Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Neujahrsvorsätze

Auf meiner Facebook-Seite veröffentlicht:  Michael Laitman  vom 29.12.19

 

Ein neues Jahr hat angefangen und die Welt begrüßt ein neues Jahrzehnt. Das Jahr 2019 hat uns auf positive Weise die Augen geöffnet und uns eine Reihe von Erkenntnissen über unser Leben und unsere Zukunft als menschliche Gesellschaft gebracht. 

Wir haben gelernt, wie grundsätzlich jedes System auf der Welt daran scheitert, uns glücklicher zu machen. Außerdem wurden wir reifer und kamen dem Verständnis näher, dass wir die Welt nur ändern können, wenn wir uns selbst ändern.

Während wir in das Jahr 2020 steuern, wie können wir dabei das Blatt wenden und unser Leben effektiv verbessern? Wie können wir Ziele festlegen, die sowohl wertvoll als auch erreichbar sind?

Der Zustand unserer Welt

Zweifellos war einer der lautesten Weckrufe, dass etwas mit dem Planeten nicht stimmt, der Ruf wegen der ökologischen Störungen katastrophalen Ausmaßes. Wir haben erkannt, dass es nicht ausreicht, weniger Bäume zu verbrennen oder Veganer zu werden, um den globalen Umweltherausforderungen zu begegnen. Es wurde klarer, dass uns ein solcher Weg fehlt, weil es an einer Herangehensweise an die Ursache der Probleme mangelt, nämlich an dem menschlichen Ego: unserer selbstsüchtigen und ausbeuterischen Haltung gegenüber unserer Umgebung.

„Je stärker unsere Beziehungen zu anderen sind, desto glücklicher sind wir.“

Fehlinformationen waren im vergangenen Jahr ebenfalls weit verbreitet. Wir haben gesehen, wie die Medien unser Weltbild beeinflussen, und das nicht unbedingt zu unserem Vorteil, da sie normalerweise von interessierten Parteien kontrolliert werden, die bestimmte Agenden vorantreiben möchten, die zu ihrem eigenen Vorteil sind. Geld kann Platzierungen in Medienkanälen und sozialen Medien kaufen, und jeder, der genug davon hat, kann die öffentliche Meinung gemäß seinen Interessen manipulieren.

Die heutigen Medienplattformen verbessern unsere Kommunikation nicht, sondern im Gegenteil: Sie positionieren Menschen in Opposition zueinander und bewirken dadurch ständige Reibungen unter ihnen. Im Wesentlichen arbeiten sie zu unserem Nachteil, vielmehr als zu unserem Vorteil.

Auf sozialer Ebene unternehmen wir keine Schritte, um eine verbindungsfördernde Bildung zu fördern, die darauf abzielt, in unserem immer komplexer werdenden Netz pluralistischer Verbindungen ein harmonisches Gleichgewicht zu finden. Im Gegenteil, anstatt immer mehr positive Vorbilder und Beispiele von Menschen zu zeigen, die in einer Zeit zunehmender sozialer Spaltung freundschaftliche Beziehungen aufbauen, sind die Menschen jetzt mehr der Gewalt in der Schule, am Arbeitsplatz, in der Familie sowie in den Bereichen Kunst, Kultur und Medien ausgesetzt.

Scheidungen haben weiter zugenommen. Es gibt auch eine steigende Anzahl von einsamen Menschen, bis zu dem Punkt, wo Einsamkeit als eine Epidemie angesehen wird.

Wir sehen auch, wie Kinder von Jahr zu Jahr weniger von ihren Eltern abhängig werden. Einerseits ist ihre wachsende Unabhängigkeit etwas Positives, andererseits erhöht sie den wirtschaftlichen Druck auf die neue Generation, die es schwer hat, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

Die AI Revolution hat gezeigt, wie schnell Maschinen in vielen Bereichen Menschen ersetzen und viele Berufe in Händen der Menschen aussterben lassen.

Der Tourismus ist nach wie vor eine geschäftige Branche, in die die ganze Welt eingebunden ist. Ich glaube jedoch, dass er sich im kommenden Jahr aus verschiedenen Gründen verlangsamen wird, einschließlich wirtschaftlicher Schwierigkeiten und auch, weil sich die Wünsche der Menschen ständig ändern. Was in der Vergangenheit attraktiv und besonders war, wird zur Routine, und sein Geschmack verblasst und verliert an Bedeutung.

Die Menschheit hat ihre materiellen Quellen der Befriedigung, die nur kurzlebiges Vergnügen bereiten, überschritten. Es ist ein nie endendes Rennen, neuen Quellen der Zufriedenheit hinterher zu jagen, sobald die alten gesättigt sind. Wir werden dann irgendwann zu unserem Ausgangspunkt zurückkehren und im gleichen Anfangszustand der Unzufriedenheit enden, sogar unglücklicher als zuvor.

 

Lohnende und erfüllende Lösungen

In unserem gegenwärtigen Zustand empfinden wir eher negative Gefühle wie Leere und Einsamkeit, weil wir erkannt haben, dass im Grunde alles, was wir als Menschen bis heute erreicht haben, zwecklos und bedeutungslos ist, da es keine dauerhafte Befriedigung bietet. Das ist der Grund, warum wir mit der Entwicklung der Gesellschaften und den immer höheren Anforderungen an das Leben, im kommenden Jahr mit einem höheren Ausmaß an Depressionen und Drogenabhängigkeit rechnen können. Die Regierungen werden sogar den Konsum bestimmter psychoaktiver Substanzen fördern, da sie dem Zweck dienen, die Massen ruhig zu halten.

Immer mehr Unglück und Probleme in der menschlichen Gesellschaft werden die Frage verschärfen, warum es uns nicht gelingt, eine authentische und dauerhafte Form des Glücks zu erreichen. In diesem Punkt erklärt die Weisheit der Kabbala, dass wir, sobald wir in unserer gegenwärtigen Form der Entwicklung eine Sackgasse erreicht haben, erkennen, dass die Lösung in uns selbst gefunden werden kann, indem wir unsere individualistische und egoistische Natur verändern, die uns und unserer Umwelt schadet, und sie transformieren in eine vernetzte Realität der Zusammenarbeit und Fürsorge für andere.

Kurz gesagt, je stärker unsere Beziehungen zu anderen sind, desto glücklicher sind wir.

Daher besteht der wichtigste Vorsatz für das Neue Jahr darin, in die einzige Quelle wahrer Zufriedenheit zu investieren, eine Quelle, die durch positive menschliche Verbindungen in unserer kollektiven Einheit gefunden werden kann, in der sich jede Person äußerlich darauf konzentriert, Freundschaften aufzubauen und der Gesellschaft zu nutzen. 

Wenn sich unser Verlangen außerhalb von uns selbst darauf konzentriert, anderen zu geben, dann werden wir uns nicht mehr leer fühlen. In einem solchen Zustand der Verbindung werden wir in der Lage sein, ein schönes und vollkommenes Leben ohne Leiden zu führen. Diese Quelle der Erfüllung ist grenzenlos und nicht nur für das Neue Jahr relevant, sondern für unser gesamtes Leben.

Wenn Juden zu Antisemiten werden

The Times of Israel veröffentlichte meinen aktuellen Artikel “ Wenn Juden zu Antisemiten werden

 

Ist es gefährlich, in Paris eine Fremdsprache zu sprechen? Anscheinend  nicht, es sei denn, die Sprache ist Hebräisch. Dies war die jüngste Erfahrung eines israelischen Studenten. Nachdem man ihn am Telefon hebräisch sprechen hörte, wurde er Opfer eines gewalttätigen Angriffs in der Pariser U-Bahn durch zwei unbekannte Täter, die ihn bewusstlos schlugen und liegen ließen. Dieser Angriff sei „eindeutig allein auf den Hass gegen Israel zurückzuführen“, sagte Meyer Habib, Mitglied der französischen Nationalversammlung, die vor Tagen eine Resolution verabschiedet hatte, in der Antizionismus und Antisemitismus gleichgesetzt wurden.

Für einen Moment schien es, als sei mit einem solchen Gesetz ein Sieg der Wahrheit errungen, aber die anhaltenden anti-jüdischen und anti-israelischen Emotionen beweisen, dass man sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen kann.  Der nächste Schritt ist die Gewährleistung unseres Lebens gegenüber den ständigen Bedrohungen, denen wir ausgesetzt sind. Einen Tag vor der Abstimmung veröffentlichten 127 jüdische Intellektuelle, darunter Israelis, in der Zeitung Le Monde, einen offenen Brief gegen das Gesetz, das Antizionismus mit Antisemitismus gleichsetzt. Der Angriff in der Pariser U-Bahn steht symbolisch dafür, dass ihre wunderschönen Worte ihnen nicht geholfen haben, aber der Brief enthüllt ebenso unsere wahre Natur: Der Jude kann sich selbst zum größten Feind werden.

Wo liegt die Grenze zwischen der Kritik an Israel und dem Antizionismus?

Es gibt kein Problem im Hinblick auf die Kritik an Israel, aber eben im Hinblick auf die giftige Kritik, die zu seiner Zerstörung aufruft. Freie Meinungsäußerung für jeden, der zum Frieden aufruft, sollte erlaubt sein, aber kein Frieden durch Vernichtung, schon gar nicht durch antisemitische Botschaften, von denen wir mehr als genug haben.

Die Juden machen weniger als ein Prozent der Bevölkerung Frankreichs aus, und dennoch wurden 2017 fast 40 Prozent aller Gewalttaten, im Zusammenhang mit Religion oder Rasse, gegen Juden verübt. Im vergangenen Jahr sind die antisemitischen Übergriffe um 75 Prozent gestiegen. Der französische Innenminister hat diese Manifestationen als Feindseligkeit beschrieben, die sich „wie Gift“ ausbreitet und ganze Familien zur Auswanderung zwingt. 

Im Ernst, was bringt gebildete Menschen dazu, unvernünftig zu handeln? Wie ist es möglich, dass sich Juden, die entweder in Israel oder im Ausland leben, mit Organisationen identifizieren, die die Delegitimierung ihrer Heimat unterstützen? Wie stellen sie sich ihre Zukunft vor?

Die BDS (Boykott-, Deinvestitions- und Sanktionsbewegung) ist bereits ein bekanntes Phänomen unter den internationalen Organisationen, besonders unter denen, die gegen das jüdische Volk und den Staat Israel handeln. Ihr gehören jüdische und israelische Aktivisten an, die die größten Antisemiten sind. Warum ist das so? Der Grund dafür ist, dass sie versuchen, sich von der Erfüllung ihrer Bestimmung, „ein Licht für die Nationen“ zu sein, zu befreien und nach Wegen zu suchen, ihre Wurzeln auszulöschen oder zu verstecken. 

Einige denken sogar, dass sie, wenn sie sich assimilieren, ihr innewohnendes Judentum verlieren werden, aber gemäß der Weisheit der Kabbala ist das ausgeschlossen. Juden werden immer Juden bleiben. Ihre jüdischen spirituellen Wurzeln sind ewig.

So wie der Hass auf diesen unkontrollierbaren und sogar unerwünschten Zustand im Juden erwacht, so erwacht auch sein Hass auf das Wesen des Volkes Israel. Es ist eine Abneigung, die sich die Menschen im Allgemeinen selbst nicht erklären können, aber sie ist stark genug, um sie zu veranlassen, aggressiv gegen das jüdische Volk zu handeln.

Juden gegen Juden: Der Kampf mit der spirituellen Wurzel

Rav Yehuda Ashlag (Baal HaSulam) schreibt: „In jedem Menschen, auch wenn er weltlich ist, gibt es einen unbekannten Funken, der die Vereinigung mit Gott verlangt. Wenn dieser manchmal erwacht, erweckt er einen, um Gott zu erkennen oder Gott zu verleugnen, was ein und dasselbe ist.“ („Die Lösung“)

Dieser unbekannte Funke, auf den sich Baal HaSulam bezieht, wird der „Punkt im Herzen“ genannt. Er existiert in jedem Menschen auf der Welt, aber ist bei Juden stärker ausgeprägt und weniger sichtbar bei den Nationen der Welt. Die Weisheit der Kabbala erklärt, dass das Herz die Verschmelzung von Selbstliebe oder Egoismus ist, und der Punkt im Herzen ist der einzigartige Funke, der nach der Liebe zu anderen strebt. So wie das Ego wächst, so wächst auch die Spannung zwischen diesem und dem Punkt im Herzen, und so wächst die Abneigung und sogar der Hass gegen die Juden in der Person. Außerdem spiegeln sich die inneren Beziehungen zwischen dem Punkt im Herzen und dem Herzen in den Beziehungen zwischen Israel und den Nationen der Welt wider. Wir nähern uns also einer Situation, in der sich die Nationen der Welt ohne Ausnahme gegen Israel erheben werden.

Deshalb gibt es Juden, die sich durch Antisemitismus oder anti-israelische Stimmungen benachteiligt und unter Druck gesetzt fühlen. Um dem gegen sie gerichteten Hass zu entkommen, leben sie in verschiedenen Ländern der Welt und versuchen, ihre jüdische Identität zu verbergen. Nach und nach werden sie selber zu Judenhassern, entweder bewusst oder unbewusst. Es gibt andere, die, anstatt Israel zu verlassen, im Land bleiben, ihren Lebensunterhalt verdienen, studieren, lehren und eine Familie gründen, aber die Ablehnung ihrer wahren Identität bleibt in ihren Herzen. Beispiele für solche antisemitischen Juden, die in Israel leben, sind diejenigen, die von ihren Büros in der Wissenschaft aus öffentliche Briefe zur Unterstützung antisemitischer Organisationen unterschreiben.

Wenn die Akademiker sich über das Schicksal und die Situation Israels Sorgen machen, sollten sie lieber die Geschichtsbücher und die authentischen Quellen der jüdischen Nation öffnen, um die Rolle des Volkes Israel zu verstehen, die darin besteht, sich zu vereinen und die Methode der Vereinigung an die Menschheit weiterzugeben. Allerdings fehlt ihnen das Bewusstsein für ihre erhabene Rolle und die Größe ihrer Verantwortung gegenüber der Welt.

Wenn die Juden die Wichtigkeit und Dringlichkeit erkennen, sich über das Trennende hinweg zu vereinen und diese Einheit in der Welt verbreiten, wird der Antisemitismus verschwinden und alle Boykotte, Demonstrationen und Anschuldigungen gegen Juden werden aufhören. An dessen Stelle wird es eine neu gewonnene Leuchtkraft, Vollendung und Erfüllung geben, die sich durch das jüdische Volk auf die gesamte Menschheit ausbreitet und antisemitische Gefühle in ihr Gegenteil verkehrt: Unterstützung, Respekt und Ermutigung des jüdischen Volkes.

 

Medien gedeihen in einer zunehmend egoistischen Gesellschaft” (KabNet)

KabNet veröffentlichte meinen neuen Artikel: ”Medien gedeihen in einer zunehmend egoistischen Gesellschaft”

Treten wir einen Schritt zurück, um die weltweite menschliche Gesellschaft für einen Augenblick als einen gemeinsamen menschlichen Körper zu betrachten, was sehen wir dann? Wir würden ein kaum funktionierendes Immunsystem sehen und zerfallende Organe, die eigentlich einen ganzheitlichen und gesunden Körper formen sollten.

Probleme auf persönlicher, sozialer und globaler Ebene nehmen stetig zu, und statt zahlloser Bemühungen, mit diesen Problemen wie Depressionen, Stress, Einsamkeit, Leere, Angstzuständen, Fremdenfeindlichkeit, Drogenmissbrauch und Selbstmorden bis hin zur Gleichstellung  der Einkommen, Armut, Klimawandel und Naturkatastrophen umzugehen, liegt alldem eine umfassendere tiefere Ebene zugrunde, die Aufmerksamkeit erfordert.

“Was ist diese tiefere Ebene? Es ist nichts anderes, als das menschliche Ego, das heißt die  aufgeblasene Selbstliebe und Selbstsucht in jedem Organ, die zur Degeneration des gesamten Organismus führt.”

Das menschliche Ego hat in letzter Zeit einen Wachstumsschub durchgemacht und Rekordwerte erreicht: Es hat sich selbst von allen bisher akzeptierten Normen, von Recht und Ordnung losgelöst und übergeht auf grausame Art gängige Strukturen.

Wer kann dem Ego widerstehen, wenn es stolz seine Brust aufbläst? Welches Gesetz kann es blockieren, welcher Faktor es abschrecken? 

Die Medien in einer egoistischen Gesellschaft

Das Ego hat eine starke Unterstützung: die Medien.

Heutzutage genießen die Medien, insbesondere die sozialen Medien, weitreichenden Einfluss und Macht, den sie so noch nie zuvor hatten. Zu jedem Zeitpunkt kann die öffentliche Meinung in die eine oder die andere Richtung gelenkt werden. Mit ausreichend Geld können Werbeflächen, gesponserte Posts und andere Medien gekauft und so alles, was man will, dem menschlichen Auge vorgegaukelt werden. 

Geld kann Ruhm kaufen und Ruhm überwältigt alles. Tag für Tag wäscht eins das andere, bis alle nach und nach geschwächt sind und aufgeben und das Gewahrsein aller Organe – der Polizei, Anwälte, Erzieher, Richter, Machthaber und der Bevölkerung – den Medien erliegt. Tagein, tagaus steigert sich die Krankheit des Körpers; während die Fürsorge für andere Menschen nachlässt, erhöht sich der Hass auf andere Menschen, und der Krebs frisst sich durch den Körper der menschlichen Gesellschaft  und wuchert bis zum Tode des Körpers. [Rest des Beitrags lesen →]

Warum nehmen in Israel lebende Israelis keinen Antisemitismus wahr?

 
Michael Laitman auf Quora: „Warum nehmen in Israel lebende Israelis keinen Antisemitismus wahr?“

Wir Juden sind Menschen mit einem gesteigerten Ego, das unser Gefühl für andere verringert und unser Gefühl für uns selbst dagegen steigert. Woher kommt dieses überzogene Ego?

Es kommt daher, dass wir Juden einst erhöhte Zustände der Einheit erlebten. Ausgehend von Abrahams bunter Gruppe, von Babyloniern, die gemeinsam das Naturgesetz „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ entdeckten, das uns den Namen „Israel“ („Yashar Kel“ direkt zu Gott hin) verlieh.

Mit anderen Worten: „auf die einzige Kraft der Liebe und des Gebens in der Natur hin ausgerichtet“. Seitdem sind wir aus der Höhe dieser erhabenen Vereinigung in tiefere Schichten des Ichs gefallen, als alle anderen Nationen.

Uns und allen anderen ist das Verlangen gemeinsam, das Ego mit genau den Genüssen zu füttern, die es verlangt. Wir tun dies jedoch von Natur aus intensiver und selbstbezogener, was unsere Sensibilität anderen gegenüber im selben Maße verringert.

Es ist wichtig zu verstehen, dass wir über ein natürliches Phänomen sprechen und die natürlichen Eigenschaften eines bestimmten Volkes beschreiben. Eine Eigenschaft, die dadurch entstanden ist, dass unsere Vorfahren einst erhöhte, mit der Natur harmonisierte Zustände der Einheit erlebten.

Und da wir uns aufgrund unserer Verbindung in höheren Zuständen der Liebe und des Gebens befanden. Seitdem haben wir das Bewusstsein für diese Einheit verloren und sind jetzt in tiefere Tiefen des Egos gesunken.

Ein anderer Weg, dieses gesteigerte Ego zu beschreiben, ist, dass wir einst größere Freuden fühlten, als diese ganze Welt zu bieten hat: „spirituelle Freuden“. Und dadurch das wir uns von der Spiritualität losgelöst haben, suchen wir sie nun in unseren, von der Spiritualität abgetrennten, körperlichen Verlangen nach Nahrung, Sex, Familie, Geld, Ehre, Kontrolle und Wissen.

Deshalb fühlen wir uns heute, nach Jahren der Zerstreuung unter anderen Nationen, im Staat Israel, wie in unserer eigenen Festung. Wir fühlen uns, als wären wir nach Hause zurückgekehrt, haben uns mit einer starken Armee gesichert, hoffen, dass es so ruhig bleibt, wie es jetzt ist, und wollen nichts anderes mehr hören.

Eine solche Einstellung ist deshalb problematisch, weil wir uns durch sie so gut wir können, abschotten. Letztendlich jedoch darauf warten, angegriffen zu werden, um uns dann gegen die Bedrohung von außen zu verbinden.

So erkennen wir nicht an, dass hier gewisse Gesetze der Natur mit spezifischen Anforderungen wirken. Die menschliche Gesellschaft muss aktive Schritte unternehmen, um sich zu verbinden. Die miteinander verbundene und wechselseitig, abhängige Form der Natur endlich verwirklichen und wir Juden haben den Schlüssel dazu in der Hand, da wir schon früher in Zeiten sozialer Spaltung, wie wir sie heute erleben, eine Einheit erreicht haben.

Da die in Israel lebenden Israelis keinen Antisemitismus empfinden, sehen auch die Juden weltweit nicht die vielen Anzeichen, die auf einen weiteren Holocaust hindeuten.

So weiterzumachen, wie bisher wird nicht helfen. Es sind bereits klare historische Muster erkennbar, die zeigen, dass wir wieder auf eine umfassende Tragödie zusteuern.

Es hängt davon ab, wie sehr wir Juden unsere Augen öffnen wollen, um zu sehen, dass die Wahl zwischen dem Übergang in eine harmonische Zukunft oder in eine unabwendbare Katastrophe in unseren Händen liegt.

Ehe wir nicht erwachen zu dem, was uns zu Juden macht – unsere Einheit („Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“) über der Spaltung („Liebe wird alle Übertretungen bedecken“), um ein Kanal für die weltweite Verbreitung der Einheit zu sein („Licht für die Nationen ”) kann sich nichts zum Guten wenden.

Ebenso wie zu Zeiten des größten Kabbalisten des 20. Jahrhunderts Yehuda Ashlag (Baal HaSulam), der in den 1930er Jahren die Juden in Warschau aufrief, Polen zu verlassen, weil er das bevorstehende Gemetzel vorausgesehen hatte und sie sich weigerten, auf seinen Rat zu hören, da sie dachten, alles werde gut, und ihn zudem aus Polen vertrieben … so ist es auch heute.

Der Unterschied zwischen der sich steigernden antisemitischen Stimmung der 1930er Jahre und der heutigen Zeit besteht jedoch darin, dass der heutige Antisemitismus global ist. Selbst in Ländern ohne Juden, wie Nord- und Südkorea, herrschen heute starke antisemitische Tendenzen.

Es kommt also darauf an, wie sehr die endgültige Lösung des Antisemitismus im menschlichen Bewusstsein erwacht. Wo verstehen wir Juden die tief verwurzelte Ursache des Antisemitismus und stellen uns auf eine stärkere Einigung untereinander ein?

Würde unser Gefühl für die Pflicht zur Verbindung nur ein wenig in uns erwachen, würde der Beginn einer großen positiven Veränderung im menschlichen Bewusstsein unmittelbar sichtbar werden.

Wie Deutschland dazu beitragen kann, einen weiteren Holocaust zu verhindern

Wie Deutschland dazu beitragen kann, einen weiteren Holocaust zu verhindern

Veröffentlicht in The Times of IsraelWie Deutschland dazu beitragen kann, einen weiteren Holocaust zu verhindern “.

 

„Ich verneige mich vor den Opfern der Shoah“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrem ersten Besuch in Auschwitz während ihrer 14-jährigen Amtszeit. Ihre Geste entstand im Spannungsfeld der Debatte zwischen den Vertretern der Überzeugung, dass Deutschland seine Vergangenheit nicht ignorieren dürfe, und den extremen Rechten, die eine Verharmlosung der nationalsozialistischen Verbrechen im Zweiten Weltkrieg anstreben.

Keine der beiden Wege kann jedoch eine neue Tragödie für das jüdische Volk verhindern. Dies erfordert eine genaue Untersuchung der Grundursache der Judenverfolgung und deren Lösung.

Merkel erinnerte zudem an das besorgniserregende Ausmaß des Antisemitismus in Deutschland in den vergangenen Jahren. Sie kündigte an, 66 Millionen Dollar für die Erhaltung der Gedenkstätte zu spenden. Die Überwindung des Antisemitismus erfordert jedoch wesentlich grundlegendere Maßnahmen.

Wenn Deutschland wirklich einen Beitrag zur Welt Entwicklung leisten und nicht zum finstersten Kapitel seiner Geschichte zurückkehren will, wäre es sinnvoller, ein eigenes Forschungsinstitut unter der Leitung von nichtjüdischen Deutschen zu gründen und zu fördern, das den Antisemitismus, seine Ursachen und Lösungsansätze erforscht.

Antisemitismus in Deutschland weiter auf dem Vormarsch

Allein im vergangenen Jahr gab es in Deutschland 1.646 antisemitische Übergriffe, ein Zuwachs von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr und ein Rekordhoch in nur einem Jahrzehnt. Nach einem neonazistischen Angriff auf eine Synagoge in Halle und einer Welle von Gewalttaten gegen Juden fühlen sich die Vertreter der jüdischen Gemeinde in Deutschland „unter Beschuss“. Sie haben auch noch weitere Gründe, sich Sorgen zu machen. So äußert beispielsweise jeder vierte Deutsche antisemitische Gefühle und Ansichten, wie eine aktuelle Umfrage des Jüdischen Weltkongresses bestätigt.

Die aktuelle Situation zeigt, dass 75 Jahre nach der Ermordung von einer Million Juden durch die Nazis in Auschwitz-Birkenau antisemitische Erscheinungen noch nicht verschwunden sind. Sie sind nach wie vor in der deutschen Gesellschaft verankert.

Warum? Das Verständnis der Ursache für den Antisemitismus, der bei vielen Millionen Menschen zu Tage tritt, beginnt damit, den Antisemitismus als ein Naturphänomen zu betrachten.

Warum Antisemitismus ein natürliches Phänomen ist

Antisemitismus ist ein natürliches Phänomen, das in jedem Moment in jedem Menschen und jeder Nation erwacht, sowohl bei Juden als auch bei Nichtjuden.

Die Deutschen sollen nicht nur an der Oberfläche dieses Problems kratzen, denn wenn sie in die Tiefe gehen, werden sie überrascht sein, zu sehen, dass ihre Hassgefühle und die Feindseligkeit der Welt Jahrtausende zurückgehen. Sie werden in den Quelltexten lesen, wie seit Anbeginn der Menschheitsgeschichte „Esau hasst Jakob“, d.h. die Nationen hassen Israel, und wie seit der Überreichung der Tora auf dem Sinai, der Hass auf Juden mit regelmäßiger Gesetzmäßigkeit betrieben wurde.

Jedes Mal, wenn Juden vereint waren, herrschten Brüderlichkeit und Frieden unter den Nationen der Welt, während, wenn sie getrennt waren und Juden ihre egoistische Neigung nur zu ihren eigenen Gunsten und auf Kosten der anderen nutzten, es innere Unruhen unter den Nationen gab. In der Folge entstanden negative Gefühle bei den Menschen oder in ganzen Nationen, die sie bestärkten, Juden zu hassen, wo sie auch immer waren. Sie verwandelten sich häufig auch in unerträgliche Gewalttaten.

Ursache und Ausweg aus dem Antisemitismus

Juden haben eine Art DNA, basierend auf dem uralten inneren Streben nach Einheit und Geben an den Nächsten. Dies wird der „Punkt im Herzen“ genannt. Wenn wir diesen Punkt durch das Studium der Verbindungsmethode, der Weisheit der Kabbala, entwickeln, dann können wir uns über unsere Differenzen hinaus vereinen und unseren Sinn für Einheit und Erfüllung auf die ganze Menschheit übertragen.

Antisemitismus entsteht, wenn wir Juden uns voneinander distanzieren, was unser aktueller Zustand ist, anstatt uns zu vereinen. Unsere Spaltung sendet Wellen einer zersplitternden Denkweise in das kollektive Unterbewusstsein der Menschheit. Auf diese Weise trägt es zu jener Spaltung bei, die die Gesellschaften auf der ganzen Welt auseinander reißt. Im Gegenzug zeigen die Nationen der Welt mit Groll und Klagen auf uns. Wenn wir also nicht eine große Transformation durchlaufen und das Prinzip „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ umsetzen, das unsere Herzen verbindet, werden die Angriffe gegen uns niemals ein Ende haben.

Eine gründliche Untersuchung, Forschung und Sensibilisierung für die wahre Ursache des Antisemitismus ist daher ein grundlegender und wichtiger erster Schritt, um dieses Problem ein für alle Male zu lösen. Je mehr die Notwendigkeit der jüdischen Einheit ins Zentrum der Weltöffentlichkeit rückt, verbunden mit dem Verständnis von Antisemitismus als einer natürlichen Antwort auf einen Mangel daran, desto eher würden wir auf einem neuen Weg zu einem sicheren und freundlicheren Deutschland, Europa und sogar der Welt sein.

Dr. Michael Laitman

„Wie man eine zerstückelte Welt wiederherstellt und Frieden schafft“ (Times of Israel)

 
Die Times of Israel veröffentlichte meinen aktuellen Artikel „Wie man eine zerstückelte Welt wiederherstellt und Frieden schafft“.

 

Die Welt beginnt ein neues Jahr und trägt eine schwere Last auf ihren Schultern. Eine niemals zuvor gekannte Anzahl von Menschen weltweit, rund 168 Millionen, wird im Jahr 2020 aufgrund globaler Krisen und Konflikte dringend humanitäre Hilfe und Schutz benötigen, so der UNO Überblick für dieses Jahr und die Zukunft.

Warum sollten wir weiterhin denselben Teufelskreis wiederholen? Können wir als Menschheit es nicht besser machen? Sicher können und sollten wir das. Wir müssen nur wissen, wie.

Die Anzahl und Intensität höchst gefährlicher Konflikte hat nach Angaben von UN-Vertretern zum ersten Mal seit vier Jahren zugenommen. Man rechnet damit, dass jeder 45. Mensch aufgrund der Instabilität der Welt sogar für grundlegendste Bedürfnisse wie Nahrung, Unterkunft und Gesundheitsversorgung humanitäre Hilfe benötigt.

Nach jedem Krieg wird recherchiert, werden Bücher und Theaterstücke über das Streben und Begehren nach Frieden geschrieben, doch scheint dies nur ein Wunschtraum zu sein. Doch was bedeutet letztendlich Frieden? Ist er das Gegenteil von Krieg oder etwas anderes? Eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit dem Begriff „Frieden“ aus der Perspektive der Weisheit der Kabbala wirft neues Licht auf dieses wichtige Ziel und wie es zu erreichen ist.

Nach schweren Konflikten, Kriegen und viel Leid bleibt den Menschen nichts anderes übrig, als Waffenstillstände, Aufrüstungen und Friedensverträge abzuschließen. Und jedesmal steht die Frage im Raum, wie lange sie bis zum nächsten Ausbruch andauern werden.

Die Essenz des Begriffs „Frieden“ bedeutet im Hebräischen (Shalom) Ganzheit (Shalem). Ist die bloße Abwesenheit von Krieg ausreichend, um Ganzheit zu erfahren? Sicherlich nicht. Eine tiefere Analyse des Begriffs „Frieden“ bringt uns zu der gemeinsamen Wurzel unserer Natur, der Wurzel, von der aus wir uns aufspalten in männliche und weibliche Teile, unzählige Arten und verschiedene Nationen.

Heute sind wir Milliarden von Menschen. Wir nehmen uns selbst als voneinander getrennt wahr, und oft nicht einmal im Frieden mit uns selbst. Das Unverständnis darüber, wie wir Frieden finden können, ist das zentrale Problem der Menschheit.

Die Weisheit der Kabbala lehrt, dass die Natur uns zu einem Zustand des absoluten Friedens entwickelt. Um dem Frieden näher zu kommen, müssen wir jedoch das globale Prinzip anerkennen: Die Natur ist ein integrales System, dessen Bestandteile sich alle gegenseitig bedingen.

Wir Menschen sind die einzigen, die das empfindliche Gleichgewicht auf dem Planeten übertreten.  Mit unserem engstirnigen Egoismus, d.h. dem Wunsch, uns selbst auf Kosten anderer zu bereichern, fügen wir der Menschheit, der Welt und der Natur Leid zu. Interessant ist, dass bereits 1930 Rav Yehuda Ashlag (Baal HaSulam) den vernetzten Zustand der Welt erkannt hat:

„Wundern Sie sich nicht, wenn ich das Wohlergehen eines bestimmten Kollektivs mit dem Wohlergehen der ganzen Welt verbinde, denn tatsächlich sind wir bereits soweit, dass die ganze Welt als ein Kollektiv und eine Gesellschaft betrachtet wird. (Yehuda Ashlag, „Frieden in der Welt“)

Die Vorbereitung auf einen Zustand des absoluten Friedens erfordert für viele Jahre eine umfassende Investition in die gesellschaftliche Bildung.. Dann wird es möglich sein,  das menschliche Verhalten und den Zustand der Welt aktiv zu verändern.

Hier kann die Weisheit der Kabbala mit ihrem Wissen um die Natur helfen. Sie lehrt, wie man eine innere Veränderung der menschlichen Natur bewirken kann, die den Willen stärkt,  den Zustand des Friedens zu erreichen. Auf dem Weg dorthin ist es notwendig zu lernen, mit Gefühlen der Feindseligkeit, die Völker und Nationen getrennt haben, richtig umzugehen. Genau wie bei einem Paar, das sich nach einem Streit wieder versöhnt, kann auch hier gerade durch die Vereinigung über dem großen Hass eine stärkere Verbindung aufgebaut werden.

Sprüche (10,12) lehren uns, dass „Liebe alle Übertretungen bedeckt“, und dies geschieht auch in der Natur. Alles definiert sich durch sein Gegenteil: Licht und Dunkelheit, Hitze und Kälte, Süßes und Bitteres und so weiter. Rabbiner Nachman von Breslov erklärte: „Das Wesen des Friedens ist der Versuch, Frieden zu schaffen zwischen zwei Gegensätzen“. (Likutei Etzot, „Frieden“)

Der Friedensprozess hängt von der Entwicklung fortschreitender Verbindungen von Gegensätzen und der Einbeziehung von Gegensätzen in einem solchen Ausmaß ab, dass eine neue Wahrnehmung entsteht, in der es nicht mehr „sie und uns“ gibt, sondern eine Gemeinsamkeit, die wächst und sich entwickelt. Es gibt keine Grenzen in einem Zustand des absoluten Friedens; alle existieren als gemeinsamer Raum, und es macht keinen Unterschied, wo man sich befindet. Regierungsbüros, Steuern, Ernten, Ressourcen, Budgets – all das wird Eigentum der Menschen, die sich in Frieden vereint haben, und so erlangen sie einen neuen Grad an Wohlstand.

Nichts ist wichtiger als der echte Frieden, auf den die menschliche Entwicklung zusteuert. Die Kabbala bietet eine Methode, dies schnell und angenehm zu verwirklichen, mit wachsendem Bewusstsein, Verständnis und Gefühl. Wir brauchen sie nur anzuwenden.

Der 70. Jahrestag der NATO zeigt, dass unsere Probleme global sind

 

Mein Artikel in Newsmax: “ Die 70. NATO erinnert daran, dass alle Probleme jetzt global sind .“

 

Mit dem Beginn des neuen Jahres wird es keine Garantie für eine globale Sicherheit geben. Im Gegenteil, die Welt sieht sich einer unvorhersehbaren Ballung von Herausforderungen gegenüber, wie Cybersicherheit, Kriege, massive Migrationen und aufstrebende Atom- und Militärmächte.

Die Nato feierte kürzlich eindrucksvoll ihren 70. Geburtstag in Großbritannien, dabei wurde die Einheit der inzwischen 30 Mitgliedsstaaten zelebriert, um zu zeigen, dass das Bündnis  die dringendsten globalen Sicherheitsprobleme lösen könne. Stattdessen entpuppte sich die Allianz als ein kranker Patient, dessen Gesundheit und Gleichgewicht sehr fragil ist, das westliche Militärbündnis zeigte mehr Brüche als Zusammenhalt.

Müssen wir die Hoffnung auf die Vision einer sicheren Welt aufgeben?

Wir können niemals die Hoffnung aufgeben. 

Jede Krise und Bedrohung auf dem Planeten, auf dem wir leben, wird uns auf die eine oder andere Art irgendwann treffen. Deshalb können wir nicht einfach ignorieren, was vor uns liegt.

Ebenso können wir von den internationalen Organisationen keine großen Veränderungen erwarten, sie haben selbst gezeigt, wie begrenzt ihr Einfluss ist oder wie wenig sie bereit sind, eine grundsätzliche Lösung anzustreben.

Eine wahre Lösung für Frieden und Sicherheit wird nicht über Organisationen erreicht.

Die Lösung liegt in den Menschen selbst, in der Veränderung unserer menschlichen Natur. Weg von der Sorge um sich selbst, hin zur gegenseitigen Fürsorge, vom Nutzen für sich selbst zum Nutzen für die Gesellschaft, von der Selbstbezogenheit zur Verbindung mit anderen.

Auf diese Weise können wir eine harmonische und sichere Zukunft für die gesamte Menschheit verwirklichen.

Die Welt ist kein Spielplatz

Statt Gemeinsamkeiten zwischen den Nationen zu schaffen, wird die internationale Lage immer zu einem Schlachtfeld.

Die angespannte Situation beim letzten Nato-Gipfel zeigte wie die politischen Führer dieser Welt wie Brandstifter aufeinander prallten, als ob sie wie kleine Kinder sich wütend, um das beste Spielzeug stritten. Aber wenn man sich wie Kleinkinder auf dem Spielplatz verhält, wird man keine Lösungen für die globalen Probleme dieser Welt finden. 

Es erfordert eine seriöse und ernsthafte Herangehensweise.

In der Schlusserklärung des Gipfels haben sich die im Bündnis vertretenen Länder, darunter die USA, Kanada, Frankreich und Großbritannien, verpflichtet, „stärkere Maßnahmen“ zur weltweiten Bekämpfung des Terrorismus zu ergreifen und sie stimmten auch darin überein, dass Russland und China für die Nato neue Herausforderungen mit sich bringen.  Aber sobald es um die Frage des Geldes ging, blieb die endlose Diskussion, wer die Rechnung für die Operationen der Nato zahlt, ohne Ergebnis.

Nach offiziellen Angaben beläuft sich das jährlich Budget auf 1,84 Milliarden Dollar. 

Etwas mehr als 22% der Gesamtsumme werden von den USA bezahlt, die damit den Hauptbeitrag leisten. Nur 7 von 29 Mitgliedern erfüllen ihre finanziellen Verpflichtungen, ein Grund für scharfe und ungelöste Meinungsverschiedenheiten zwischen der amerikanischen Regierung und anderen Verbündeten. Da die Finanzierung immer noch in Frage steht, bot das Treffen viele Fotomotive und nur wenige praktische Schlussfolgerungen.

Die einzige Investition, die sich lohnt, ist die Investition in gute menschliche Beziehungen.

Weltweit können Milliarden für Verteidigung ausgegeben werden, aber es ist verschwendetes Geld, wenn wir nicht unser eigentliches Problem anpacken; unsere egoistische Haltung gegenüber allen und allem, was uns umgibt.

Die Menschheit hat sich zu einem globalen und voneinander abhängigen und miteinander verbundenen menschlichen Netzwerk entwickelt.

Diese neue Realität eines immer komplexer werdenden globalen Systems kollidiert mit unserem vergangenen und gegenwärtigen Egoismus und führt zu Spannungen und Konflikten in einem größeren und komplexeren Ausmaß.

Die vielfältigen Krisen in der heutigen Zeit zeigen, dass wir einen integrativen und ganzheitlichen Ansatz zur Lösung unserer unzähligen Probleme brauchen. In einer vernetzten Welt gibt es keine lokalen Probleme.

Wir brauchen Lösungen, die der Menschheit dienen, und das verlangt konsequente Beratung und Austausch unter Vertretern aller Länder auf Augenhöhe. Wir werden zunehmend erkennen, dass es für jedes Land unmöglich ist, eine Krise allein zu überwinden, und dass jedes Problem als globales Problem behandelt werden muss, anstatt die persönlichen oder lokalen Interessen voranzutreiben.

Jedes Problem muss als ein globales Problem gesehen und gelöst werden.

Wenn wir unsere Probleme gemeinsam anpacken, werden wir die richtige Lösung finden. Vor uns liegt die wichtigste Entscheidung, der sich die Menschheit jemals konfrontiert sah: Passen wir uns den Bedingungen der Evolution an,  indem wir unser Verständnis und unser Bewusstsein entwickeln oder werden wir durch Schläge und Leiden dazu gezwungen?

Das Rad muss nicht neu erfunden werden, um in Frieden und Harmonie zu leben. Wir können uns an der Natur orientieren, die nach ganzheitlichen Gesetzen lebt.

Alle Probleme und Unterschiede tauchen zwischen uns auf, damit wir den Zusammenhang und Ausgewogenheit suchen, indem wir unseren gemeinsamen Bezugspunkt auf sie finden. Mit der Absicht, dem gesamten System von Mensch und Natur, in dem wir leben, Nutzen zu bringen.

Von der egoistischen Konkurrenz zur positiven integralen Verbindung

Die globalen Herausforderungen und Probleme bieten die Chance unsere egoistischen Einstellungen und Interessen zu ändern, die uns sonst in eine Sackgasse führen.  Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass es nur einen Weg gibt, das sinkende Schiff zu verlassen, wir müssen uns über unsere Differenzen hinweg zu einem einzigen Organismus zusammenzuschließen.

Der menschliche Körper besteht aus einer Vielzahl von Zellen und Organen, die in gegenseitiger Komplementarität unterschiedliche Aufgaben erfüllen, um seine Gesundheit und Funktionalität aufrechtzuerhalten. Genauso müssen wir als ein gemeinsamer Körper der Menschheit eine übergeordnete Haltung entwickeln, die dem gesamten System zu Gute kommt, da wir ein Teil davon sind.

In der Vergangenheit haben wir uns durch egoistischen Wettbewerb weiterentwickelt. Wir sind jetzt in eine Phase der Entwicklung getreten, in der uns die Natur zunehmend zeigt, dass sie uns als einen einzigen Organismus behandelt.

Wir können unser Leben nicht länger damit  verbringen, gegeneinander zu kämpfen. Dies führt nur zu noch mehr Problemen und letztendlich zu mehr Leiden.

Im Gegenteil, der Weg zu mehr Glück, Zuversicht und Harmonie führt über eine positive Verbindung untereinander.

Das Grundprinzip eines harmonischen Lebens in unserer Zeit besteht darin, die Menschheit als einen einzigen Organismus zu sehen. 

Unsere egoistische Natur lässt uns diese verbundene und voneinander abhängige Realität nicht erkennen. Das ist der Grund, warum wir uns freiwillig darüber hinwegsetzen müssen, um uns positiv verbinden zu können. Auf diese Weise können wir zu  einer friedlichen und freudvollen Realität gelangen. 

Mein neues Buch ist jetzt erschienen – Die Jüdische Wahl: Einheit oder Antisemitismus

Selten sehen Kabbalisten, wie ihre Träume wahr werden. Noch seltener sehen sie die Erfüllung der Träume ihrer großen Lehrer. Aber heute ist so ein festlicher Tag: Mit großer Freude möchte ich mit Ihnen teilen, dass mein gerade veröffentlichtes Buch, The Jewish Choice: Unity or Antisemitism, alles ans Licht bringt, was meine Lehrer mir beigebracht haben.

 

Sie lehrten mich, dass das Schicksal des jüdischen Volkes von seiner Einheit abhängt, dass, wenn sie sich vereinen, sie Erfolg haben und wenn sie sich einander hassen, die Welt sie hasst.

Jetzt, endlich in einem Buch zusammengefasst, gibt es eine überaus große Sammlung von Beweisen aus der gesamten Geschichte des jüdischen Volkes, dass dies tatsächlich der Fall ist. Es ist ein Beweis dafür, dass die Vorhersagen unserer Weisen richtig sind!

Mit der Hilfe von Dutzenden von Freunden und Studenten wurde eine Unmenge von Ressourcen gesammelt, was darauf hinweist, dass, wie ein berühmter Autor es ausdrückte, „die Juden durch ihre eigene Uneinigkeit zunichte gemacht werden“.

Tatsächlich ist The Jewish Choice: Unity or Anti-Semitism wie kein anderes Buch, das Sie jemals über Juden, über Geschichte oder Antisemitismus gelesen haben. Am Ende des Buches werden Sie den Grund für den ältesten Hass kennen, wie er aufgelöst werden kann und wie Juden und Nichtjuden als Ergebnis davon profitieren werden.

Ich bin den Freunden und Studenten dankbar, die geholfen haben, dieses Projekt zu verwirklichen. Ich bin sicher, es wird jeden aufklären, der es liest, so wie es mich aufklärt, wenn ich daran arbeite.

Darüber hinaus haben wir im Rahmen der Veröffentlichung die ersten 50 Exemplare in Israel gedruckt und ich habe jedes Buch persönlich signiert. Hier ist ein Link zu dieser limitierten Erstausgabe: 

bit.ly/TheJewishChoiceLimitedEdition50Copies

Erhältlich auch bei Amazon:

https://amzn.to/2MvM5B2

 

Von Raketen zur europäischen Kennzeichnung auf israelischen Produkten in Europa

 
Veröffentlicht in The Times of Israel  „Von Raketen zur europäischen Kennzeichnung auf israelischen Produkten in Europa“

 

Wann werden die Drohungen Israel gegenüber ein Ende nehmen?

An die 450 Raketen wurden bei dem letzten massiven Raketenangriff auf Israel- Mitte November vom Gazastreifen aus abgefeuert, und das sogar über einen nach einigen Tagen verhandelten Waffenstillstand zwischen Israel und dem islamischen Dschihad hinaus. Jenseits der Schlagzeilen zahlen die Bewohner im Süden und Zentrum des Landes, den Teilen Israels, welche unter direktem Beschuss standen, einen hohen Preis, indem sie in ständiger Furcht und Ungewissheit im Hinblick auf die Zukunft leben.

Befinden wir uns auf dem Weg zu einer neuerlichen Eskalation oder werden diese gegenwärtigen Bedrohungen in Kürze aussterben? Wie auch immer- wir sind weder zu der Wurzel des Problems vorgedrungen, noch scheint eine Lösung in Sicht. Unser Schicksal liegt allein in unserer Hand, in der Hand des Volkes Israel. Alles hängt davon ab ob wir uns in Einheit befinden oder nicht.

Wachsender Druck auf Israel.

Das Leben in Israel ähnelt dem in einer Festung, in ständiger Alarmbereitschaft gegen feindliche Angriffe. Und doch verfügen wir über keinen wirkungsvollen Schutz gegen irgendeinen unserer Feinde: weder die  Hamas und den islamischen Dschihad im Süden, noch die Hisbollah im Norden, oder auch ein russisches U-Boot, das kürzlich vor der Küste Zentral-Israels gesichtet wurde. Wenn wir uns gut umsehen, werden wir begreifen, dass die Angriffe von allen Seiten kommen. Der europäische Gerichtshof ließ uns keine Zeit, uns von den Wunden des letzten Raketenangriffes zu erholen, als er bereits zum nächsten Schlag gegen uns ausholte.

Der oberste Gerichtshof der EU stimmte einer Resolution zu, welche die europäischen Staaten dazu verpflichtet sämtliche Produkte, die aus den von Israel im Jahre 1967 im Zuge des damaligen Nah – Ost-Krieges besetzten Gebieten also Westbank und Ost-Jerusalem stammen, mit einem dahingehenden Label zu kennzeichnen. Bei diesen Gebieten handelt es sich um Territorium, dessen Rückgabe von den Palästinensern gefordert wird. Die Kennzeichnung diene dazu den Konsumenten bei ihrem Einkauf eine „fundierte Wahl“ zu ermöglichen.

Die Entscheidung des Gerichtshofs wurde von den israelischen Behörden und Herstellern als antisemitisch und diskriminierend bezeichnet, da Israel das einzige Land ist, welches ausgeschlossen wurde. Trotz der Tatsache, dass es derzeit über 200 territoriale Streitigkeiten weltweit gibt, sind es nur israelische Produkte, die mit einer Kennzeichnung versehen werden müssen.

Wie sollte Israels Reaktion aussehen?

Weder Kriege, die im Feld, noch solche, die per Gericht ausgetragen werden, weder Bodenoffensiven noch psychologische Kriegsführung, können hier helfen. Ebensowenig tatenloses Zusehen. Wenn die Völker der Welt sich gegen Israel erheben- egal in welcher Weise- dann besteht die einzige praktikable Lösung darin auf unser gemeinsames Arsenal zurückzugreifen: Die Kraft der Verbindung. Hierin liegt eine Kraft, welche alle gegenwärtigen Kräfte an Stärke übertrifft. Unsere Weisen formulierten es folgendermaßen:

„Die hauptsächliche Verteidigung gegen Unglück bilden Liebe und Einheit. Wenn Liebe, Einheit und Freundschaft untereinander in Israel herrschen, dann kann kein Unglück sie treffen“. (Maor Vashemesh).

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Warum sollten wir die Ältesten respektieren?

Warum sollten wir die Ältesten respektieren?“ – ein Artikel von Michael Laitman, erschienen in Quora. 

 

Menschen wie z.B. Wissenschaftler suchen nach dem Wissen über unser Dasein und die ganze Welt. Ihre Wünsche sind stärker ausgeprägt und mit zunehmendem Alter werden sie in ihrer Erfahrung reicher.

Wenn Wissenschaftler ein hohes Alter erreicht haben, hören sie nicht einfach mit ihrer Forschungsarbeit auf; gehen in Rente und entspannen sich für den Rest ihres Lebens.

Im Gegenteil! – Sie verbrachten einen Großteil ihres Lebens damit, Wissen und Erfahrungen zu sammeln. Je älter sie werden, umso mehr verfeinern sie ihre wissenschaftliche Arbeit.

Es gibt kein Altern in der Suche nach Wissenschaft, Wissen und Weisheit.

Ältere Menschen bilden die gesellschaftliche Schicht, die über ein großes Reservoir an Weisheit und Erfahrung verfügt. 

Aus diesem Grund sollten wir ihnen mit großem Respekt begegnen, weil wir sie dringend brauchen. Wir alle können vom Reichtum ihrer Weisheit und Erfahrung sehr profitieren.

Was würde passieren, wenn sie alle verschwinden würden? Die Auswirkungen können wir zwar nicht spüren, aber die Welt würde eine immense Menge an Reichtum und Tiefe verlieren.

Heute ist es üblich 90 Jahre und noch länger zu leben. Als ich jünger war, galten über 60 jährige bereits als alt, wobei 70 Jahre der Höhepunkt war. 

Leider hat die Gesellschaft noch nicht erkannt, wie sie die Menschen in dieser Altersgruppe am besten nutzen kann. Es ist eines der aktuellsten Probleme unserer Welt und ein Zeichen dafür, dass wir nicht erkennen können was die Natur uns gegeben hat.

Wir stellen uns unsere letzten Jahre so vor, dass wir uns vom Alltag trennen: in Rente gehen, Möglichkeiten suchen uns zu entspannen und das Leben bis zu unserem Tod genießen. 

Dieses Vorgehen trennt uns von der vitalisierenden Quelle und wir vergessen, dass wir ein Teil der Gesellschaft sind. Zahlreiche Studien zeigen die physiologischen und psychologischen Vorteile der zwischenmenschlichen Beziehungen auf. Darüber hinaus wird der Tod nicht durch das Alter verursacht, sondern durch den Verlust der Beteiligung der Menschen am Leben.

Deshalb sollten wir in erster Linie verstehen, was den Senioren am meisten fehlt, nämlich sich ausdrücken zu können. Damit sie sich ausdrücken können, müssten wir außerdem Konzepte entwickeln, die ihren Beitrag in der Gesellschaft ermöglichen.

In Israel gibt es derzeit ein experimentelles Projekt, um ältere Menschen und Kinder gemeinsam zu fördern. Pro Tag verbringen 80-jährige 2 bis 3 Stunden mit 4-jährigen Kindern und ich unterstütze eine solche Initiative. Im Allgemeinen können die Kinder in der Struktur einer Familie, die drei Generationen umfasst: Großeltern, Eltern und Kinder, von den Großeltern eine stärkere emotionale Verbindung als von den Eltern erhalten, eine, die entspannter und herzlicher ist. Dadurch können sie lernen und erhalten eine ganz besondere Fürsorge.

Die Senioren wiederum bekommen viele Möglichkeiten sich auszudrücken, indem sie ihre Lebenserfahrungen mit den Kindern teilen können. 

Wir sollten also die Ältesten für ihren Reichtum an Weisheit und Erfahrung respektieren, anstatt sie von der Gesellschaft zu trennen und sie „verkümmern“ lassen. Weiteres sollten wir nach Möglichkeiten suchen, ihnen Selbstverwirklichung zu ermöglichen, indem sie als Teil der Gesellschaft einen Beitrag leisten können.