von der Entwicklung fortschreitender Verbindungen von Gegensätzen und der Einbeziehung von Gegensätzen in einem solchen Ausmaß ab, dass eine neue Wahrnehmung entsteht, in der es nicht mehr „sie und uns“ gibt, sondern eine Gemeinsamkeit, die wächst und sich entwickelt. Es gibt keine Grenzen in einem Zustand des absoluten Friedens; alle existieren als gemeinsamer Raum, und es macht keinen Unterschied, wo man sich befindet. Regierungsbüros, Steuern, Ernten, Ressourcen, Budgets – all das wird Eigentum der Menschen, die sich in Frieden vereint haben, und so erlangen sie einen neuen Grad an Wohlstand.

Nichts ist wichtiger als der echte Frieden, auf den die menschliche Entwicklung zusteuert. Die Kabbala bietet eine Methode, dies schnell und angenehm zu verwirklichen, mit wachsendem Bewusstsein, Verständnis und Gefühl. Wir brauchen sie nur anzuwenden.

Des Menschen optimistische Natur hilft ihm, die vollständige Entwicklung zu erlangen

In den Nachrichten (übersetzt aus Science Daily): „Die Menschen sind von Natur aus allgemein optimistisch, wie eine Studie zeigt“ Trotz der Miseren von wirtschaftlichen Rezessionen, Kriegen und Hungersnöten, bis zur Grippeepidemie, welche die Erde heimsuchen, sind die Menschen von Natur aus optimistisch, wie eine neue Studie der Universität von Kansas und eine Gallup-Umfrage zeigen…

 Achtundneunzig Prozent der Menschen weltweit erwarten, dass die nächsten fünf Jahre gleich gut oder besser werden, als ihr jetziges Leben, und 95 Prozent der Menschen erwarten, dass ihr Leben in fünf Jahren gleich gut oder noch besser sein wird, als es ihr Leben vor fünf Jahren war…

In Bezug auf Länder ist der Optimismus in Irland, Brasilien, Dänemark und Neuseeland am größten und am geringsten in Simbabwe, Ägypten, Haiti und Bulgarien. Die USA belegen den 10. Platz auf der Liste der optimistischen Länder.

 Mein Kommentar: Wegen unserer egoistischen Natur sind wir ständig gezwungen, unsere Existenz zu rechtfertigen. Die Tendenz zum Optimismus ist notwendig, um uns dabei zu helfen, zu unserer vollständigen Entwicklung im Leben zu gelangen (nicht, um uns davon abzulenken) und dann den Kurs zu ändern. Daher wird sich alles nur verschlimmern, bis ein Mensch erkennt, dass alles sich verändern muss. Sogar bis zum letzten Augenblick wird er weiterhin denken, dass alles besser wird.

Verwandtes Material:
Blog-post: Der Aufschwung an der Börse – Nichts weiter als die Ruhe vor dem Sturm
Blog-post: Jeder von uns kann die Welt mit seinen Gedanken verändern
 
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Neues Leben # 1172 – Umgang mit negativen Gefühlen

 

Neues Leben # 1172 – Umgang mit negativen Gefühlen
Dr. Michael Laitman im Gespräch mit Oren Levi und Nitzah Mazoz

 

Das Heilmittel gegen Depressionen ist die Freude an der Entdeckung der Ursache für alles, was uns passiert, die Quelle allen Lebens. Negative Emotionen überwältigen uns wegen der egoistischen Natur zu genießen, die uns zum Aufbau einer feindlichen und bösen Welt geführt hat. Heute ist niemand mehr zufrieden und die negativen Gefühle verstärken sich. Die negativen Emotionen erwachen in uns, so dass wir uns ändern werden, indem wir eine gute Umgebung aufbauen, in der wir fühlen und erfüllen, was gut für andere ist. Das System der Natur gibt uns negative Gefühle, so dass wir sie durch positive Beziehungen ausgleichen können. Die Weisheit der Kabbala lehrt uns, wie wir Beziehungen schaffen können, die dem System der Natur entsprechen.

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Aus KabTVs „New Life # 1172 – Umgang mit negativen Gefühlen“, 29.10.19

Wurzeln und Zweige – Ursachen und Folgen

Die Worte des Lehrers können niemals das höhere Wissen vermitteln. Es befindet sich außerhalb von Zeit, Raum und Bewegung. (Baal HaSulam, „Das Wesen der Wissenschaft Kabbala“)

Es handelt sich um die Höhere Welt, die außerhalb von unserer Wahrnehmung liegt, und deshalb können wir keinen geeigneten Gegenwert zu dem finden, was sich darin befindet. Schließlich gibt es in unserer Welt keine entsprechenden Worte, Ausdrücke, Kräfte, Handlungen, Beziehungen wie in der Spiritualität.

Es gibt dann ein Problem: Wie kann man die spirituelle Welt mit unseren Worten einem Menschen erklären, der gerade erst mit seinem Weg beginnt? Deshalb sagt Baal HaSulam, dass wir versuchen sollten, es in der Sprache der Zweige darzustellen. Was bedeutet aber „die Sprache der Zweige“?

Trotz der Tatsache, dass die höhere Welt mit unseren gegenwärtigen Eigenschaften völlig unbegreiflich ist, steigt alles, was sich in ihr befindet, in unsere Welt herab und bildet hier Zweige – die Folgen daraus.

Wenn wir die Sprache der Zweige richtig verwenden, das heißt, wir benennen die Eigenschaften der Höheren Welt mit Wörtern, Bildern und Begriffen unserer Welt, können wir alles, was dort existiert, richtig ausdrücken und unser Wissen vom Lehrer zum Schüler oder zwischen den Menschen übertragen, ohne Verwirrung zu verursachen.

Angenommen es gibt in der Höheren Welt einige Wechselwirkungen zwischen den Punkten „A“ und „B“ (Wurzeln). Und in unserer Welt sehen wir ihre Folge als „a“ und „b“ (Zweige).

Folglich können wir dann sagen, dass von der Höheren Welt in unsere Welt eine Eigenschaft herabgestiegen ist und in ihr eine bestimmte Folge gebildet hat, das heißt, wir können über das Zusammenspiel von Wurzeln und Zweigen sprechen.

Frage: Kann man etwas über ein großes „A“ anhand des kleinen „a“ sagen?

Antwort: Wir können nur eines sagen: das kleine „a“ und das große „A“ stehen zueinander als Ursache und Wirkung. Das große „A“ ist die Ursache, das kleine „a“ ist die Folge. Gleiches gilt für das große und kleine „B“. Deshalb werden sie als „Wurzel“ (Ursache) und „Zweig“ (Folge) bezeichnet.

Auf diese Weise besteht ein Zusammenhang zwischen den Eigenschaften des Höchsten und unserer Welt. Und wenn wir Wahrnehmungen der Höheren Welt haben, dann können wir bereits sagen, dass wir uns von den Zweigen zu den Wurzeln bewegen. Wir verstehen dann unter den Zweigen unserer Welt das Zusammenspiel der Wurzeln.

Aus dem Unterricht von 27.10.2019

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“Liebe deinen Nächsten” ist die Bedingung, die uns die Natur stellt

Frage: Es gibt Menschen, Gruppen und Organisationen, die sich selbst als ein Ganzes und der Natur nahe ansehen. Sie sagen, sie würden einander, die Pflanzen und die Tiere lieben. Bedeutet dies „liebe deinen Nächsten“?

Antwort: „Liebe deinen Nächsten“ ist ein Gesetz der Natur, eine Bedingung der uns umgebenden Welt. Diese Bedingung wird uns nun plötzlich enthüllt, weil wir uns zu ihr hin entwickelt haben, ähnlich einem Kind, das zu einem Erwachsenen heranreift, und so fortan die Gesetze der Gesellschaft befolgen muss.

Man stelle sich vor, alle Medien würden plötzlich ankündigen, dass jeder bis Jahresende nach dem Gesetz „liebe Deinen Nächsten“ leben müsste und jeder, der dazu nicht in der Lage sei, würde hingerichtet werden. Das ist überhaupt nicht lustig – das ist die Bedingung, die die Natur uns gestellt hat. Wir sind jedoch unfähig dies zu sehen.

Was sollen wir also tun? Wir müssen lernen, wie wir “ liebe deinen Nächsten“ erreichen können. Wir müssen herausfinden, was dieses Gesetz bedeutet und was die Natur von uns will. Wir können dieses Gesetz nicht umgehen – wir müssen es lernen. Aber wie?

Indem wir lernen. Das ist das einzige Mittel, um die Menschen begreifen zu lassen, dass ein Weglaufen unmöglich ist und die einzige Lösung, die eigene Korrektur mittels einer besonderen Kraft der Natur ist. Diese besondere Kraft nimmt Einfluss auf eine Person, die den Wunsch nach Korrektur hegt, damit sie die Stufe des „liebe deinen Nächsten“ erreichen kann.

Es ist so wie eine Wellenfrequenz unter Millionen von Frequenzen. Du wirst sie nur erfahren, wenn Du den Wunsch nach ihr hast. Die Natur verlangt von dir, dass du dich auf diese Frequenz einstellst, in der du fühlen wirst, dass „liebe deinen Nächsten“ das einzige ist, was du möchtest! Dann wird diese Kraft kommen und dich korrigieren.

Alle anderen Versuche werden uns in Krisen führen, damit wir diesen Weg zum Ziel finden. Andere Wege um uns herum, verschwinden gerade nach und nach. Das wird die „ägyptischen Plagen“ genannt, und sie werden uns schließlich erkennen lassen, dass wir keine andere Wahl haben. Wenn wir uns in völliger Dunkelheit wiederfinden, werden wir mehr als bereit sein wegzulaufen, um nur eines zu erreichen – „liebe deinen Nächsten“. Wo sind die Menschen von Ägypten aus hin gelaufen? Nur zur Liebe, wie die Verbindung bewies, die später auf dem Berge Sinai stattfand.

Verwandtes Material:
Blog-post: Wir werden uns entwickeln, um Macht über die ganze Natur zu erlangen
Blog-post: Der Schöpfer und die Natur sind dasselbe
 
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Das Gesetz des absoluten Gebens

Das Gesetz der Schöpfung ist es, den Nächsten wie sich selbst zu lieben. Das heißt, wir sind verpflichtet, uns um unseren „Nächsten“, um den Freund zu kümmern, mehr als um uns selbst; es ist notwendig, ihm „das letzte Hemd“ zu geben. Es ist nicht so, dass du noch ein zweites Hemd hast und du ihm dieses aus Freundlichkeit für eine Zeitlang ausleihst. Liebe ist, wenn du das, was für dich am notwendigsten ist, ihm gibst, und du selbst deswegen leidest, oder besser gesagt genießt, weil du ihm Freude bereitet hast. Das Gesetz ist in der Schöpfung verborgen. Und in dem Maße, müssen wir dieses Gesetz entsprechend unserer Entwicklung befolgen; wenn wir es uns nicht wünschen, leiden wir unter der Unterschiedlichkeit der Form.

Wir leben in einem System von Gesetzen, die den ganzen physischen Raum durchdringen und die uns nach und nach entsprechend der Stufe unserer Entwicklung offenbart werden. Vor zweihundert Jahren ahnten wir nichts von Röntgenstrahlen. Doch wir entwickeln uns allmählich und erkunden die Welt mit all ihren Gesetzen immer tiefgründiger. Es gibt Gesetze, die uns unbekannt sind, aber dennoch existieren sie. Wir entdecken sie, wenn wir auf ihre Aktionen stoßen. Wenn wir bestimmte uns bekannte Ereignisse beobachten, erforschen wir sie und enthüllen das Gesetz dahinter.

Ein Apfel ist uns auf den Kopf gefallen – so haben wir das Gesetz der Schwerkraft entdeckt. Je entwickelter die Menschheit wird, desto tiefer dringen wir in die Natur ein und erkunden ihre Gesetze. Die Kabbala erklärt uns die Gesetze, die sich uns noch nicht offenbart haben, aber in der Natur existieren. Warum tut sie das? Sie erklärt uns nämlich das Newtonsche-Gesetz nicht mit Hilfe des Apfels, der uns auf den Kopf fällt.

Tatsache ist, dass uns die Kabbalisten einen besonderen Standpunkt unserer Entwicklung zeigen wollen, der freier Wille heißt. Davor hatten wir keine freie Wahl. Wir enthüllten Gesetze und waren verpflichtet, sie auszuführen. Wenn wir sie befolgen, geht es uns gut, und wenn wir sie ignorieren, geht es uns schlecht. Was gibt es hier noch zu widersprechen? Jemand, der nicht damit  einverstanden ist, kann seine Hand ins Feuer legen und prüfen, was passiert.

Deswegen erklären uns die Kabbalisten die Gesetze, die in der Natur existieren und welche wir in der Verbindung zwischen uns befolgen sollten, noch bevor sie enthüllt werden. Erst dann können wir selbst auf unsere Entwicklung einwirken – wenn wir nämlich den Gesetzen „entgegenkommen“. Das wird als „Beschleunigung der Zeit“ bezeichnet. Das heißt, die Kabbalisten sagen es uns, damit wir den freien Willen erlangen. Tun wir es nicht, werden wir so lange warten, bis uns irgendwann Apfel uns auf den Kopf fällt, damit wir zu „gegebenen Zeit“ durch Leid reifer und entwickelter werden.

Kabbalisten offenbaren uns die Gesetze, die weder pflanzliche noch tierische Stufen beinhalten, sondern nur menschliche. Im Wesentlichen geht es um das allgemeine Gesetz der Natur auf der menschlichen Stufe, das Gesetz der absoluten Verbindung und Nächstenliebe. Führe es aus und es wird dir gut gehen. Wenn du es nicht tust, wird es dir schlecht gehen. Und wie gut oder schlecht, hängt von der Stufe deiner Entwicklung ab. Diese Gesetze offenbaren sich nicht für alle gleichzeitig, sondern allmählich. Es gibt diejenigen, die es nicht fühlen, aber schon verstehen, dass es so sein muss.

Aber die Menschheit entwickelt sich und fühlt sich immer schlechter. Uns geht es nicht deswegen schlecht, weil wir die Natur nicht ausnutzen können, sondern weil wir in unserer wechselseitigen Verbindung nicht richtig erkennen können, wo der Schlüssel für eine gute oder schreckliche Zukunft liegt.

Vor dieser Wahl stehen wir heute. Das ist der Punkt unseres freien Willens, wo dem Menschen offenbart wird, dass es zwei Wege gibt, um dasselbe Ziel zu erreichen! Es ist das Gesetz, das alles beinhaltet, das Gesetz des gegenseitigen, absoluten Gebens zwischen allen Teilen der Schöpfung,  das Gesetz „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“.

Aus dem Unterricht, „Gabe der Tora“, 23.10.2015

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Schöpfer=Natur=Gesetz des Gebens und der Liebe

Fragen, die ich über Nächstenliebe, Gott als eine Illusion und Engel erhielt:

Frage: Können wir sagen „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ heißt: Liebe ihn, als ob er du wäre, denn er ist du? Letztendlich vereinigen sich alle Seelen in dir? Und das ist der Schöpfer. Oder ist meine Interpretation falsch?

Meine Antwort: Bis zum Ende der Korrektur, wenn alle Seelen korrigiert werden und zu einer Einheit verschmelzen, werden die Unterschiede zwischen den Seelen nicht verschwinden. Die Verbindung wird trotz der Unterschiede stattfinden können.

Frage: Warum brauchen Sie Gott? Warum jagen Sie einer Illusion nach?

Meine Antwort: Es gibt keinen Gott! Es gibt den Schöpfer = die Natur = das Gesetz des Gebens und der Liebe, die wir in unserem korrigierten Zustand erreichen werden.

Frage: Ich habe eine Frage zur kabbalistischen Deutung der Prophezeiung von Hesekiel. Viele Wissenschaftler sehen in der bildlichen Prophezeiung einen Beweis für die Existenz von Aliens. Wie interpretieren Kabbalisten, die in der Prophezeiung beschriebenen Engel?

Meine Antwort: Engel sind Kräfte des Gebens, die zwischen den Seelen wirken.

Verwandtes Material:
Blog-post: Auszüge aus dem Rabashs Artikeln über die Gesellschaft
 
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Über die Gleichberechtigung und die Vorrangstellung

Heute befinden wir uns in einer Übergangsphase. Und wenn wir die Korrektur in Angriff nehmen, werden Frauen und Männer absolut gleichberechtigt sein.

Auf dem spirituellen Weg muss die Frau das Verlangen liefern, Druck auf den Mann ausüben und ihn zum Vorankommen bewegen. Genauso übt auch die Frau in unserer Welt Druck auf ihren Mann aus, damit er arbeiten geht und das Geld nach Hause bringt. Und wenn es ein Zuhause und Mittel zum Lebensunterhalt gibt, dann bringen wir Kinder zur Welt und ziehen sie groß.

Genauso ist es auch in der Spiritualität: wenn wir gemeinsam an der Korrektur der Seele arbeiten, dann bringen wir neue Seelen, neue Korrekturen zur Welt. Darüber steht auch geschrieben: „Mann und Frau – die Shechina zwischen ihnen“. Die Enthüllung des Schöpfers geschieht genau zwischen uns, wenn wir zusammen sind.

Sowohl Männer als auch Frauen müssen ihren Beitrag zu diesen Handlungen leisten. Hier gibt es weder große noch kleine. Es ist unmöglich, ohne Frau zu gebären. Eine neue Seele, ein neuer spiritueller Parzuf kann nur durch die Kraft des weiblichen Verlangens großgezogen werden.

Im Korrekturprozess wird keiner eine größere Gewichtigkeit erlangen, keiner ist größer oder kleiner. Wo es einen „Gewichtsmangel“ gibt, gibt es auch einen „Überhang“, entsprechend der umgekehrten Anordnung der Lichter und der Kelim. Ohne das weibliche Verlangen ist der Mann kraftlos, und das weibliche Verlangen ist ohne den männlichen Schirm ebenfalls kraftlos.

Doch wer ist dennoch primär? Die Frau. Denn das Verlangen nach der Bitte um die Korrektur geht immer von der Frau aus. Genauso ist es auch in unserer Welt: obwohl die Männer glauben, dass sie durch eigene Kraft Erfolge erzielen, werden ihre gesamten Handlungen in Wirklichkeit nur für die Frauen vollzogen, nur um Gewicht in ihren Augen zu erlangen. So sind wir nun mal erschaffen.

Auszug aus dem Gespräch über Frauen, 06.03.2011

 

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Effektives Vorankommen

Frage: Welche Einstellung sollten wir zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aufbauen, um sowohl in der Kabbala als auch im Leben so effektiv wie möglich voranzukommen?

Antwort: Einerseits ist das sehr einfach, aber andererseits ist es auch schwierig. Es ist nun mal so, dass ich mir die gesamte Menschheit, die ganze Welt als Eins, als eine einheitliche Konstruktion, die von einer einzigen guten höheren Kraft gelenkt wird, vorstellen muss. Ich möchte einen Bezug zu dieser Kraft haben, mich mit ihr solidarisieren, ihr angehören, in sie eintreten.

Sobald ich versuche, mich an die höhere Kraft anzupassen, d.h. mich in einen Zustand der Verschmelzung mit dem Schöpfer befinde, werde ich sofort die ganze Menschheit als einen einzigen Mechanismus wahrnehmen.

Im Prinzip sind sich alle über diese Tatsache einig. Was kann man, außer nur darüber zu sprechen, noch tun? Ich werde es wissen, sehen, fühlen, verstehen, wahrnehmen und durch meine Handlungen umsetzen.

In diesem Fall gibt uns die Kabbala Werkzeuge in die Hand. Durch unsere richtigen Handlungen in der Natur können wir daran teilhaben. In dem Maße, in dem ich mit der höheren, ewigen, vollkommenen, guten Natur, die mit all ihren Teilen in absoluter Verbindung steht, richtig interagieren kann, werde ich sie offenbaren, verstehen, fühlen, ihren Plan, ihren Aufbau und die Gleichung sehen, nach der sie funktioniert.

Frage: Wie kommt man dieser Zukunft näher?

Antwort: Dafür habt ihr die Gruppe. Wenn es keine gibt, müsst ihr eine Gruppe gründen, in der Menschen einen Zustand erreichen möchten, in der sie Eins werden wollen. 

Ihr müsst dazu nicht physisch miteinander verbunden sein. Ihr müsst euch nur gegenseitig in eurer Bewegung zu einem gemeinsamen Ziel unterstützen. Ihr müsst euch um das spirituelle Leben des anderen kümmern. In so einer Gruppe hängt das spirituelle Leben eines jeden von dem anderen ab.

Wenn wir uns gegenseitig mit voller Anteilnahme, freundlicher Fürsorge und als Ergänzung behandeln, werden wir in uns die Offenbarung der guten Kraft, bzw. des Schöpfers fühlen. Ich wünsche euch, dass ihr das verwirklicht.

Aus dem Unterricht vom 28.04.2019

[250159]

Eine fröhliche Verbindung mit dem Fest der Natur!

Die inneren Umwälzungen, die jemand benötigt, um sich mit anderen verbinden zu können, bis hin zu vollständiger Übereinstimmung, Einheit und wechselseitigem Austausch, der uns mit der Natur in Einklang bringt, sind nicht einfach. 

Die Phasen derartiger Veränderungsprozesse verlaufen in einem Zyklus, der wieder am Ausgangspunkt endet. Es liegt an uns, diesen gesamten Zyklus zu durchlaufen. Wir brauchen dazu die Absicht, uns selbst zu korrigieren und uns in einen nützlichen Teil der Natur zu verwandeln – und nicht in einen krebsartigen Tumor, der alles um sich herum verschlingt und die Erde zerstört. Ein Mensch muss eine Quelle der Gesundheit und des Wohlergehens für das Gute und das Gleichgewicht in der Natur sein. 

Jedes Jahr kehren diese Zustände wie in einer Spirale zurück und wiederholen sich auf höheren Ebenen. Im Wesentlichen bezeichnet ein Jahr die Anzahl der Stufen, die wir in unserer Verbindung zur Erreichung des Ziels durchlaufen müssen. Dieser Zyklus der Korrektur wurde von Abraham in der Vorzeit entdeckt. Er unterrichtete seine Schüler, welche zur Quelle der Entstehung des jüdischen Volkes wurden. Dies kommt im Jahreszyklus der jüdischen Feiertage zum Ausdruck. 

Wir müssen verstehen, dass die jüdischen Feiertage nicht die Tradition einer bestimmten Nation oder eines Volkes sind. Vielmehr sind sie Symbole einzigartiger spiritueller Zustände, in denen wir gegenseitige Hingabe, Liebe auf einer höheren Ebene und eine größere Tiefe der Verbindung des Herzens und des Verstandes erreichen.

Es geht hier nicht um eine Feier historischer Ereignisse, die ein einzelnes Volk erlebte und die außerhalb des allgemeinen Naturprogramms stehen. Diese Feiertage spiegeln die spirituellen Zustände der Menschen als Gemeinschaft wider. Sie sind bereits als bestimmte Ebenen unserer Übereinstimmung mit der Natur verborgen, wenn wir uns in Richtung Gleichgewicht und Harmonie bewegen. 

Wenn wir uns als Volk wahrnehmen und uns auf die eine oder andere Weise miteinander verbinden und eine bestimmte Ebene der Einheit erreichen, die in der Natur verborgen ist, dann feiern wir dieses Geschehen besonders. Wenn wir auf die nächste Ebene der Verbindung und uns wieder ein Stück mehr an die Natur annähern, feiern wir diese Errungenschaft erneut. Der Mensch legt die Feiertage nicht nach eigener Wahl fest, sondern feiert seine Errungenschaft der Ähnlichkeit und Anhaftung an die Natur. Diese Feiertage können also nicht geändert werden.

In unserem heutigen Zustand stehen wir der integralen Natur völlig entgegengesetzt gegenüber, denn alle Teile der Natur – außer der menschlichen Spezies – sind zu hundert Prozent in einem einheitlichen System verbunden.

Wenn die Menschheit oder zumindest ein Teil davon jedoch beginnt, sich der Natur und der Ganzheit anzugleichen, dann werden wir mit Sicherheit einen bestimmten Grad der Verbindung erreichen. Zunächst einmal liegt es an uns, unsere gegenseitige Abneigung zueinander zu erkennen, denn so ist die Natur, mit der wir geboren werden. 

Das nennt man „Erkenntnis des Bösen“. Uns muss bewusst sein, dass unsere der Natur entgegengesetzten Eigenschaften uns nicht erlauben, Harmonie und Balance zu erreichen. Dafür brauchen wir eine innere Prüfung, und wir müssen uns selbst bewerten (lehipatel: beten, sich selbst beurteilen). Ein solches In-Sich-Gehen vor Rosh HaShana wird als „Monat Elul“ bezeichnet.

Zu diesem Zeitpunkt hinterfragen wir unseren IST-Zustand in Bezug auf den guten und wunderbaren Zustand der Verbindung, den wir erreichen müssen. Das bedeutet, dass wir das, was als korrigierter Zustand bezeichnet wird, erkennen. Wir vergleichen ihn mit unserem gegenwärtigen Zustand, nehmen die gewaltige Kluft zwischen beiden wahr und gelangen so zu einer Selbstbeurteilung.

Wir erkennen dann, dass wir Sünder sind und was zu tun ist. In der Folge organisieren wir unsere Arbeit besser, um weiter in Richtung Verbindung voranzuschreiten. Die Kraft, die sich in der Natur befindet und alle ihre Teile verbindet, sehen wir als die herrschende Macht, die uns lenkt. Diese Kraft hält das gesamte System zusammen und wird zu unserem Ziel. Wir sehnen uns danach, ihr zu ähneln. Dies nennt man Rosh HaShanah, den Anfang (Rosh) unserer Veränderungen (Shinuim) und den neuen Zyklus, an dessen Ende wir wie die allgemeine Kraft sein wollen, die die Natur durchdringt. 

[144178] Aus dem Programm „A New Life“ 14.09.14.