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„Jüdisches Post-Trauma: Ursache, Diagnose und Heilung“

„The Times of Israel „veröffentlichte meinen neuen Artikel „ Jüdisches Post-Trauma: Die Ursache, Diagnose und Heilung “ am 09.10.2019

Das Post-Trauma durch wiederkehrende antisemitische Ereignisse, wie den Holocaust und die Pogrome, hat ganze Generationen von Juden nachhaltig geprägt. In Israel gehören Angstzustände und traumatische Ereignisse zur täglichen Realität von Kindern, Jugendlichen und der Bevölkerung im Allgemeinen. Der durchschnittliche Israeli hat entweder selbst die Erfahrung eines Terroranschlags gemacht oder aber kennt jemanden, der das Opfer von Terror  geworden, oder durch Kriegserlebnisse traumatisiert ist. Drogen mögen Symptome dieses Phänomens betäuben, aber die wahre Heilung kann nur durch unsere einzigartige Fähigkeit erlangt werden, ein Sicherheitsnetz aufzubauen, indem wir uns als jüdische Nation verbinden.

Israel besitzt zwar die stärkste Armee der Welt, aber diese bietet weder einen Schutz vor dem Trauma, einen Freund im Kampf zu verlieren, noch gegen die ständige graue Wolke der Bedrohung durch Feinde im Inneren, wie auch solche von außerhalb. Viele Kämpfer, in den verschiedensten Positionen sind Opfer von Angstzuständen unterschiedlicher Intensität. Seien es Erwachsene oder Senioren, die in der Vergangenheit an israelischen Kämpfen teilgenommen haben, oder auch junge Männer, die den Militärdienst eben erst absolviert haben.

Dieses Phänomen ist jedoch viel umfassender als dass es nur die israelische Armee betrifft. Es schließt uns alle ein. Wir sind eine Nation, die tagtäglich in einem Trauma lebt. Der Grund dafür ist nicht nur die ständige Bedrohung, welcher der Staat Israel seit seiner Gründung ausgesetzt ist, oder etwa die unterschwellige Angst vor sporadischer Gewalt und Terror. Wir werden permanent traumatisiert, und zwar dafür, dass wir Juden sind.

Das Trauma, das uns fesselt – das Trauma der bedrohlichen Zukunft, der feindseligen Gegenwart oder der quälenden Vergangenheit – durchdringt die gesamte Nation auf allen Ebenen. Kinder gehen in den Kindergarten in Gebieten, die von Raketen angegriffen werden, atmen versteckte Panik in der Atmosphäre, werfen schnell alles weg und laufen in Schutzräume, wenn Warnsirenen in der Nähe ertönen. Auch  zittern sie, wenn ihr Telefon ein Alarm anzeigt, weil wieder eine Rakete in einen entfernteren Teil des Landes eingedrungen ist. Das Trauma ist bereits in uns, ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht.

Wir neigen dazu, stolz auf unsere israelische Robustheit zu sein, die äußerliche Widerstandskraft. Aber diejenigen, die sich sicher fühlen, bedürfen nicht eines solchen Schutzpanzers. Sie können es sich leisten, auch äußerlich sensibel zu sein. Ein weiteres Symptom des jüdischen Traumas: die Notwendigkeit zu verteidigen, zu befestigen und hart zu spielen, um nicht verletzt zu werden.

Warum passiert uns das alles? Wer sind wir Juden? Wo kommen wir her und wohin gehen wir? Wofür das Alles? Was sind Zweck und Ziel dieser Welt? Und was ist unsere Rolle gegenüber dieser Welt?

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Wir werden alle Juden sein.

Aussage: Albert Einstein verblüffte das Publikum einst als er ausrief: „Leider wurde ich als Jude geboren!“ Die Leute waren schockiert. Wie konnte ein so großer Mann eine so wilde Aussage machen?

Dann fuhr Einstein mit einem Lächeln fort: „Weil diese Tatsache mir das Privileg genommen hat, Jude zu werden“. 

Antwort: Es gibt zwei Stufen, um als Jude bezeichnet werden zu können: entweder wird man als Jude geboren oder man wird Jude. Und jeder kann es werden: Franzose, Italiener, egal wer, denn ein Jude weist im Prinzip nicht auf die Herkunft hin.

Es bedeutet, die Denkweise, die Einstellung zum Leben, den Sinn des Lebens zu akzeptieren, wenn ich verstehe, was es wirklich heißt, Jude zu sein – die Methode der Korrektur in die Welt zu bringen, der Welt zu helfen, ein Ganzes zu werden.

Frage: Stammt das Wort „Jude“ vom Wort „Übergang“?

Antwort: Es ist der Übergang von der egoistischen Einstellung zu der Welt zur altruistischen Umgebung. 

Frage: Dadurch wird der Mensch zum Juden?

Antwort: Ja.

Frage: Im Prinzip sagen Sie jetzt vorsichtig, dass die ganze Welt jüdisch werden kann? 

Antwort: Nicht vorsichtig, es ist tatsächlich so.

Dies ist ein ernsthafter Übergang vom Egoismus zum Altruismus, der nur durch den Klick in jedem von uns geschehen kann, wenn wir diese Veränderung von der höheren Macht verlangen.

Frage: Sie meinen auch, dass diejenigen, die geborene Juden sind, es quasi nicht sind?  

Antwort: Nein. Das sind nicht die Juden, von denen die Tora spricht. Denn Jude ist ein Geist. Man lässt sich also nur von der Herzensneigung leiten.

Frage: Besteht das ultimative Ziel des menschlichen Lebens darin, Jude zu werden?

Antwort: Jude zu werden bedeutet, alle Menschen zu vereinigen, um sie zur Eigenschaft des Gebens, der gegenseitigen Liebe, der Vereinigung zu erheben, damit ein solches Maß an Kommunikation zwischen allen Menschen der Welt entsteht, dass sie wie Eins werden. 

Und es geht keineswegs darum, dass jemand nach dem Herkunftsprinzip als Jude betrachtet wird.

Frage: Werden Menschen verschiedener Nationalitäten plötzlich erkennen, dass die Aufgabe eines jeglichen Menschen darin besteht, ohnehin Jude zu werden?

Antwort: Ja.

Frage: Und Sie behaupten ruhig, dass es so ist?

Antwort: Natürlich. Das heißt, von einer egoistischen Einstellung zur Welt zu einer altruistischen überzugehen – das ist das, was man „laavor“ nennt, einen Übergang durch eine egoistische Barriere.

Also lass sie rüber.

(252405)

Aus der TV-Sendung „Nachrichten mit Michael Laitman“, 30.07.2019