Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Eigenschaft des Gebens'

Neues Leben 1180 – Eigenverantwortung

Neues Leben 1180 –  Eigenverantwortung

Dr. Michael Laitman im Gespräch mit Oren Levi und Yael Leshed-Harel

Die Entwicklung des Selbstvertrauens kann in einer Gruppe, die die Weisheit der Kabbala studiert, erfolgen. Ein ermutigendes Umfeld hilft den Menschen, sich weiter zu entwickeln und dem Schöpfer ähnlicher zu werden. Die Natur erlaubt uns, uns auf eine neue Art und Weise, basierend auf Verbindung und gegenseitiger Sicherheit, zu entwickeln, wenn wir uns vereinen. Jeder muss zuerst aus sich selbst herauskommen und durch Selbstbegrenzung sich in die anderen einschließen. Der Trainer muss die Besonderheit der Verbindung in der Gruppe kennen, um jedem zu helfen, seine einzigartigen Qualitäten zu erkennen und zu stärken. Um eine neue spirituelle Form aufzubauen, muss die Verbindung als absolut wertvoll angesehen werden.

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Aus KabTVs „Neues Leben 1180 – Eigenverantwortung“, 21.11.2019

Die spirituelle Rolle der Frau, Teil 10

Wer ist korrigierter: Mann oder Frau?

Frage: Kann man sagen, dass eine Frau in der Regel spirituell korrigierter ist als ein Mann?

Antwort: Ja, teilweise. Andererseits bekommt ein Mann aber dementsprechend mehr Möglichkeiten als eine Frau, sich selbst zu korrigieren. Man kann also nicht sagen, dass spezifisch ein Mann mehr Bedingungen und Möglichkeiten hat als eine Frau.

Frauen haben einen viel ausgewogeneren Egoismus und viel weniger Zustände. Bei Männern ist es genau umgekehrt.  Bei Männern und Frauen gibt es im übrigen einen riesigen Unterschied – eine Reihe von egoistischen Zuständen.

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Aus Kab TV´s „Grundlagen der Kabbala“, 08.03.2020

Die spirituelle Rolle der Frau, Teil 9

Wie bewirkt das Schicksal, dass zwei Menschen heiraten?

Frage: Wer ist im Spirituellen die richtige Frau für einen bestimmten Mann und umgekehrt der richtige Mann für eine bestimmte Frau? Wie erkennen sie sich gegenseitig? Gibt es irgendwelche Strukturen im Familien- und im spirituellen Leben?

Antwort: Darüber braucht man sich keine Gedanken zu machen. Es gibt bestimmte spirituelle Zustände zwischen Mann und Frau, aber mehr nicht und es ist nicht notwendig, über alle anderen nachzudenken.

Frage: Gibt es dennoch gewisse aktive Interaktionen, die  zwischen den Eheleuten vorgesehen sind?

Antwort: Ja, natürlich. Wir treffen uns nicht einfach nur und heiraten. Wir machen zwar manchmal viele Fehler aller Art, aber wenn wir Kinder bekommen, dann handelt es sich bereits um eine Familie. Und dann relativiert sich  die Bewertung zwischen Mann und Frau unter diesen Voraussetzungen bereits.

Frage: Wenn es keine Zufälle gibt, wie hängt dann die Verbindung von Seelen mit ihrem Korrekturbedarf damit zusammen, wie das Schicksal zwei Menschen in den Bund der Ehe zusammenführt?

Antwort: Offensichtlich lenkt einem das Schicksal mit verbundenen Augen, fischt sich den einen und den anderen aus der Menge heraus und führt sie zusammen. So etwas gibt es nicht!

Das sind alles spirituelle Kräfte, die in Übereinstimmung mit dem Anfangszustand des Zerbrechens der Seele und mit dem Endzustand des Zusammenfügens aller zerbrochenen Teile handeln. Zwischen diesen beiden Zuständen durchlaufen alle Seelen ihre Neuordnung, verbinden, vereinen sich und bringen Kinder zur Welt usw. All dies geschieht allmählich, bis wir zur allgemeinen Korrektur gelangen.

 

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Aus Kab TV´s „Grundlagen der Kabbala“ der Kabbala 08.03.2020

Neues Leben 1237 – Vom neuen Denken zu neuen Beziehungen

Dr. Michael Laitman im Gespräch mit Oren Levi

Wir müssen verstehen, was die Natur von uns fordert und dass alle Schläge, denen wir ausgesetzt sind, aus einem Ungleichgewicht in den Beziehungen zwischen den Menschen resultieren.

Unsere Egos stehen zwischen uns, und wir können nur durch Zugeständnisse  über das menschliche Ego hinaus aufsteigen und eine ausgewogene Verbindung auf einer höheren Ebene zwischen uns aufbauen. Wir können uns des Hasses und der Konflikte zwischen uns entledigen, indem wir die Kontrolle abgeben. Wir müssen lediglich an einem Gedanken festhalten: im Interesse aller zu handeln. Dies kann nur geschehen, wenn es gegenseitige Unterstützung gibt. Wir müssen freundlich zu allen sein und dafür sorgen, dass sich alle wohl fühlen, auch unsere Verbündeten. Wenn wir verstehen, wie wir uns mit dem inneren Mechanismus der Natur verbinden können, werden wir die Menschheit ins Gleichgewicht bringen und den Himmel auf Erden erbauen.

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Aus KabTV´s  > „Neues Leben 1237 – Vom neuen Denken zu neuen Beziehungen“, 12.05.2020

 

Neues Leben 1203 – Verstand und Emotionen im Gleichgewicht

Dr. Michael Laitman im Gespräch mit Oren Levi und Nitzah Mazoz

Der Verstand hilft uns, unsere Emotionen oder Verlangen zu managen und zu verwirklichen. Verlangen ist die Grundlage der gesamten Schöpfung

 Emotion ist ein Phänomen innerhalb des Verlangens, das entweder gefüllt oder leer ist. Verstand ohne Emotion fehlt der Lebenssinn, der den Verstand zu einem vollständigen Geschehen macht. So gewinnt beispielsweise das Ziel, Millionär zu werden, durch Emotionen an Wert. Emotionen ohne Verstand sind ebenfalls unausgeglichen. Die Weisheit der Kabbala lehrt uns, wie wir Verstand und Emotionen, indem wir die richtige Umgebung schaffen, ausbalancieren können.

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Aus KabTV´s „Neues Leben 1203 – Balance zwischen Verstand und Emotion“, 30.01.20

Die Gesellschaft der Zukunft – eine verbundene Menschheit

Frage: Wie wird die Gesellschaft der Zukunft sein?

Antwort: Die Gesellschaft der Zukunft ist eine Gesellschaft, in der die Menschen gleichzeitig alle Formen des Lebens fühlen werden. Ein Mensch wird nicht das Gefühl haben, nur in einem unbedeutendem, kleinem Teil des Universums, welches als „unsere Welt“ bezeichnet wird, zu existieren.

Es gibt zahlreiche Stufen. Wir werden sie noch zu Lebzeiten in dieser Welt verstehen, erkennen und fühlen können. Unsere Welt ist ein egoistischer Teil des Universums und alle anderen Teile sind altruistisch. Wir können sie in uns verbinden.

Um die anderen Stufen wahrzunehmen, müssen wir aus unserem Egoismus heraustreten, dann erfahren wir, was das Universum wirklich ist.

Frage: Heute gibt es einen Begriff des “ 5D Denkens“. 3D ist das egoistische Denken und 5D ist die Wahrnehmung dieser Welt als ein Geist einer verbundenen Menschheit. Wonach müssen wir streben, um wie ein Organismus denken zu können?

Antwort: Dafür müsst ihr euch über euren Egoismus erheben, die Eigenschaft des Gebens und der Liebe erlangen. Ihr müsst aus euch herauskommen, aufhören euch als Zentrum wahrzunehmen und dagegen die andere als ein Zentrum, ein Ziel zu empfinden, dem ihr alles geben wollt. Ihr existiert ausschließlich dafür und werdet dann diese 5D-Ebene spüren.

Aus der Sendung „Begegnungen mit der Kabbala, Viktoria Bonja“, 29.03.2020

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Die Willensfreiheit befindet sich im Aufstieg über den Egoismus

Frage: Wenn wir über den freien Willen sprechen ist es klar, dass uns in dieser Welt etwas vorgegeben wird, im Spirituellen ist das nicht so. Das bedeutet, dass der Schöpfer uns führt und wir Ihm zustimmen müssen. Wie unterscheiden wir die Willensfreiheit in Bezug auf das Spirituelle und auf das Materielle?

Antwort: Ich kann es nicht erklären. Unsere Freiheit besteht darin, uns über unseren Egoismus zu erheben, der uns zwingt das zu tun, was er will. Deshalb besteht die Willensfreiheit darin, dass wir uns darüber erheben.

Es gibt in unserer Welt keine Freiheit, denn wir sind unserem Ego völlig unterworfen. Egal ob wir glauben, kurz vor einem Aufstieg zu stehen oder meinen gleich frei zu sein- es gibt so etwas nicht.

Freiheit besteht ausschließlich aus der Erkenntnis, die Eigenschaft des Altruismus zu entwickeln. Wenn wir uns darüber erheben, werden wir sowohl größere Egoisten als auch größere Altruisten werden. Dann entsteht eine Schnittlinie, die sogenannte mittlere Linie. Sie ist ein Zustand der Freiheit, wir gehören dann keiner der beiden Zustände an.

Wir sind frei, sowohl vom Schöpfer, als der Eigenschaft des Gebens und der Liebe, sowie auch von der eigenen Eigenschaft des Hasses und des Empfangens. Wir begreifen den Zustand der wahren Freiheit dadurch, dass wir zwischen ihnen in der Mittellinie stehen.

Dieser Zustand ist nicht fassbar. Er ist höher als alle Manifestationen von Kräften und Eigenschaften auf jeder Stufe der Welten.

Aus dem Unterricht, 05.01.2020.

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Immer mit mir – Teil 97

Und plötzlich ist er weg!

Erste Zeit bin ich in Schweiß gebadet aufgesprungen, schaute auf die Uhr und dachte, ich hätte verschlafen!… Es ist schon halb zehn, und man musste um neun bei ihm sein!… Und plötzlich merkst du, dass du dich nicht verspätest, dass man nirgendwo hingehen kann.

Du legst dich hin, schließt die Augen, und er steht vor dir, lebendig…

Ja, es war anfangs nicht einfach….. Und wie schwierig es war, ohne ihn im Auto zu fahren, weil wir so viel zusammen gefahren sind… Und nicht zu hören: „Michael, fahre nicht so schnell, sag es dir!“ Er mochte es nicht, wenn ich über 90 km fuhr; „Michael, du musst das Glas abwischen“, er liebte es, dass die Scheiben immer perfekt sauber waren; „Michael, lass uns heute zu Meron fahren….“ Und wir sind nach Meron, zum Grab von RASHBI… Und jetzt, mit wem willst du gehen?!

Aber trotzdem hat es sich im Laufe der Zeit etwas beruhigt. Es liegt daran, dass der zweite Teil des Gehirns auch funktioniert hat, der Hauptteil. Wo ich ihn klar gespürt habe. Das heißt, der Lehrer, Vater, Freund hat mich verlassen… Aber er hat mich auch nicht verlassen! Je mehr Zeit verging, desto näher und näher spürte ich ihn. RABASH hatte nicht eine Minute, wo er überhaupt etwas für sich selbst tat. Alles wurde nur in eine Richtung gebaut: von sich selbst zu den anderen.

Er hat mich mit dieser Bewegung „infiziert“. Ich fühlte, dass er mich nach vorne drängt, ich hatte keinen anderen Ausweg, sondern nur, um zu gehen, genau wie er, ohne vom Weg abzuweichen, ohne sich abzulenken, um wie er zu gehen und alles zu tun, um der Welt zu vermitteln, was er vermitteln wollte. Das, was er in mich investiert hat. Ich fühlte diese Verantwortung, fühlte sie damals und fühle sie auch heute. Alles, was mit mir weiter passiert, alles ist er, RABASH.

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Immer mit mir -Teil 96

Er ging und er blieb

Was kam danach…

Die Beerdigung fand am selben Tag, Freitag, statt. In der religiösen Zeitung „Amodia“ erschien eine Meldung:

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„Am 15. September 1991 ausgangs des Rosh Ha-Shana fühlte [RABASH] sich schlecht und wurde sofort ins Krankenhaus „Beylinson“ gebracht. Anhängerschaft und Verehrer beteten für seine Genesung, doch am Freitag, um 7 Uhr morgens, gab er dem Schöpfer seine Seele zurück. Seine Söhne Rabbi Shmuel und Rabbi Yehezkel und sein Vertrauter Michael Laitman standen an seinem Bett.“

RABASH wurde nahe Baal HaSulam[1] (70) beerdigt. Diejenigen, die man informieren konnte, sammelten sich dort. Ich stand beiseite. Näherte mich dem Grab nicht. Dort hatten die Verwandten das Sagen. Dann gab es eine Shiva. Die Leute kamen, gingen, es gab viele Tränen, viele Worte.

Da stieg mein Blutdruck, mir war schwindelig, und ich wusste nicht, was das soll. Man hat mir Blutdruck gemessen: 180/110. Die innere Spannung war enorm, was soll ich sagen.

Aber ich erinnere mich trotzdem sehr deutlich, dass es keine Angst gab, keine Panik. Das heißt, zwei Teile des Gehirns funktionierten. In einem war natürlich das Gefühl, dass er körperlich weg ist. In dem anderen gab es ein vollständiges Verständnis dafür, dass eine neue Periode beginnt.

Und das, obwohl ich seit 12 Jahren bei RABASH voll und ganz beschäftigt war. Von morgens bis abends war ich mit ihm, wenn nicht physisch, dann in Gedanken. „Man muss RABASH-Käse kaufen, ihm ist der Käse ausgegangen; man muss ihn zum Arzt bringen, er fing an, schlechter zu schlafen; Olga hat für ihn das Essen gekocht, wir müssen das unbedingt vor dem Mittagessen bringen… Ich muss mit ihm darüber reden, bloß nicht vergessen….“ Er wurde zu meinem zweiten „ich“. Ohne RABASH konnte ich mir mein Leben nicht vorstellen.

 

[1] „Als Rebbe starb, wusste man auch nicht, wo man ihn begraben sollte. Im Gegensatz zu vielen anderen Menschen kaufte er keinen Platz auf einem Friedhof. Damals wurden die Plätze bei Baal HaSulam für 5.000 Dollar oder mehr verkauft. Es gab Leute, die sie vor langer Zeit gekauft hatten. Und Rebbe dachte überhaupt nicht darüber nach. Weil es nichts mit dem Ziel zu tun hatte. Also existierte es für ihn auch nicht.“ (Aus Michael Laitman Blog).

 

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Fortsetzung folgt…

Immer mit mir – Teil 95

So ging er

Am nächsten Tag, aus irgendeinem Grund, blieb ich länger beim Unterricht. Dann ging ich nach Hause, nahm die Haferflocken, die Olga für ihn kochte, (er fragte mit Milch, ohne Zucker)… Bis ich ankam, bis ich zu ihm kam, war es schon halb sieben. Ich erinnere mich deutlich, ich sah die Uhrzeiger an, als wären sie gefroren.

Er lag am Fenster, wie ein Kind zusammengerollt, und ich wusste alles auf einmal, bin zu ihm gelaufen, hörte seinen Atem… Er erstickte. Und niemand kümmerte sich darum! Niemand hat den Alarm ausgelöst, niemand hat die Ärzte gerufen! Es lagen nur alte Leute herum, sie hörten nicht, dass Rebbe erstickte. Er lag ruhig da, er stöhnte nicht. Ich rief ihn: „Rabbi! Rabbi!”

Er antwortete nicht. Ich rannte den Ärzten hinterher.

Der Arzt sah ihn an, und verstand die Lage. Man hat einen Defibrillator mitgebracht. Sie versuchten, das Herz zu starten. Die Ärzte arbeiteten wahrscheinlich zwei Stunden lang daran. Ich wollte im Zimmer bleiben, aber sie brachten mich in den Flur hinaus.

Ich stand im Flur und konnte den Raum durch das Fenster sehen. Ich habe sie arbeiten sehen. Sie haben sich wirklich so sehr bemüht, wie sie konnten… Sie haben ihm die intravenöse Spritzen gegeben… Und ich stand da und erkannte, dass der nahe stehende Mensch der Welt vor meinen Augen sterben würde, es gab keinen anderen und wird es nicht  mehr geben.

Aber ich war nicht in Panik. Er hat mich auf seinen Tod vorbereitet…

So starb er, ohne aufzuwachen.

Der Arzt kam heraus, er war verschwitzt, so ein stark gebauter junger Mann, und sagte mir: „Das war’s.“ Ich nickte. Ich erinnere mich vage an meine weiteren Handlungen.

Ich rief Olga an, danach Feiga, Miller. Sie kamen schnell, auch die Söhne von RABASH kamen. Viele unserer Leute versammelten sich, der ganze Korridor war voll von Studenten und Verwandten. Ich rauchte eine Zigarette nach der anderen.

RABASH wurde in die Leichenhalle gebracht. Der Arzt gab mir seine Uhr. Das ist alles.

 

[# 247183]

Fortsetzung folgt…