Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Eigenschaft des Gebens'

Neues Leben 1310 – Die Gründe für den Verlust des Zusammengehörigkeitsgefühls in der Familie

Dr. Michael Laitman im Gespräch mit Oren Levi und Nitzah Mazoz

Die Bindungen in der Familie schwinden, weil das Ego ständig wächst und von niemandem abhängig sein will. Dies ist ein natürlicher Prozess. Die Menschen fühlen sich nicht mehr ihren Geschwistern oder Eltern gegenüber verpflichtet.

Dennoch können wir lernen, eine warme menschliche Verbindung in der Familie zu entwickeln, wenn wir unsere Kinder über das Ego aufklären und ihnen zeigen, wie man mit Ablehnung und Neid richtig umgeht. Wir müssen ihnen zeigen, was ihnen die Verbindungen mit den anderen bringt, indem wir zum Beispiel jeden Tag einem anderen Geschwisterkind bei jeder sich bietenden Gelegenheit helfen.

Wir können positiven Wettbewerb erlernen, indem wir einander darin messen, wer sich am besten über seinen eigenen Egoismus erheben kann, um den anderen Familienmitgliedern näher zu kommen und Liebe in ihnen zu wecken. Wenn wir uns gemeinsam über das Ego erheben, sollte in der Familie ein Gefühl für gegenseitigen Unterstützung, Verständigung, Verantwortung und Zusammengehörigkeit auf einer neuen Ebene entstehen.

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Aus KabTVs „Neues Leben 1310 – Die Gründe für den Verlust des Gefühls der Nähe in der Familie“, 27.06.2021

Babylon verlassen


Babylon verlassen heißt. aus einem Zustand der Verwirrung, der vergleichbar ist mit dem Gefühl, welches ein Mensch hat, wenn er die Kabbala entdeckt. Vorher ist er sehr verwirrt und weiß nicht, was er tun soll. Sein Leben und die ganze Welt erscheinen ihm irgendwie unverständlich. Wofür lebt er? Was ist mit ihm los?

Allmählich offenbart sich in ihm die Eigenschaft des Gebens und der Liebe. Welche es ihm erlaubt  zu fühlen, dass es eine Möglichkeit gibt, sich über diese Welt zu erheben. Er kann wahrnehmen, dass diese Welt vergänglich ist und er gezwungenermaßen darin lebt.

Der Mensch bekommt nun die Möglichkeit, einen ganz anderen Lebensweg zu finden, der parallel zu diesem verläuft. Er wird das gesamte Geschehen von einer höheren Ebene aus betrachten, er wird im Fluß sein.  

Was unten ist, er selbst, seine Familie, seine Verwandten, das wird weniger wichtig. Die materielle Ebene ist nur noch notwendig, um ihn irgendwie zu begleiten.

Das Wichtigste ist jedoch, dass er in seiner inneren Transformation die Eigenschaften des Schöpfers erlangt, und sich ständig verändert, im Fluss ist. Er hat nun ein Ziel, die Kraft und Möglichkeiten, Kabbala zu studieren. uhd lernt, wofür das alles notwendig ist. Er beginnt bereits, sich mit einem anderen Lauf der Welt zu identifizieren. Er hat bereits einen eigenen Weg, der ein wenig höher ist als alles Irdische. 

Diesen inneren Prozess bezeichnet man als Verlassen des eigenen Babylon. Der Mensch erhebt sich und beginnt, auf einer höheren Ebene in seinem Strom zu fließen. Zugleich akzeptiert er auch, was mit allen anderen geschieht. Es ist für ihn notwendig, sich in die anderen hineinzuversetzen, um sich von dort aus zu erheben. Er übernimmt das, was er braucht, z.B. Eigenschaften von Familienmitgliedern und anderes, jedoch wird der überwiegende Teil unten bleiben. Dies ist damit gemeint, dass Abraham aus Babylon hinausführt.

Aus der Fernsehsendung „Die Macht des Buches Sohar“ Nr. 17

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Kabbala und die Völker der Welt


Facebook- Frage: In der Kabbala gibt es den Begriff der „Gojim“ (Völker der Welt). Wie stehen die Kabbalisten zu ihnen: wie im Talmud oder nicht?

Antwort: Der Talmud und die Kabbala sind ein und dasselbe. Man muss nur verstehen, dass alles von dem Mensch abhängt, der die so genannten „heiligen“ Bücher liest. Sie werden heilig genannt, da sie von Menschen geschrieben wurden, welche die Höhere Welt begriffen haben.

Der Begriff “ Gojim “ ist ein Volk. Die Juden sind praktisch gesehen kein Volk. Sie sind eine besondere Gruppe von Menschen, die es auf sich genommen haben, die Eigenschaft des Gebens und der Liebe, das Ebenbild des Schöpfers, zu erlangen und dann diese Eigenschaft auf die ganze Welt auszudehnen. Sie lehren der Menschheit, „ein Licht für die Gojim“ zu sein – für die Völker der Welt.

So begann die Gruppe, die sich im alten Babylon aus allen dort lebenden Völkern bildete und sich von ihnen trennte, sich als „das Volk Israel“ zu nennen, obwohl sie kein Volk sind. Die Tora sagt, dass diese Gruppe nicht zu den Völkern gezählt wird.

Es gibt die anderen 70 verwurzelten Völker der Welt, denn es gibt 70 spirituelle Wurzeln für diese Völker, die alle egoistisch sind. Die Gruppe „Volk Israel“ war altruistisch. Nach anderthalb Jahrtausenden verfiel sie wieder in den Egoismus und ist jetzt noch egoistischer als die anderen.

Aus der Fernsehsendung „Antworten auf Fragen aus Facebook“, 10.03.2019

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Jeder hat die Verpflichtung, sich zu korrigieren


Frage: Wenn ein Mensch etwas nicht in Ordnung bringt und es jemand für ihn erledigt, wird er dann beraubt- warum?

Antwort: Da dann gegen das allgemeine Gesetz der Schöpfung verstoßen wird.

Jeder muss sich selbst korrigieren. Jeder muss in das unendliche höhere Universum ankommen, um die Eigenschaft der Ewigkeit, die Vollkommenheit, zu erreichen. Auf jeden Fall alle!

Wenn ein Mensch leidet, sollten wir ihm helfen und ihn nicht im Stich lassen. Es ist nicht wie in Sodom und Gomorra. Dort herrschte eine andere Philosophie: „Helft nicht. Wenn etwas auf einen Menschen herabkommt, dann hat es Gott so geschickt“. Und das war’s.

Man muss den Menschen helfen. Indem man ihnen mit dem hilft, was sie brauchen, müsste man ihnen gleichzeitig damit helfen, sich wieder selbst aufzubauen. Sie sollen nicht untätig herum sitzen und warten, bis ihnen etwas zustößt. Man muss sie ausbilden und Arbeit geben.

Die Kabbala sagt: Sie sollen sitzen und lernen. Es gibt nicht für jeden einen Arbeitsplatz. Unsere Welt steuert auf einen Zustand zu, in dem alles Überflüssige nach und nach verschwindet.

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Nicht fliehen, sondern erobern


Bemerkung: Während beim Auszug aus  Ägypten das Volk noch vom Pharao verfolgt wurde, gibt es beim Eintritt in das Land Israel niemanden, der hinter einem her wäre.

Antwort: Wenn du dem Land Israel näher kommst, solltest du nun selbst ganz bewusst vorwärts gehen. Denn man kann schließlich nicht ständig Druck auf dich ausüben.

Der Auszug aus Ägypten erfolgte aus dem Grund, den Leiden, den „zehn ägyptischen Plagen“, zu entkommen. Und jetzt (beim Eintritt in das Land Israel) ist es nicht so.  Das Volk kommt voran, indem es selbst erkennt, dass es notwendig ist, sich von seinen egoistischen Absichten zu befreien. Die eigenen Verlangen zu reinigen, um den Schöpfer zu offenbaren und Ihm dadurch Genuss zu bereiten.

Frage: Worin besteht denn der Unterschied zwischen der Teilung der Wasser des Roten Meeres (Yam Suf) und der Teilung der Wasser des Jordans? Worin besteht der Unterschied zwischen diesen beiden inneren Zuständen eines Menschen?

Antwort: Die Wasser des Roten Meeres teilen sich, wenn die Grenze zwischen der Macht des Pharaos und der Macht des Schöpfers aufgehoben wird. Im Prinzip ist dies ein und dieselbe Macht, nur zeigt sie sich auf unterschiedliche Weise. 

Frage: Können wir sagen, dass dort eine spirituelle Geburt stattfindet?

Antwort: Bei der spirituellen Geburt handelt es sich nicht um den einen Moment, sondern um einen langwierigen Prozess, genau wie in unserer Welt.

Bemerkung: Dennoch musste man beim Auszug aus Ägypten im Glauben über dem Verstand vorangehen, sonst wäre es nicht möglich, das Meer zu überqueren. Und das Volk wagt es!

Antwort: Hier (im Land Israel) ist es genauso. Auf all diesen Wanderungen, mit all den Wundern, erheben sich die Menschen ständig über ihren Egoismus. Das geschieht manchmal durch Krieg, einen Satz, einen Sprung ins Meer, durch die Überquerung des Jordans und so weiter. Wie auch immer, es erfordert jedes mal eine Überwindung.

Bemerkung: In Ägypten gab es den  Nachshon (der nach dem Motto „besser der Tod, als ein solches Leben“, ins Meer sprang), jedoch gab es keine Priester, die ins Wasser gegangen wären, was zur Teilung der Wasser des Meeres geführt hätte. 

Antwort: Dort (in Ägypten) gibt es ja auch noch keine Bina! Im Land Israel jedoch dominiert diese Eigenschaft des Gebens und der Verbindung, daher empfindet man schon anders und verhält sich dementsprechend. Die Aufgaben, die man nun hat, sind ganz andere. Nicht fliehen, sondern sich bemächtigen, immer wieder aufs neue. 

Aus der Fernsehsendung „Geheimnisse des ewigen Buches“, 

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Warum der Schöpfer die Wahrheit verbirg

Die Weisheit der Kabbala beschreibt den Schöpfer als Kraft oder Qualität des absoluten Wohlwollens, eine Qualität des Gebens. Natürlich will eine Qualität des absoluten Gebens absolut alles geben. Das bedeutet bei absoluten Geben, gibt man alles, sogar die Natur des Schöpfers, die Qualität des Gebens.

Aber um zu geben, braucht man einen Empfänger. Deshalb hat die Eigenschaft des Gebens einen absoluten Empfänger geschaffen, das geschaffene Wesen, das alles empfangen will und deshalb wie der Schöpfer sein möchte, nämlich ein Geber. Wenn es scheint, dass es hier einen Haken gibt, dann haben Sie recht, es gibt ihn. Wir wollen so sehr empfangen, dass es uns letztlich dazu bringt, Geber sein zu wollen.

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Ein Feld der Liebe erschaffen


Frage: Die Kabbalisten haben ein Sprichwort: „Er und sein Name sind eins.“ Ist dies eine Bedingung oder ein Gesetz?

Antwort: „Er und sein Name sind eins“ bedeutet, dass der Schöpfer sich in Seinem Namen offenbart.

Sein Name ist der Zustand, in dem eine Anzahl von Menschen (zehn oder mehr) sich so vereinen, koordinieren und miteinander verbinden können, dass sie in Bezug auf das gegenseitige Geben und Unterstützen eine Einheit darstellen. In einem solchen vereinheitlichten Feld wird sich die gemeinsame Kraft dieses Feldes, genannt „Schöpfer“, offenbaren.

Der Schöpfer selbst ist verborgen. Dieses Phänomen kann nicht erkannt werden- nur durch den Sensor -eine Ansammlung von Menschen, die so miteinander verbunden sind, dass sie im gemeinsamen Geben, in der gemeinsamen Liebe, in der gemeinsamen guten Verbindung, in einem solchen Feld organisiert sind. Es heißt: „Das vom Schöpfer gesegnete Feld“. Darin offenbart er sich ihnen.

Zum Beispiel haben wir viele Bakterien an unseren Händen, wir sehen sie nicht. Wenn wir ein Mikroskop nehmen, können wir sehen. Das ist auch hier der Fall.

Frage: Es gibt also einige Verbindungen zwischen uns, aber sie sind uns verborgen?

Antwort: Es gibt Verbindungen zwischen uns, aber diese Verbindungen sind schlecht. Sie sind nicht wie die Eigenschaften des Schöpfers- gebend und liebend- so bleibt uns der Schöpfer verborgen.

Frage: Ich liebe es von meiner Natur aus zu empfangen, so wurde ich geschaffen. Selbst wenn ich gebe, ist es um zu empfangen. Ist das die falsche Verbindung?

Antwort: Diese Verbindung ist natürlich, wir wurden damit geboren. Es ist der Egoismus. Wir müssen das allmählich in eine andere Verbindung umwandeln, dem Gegenteil davon.

Frage: Was soll ich tun?

Antwort: Denken Sie an andere und an die Verbindung zwischen uns, damit diese Verbindung vorherrschend, wesentlich, und das Wichtigste wird. Dann beginnen wir, den Schöpfer darin zu spüren.

Aus der Fernsehsendung „Spirituelle Zustände,“ Er und sein Name sind eins“, 25.05.2021

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Den verborgenen Teil der Natur spüren


Frage: Wie führt man Ihrer Meinung nach die Kabbala besser ein: als Teil irgendeiner Disziplin oder besser als eine eigenständige Disziplin?

Antwort: Da in unserer Welt der Mensch ein absolut egoistisches Wesen ist, untersucht er alles, nur als eine Projektion seiner selbst als Egoist auf die ganze umgebende Welt, auf alle Systeme, die er auf irgendeiner Stufe erschaffen hat, ob sozial, politisch, wirtschaftlich usw. Nur so versteht er alles was um ihn herum und in ihm selbst vorgeht.

Wenn wir uns in einer Gruppe versammeln, versuchen wir in ihr eine neue Kraft zu schaffen – keine egoistische, sondern eine altruistische, eine positive Kraft, in der die Gruppe zu einem gemeinsamen Ganzen wird. Dann fühlen wir uns als ein verbundenes Ganzes, ein gemeinsamer Organismus, dann spüren wir die Natur auf eine ganz andere Weise.

Anders gesagt, beginnen wir den zweiten Teil der Natur zu spüren, denjenigen der uns verborgen ist. Dieser Teil existiert, wird aber von einem normalen Menschen gar nicht wahrgenommen. Wir nehmen alles nach dem Gesetz der Ähnlichkeit der Eigenschaften wahr.

Aus einer Videokonferenz über Managementwissenschaft

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Das Verlangen, den Sinn des Lebens zu verstehen


Um den Plan der Schöpfung zu verwirklichen, dem Schöpfer näher zu kommen, Ihn zu offenbaren und mit Ihm in gegenseitigem Einvernehmen, in der Freude und in der Verbindung zusammen zu sein, muss die Schöpfung mehrere Schritte durchlaufen.

Der erste ist die Erkenntnis, dass wir in einfachen Egoismus existieren und wir vom Schöpfer nur etwas Kleines und Irdisches erhalten, das uns begrenzt. Das sind die kleinen Freuden von Essen, Sex, Familie, Reichtum, Ruhm, Wissen. Und das war’s.

Als Ergebnis der menschlichen und gesellschaftlichen Evolution kommen wir in einen Zustand, in dem uns diese Füllungen nicht mehr genügen. Und dann gibt es eine Sehnsucht nach mehr, ein Verlangen nach Verwirklichung dessen, wofür wir geschaffen wurden.

Wenn wir uns nicht mehr selbst erfüllen und irdische egoistische Vergnügungen genießen können, dann beginnen wir zu fragen: „Was ist der Sinn meines Lebens? Wozu existiere ich?“ Diese Fragen stellen sich heutzutage viele Menschen. Das ist auch der Grund, warum Depressionen so weit verbreitet sind.

Doch im Prinzip zwingt uns dies, über den wahren Sinn des Lebens nachzudenken und zu begreifen, dass er nicht nur darin besteht, alles Mögliche im Leben genießen zu wollen. Es ist mehr als das.

Dieses Verlangen nach mehr entsteht in uns, nachdem wir alle Entwicklungsphasen in unserer Welt durchlaufen haben und an das Ende unserer irdischen Entwicklung gekommen sind.

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Aus KabTVs „Kabbala – Wissenschaft des Lebens“ 01.03.2018

Die Verbindung ist ein Grundgesetz der Natur


Frage: Muss man, um das Land Israel zu erreichen, die Bedingung der Bürgschaft erfüllen?

Antwort: Unter dem Begriff „Land“ versteht man eine spirituelle Grundlage. Das Land Israel ist nicht Palästina und nicht der Staat Israel, sondern eine spirituelle Eigenschaft, in der sich die Menschen in einem Zustand gegenseitiger Liebe befinden.

Aussage: Die Kabbala erklärt es folgendermaßen: „Land“ (hebr. „Eretz“) bedeutet „Verlangen“, und unter „Israel“ werden diejenigen verstanden, die nach dem Schöpfer streben, der die Eigenschaft des Gebens darstellt.

Die Tora beschreibt das dem Volk, als es sich dem Berg Sinai näherte, d.h. als sich der Hass zwischen ihnen zeigte, eine Bedingung gestellt wurde: entweder ihr müsst euch verbinden, oder hier wird eure Begräbnisstätte sein.

Antwort: Die Verbindung ist ein grundlegendes Naturgesetz, wir müssen es umsetzen.

Es ist eine Tatsache, dass es nach dem Urknall eine Aufspaltung unseres Verlangens in eine große Anzahl von Verlangen gab, wir müssen sie wieder verbinden.

Die gesamte Natur strebt nach der Verbindung, sehr langsam, allmählich, nach ihren eigenen Gesetzen. Wir sind gefordert, die Verbindung zwischen uns auf unserer menschlichen Stufe, d.h. auf der höchsten Stufe der Natur, vorzunehmen.

Hier haben wir ein Problem: Wir erkennen- verstehen es nicht und wollen es nicht umsetzen. Wir müssen diese Aufgabe trotzdem erfüllen, entweder auf dem guten Weg, oder durch viele Leiden.

Aus dem Fernsehprogramm „Spirituelle Zustände“, 14.05.2021

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