Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Blitz – Antworten eines Kabbalisten, 18.11.2018

Frage: Offenbart sich der Schöpfer im Feld der guten Gefühle? Oder ist der Schöpfer selbst ein gutes Gefühl?

Antwort: Der Schöpfer ist alles, alles was in allen Welten, im gesamten Universum in mir ist. Er bestimmt alles außer deiner Willensfreiheit – ein kleiner Parameter, den du selbst definierst.

Frage: Ist der Weg des Leidens das Verlangen des Schöpfers?

Antwort: Das Verlangen des Schöpfers ist das Erreichen der mittleren Linie – Ihm absolut ähnlich zu werden, da sein Zustand am vollkommensten ist.

Frage: Beim Verstoß gegen welche Gesetze in der Spiritualität wird ein Mensch unvermeidlich leiden?

Antwort: Indem er die Gesetze der Verbindung in einer Gruppe verletzt.

Frage: Wenn ein Mensch zur Ewigkeit und Vollkommenheit gelangt ist, hat er dann einen Punkt erreicht, an dem es nicht nötig ist Schmerz und Leid zu empfinden?

Antwort: Ja

Frage: Ich versuche mir ständig vorzustellen, dass alles vom Schöpfer kommt, er gut zu mir ist und ich seine liebevolle Gegenwart spüren möchte. Ich spüre dann die Dankbarkeit und freue mich in der Gruppe mitzumachen. Ist der Wunsch, die Güte des Schöpfers zu spüren egoistisch?

Antwort: Nein, es ist das Richtige. Der Mensch soll nach guten Gefühlen streben.

Frage: Wir hatten eine gute und liebevolle Beziehung in unserer Familie. Meinem Ehemann wurde viel Geld angeboten und er änderte sofort den Weg. Seine Aggressionen wurden auf die Familie, die Kinder übertragen. Ich möchte den Weg der Liebe, der Selbstentwicklung fortsetzen, aber mein Mann hört mich nicht mehr. Muss ich in diesem Fall Geduld aufbringen und warten, oder klar und deutlich meinen eigenen Weg gehen?

Antwort: Ich glaube, dass man hier nichts machen kann. Sie müssen ihrem Ehemann die Möglichkeit geben, seinen gewählten Weg zu folgen. Die Hauptsache ist, dass er an sie und an die Kinder denkt und sie ihre spirituelle Entwicklung fortsetzen können.

Frage: Der Mensch möchte lediglich genießen, sogar in der Gruppe. Das ist seine Natur. Das ist doch keine Korrektur?

Antwort: Nein, das ist keine Korrektur. Die Gruppe ist nötig, um sich über sich selbst zu erheben. Durch die Fürsorge der Gruppe, durch die Verbindung mit ihnen kommt man zu der Verbindung mit dem Schöpfer.

Frage: Ist jeder Mensch in der Lage, die Bitterkeit in Süße zu verwandeln und den Weg der Beschleunigung (Achishena) zu gehen?

Antwort: Ja, in dieser Zeit, in diesem Leben kann jeder Mensch die Bitterkeit in Süße verwandeln und das Ziel der Schöpfung erreichen. Es ist egal, in welchem Alter er ist. Indem man versucht, weniger Fehler zu machen, geht man dem Ziel entgegen.

Frage: Vermischen sich unsere Welt und die höhere Welt oder bleiben sie getrennt?

Antwort: Nein, sie vermischen sich nicht.

Frage: Wenn der Mensch in der Gruppe leidet, bedeutet das, dass man sich nicht auf dem Weg der Kabbala befindet?

Antwort: Dies bedeutet, dass er noch nicht in der Lage ist, seine Leiden umzukehren, um den spirituellen Aufstieg zu unterstützen.

Frage: Ist der Schöpfer unser gemeinsamer Traum?

Antwort: Der Schöpfer ist das, was wir sind. Das heißt, indem wir ihn offenbaren, nehmen wir das als die Summe all unserer Eindrücke und Wünsche wahr.

Frage: Wie verstehe ich, dass ich den Weg der Kabbala gewählt habe und nicht den Weg des Leidens?

Antwort: Es kommt darauf an, wie sehr sie sich zusammen mit der Gruppe, den Freunden zur spirituellen Stufe bewegen.

Aus dem Unterricht 18.11.2018

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Warum wenden wir uns an den Schöpfer?

Frage: Ich muss niemanden um etwas bitten, wenn ich die Kraft der Elektrizität oder der Schwerkraft benutze. Warum muss ich eine spirituelle Bitte erfüllen, um mit der höchsten Kraft der Natur zu interagieren?

Antwort: Im Rahmen der unbelebten, pflanzlichen oder tierischen Natur (unsere irdische Existenz gehört zu den Tieren), befinden wir uns in einem klaren materiellen Zustand.

Wir haben hier nichts zu verlangen. Wir müssen nur wissen wie wir uns durch die materielle Natur navigieren, ihre Gesetze studieren, nutzen und  auf irgendeine Weise umsetzen können.

Wenn wir uns auf die nächste Stufe der Spiritualität erheben wollen, treten wir dort in eine ganz andere Beziehung ein – die Beziehung mit dem Schöpfer. Deshalb sind wir immer an ihn gebunden. Er wendet sich an uns, wir wenden uns an Ihn.

Wenn wir uns bekehren, wie Er werden wollen, erschaffen wir ein Bild von uns selbst als Schöpfer, das „unsere Seele“ genannt wird.

Aus dem Unterricht 16.12.2018

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Müssen wir uns in die Bedeutung der kabbalistischen Texte vertiefen?

Frage: Müssen wir Workshops durchführen,  um die Bedeutung der Originaltexte besser zu verstehen, wenn wir gemeinsam oder in der Gruppe lesen?

Antwort: Ja und nein. Tatsache ist, dass uns die Vertiefung in den Text  manchmal verwirrt. Anstatt in die Gefühle und unsere Einheit einzutauchen, fangen wir an den Text auf einige phonetische, orthografische, sprachliche Elemente und Eigenschaften hin zu analysieren. Ich glaube nicht, dass das notwendig ist. Es ist nur aus der Sicht unseres konkreten Verständnisses in diesem Text zu verstehen: was gibt er uns für unsere Verbindung, mit dem Ziel den Schöpfer zu offenbaren. Das ist genug. Alles andere wird kommen.

Sobald wir mit der Offenbarung des Schöpfers beginnen, ihn zwischen uns enthüllen, werden wir in die praktische Kabbala einsteigen. Es wird für uns klar, was im Buch steht, dann verstehen wir, was uns die Lehre der 10 Sefirot und die andere Quellen sagen.

Aus dem Unterricht, 11.02.2019

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Die Bedingung um den Schöpfer zu verstehen

 Frage: Wenn der Schöpfer als Quelle der Leiden empfunden wird, ist es schwer nach Ihm zu streben.  Wird es als Egoismus angesehen, wenn man zu fühlen versucht, dass Er gut ist und Gutes tut?

 

Antwort: Wir müssen das lösen. Durch die Zustände, die wir in der Gruppe schaffen möchten, legen wir den Grundstein zu Seiner Offenbarung.

In dem Maße, in dem wir die Eigenschaft der Liebe und des Gebens, der Verbindung über unserem Ego erlangen, erschaffen wir die Bedingungen, d.h. das Kli (Gefäß), in welchem wir den Schöpfer begreifen.

Der Schöpfer enthüllt sich in dem von uns aufgebauten Kli, in dem Maß unserer Ähnlichkeit mit seiner Eigenschaft der Liebe und des Gebens.

 

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Der Schöpfer ist kein Mensch

Frage: Obwohl Sie bereits gesagt haben, dass es Gott als Mensch nicht gibt, wenden Sie sich an Ihn, als wäre er eine physische Person, die denken, wünschen, mitfühlen, sich freuen, traurig sein kann, usw.

Wie können wir Ihre Aussagen verstehen? Gibt es ein Individuum? Oder ist der Gott eine Kraft? Kräfte besitzen keine emotionalen Komponenten, daher sollten sie nicht für eine Beschreibung ihrer Manifestationen verwendet werden.

Antwort: Ich hatte früher ein altes Auto, welches mir sehr viel zu schaffen machte. Ich habe es häufig selbst repariert aber auch oft in die Werkstatt gefahren. Sowohl der Automechaniker als auch ich beschimpften es mit den letzten Worten und sprachen es als ein Lebewesen an.

Das heißt, wenn wir uns an etwas wenden, projizieren wir auf dieses Objekt, diese Kraft, dieses Phänomen immer unsere Eigenschaften, unsere Gefühle, die es  in diesem Gegenstand oder der Eigenschaft nicht gibt. Dies gilt auch für den Schöpfer.

In dem Maß, in dem ich in mir die Eigenschaft der Hingabe, Liebe, Verbindung aufbaue, kann ich diese Eigenschaft als Schöpfer bezeichnen. In der Tat gibt es außerhalb dieser Eigenschaft, die ich aufgebaut habe, keinen Schöpfer.

Hier müssen wir uns richtig positionieren und verstehen, warum der Schöpfer als „Bore“ – „Bo-re“: „Bo“ – „Komme“, „re“ – „siehe“ bezeichnet wird.

Man muss kommen und sehen, d.h. einen Zustand erreichen, um diese Eigenschaft zu entdecken.

Wir bezeichnen diese Eigenschaft auch als „Elokim“. Sie besteht aus zwei Teilen der Seele. Ein Teil heißt ACHAP, der andere Teil heißt Galgalta we Ejnaim.

Was hat der Schöpfer damit zu tun, wenn es um die Seele geht? Hat es nichts mit einem Menschen zu tun, sprechen wir nicht über das was außerhalb des Menschen existiert?

Wir sprechen von der Erkenntnis innerhalb eines Menschen, wenn der Mensch die Eigenschaft des Gebens und der Liebe erreicht hat.

Diese Eigenschaft steht über dem Ego und es ist nicht einfach, sie in sich selbst zu erschaffen, zu entwickeln. Wenn wir uns diese Eigenschaft aneignen, bezeichnen wir sie als „Schöpfer“, dann können wir davon sprechen, dass wir den Schöpfer verstehen.

 

Aus dem Unterricht vom 23.12.2018

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Kleidung ist der innere Ausdruck eines Menschen

Und mache heilige Kleider für deinen Bruder Aaron, damit man ihn ehrt und seine Pracht bewundern kann [Tora, „Exodus“, „Tezave“, 28:2].

Das Gewand (hebräisch „levusch“) symbolisiert die Korrekturen, die an den Verlangen des Menschen vorgenommen werden sollten. Wenn ich egoistische Wünsche habe, von den Größten, Ausgeprägten, den Stärksten bis zu den Schwächsten, dann sollten sie alle in die Gewänder verkleidet werden, das bedeutet sie in die Absicht um des Nächsten willen, um des Schöpfers willen, einzukleiden.

Je heller, aggressiver und ernster das Verlangen ist, desto größere Korrekturen sollten dahingehend vorgenommen werden. Das heißt: „wunderschöne Kleidung“. Deshalb ist das unkorrigierte Verlangen „Aaron“ das Schlimmste.

Es heißt: „Wenn Israel fällt, fällt es unter alle Völker der Welt, und wenn es aufsteigt, steigt es zum Himmel auf.“ Denn mit großem egoistischem Verlangen, in ihrer korrigierten Form, kann man alles bis zur Stufe des Schöpfers tun. Und dann wird jeder ihre Pracht bewundern, denn diese Korrekturen, die jeder vornehmen sollte, sind nicht mit dem gewöhnlichen Volk vergleichbar, das heißt mit dem gewöhnlichen Verlangen innerhalb eines Menschen.

So sind Moshe und dann Aaron und seine Kinder, dann der Rest der Priester: die egoistischsten, die hellsten, die ekelhaftesten Verlangen im Menschen und in der Welt, wenn sie nicht korrigiert sind. Deshalb sehen wir die Einstellung der Menschheit  zu den Juden. Und im korrigierten Zustand wird es das Gegenteil sein.
Das ist die Grundhaltung der Völker der Welt gegenüber den Juden. Die Völker der Welt warten darauf, dass die Juden „Gewänder“ erwerben, sich erheben und mit all ihren besonderen Eigenschaften „für das Geben“ zuarbeiten, beginnen.

Deshalb sind Aarons Bekleidungen kein einfacher Begriff. Worin besteht im Prinzip der Unterschied zwischen den Menschen in unserer Welt? – Die Kleidung. Es kann Kleidung, Haus und das, was einen Menschen umgibt, sein – alles, was sein Niveau, seinen Zustand, seinen Aufstieg über andere betont oder umgekehrt. Das heißt, es ist ein Ausdruck des Status einer Person.

Frage: Bedeutet das, dass die moderne Mode ihre stärksten spirituellen Wurzeln hat?

Antwort: Natürlich, denn es kommt von der gleichen Natur. Egoismus nutzt dieses Mittel für seine Hervorhebung.
In der spirituellen Welt betont das Kleidungsstück das Maß deiner inneren Erhebung über die Welt, das Maß der Hingabe, Liebe und Selbstaufhebung. So sehr du dich auch selbst herabgesetzt hast, so sehr hast du dich auch erhoben. Und in unserer Welt, im Gegenteil, wie sehr du dich selbst aufbaust, indem du dich vor einem Spiegel wie ein Affe verziert hast.

Dies wird so lange andauern, bis wir erkennen, dass die Kleidungsstücke der innere Ausdruck eines Menschen sind. Schließlich ist die Tatsache, dass wir modische Kleidung tragen, keine Korrektur, sondern im Gegenteil eine Verzerrung.
Nach dem Sündenfall sagte der Schöpfer Adam, dass er Kleidung brauche, das heißt die Korrektur des Egoismus, die ihm helfen würde, sich selbst zu überwinden und zur Liebe zu kommen.
Die Tora sagt, dass der Schöpfer selbst Kleider für die Menschen genäht hat, das heißt ihnen das höhere Licht gegeben hat, dank dem das reflektierte Licht, die Absicht zu geben, den Egoismus verkleiden würde.

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Der schwarze Punkt im Ozean der Liebe

Frage: Wie kann ich die Ähnlichkeit der Eigenschaften mit dem Schöpfer erreichen, wenn Er doch sowohl die Absicht als auch die Handlung des Gebens besitzt, und ich nur die Absicht korrigieren kann. Wie kann ich denn, im wahrsten Sinne des Wortes, diese Gleichheit erreichen ?

Antwort : In der Handlung kannst du Ihm gleich werden. Du gibst Ihm etwas zurück ? – Ja, du gibst. Er gibt dir wieder etwas ? – Ja, das tut Er. Du tust alles was in deiner Macht steht um Ihm deine Liebe zu zeigen ? – Er tut dasselbe !

Wenn das kleine Kind alles tut um seine Mutter zu erfreuen, spielt es keine Rolle, ob es dabei etwas von seiner Mutter bekommt, weil einzig die Qualität der Handlung zählt.

Ebenso bei den Erwachsenen : du siehst nur die Ausrichtung der Füllung, aber hier geschieht auch die Klärung der Beziehungen und es ist möglich das der Bekommende auch gibt.

Unsere Welt existiert ohne Verbindung –  dank dem Funken des Lichtes, welcher sich in ihr befindet und die Welt belebt. Und die gesamte spirituelle Welt handelt ausschließlich im Einverständnis mit der Absicht. Wenn wir also sagen, dass uns die Lichter NaRaNChaJ ausfüllen, was sind diese Lichter dann eigentlich? Sie sind die gegenseitige Beziehung und nichts anderes.

Was bedeutet : „Ich empfange von Ihm“? ich bekomme und empfinde Seine Einstellung mir gegenüber. Und was gebe ich Ihm ? – Auch einzig meine Beziehung zu Ihm. Und genau dadurch füllen wir einander an.

Und was geben wir uns dabei ? Das spielt keine Rolle ! Wir achten gar nicht darauf. Ich kann auch nichts bekommen, es ist wie „Chafez Chessed“ (nichts für sich selbst empfangen) und auf diese Weise bauen wir unsere Beziehung auf.

Der Wunsch/Kli, der vom Schöpfer geschaffen wurde, ist der schwarze Punkt im Ozean des Lichtes. Was bedeutet „Ozean des Lichtes“? Der Ozean des Lichtes zeigt uns die Beziehung des Schöpfers zum gleichen Punkt an.

Dieser Punkt soll auch, in seiner Beziehung zum Licht, bis ins Unendliche ausgedehnt werden – wodurch er zum Gefäß des Empfangens für das Licht wird. Und was bekommt er ? Die Einstellung des Schöpfers.

Wir verstehen nicht, dass die Genüsse hier, nur in den Beziehungen untereinander empfunden werden, ohne Beziehung gibt es keine Genüsse.

Die Genüsse ohne Beziehung gibt es ausschließlich in unserer Welt. Sie existiert eigentlich nicht, sie ist eine illusorische Welt, aus welcher wir hinaufsteigen können in die Spiritualität, worin alles nur von der Absicht bestimmt wird.

Aus dem Unterricht „Die Lehre der Zehn Sefirot“, 30.11.2010 

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Übertragung von kabbalistischen Informationen.

Frage: Was ist für einen Kabbalisten eine Formel?  Sind Kabbalisten manchmal traurig?

Antwort: Formeln sind eine Art von Gefühlen. In der Kabbala haben Empfindungen immer einen bestimmten mathematischen Ausdruck.

Ich kann diesen Eindruck als Formel aufschreiben, an dich per Fax oder E-Mail versenden und wenn du das verstehst, heißt es, dass du diese Formel bereits kennst, d.h. du kannst sie in dir reproduzieren und fühlst was ich fühle. Wir haben dann die gleichen Gefühle. So geben wir kabbalistische Informationen an einander weiter.

In unserer Welt können wir uns gegenseitig sinnliche Informationen übermitteln, die unterschiedliche Gefühle in uns auslösen können. So wird z.B. eine Symphonie gespielt, die jeder anders wahrnimmt. Die Töne rufen Gefühle hervor, die man auf sich selbst projiziert, sie nach den eigenen Erfahrungen, seiner Vergangenheit usw. interpretiert.

In der Kabbala ist das nicht der Fall. Bei der Reproduktion einer kabbalistischen Information trittst du sinnlich in sie ein, du gibst dich diesen Informationen völlig hin, sie spielen in dir. Sie modellieren und formen ein Material aus dir und du wirst zu einem Teil dieses Prozesses.

Aus dem russisch sprachigen Unterricht, 11.11.2018

 

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Blitz-Antworten des Kabbalisten

Frage: Wenn die Anzahl unserer Zustände die Zeit wären, heißt es dann, dass Abstieg eine Rückwärtsbewegung und Aufstiege eine Vorwärtsbewegung auf der Zeitskala wären?

Antwort: Nicht unbedingt. Es gibt Abstiege, welche die Vorwärtsbewegung beschleunigen. Wir müssen die Qualität der Bewegung richtig bewerten, nicht ihren Vektor und nicht ihre quantitative Einschätzung.

Frage: Ist die spirituelle Materie eine Kraft? Sind die materiellen Kräfte auf einer anderen Stufe oder befinden sie sich parallel zu den spirituellen Kräften?

Antwort: Materielle Kräfte sind egoistische Kräfte, es gibt sie nicht in der spirituellen Welt. Wir können nicht sagen, dass sie parallel zu den spirituellen Kräften bestehen, denn unsere Welt existiert dort nicht. Unsere Welt heißt „Olam a-medume“ – eine imaginäre Welt, die Welt die wir uns einbilden.

Frage: Gibt es auch Zwischenwelten oder nur materielle und spirituelle Welten?

Antwort: Es gibt keine Zwischenwelten. Eine spirituelle Welt besteht aus fünf Stufen: Asia, Ezira, Bria, Azilut und Adam Kadmon die Welt der Unendlichkeit, die wir über 125 Stufen erreichen müssen. Diese Welten unterscheiden sich in der Qualität der Verbindung zwischen ihren Bestandteilen und ihren Elementen. 

Frage: Wenn mein Schicksal das Werk des vollkommenen Schöpfers ist, warum sollte ich es dann beeinflussen und verändern?

Antwort: Da der Schöpfer dich so erschaffen hat, dass du dich selbst verändern musst! Er verpflichtet dich dazu.

Frage: Erzieht uns der Schöpfer, wenn wir in unserer materiellen Welt Schmerz und Leid empfinden? Erfahren wir das, wenn wir uns nicht selbst korrigieren wollen?

Antwort: Richtig! Wir empfinden Schmerz, wenn wir uns nicht selbst erziehen und korrigieren wollen!

Frage: Wenn ich durch das System unreiner Welten genährt werde, was kann mich dann aus der Macht des egoistischen Königreichs in die spirituelle Welt ziehen?

Antwort: Damit wir unsere Zustände verstehen lernen, können uns dieselben spirituellen Kräfte, von der spirituellem Stufe vertreiben.

Frage: Was heißt es einem Lehrer/ Kabbalisten ähnlich zu werden, wenn sich der Lehrer in der Spiritualität  und ich mich noch in der materiellen Welt befinde?

Antwort: Hilf ihm, indem du verstehst was er von dir will. In dieser Welt ist das die wichtigste Arbeit eines Menschen, der einen Lehrer hat. Es ist besser als andere Handlungen durchzuführen und auf Anweisungen zu warten.

Frage: Wie kommt man dazu, sich einen spirituellen Fortschritt zu wünschen?

Antwort: Schließe dich der Gruppe an. Nur wenn man in die Gruppe eingeschlossen ist und sich zusammen mit ihr entwickelt, kann man ernsthaft vorankommen. Ohne die Freunde gibt es keine Kraft voranzukommen.

Frage: Erinnert sich die Seele an ihr vergangenes Leben und kann das nach dem Tod des Körpers, ihre Korrektur beeinflussen?

Antwort: Was hindert die Seele daran, ihre Korrektur vorzunehmen, wenn der Körper lebt? Für die Seele gibt es in Bezug auf den Körper keine Begrenzung. An der Seele ändert sich nichts, auch wenn „dein Tierkörper“ stirbt.

 

Aus dem russischen Unterricht, 19.08.2018

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Aus der Lektion zum Buch „Die Lehre der zehn Sefirot“.

„Malchut versüßt mit Bina“ das ist ein Wunsch zu genießen der sich reduziert, als würde er nicht existieren und sich in Bina einschließt. Dieser Wunsch beginnt sich allmählich zu öffnen und versucht sich den Eigenschaften von Bina anzunähern, als ob er Bina selbst wäre.

Stell dir vor, du bist in einer anspruchsvollen Gesellschaft zu einem Cocktail oder Bankett eingeladen, am Eingang wirst du belehrt: „Achte darauf, dass du dich anständig benimmst, es gibt hier sehr hochgestellte Menschen, nicht so einfache wie dich.“ Du machst dich klein, gehst hinein und beobachtest wie sich die anderen verhalten. Du versuchst unauffällig zu sein, d.h. du entfaltest nicht deine wahren Eigenschaften. Du schaust die anderen an und versuchst sie nachzuahmen, als wärst du auch ein Aristokrat. Du beobachtest sie, wie sie stehen, tanzen, sitzen und reden, wie sie nicht wie du es gewohnt bist, Wodka direkt aus der Flasche trinken, sondern ihre Cocktails genießen. Du gibst dir Mühe, so zu sein wie sie, d.h. du nimmst für eine Weile ihre äußere Form an.

Wenn du deine äußere Form änderst, gewöhnt sich dein Wunsch zu genießen daran. Die Einkleidung in solch einer äußeren Formen ist bereits eine Art von Korrektur. Es ist nicht unmittelbar deine Korrektur, sondern die, welche du von anderen abgeschaut hast.

Dies ist die Korrektur, die wir im Laufe von 600 000 Jahren vornehmen müssen.

Es gibt eine Korrektur, die unsere eigene Natur betrifft, du verwandelst dich dabei von einem Markthändler zu einem englischen Lord.

Im Laufe von 600 000 Jahren kleiden wir uns ein in: Nehi, Chagat, Chabad – Bina (diese Macht herrscht über Malchut, reduziert sie und verleiht ihr ihre Eigenschaften). Anschließend bekommt Malchut selbst die Kraft der Korrektur. Das ist etwas, dass wir gerade überhaupt nicht verstehen.

Bina macht das freiwillig, und Malchut kann dies durch die Kraft der Überwindung umsetzen. In dieser Gesellschaft gibt es Menschen, die sich gerne ehrenvoll verhalten, du handelst aus Not heraus, damit du nicht rausgeschmissen wirst. Für sie ist es ein normales Leben, d.h. sie haben die Eigenschaften von Bina, du unterstellst dich diesen Eigenschaften nur, da du in deinem Inneren vollkommen egoistisch bist.

Du beneidest diese Leute und willst so sein wie sie, sonst würde dein Stolz verletzt werden. Es wird gesagt: „Der Engel des Todes wird zum Engel der Heiligkeit „, der Pharao hilft den Söhnen Israels, sich dem Schöpfer anzunähern.

Wenn mein Stolz leidet, bin ich bereit, meinem Egoismus auf die Füße zu treten. Menschlicher Stolz ist die größte Macht. Ich kann weder essen noch trinken, bis ich so sein kann wie sie.

Unsere Eigenschaften sind darauf aufgebaut, dass wir uns gegenseitig mit einbeziehen. Die  vier Phasen Dalet entstehen in den vier Phasen des direkten Lichts als Folge der Eigenschaften des Gebens und der Liebe – nur in dieser Phase verwandeln sie sich vom Egoismus  zum Altruismus und beinhaltet somit alle

Eigenschaften des Schöpfers.

Aus dem Morgenunterricht vom 15.01.2019

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