Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'die Erlösung'

Wird Polen die Juden bezahlen?

Replik: Es gibt ein großes Problem in Polen, das dort als „jüdische Ansprüche“ bezeichnet wird. Die Polen werden aufgefordert, 300 Milliarden Dollar zu zahlen, um die Nachkommen von Juden zu entschädigen, deren Familienvermögen von den Nazis und dann von den Kommunisten beschlagnahmt wurde. Jetzt stehen die rechten Parteien da auf und sagen: „Das kann man nicht machen! Wir sind nicht für alles verantwortlich, was damals passiert ist“.

Meine Antwort: Es ist ein guter Grund, dieses Thema noch einmal anzusprechen: warum Polen so sehr an der Vernichtung der Juden beteiligt war.

Es ist ein krankes Thema, man kann nichts dagegen tun. So unangenehm es auch sein mag. Und es geht nicht um Geld, sondern um die Tatsache, dass es sich um eine Revision der Beziehungen, Ansichten und vielleicht sogar um eine Annäherung am Ende handelt.

Denn wenn man anfängt, alte Geschichten auszugraben, bleibt nicht nur der vergangene Hass übrig. Man muss es verstehen, man muss es begreifen, man muss darüber reden. Wir müssen uns darüber erheben und das polnische Volk verstehen, warum es so viel Antisemitismus darin gibt, was man „im Blut“ nennt. Nicht leise sein. Zumal es sich, wie Kabbalisten glauben, um ein Naturgesetz der Natur handelt. Das heißt, es ist ein natürliches Problem, das nicht wegen der Polen entsteht, sondern weil die Juden ihre internationale historische Funktion nicht erfüllen. So kann alles auf eine ganz andere Weise umgekehrt werden.

Am Ende werden wir zu einer Art gemeinsamer Vereinbarung kommen, die wir gemeinsam vorantreiben werden. Zumindest ist dies eine Gelegenheit, zu reden, nicht mit dem Rücken zueinander zu stehen.

Ich glaube, dass wir dies als Grund nehmen sollten, um herauszufinden, woher es kommt und wie wir zu einem gegenseitigen Verständnis kommen können.

Infolgedessen muss die Menschheit zur Vereinigung, zur Einigung, zur Einheit, zur Integration kommen. Wie können wir das mit solchen Menschen erreichen? Sie zu uns, wir zu ihnen.

Frage: Die Polen zu uns und die Juden zu den Polen?

Meine Antwort: Ja, wir müssen sie auch verstehen – woher dieser Hass kommt, warum, was sie motiviert.

Welches der Völker der Welt ist die Ursache des Hasses? Juden selbst. Sie sind die Einzigen, die die Möglichkeit haben, sich selbst zu verändern und so andere zu verändern. Das höchste Licht des Wohlstands, das Licht der Freundschaft, das Licht, das einen Menschen weicher macht, durch sich selbst zu leiten. Dieses Licht erhebt den Menschen über seinen Egoismus. Nur Juden können das tun. Das ist es, was die Tora sagt. Worum geht es also? Das ist es, was man den Polen lehren soll.

Es ist möglich ein Verständnis der Katastrophe zu entwickeln, ein Verständnis dessen, was passiert ist, woher das alles kommt. Dass all dies – nicht nur der eine hasste und tötete den anderen -, sondern aus den Tiefen unserer Natur kommt, die wir, Juden, nicht korrigieren und daher einen solchen Hass verursachen.

Wir müssen alle Miasmen, alle Wunden öffnen und sie alle heilen. Andernfalls wird in 70 Jahren das Gleiche passieren.

Replik: Sie drehen immer den Vektor auf uns zu.

Antwort: Auf jeden Fall. Und wer kann hier etwas ändern? Wer hat den freien Willen? So viel Licht oder Dunkelheit wir ihnen bringen, so handeln sie auch.

Frage: Bringen wir Dunkelheit, beginnen sie, uns zu hassen?

Meine Antwort: Natürlich. Baal HaSulam sagte 20 Jahre vor dem Holocaust: „Lasst uns schnell zusammenkommen. Lasst uns schnell so handeln, damit wir alles aufweichen können, sonst wird die Zeit kommen, in der wir strengen Anforderungen ausgesetzt sein werden“. Und jetzt, stehen wir nicht vor einer solchen Periode? Der Antisemitismus nimmt weltweit zu.

Deshalb bin ich dafür, ihn so weit wie möglich zu erhöhen, und wir sollten überall entsprechend schreiben, sprechen, schreien und sprechen. Weil wir diese Welle des Antisemitismus verursachen, die zu einer noch größeren Katastrophe führen kann. Und es gibt bereits etwas zu verlieren. Wir haben einen Staat, wir haben ein Volk, das sich mehr oder weniger geformt hat.

Was tun wir, um dieses zu erhalten und weiterzuentwickeln? Nichts. Menschen verlassen Israel, kaufen Wohnungen und Häuser in allen Ländern der Welt. Und das war’s, niemand interessiert sich für etwas.

Juden wollen ihre historische Rolle nicht erkennen, die Aufgabe ist es, die ganze Welt zur Freundlichkeit, zur Gegenseitigkeit zu führen. Was können wir also tun? Das alles gegen 300 Milliarden Dollar einzutauschen? „Hier, ich habe dir alles anvertraut, Tschüss. Und gleichzeitig entsteht ein neuer Holocaust in der Welt.

Also müssen wir verstehen, wie man sich verhält. Mit anderen Worten, diese Frage wird die Ursache für die tatsächliche Klärung der Gründe für die Vergangenheit des Holocaust sein, um das Neue zu verhindern und die ganze Welt zu korrigieren.

Replik: Sie wollen den Juden immer diese Art von Injektion injizieren – die Frage: „Warum hassen sie uns?“

Meine Antwort: „Es ist deine Schuld!“

Frage: Können Sie sich vorstellen, wie es ist, das zu hören?!

Meine Antwort: Das dachte ich auch nicht. Du musst es nur begreifen, sonst liegen wir die ganze Zeit falsch. Und die ganze Zeit, in jeder Generation, wird es einen Holocaust geben?

Frage: Was kann ich tun, damit man aufhört, mich zu hassen?

Meine Antwort: Zu diesem Zweck muss ich mich in meinem Volk, in allen Teilen des Volkes zusammenschließen, um zu verhindern, dass es sich über die ganze Welt verteilt.

Es kann nur durch Erklärung, nur durch Bildung, Erziehung geschehen, was in allen 70 Jahren der Existenz des Staates nicht geschehen ist! Wofür wurde es geschaffen? Es geht darum, eine Nation zu schaffen! Es gibt keine Nation. Alle fliegen weg, niemand will hier leben.

Es gibt keinen gemeinsamen Geist. Amerikanische Juden sitzen dort, es gibt mehr von ihnen als in Israel, und sie wollen nicht hören, was hier passiert. Die meisten von ihnen waren noch nie hier. Sie wissen nicht, warum sie es überhaupt brauchen, sie vergessen es. Es gibt das Land, dann gibt es, es eben.

Sie werden zu Gegnern dieses Landes, zu Gegnern ihres Volkes, völlig! Echte Antagonisten von Staat und Volk. Wie haben wir das zugelassen?! Und es ist ganz einfach: Die Regierung kämpft untereinander für einen Posten, für Geld, für Macht und alles, und sonst nichts.

Frage: Das alles geschieht also, weil es hier keine Einheit gibt? Gibt es deshalb all diesen Hass auf Israel, auch unter den Juden?

Antwort: Natürlich. Wir haben hier eine kleine Synagoge eingerichtet, in der alle wie in einem gewöhnlichen Dorf kämpfen. Das ist alles. Natürlich ist der Zustand schrecklich…

Aus der TV-Sendung „News with Michael Lightman“, 14.05.2019

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Kabbala Akademie

Freiheit kommt von der Bereitschaft zu geben

Frage: Wie können Sie einer Person die Bedeutung von Freiheit erklären, wenn diese in Sklaverei geboren wurde und in einer Zelle sitzt? Wie fühlt es sich an, frei zu sein?

Antwort: Du kannst Freiheit nur dann verspüren, wenn du geben möchtest und dir dazu die Gelegenheit gegeben wird. Wenn jemand dich am Geben hindert, unterdrückt er dich und beraubt dich deiner Freiheit. Mangel an Freiheit bedeutet nicht, dass du nicht alles tun kannst, was du willst.

Es steht geschrieben, dass wir „ein freies Volk in unserem Land“ sein werden. In unserem Land bedeutet „in unserem Verlangen“ (Land – Aretz, von dem Wort Ratzon – Verlangen). Die Freiheit liegt für uns innerhalb des Verlangens zu geben.

Kabbala Akademie

Verwandtes Material:
Blog-post: Der einzige Punkt, an dem Freiheit möglich ist, ist Ihre Reaktion gegenüber dem Schöpfer
Blog-post: Zum ersten Mal in der Geschichte haben wir die Voraussetzugnen dafür, unseren freien Willen wahrzunehmen

Freiheit ist die Fähigkeit, dir deinen Meister zu wählen

Frage: Sie sagen immer, dass der Mensch nicht frei und seinen Genen, Instinkten und dem Einfluss der Gesellschaft unterworfen ist. Im Alter von 20 Jahren ist er im vollen Umfang ausgebildet, wie eine frisch geprägte Münze, und all seine Handlungen sind im Voraus festgelegt. Ist es denn überhaupt möglich, ein freier Mensch zu sein, und was bedeutet es, frei zu sein?

Antwort: Frei zu sein bedeutet, zu fühlen, dass du zu hundert Prozent vom Schöpfer abhängig bist, aber durch „deinen eigenen freien Willen“, was bedeutet, durch deine eigene Entscheidung so zu sein.

Der Mensch fühlt sich frei, wenn er aus eigenem Willen beschließt, unter dem Einfluss und der Autorität des Schöpfers zu bleiben, und nicht Sklave seines Egoismus zu sein.

Wir können uns nicht vorstellen, was Freiheit bedeutet, da wir denken, dass sie sich als Abwesenheit jeglichen Einflusses definiert. Aber das ist ein Ding der Unmöglichkeit, da es so etwas wie einen leeren Raum frei von jeglichem Einfluss nicht gibt.

Die Freiheit ist ein Gleichgewicht der Kräfte, die durch eigene bewusste Wahl und Anstrengung zustande kommt.

Wir können nur frei werden, wenn wir uns über unser egoistisches Verlangen erheben. Dies bedeutet nicht, dass wir unfreiwillig und vollständig unter die Herrschaft des Schöpfers und des Verlangens zu geben fallen. Stattdessen ist es eine Wahl, die wir treffen, um durch das Verlangen des Gebens gelenkt zu werden, anstatt durch das Ego. Dadurch können wir eine Balance zwischen den Eigenschaften des Empfangens und des Gebens schaffen. Solch ein Zustand wird Freiheit genannt (Klipat Noga).

Kabbala Akademie

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Blog-post: Wählen ist schlecht für die Gesundheit
 

 

Die Fotos im Herzen Teil 1 (5)

Fragen und Antworten 5

Frage: Konnten Sie mit ihm einfach so reden oder haben Sie ihm die vorbereiteten Fragen gestellt?

Natürlich habe ich die Fragen vorbereitet und habe so genau wie möglich die Frage gestellt, einfach und kurz. Sagen wir ich habe die Frage innerhalb 10-15 Sekunden gestellt. Einerseits habe ich mich bemüht, dass diese Frage so gut wie möglich verständlich war. Andererseits wollte ich durch diese Fragen die Art des Antwortens für ihn bestimmen. Weil ich genau so eine Antwort bekommen wollte, ein kleines Fragment in einem bestimmten Ansichtswinkel, den ich wahrnehmen, der sich in mir einprägen und ich ihn spüren konnte, und nicht eine solche Frage zu stellen, die mich auf dem Weg verwirrt. Weil ich ja noch klein und jung war.

Er wusste aber was er tat. Und obwohl meine Fragen gut genug, klar und deutlich waren, hat er manchmal sehr spezielle Antworten gegeben, die für mich sehr schwer verständlich, schwer zu verdauen waren. Erst nach vielen Jahren, als ich mich an diese Fragen erinnert habe, als ich sie aus meinem Gedächtnis und aus meinem Herzen herausgeholt habe, habe ich diese Antworten verstanden.

Frage: Hatten Sie damals vermutet, dass Sie eines Tages zu einem Lektor werden? Haben Sie deswegen solche Fragen gestellt?

Ich wusste, dass ich ein Lehrer und Lektor sein muss. Nach einem Jahr beim Studium habe ich angefangen die Lehrer im Berg Institut zu unterrichten. Er hat mir erlaubt die Lektionen dort zu leiten. Danach kamen 40 Männer von Berg zu Rabash.

Ich wusste, dass ich das machen werde. Außerdem hat Rav der Rabani Fejga gesagt, dass er von mir die Verbreitung der Wissenschaft der Kabbala erwartet. Er hat mich ständig dazu angespornt. Und gleichzeitig hat er mich zum Unterricht am Berg Institut bewegt. Sogar morgens, wenn ich dort die Lehrer unterrichtete, die für das breitere Publikum vorlesen sollten, hat er mich inmitten des Unterrichtes angerufen und gefragt: “Wie geht es? Wie läuft der Unterricht?“. Manchmal war das zu lasten unserer Spaziergänge. Er hat diese Spaziergänge abgesagt, nur damit ich  Kabbala unterrichte.

Danach, im Jahr 1983 habe ich meine ersten 3 Bücher geschrieben. Obwohl sie in russischer Sprache erschienen, war er sehr interessiert und hat mich dazu ermutigt. Ich habe mich mit ihm über alles beraten, sogar über den Preis von diesen Büchern. Er hat darauf bestanden, dass ich die Bücher nicht zu preiswert verkaufe, denn derjenige, der Kabbala studiert, muss wissen was er kauft und was er sich davon verspricht. Jedes Mal war er sehr froh, dass ich in dieser Sache voran schreiten konnte.

Keiner hatte seine Wörter früher aufgeschrieben. Das war bei ihm niemals üblich. Ich hatte aber ein Magnetophon mitgenommen, damit ich aufnehmen konnte. Am Anfang war er erschrocken und wusste nicht was er davon halten soll. Danach, als ich ihm gezeigt habe, was und wie wir es machen, ihm erklärte wofür wir das tun, war er einverstanden. Aber nur unter der Bedingung, dass er selber den Knopf drückt und damit selber entscheidet, wann die Aufnahme stattfindet und wann nicht.

Deswegen ist die Hälfte des Unterrichtes, wo über die innere Arbeit gesprochen wurde, nicht aufgenommen worden. Bis er dann damit einverstanden war.

Seitdem, innerhalb der nächsten Jahre, wurde alles aufgenommen. Den Teil des Unterrichtes, welchen er nicht auf Magnetofon aufgenommen hat, habe ich sofort im Heft konspektiert. Dank dem haben wir sehr viel Studienmaterial erhalten, mehr als 1000 Disketten. Die habe ich danach gebrannt und an alle seine Schüler weitergegeben. Deswegen haben jetzt alle dieses Material und alle können sich an diese Quellen wenden und sie studieren.

Außerdem, als die Schüler vom Berg Institut, gesehen haben, dass sie dort nicht das studieren, worum es bei der Kabbala wirklich geht, kamen viele zu uns und Rabash hat angefangen sie zu unterrichten und sie mir anvertraut, sie in Gruppen zu organisieren. Kabbalisten haben immer in Gruppen studiert, in der Verbindung zwischen sich, weil die Wissenschaft der Kabbala über die Verbindung der Seelen spricht. Indem wir uns verbinden, bauen wir den spirituellen Kli (Gefäß) für das Erhalten des höheren Lichtes, die Offenbarung des Schöpfers, der Spiritualität auf.

Ich hatte ihn gefragt: “Wie macht man das? Ich weiß es nicht“. Dabei habe ich mich bemüht diese Frage in so einer naiven Form zu stellen, als ob ich von Null anfange, ohne etwas zu wissen. Dabei wollte ich aus ihm so viel wie möglich herausholen. Dann begann er für mich diese Frage tiefer und tiefer zu erläutern und auf Papier zu schreiben.

Am Anfang schrieb er auf Papierfetzen. Auch diese Aufzeichnungen sind in unserem Archiv. Danach hat er angefangen die Artikel zu schreiben und hat das dann innerhalb der Jahre bis zu seinem Tod gemacht. Ein Mal die Woche hat er für uns einen Artikel geschrieben, entweder über den Aufbau der Gruppe, über den Wochenabschnitt der Tora, oder über die innere Arbeit des Menschen. Alles, was Ari und Baal HaSulam geschaffen haben, indem sie für uns den Himmel geöffnet haben, alles das hat Rabash an uns übergeben, indem er dem Menschen erklärte, wo er in sich drin, alle diese Einstufungen der Eigenschaften finden soll und wie man dann mit ihnen voranschreitet.

                             

Kabbala Akademie

Die verborgenen Kräfte der Natur verstehen

Frage: Was bedeutet “ den Schöpfer den Geschöpfen in dieser Welt zu offenbaren“? Ist es möglich, die Enthüllung des Schöpfers mit der Entdeckung der Gesetze des Magnetismus, der Elektrizität zu vergleichen? Anders gesagt, lernen wir wie die Naturgesetze, die uns bisher verborgen blieben, anzuwenden sind?

Antwort: Den Schöpfer zu enthüllen bedeutet, die verborgenen Kräfte der Natur, ihre Wechselbeziehungen, Gesetze, Formeln und Diagramme zu enthüllen, d.h. zu begreifen, in welchem System wir existieren. Wir brauchen dabei nicht das Bild verstehen, welches wir im Moment betrachten, sondern die Kräfte die dahinter stehen.

Die Natur wird von gewissen Kräften gesteuert. Ihre Verbindungen untereinander, ihre Auswirkungen auf uns, unsere Gegenwirkungen auf sie – all das zusammen ist notwendig, damit wir unsere Existenz einigermaßen komfortabel und sicher fortsetzen können.

Die Wissenschaften unserer Welt führen uns lediglich zur Erkenntnis, dass wir die Natur und ihre Kräfte nicht beherrschen können – wir können uns vor ihren negativen Auswirkungen in einem gewissen Maße schützen, mehr nicht.

Es entwickelt sich gleichzeitig das Gefühl, dass die Wissenschaften in einer Krise stecken, in einer Sackgasse. Der nächste Durchbruch muss außerhalb unserer Welt erfolgen – zu jenen Kräften, die über unsere gegenwärtige Existenz, über unser Universum hinausgehen.

Das sind die verborgenen Kräfte der Natur, die über uns stehen und unser ganzes Leben bestimmen.

Frage: Können wir sagen, dass dies die ursächlichen Ereignisse sind, die mit uns in der materiellen Welt geschehen?

Antwort: Natürlich. Absolut.

Frage: Wenn ich also, während ich mich in dieser Welt befinde, die verborgene Kraft begreife, d.h. sie mit meinen fünf Sinnen erfasse, – ist das dann die Offenbarung des Schöpfers?

Antwort: Ja, das kann man sagen.

Frage: Ist es ein sinnliches Begreifen?

Antwort: Es ist nicht nur im Gefühl, sondern auch im Verstand begreifbar.

Wir offenbaren die Verbindung der Kräfte die uns beeinflussen, ihre Entwicklungen und Auswirkungen auf uns. Unter dem Einfluss der höheren, herrschenden Kräfte sehen wir ein vollständiges Bild unserer Welt – man nennt sie „die Höheren“, da sie noch vor uns verborgen sind.

Darüber hinaus beginnen wir rückblickend die Möglichkeiten unseres Einflusses auf diese Kräfte zu sehen und sie zu verstehen. Das Ziel ist, diese Kräfte in einen Zustand zu bringen, in dem sie uns auf eine wünschenswerte, ergebene Weise beeinflussen werden.

Aus der Fernsehsendung „Die Grundlagen der Kabbala“, 12.11.2018

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Jeder der zum Schöpfer strebt, kann Israel werden

Zwei Fragen, die ich bezüglich der Konversion zum Judentum erhielt:

Frage: Warum können Sie sagen, dass Rabbi Akiva nicht jüdisch war? Wie weit können Sie daneben liegen? Er war 100 % jüdisch! Ich nehme an, dass morgen Rav Ashlag auch nicht-jüdisch genannt werden wird!

Antwort: Zuerst einmal, dies alles spielt keine Rolle in Bezug auf die Tora. Wir alle sind von der Entstehung her Babylonier. Die Juden begannen damit, sich selbst anders zu bezeichnen, denn sie unterschieden sich von anderen Leuten dadurch, dass sie ihr Leben auf das Gesetz gründeten: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Das ist es, was jetzt von der ganzen Menschheit gefordert wird, einschließlich den Juden, die von der Stufe der Einhaltung dieser Regel abgefallen sind.

Ich hörte meinen Lehrer die Herkunft Rabbi Akivas erklären. Sie können auch auf google.com gehen und die Worte „ Akiva Proselyt (Bekehrter)“ eingeben und nachschauen, was dort gesagt wird. Bitte überprüfen Sie Ihr Wissen. Und Sie sollten nicht beleidigt sein: Es ist eine Ehre, ein Proselyt (Bekehrter) zu sein! Schließlich ist es ein Zeichen dafür, dass jemand eine Korrektur durchgemacht hat. Ich wünsche uns allen, Bekehrte zu werden, wie es in der Tora definiert ist! Die Tora erklärt wiederholt: „Liebe den Proselyten.“

Frage: Nachdem ich den Text „Die Letzte Generation“ gelesen hatte, kam ich wieder zur Frage der Beziehung zwischen Juden und Nichtjuden. Ich gehöre im körperlichen Sinne zu den letzteren und habe mich manchmal wegen dieser Tatsache von der Kabbala ausgeschlossen gefühlt. Aber ich habe mit großem Interesse andere Texte gelesen, in denen diese Dynamik im spirituellen Bereich eindeutig erklärt wird: Der Ausdruck „Jude“ gehört zu einer Person mit dem Punkt im Herzen. Trotzdem scheint es mir, dass zwei Definitionen in den verschiedenen Texten vorkommen, einige beziehen sich auf den körperlichen, andere auf den nicht-körperlichen Bereich. Jede Klärung darüber, was die korrekte Ansicht über diese beiden Begriffe ist, ist sehr willkommen.

Antwort: Es gibt keine Nation oder ein Volk der „Juden“! Diese „Nation“ bildete sich aus den Schülern Abrahams heraus, gemäß ihrer spirituellen Eigenschaft. Kabbala erläutert, dass es 70 spirituelle Wurzeln der Nationen der Welt gibt, aber es gibt keine getrennte spirituelle Wurzel für die Nation Isra-El! Deshalb kann jeder, der nach dem Schöpfer strebt, Israel werden. Das ist der heutige Stand:

Ein genetischer Jude muss Kabbala studieren und verbreiten (siehe Punkt 70 der „Einführung zum Buch Sohar“).

Ein geistiger Jude (Isra-El) ist jede Person, die danach strebt, den Schöpfer zu offenbaren.

Verwandtes Material:
Blog-post: Israel = Alle Menschen, die zum Schöpfer streben
Blog-post: „Auserwählt“ zu sein bedeutet, die Verantwortung zu haben, der Welt spirituell zu dienen
 
Kabbala Akademie
 

Pessach Seder: Die Ordnung der Geburt der Weltseele

Matzen symbolisieren den Zustand, wenn das „Brot von Bina“ gegessen wird, das von der Stufe Bina, dem Geben, kommt. Und obwohl wir uns immer noch auf der Stufe von Malchut befinden und wir nicht fähig sind aufzusteigen, müssen wir so stark wie möglich versuchen, Handlungen des Gebens durchzuführen und uns miteinander verbinden.

Obwohl es uns völlig klar ist, dass wir keinen Erfolg haben werden, ist das egal: wir müssen diese Handlungen trotzdem ausführen, denn sie ziehen das Höhere Licht auf uns und das Licht führt dann seine Handlung aus, die unsere „Befreiung“ heißt.

Des Menschen Austreten aus dieser Welt, aus dem Objekt der egoistischen Wahrnehmung, des pragmatischen Wissens, aus dem eigenen Ego, geschieht nicht auf die übliche Weise entsprechend der Ordnung der Stufen. Dies ist wie der Prozess des Geboren werden, das vollständig in der Dunkelheit, in Eile geschieht. Bei der Geburt muss sich der Fötus auf den Kopf stellen und aus der einen Welt in eine andere gehen: aus seiner Mutter, seiner inneren Stufe, in die äußere Welt.

Unsere Seele wird in gleicher Weise geboren. Und deshalb hat kein anderes Fest eine so präzise Ordnung von Handlungen während der Feiertage. Normalerweise segnen wir nur die Nahrung und den Wein. Jedoch ein Pessach-Mahl hat eine ganze Ordnung (Seder), der man ganz genau folgen muss. Dies ist so, weil des Menschen Austritt aus seinem Ego, aus unserer Welt und seine Errungenschaft der Wahrnehmung der spirituellen Welt, einer höheren Dimension, das als seine spirituelle Geburt bezeichnet wird, nicht ensprechend normaler Gesetze geschieht.

Normalerweise wachsen Verlangen nach der Ordnung der Stufen: zwei Stufen des kleinen Zustandes (Katnut Alef und Bet), zwei Stufen des großen Zustandes (Gadlut Alef und Bet), die die inneren und äußeren Zustände abwechseln und noch einmal: das Innere und das Äußere. Mit anderen Worten, die Verlangen und das Licht wachsen schrittweise.

Doch während der Geburt scheint alles „inkorrekt“, anders herum zu geschehen. Und darum heißt das Pessach Mahl „Seder“ (Ordnung). Es ist eine besondere Ordnung, die nicht den Gesetzen des aufeinanderfolgenden Wachstums gemäß der Stufen entspricht.

Die Sache ist die, dass diese Stufe, die wir jetzt während des „Auszugs aus Ägypten“ erleben, unsere Geburt ist. Und die Seele, die geboren wurde, wächst dann nur noch. Doch auf dieser Stufe gechieht eine echte „Revolution“. Und darum geschieht die gesamte Ordnung eines Pessach Mahles – „Kiddush“ (Segen), „Urchaz“ (Hände waschen), „Karpas“ (Kräuter in Salzwasser tunken), „Yachaz“ (Brechen von Matza), „Maggid“ (Geschichte des Auszugs aus Ägypten) und so weiter – nicht gemäß der normalen Ordnung der Korrespondenz von Lichtern und Verlangen, der sie im Wachstum folgen sollten.

Aus diesem Grund, selbst, wenn wir in Ägypten, dem egoistischen Verlangen, sind und zueinander eine egoistische Einstellung haben und nur an uns selbst denken (denn schließlich herrscht der Pharao über uns), müssen wir trotz seiner ganzen Macht alle möglichen Handlungen ausführen und versuchen, uns über ihn zu erheben und zwischen uns neue Verbindungen zu finden. Wir müssen eine Verbindung finden, die sich außerhalb Ägypten befindet. Das bedeutet, uns auf die zukünftige Erlösung einzustellen.

Aus dem 1. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 18.04.2011, „Dies ist für Juda“

 

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Blitz-Antworten des Kabbalisten

Frage: Wenn die Anzahl unserer Zustände die Zeit wären, heißt es dann, dass Abstieg eine Rückwärtsbewegung und Aufstiege eine Vorwärtsbewegung auf der Zeitskala wären?

Antwort: Nicht unbedingt. Es gibt Abstiege, welche die Vorwärtsbewegung beschleunigen. Wir müssen die Qualität der Bewegung richtig bewerten, nicht ihren Vektor und nicht ihre quantitative Einschätzung.

Frage: Ist die spirituelle Materie eine Kraft? Sind die materiellen Kräfte auf einer anderen Stufe oder befinden sie sich parallel zu den spirituellen Kräften?

Antwort: Materielle Kräfte sind egoistische Kräfte, es gibt sie nicht in der spirituellen Welt. Wir können nicht sagen, dass sie parallel zu den spirituellen Kräften bestehen, denn unsere Welt existiert dort nicht. Unsere Welt heißt „Olam a-medume“ – eine imaginäre Welt, die Welt die wir uns einbilden.

Frage: Gibt es auch Zwischenwelten oder nur materielle und spirituelle Welten?

Antwort: Es gibt keine Zwischenwelten. Eine spirituelle Welt besteht aus fünf Stufen: Asia, Ezira, Bria, Azilut und Adam Kadmon die Welt der Unendlichkeit, die wir über 125 Stufen erreichen müssen. Diese Welten unterscheiden sich in der Qualität der Verbindung zwischen ihren Bestandteilen und ihren Elementen. 

Frage: Wenn mein Schicksal das Werk des vollkommenen Schöpfers ist, warum sollte ich es dann beeinflussen und verändern?

Antwort: Da der Schöpfer dich so erschaffen hat, dass du dich selbst verändern musst! Er verpflichtet dich dazu.

Frage: Erzieht uns der Schöpfer, wenn wir in unserer materiellen Welt Schmerz und Leid empfinden? Erfahren wir das, wenn wir uns nicht selbst korrigieren wollen?

Antwort: Richtig! Wir empfinden Schmerz, wenn wir uns nicht selbst erziehen und korrigieren wollen!

Frage: Wenn ich durch das System unreiner Welten genährt werde, was kann mich dann aus der Macht des egoistischen Königreichs in die spirituelle Welt ziehen?

Antwort: Damit wir unsere Zustände verstehen lernen, können uns dieselben spirituellen Kräfte, von der spirituellem Stufe vertreiben.

Frage: Was heißt es einem Lehrer/ Kabbalisten ähnlich zu werden, wenn sich der Lehrer in der Spiritualität  und ich mich noch in der materiellen Welt befinde?

Antwort: Hilf ihm, indem du verstehst was er von dir will. In dieser Welt ist das die wichtigste Arbeit eines Menschen, der einen Lehrer hat. Es ist besser als andere Handlungen durchzuführen und auf Anweisungen zu warten.

Frage: Wie kommt man dazu, sich einen spirituellen Fortschritt zu wünschen?

Antwort: Schließe dich der Gruppe an. Nur wenn man in die Gruppe eingeschlossen ist und sich zusammen mit ihr entwickelt, kann man ernsthaft vorankommen. Ohne die Freunde gibt es keine Kraft voranzukommen.

Frage: Erinnert sich die Seele an ihr vergangenes Leben und kann das nach dem Tod des Körpers, ihre Korrektur beeinflussen?

Antwort: Was hindert die Seele daran, ihre Korrektur vorzunehmen, wenn der Körper lebt? Für die Seele gibt es in Bezug auf den Körper keine Begrenzung. An der Seele ändert sich nichts, auch wenn „dein Tierkörper“ stirbt.

 

Aus dem russischen Unterricht, 19.08.2018

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Die Kabbalisten über die Seele und die Gebote, Teil 3

Ein Gebot zieht das andere Gebot heran. Das Gebot (Mizwa) bedeutet die Verschmelzung, die Vereinigung, und stammt von den Worten „die einheitliche Ganzheit“ (Zawta Chada). Und darin besteht der Sinn: das Gebot, d.h. die erstmalige Verschmelzung mit dem Schöpfer, zieht das andere Gebot heran, d.h. eine noch größere Verschmelzung. (Das Buch „Degel machane Efraim“, Abschnitt „Korach“) Die ganze Korrektur führt zur noch größeren Vereinigung der ganzen Menschheit.

613 Gebote und 7 Gebote der Weisen sind 620 Funken des Lichtes. Und deshalb sagte Baal Schem Tow, dass ein Gebot (Mizwa) vom Wort die Ganzheit (Zawta) stammt. Das heißt die Ausführung des Gebotes (der Einigkeit) führt zur Verschmelzung mit dem Licht des Schöpfers. (Das Buch „Zror аchaim“, 38)

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Die Gesetze der Zukünftigen Gesellschaft

Michael LaitmanFrage: Was ist „Die neue Gesellschaft“, die von Rav Ashlag geschrieben wurde? Es klingt wortwörtlich wie das kommunistische Manifest:

1. Das Akzeptieren der Religion von „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“ (dabei wird gemeint, dass Religion bereits „liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“ ist!).
2. Eine gerechte Verteilung der Profite, damit jeder je nach seinem Können arbeitet und je nach seinen Bedürfnissen empfängt.
3. Privatbesitz besteht, doch darf der Eigentümer nicht mehr davon profitieren, als von dem, was er wirklich braucht.
4. Privateigentümer unterstehen einer öffentlichen Aufsicht , einer Selbst-Treuhänderschaft oder werden durch Buchhaltung im Auge behalten.
5. Die Bedürfnisse der Arbeitslosen werden genauso wie die der Angestellten gedeckt.
6. Die Profite werden zum Einsatz öffentlicher Spesen verwendet.

Warum lehrt die Kabbala Kommunismus, wo es sich doch herausgestellt hat, dass es nicht funktioniert?

Antwort:

1. „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“ ist das allgemeine Naturgesetz, denn die Natur ist ein einziger Organismus.
2. „Von jedem je nach seinem Können und für jeden je nach seinen Bedürfnissen“ ist das Gesetz, nach dem jedes untereinander verbundene System arbeitet.
3. Der Besitzer profitiert von der Tatsache, dass er sich selbst zu Gunsten der Gesellschaft verwirklicht, weil er Respekt und Würde erhält.
4. Er verbleibt unter der Aufsicht der Gesellschaft, bis er in jeder Hinsicht über seinen Egoismus hinaus wächst.
5. Diejenigen, die aus Gründen arbeitslos sind, die nicht in ihrer Macht liegen,werden das Gleiche erhalten, wie jeder andere auch.
6. Alle Profite, außer den für jeden Menschen lebensnotwendigen, sind kollektiv und werden zum Vorteil des gesamten Systems verwendet.

Der Unterschied zwischen dieser und der sowjetischen Struktur ist, dass jeder die Höhere Belohnung zur gemeinsamen Einheit erhält – zur Anheftung an den Schöpfer, einer ewigen und perfekten Existenz! Aus diesem Grund halten sich die Menschen an das Gebot „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“, mit allem was dazugehört.

Allerdings wird die Menschheit allmählich und nur freiwillig in diese Art der Existenz geraten und nicht durch Zwang. Das kommt daher, weil die Enthüllung der verborgenen Welt den Menschen die Kraft und das Verlangen dazu gibt, so zu leben!

 
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