Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'die Höhere Kraft'

Kann man durch Wissen zum Verständnis der Kabbala gelangen?

Frage: Wenn ich nicht daran interessiert bin, zuzuhören, was andere Seminarteilnehmer sagen- sie erzählen manchmal wirklich Unsinn- was habe ich dann von solchen Seminaren? Ich bin gekommen, um einem höheren Kabbalisten zuzuhören und muss dann Menschen wie mir oder noch Schlimmeren zuhören.

Antwort: Was die Kabbala betrifft, müssen Sie mir natürlich zuhören, die Bücher der großen Kabbalisten lesen, und sie von Anfang bis Ende studieren. Wenn Sie ein gutes Gedächtnis haben, werden Sie sich den Inhalt merken.

Davon werden Sie aber kein Kabbalist werden, denn Sie werden keinen Platz haben, kein so genanntes Kli, ein Gefäß, in dem Sie die höhere Welt empfinden können. Die höhere Welt wird gerade in der Verbindung zwischen den einfachen, sogar unerfahrenen Kabbalisten, die versuchen sich zu verbinden, enthüllt. Anstrengung und Verlangen ist das Wichtigste.

Es geht hier also nicht um Wissen. Das Wissen durchdringt nicht den Menschen. Es ist nur durch seine Gefühle und Absichten möglich.

Die kabbalistischen Parameter sind zwischen den Menschen spürbar. Wenn ich zu dir strebe und du zu mir und wir versuchen, ein gewisses Feld gegenseitiger Anziehung zwischen uns zu schaffen, dann beginnen wir zwischen uns und dem Schöpfer das Licht von NARANHAI zu offenbaren.

Wenn Sie also daran interessiert sind, die höhere Welt zu verstehen, dann müssen Sie Kabbalisten treffen. Wenn Sie nur an Wissen interessiert sind- wie man Kräfte und ihre Wirkungen in der Kabbala nennt- dann brauchen Sie lediglich die Bücher und sonst nichts.

Aus dem Unterricht, 01.03.2020

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Der Tod ist der Übergang in einen anderen Zustand

Frage: Ich verstehe den Alterungsprozess, der mit dem Tod endet. Was ist die Bedeutung eines plötzlichen Todes?

Antwort: Der Punkt ist, dass wir überhaupt nicht wissen, was die Todesursache eines Menschen ist. Deshalb ist es für uns sehr schwierig, solche Dinge zu verstehen. Schließlich ist der Tod keine Folge des Lebens. Er ist ein Übergang in einen anderen Zustand.

Frage: Was ist der Grund für ein kurzes Leben, das Tage, Monate oder Jahre dauern kann? Warum sollte die Natur irgendeinen Organismus hervorbringen, der sein Leben in kurzer Zeit beendet?

Antwort: Die Natur beurteilt den Menschen nicht nach der Anzahl der Jahre, die er gelebt hat. Wir alle existieren als Teil eines gemeinsamen integralen Systems. Je nachdem, wie wir in diesem System interagieren, gibt es einen mehr oder weniger großen Bedarf für uns. Auf dieser Grundlage leben wir und wird unser Leben beendet.

Frage: Sie sagen, dass der Tod der Übergang zu einer anderen Stufe des Bewusstseins der Realität ist und die Natur diesen Übergang für uns ermöglicht. Kann der Mensch es selbst und bewusst tun?

Antwort: Ja, es heißt: „Du wirst deine Welt sehen, solange du noch lebst“. Du kannst deine Natur verändern, indem du dich über den Egoismus erhebst und dich so sehr in die höhere Kraft der Natur einschließt, dass das materielle Leben für dich praktisch nicht mehr wichtig und bestimmend sein wird. Das heißt, noch bevor der physische Körper stirbt, wird sich der Mensch bereits im nächsten Zustand des Bewusstseins befinden.

Aus dem TV-Programm „Die Ära des Post-Koronavirus“, 14.05.2020.

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Neues Leben 1179 – Die Wichtigkeit des Lebens

Neues Leben 1179 – Die Wichtigkeit des Lebens

Dr. Michael Laitman im Gespräch mit Oren Levi und Yael Leshed-Harel

Entsprechend der Weisheit der Kabbala liegt die Wichtigkeit des Lebens in der Erreichung der Höheren Kraft – dem Zweck oder der Quelle des Lebens. Die Höhere Kraft ist ein Bereich, in dem die Realität existiert. Wir können sie verstehen und fühlen, wenn wir ihr ähnlich werden. Wir bauen diese Verbindung aus uns angeborenen Informationen, Bildung und Umwelteinflüssen auf. Ein Mensch fühlt, dass sein Leben nur von Bedeutung ist, wenn es für die umgebende Gemeinschaft von Bedeutung ist und geht von einem gewöhnlichen Leben auf eine edle und ewige Ebene des Lebens über. Sein ganzes Leben wird zum Mittel, um diesen Zustand zu erreichen.

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Aus KabTVs „Neues Leben 1179 – Die Bedeutung des Lebens“, 21.11.2019

Was ist der Grund für die Verbindung auf der Stufe der weltlichen Sinne?

Frage: Wenn wir aus der Sicht der höheren Kraft zu hundert Prozent zu einem einzigen System verbunden sind, was wir noch nicht spüren, warum sollten wir uns dann auf der Stufe unserer weltlichen Sinne verbinden? Vielleicht ist es ausreichend, es nur auf der inneren Ebene zu tun?

Antwort: Wir werden nicht mit der höheren Kraft verbunden sein, solange wir nicht auf der weltlichen Stufe verbunden sind. Der Schöpfer lenkt uns, entsprechend unserem Zustand, von oben nach unten.

Sobald wir anfangen, uns miteinander zu verbinden, werden wir sofort eine Ähnlichkeit mit dem Schöpfer erlangen, mit Ihm gleichgestellt und richtig verbunden sein.

Zu diesem Zustand müssen wir kommen. Dann werden wir diese Form als ewig und vollkommen empfinden. Wir werden von der Stufe unserer Welt, in der wir jetzt als Tiere existieren, auf die Stufe des „Menschen“ aufsteigen. Der Mensch ist bereits eine unendliche, ewige Existenz.

Frage: Manchmal sagen Sie, dass sich die Menschen miteinander verbinden sollen und manchmal, dass sie sich mit der höheren Kraft, die uns verbindet, zusammenschließen sollen. Was genau ist diese Verbindung?

Antwort: Wenn wir die richtige, integrale, gleichberechtigte und wohlwollende Verbindung erreichen, kommen wir in einen Zustand, in dem wir uns mit der höheren Kraft verbinden können. Man spürt es in der Einheit zwischen uns.

Aus dem Unterricht, 12.04.2020.

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Der Stolz eines Narren

Zuallererst müssen wir verstehen warum wir leiden. Der Grund dafür ist die Trennung die in meinem Verlangen zu Empfangen geschah. Seit diesem Zerbruch kümmert sich das Verlangen nur um sich selbst. In Wirklichkeit gibt es keine andere mir feindlich gesinnte Kraft, als mein eigenes Ego.

Diese hindert mich daran das Leben zu genießen und ist die Ursache aller Leiden dieser Welt. Diese Tatsache offenbart sich heute langsam der gesamten Menschheit.

Wenn ich in einer Gruppe an der Verbindung richtig arbeite entdecke ich, dass ich keine Verbindung herstellen will. Das zeigt mir, dass „der Schöpfer den bösen Anfang schuf“, und ich erkenne, dass „der Schöpfer all das getan hat“. 

Es ist zwar nicht einfach, aber ich muss alles mit Ihm in Verbindung bringen. Er gibt mir dieses Leid. Auch wenn es mir grausam erscheint, soll es mir nur zeigen wie sehr ich von Ihm abhängig bin. Es ist, als würde Er sagen: „Komm zu Mir, verbeuge dich und wenn du Mich bittest, werde Ich es für dich korrigieren. Wenn du es aber nicht tust, wirst du immer mehr Leid bekommen, bis du keine andere Wahl hast“.

Unser egoistisches Verlangen ist mehr als unser Ego oder unser Stolz. Andernfalls könnten wir uns nicht beugen und wären verloren. Mit der Zeit wächst dieses egoistische Verlangen auf der unbelebten, belebten und tierischen Stufe. Gleichzeitig verliert es durch die Schläge immer mehr an Bedeutung. Darin besteht die Erlösung. Ich bin mit meinen Verlangen bis zur äußersten Grenze gelangt. Dann kommt ein Schlag und ich schwebe nicht mehr so hoch. Ich werde etwas bescheidener. Danach folgt ein neuer und ich beuge mich noch etwas tiefer. So lerne ich Schlag für Schlag dazu und beginne mich zu fragen wer mich schlägt und wer über mir steht. 

Danach reduziere ich meine Wünsche so sehr und fühle mich demütig, unglücklich und gebeutelt, wie ein Tier. Das Verlangen zu empfangen ist das Wesen der Schöpfung. Alles andere sind nur ihre Ergänzungen, die sich aus der Ähnlichkeit der Eigenschaften des Schöpfers oder dem Fehlen dieser Ähnlichkeit ergeben. 

Unser Stolz verschwindet und nur das tierische Verlangen bleibt. Wenn ich diesen Zustand erreiche, bin ich bereit, meinen Kopf zu beugen und zu bitten. Von diesem dummen Stolz, der vorher in mir war, bleibt nichts mehr übrig.

Jetzt stellt sich nur noch die Frage: Bin ich klug genug zu verstehen, dass ich in Wirklichkeit ein Tier bin und mein ganzes stolzes Ego eine Illusion? Und werde ich mich im Vorfeld beugen und den Schöpfer um Korrektur zu bitten? 

Wenn Er, auf meinen Wunsch hin, die Macht über mich übernimmt, geschieht die Korrektur. Und diese Bitte ist das Gebet. Ein anderes existiert nicht.

Das erfordert allerdings sehr viel Kraft und hier bin ich auf die Hilfe meiner Freunde angewiesen. Wenn ich mich ein klein wenig vor ihnen beuge, werden sie mir die Kraft geben, um mich vor dem Schöpfer beugen zu können. Auf diese Weise beschleunige ich die Zeit und auch die Schläge bleiben aus. An ihre Stelle tritt der Verstand und bringt mich so voran. 

Rabash schreibt: Wenn du aus dir selbst eine Null (0) machst und aus der Gruppe eine 1, wirst du zur “10”. Wenn du aus dir zwei Nullen machst, wirst du zur “100”. Das bedeutet, du erhältst 100 Mal mehr Kraft. Das heißt, je kleiner man sich macht, desto mehr Kraft gibt die Gruppe für den Weg zum Schöpfer.

Das erspart sehr viel Zeit, Stufen und Leid, sogar ganze Lebensabschnitte und die schwierigsten Probleme. Darin liegt die ganze Arbeit. 

Aus dem Unterricht „Die Lehre der zehn Sefirot“, 07.11.2011

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Was ist die Bedeutung “Gott” in der Kabbala? (Quora)

Veröffentlicht in Quora

Das Wort Gott ist ein abstrakter Begriff. Wir können Gott nicht erfassen und deshalb können wir über Gott nicht sprechen, weil es unmöglich ist, etwas was außerhalb unserer Wahrnehmung liegt, zu erkennen. 

Alles, was wir vernehmen, sind die Handlungen der höhere Kraft an uns. Die Weisheit der Kabbala befasst sich damit, diese Handlungen aufzudecken.

Wir benennen die höhere Kraft  als „den Schöpfer“. Er ist derjenige, der den Menschen mit seinen Eigenschaften erschaffen hat. Dank unserer 5 Sinne können wir die Welt spüren und den Schöpfer erforschen. Warum Er uns mit diesem Qualitäten, Beschränkungen und Fähigkeiten erschaffen hat und was Er von uns will.

Indem wir das System der Welten studieren und Anstrengungen unternehmen das Gelernte zu begreifen, machen wir Fortschritte. Wir beginnen den Schöpfer zu fühlen und wahrzunehmen. Wir erreichen weder Sein Wesen noch Sein Selbst (Azmuto), sondern Seine Einwirkung auf uns und Seine Beziehung zu uns. Darüber steht geschrieben: „Wir werden Dich an Deinen Handlungen erkennen“. Wir erforschen die Handlungen des Schöpfers, wie Er unsere Welt und alle anderen Welten geschaffen hat. Als ein System von Verbindungen zwischen Ihm und uns. Das System von Verbindungen und Stufen, die in unsere Welt herabsteigen, wird „Welten“ genannt. Dieses System beeinflusst uns in jedem Augenblick unseres Lebens.

Wir studieren das System, die Welten, erforschen  den Schöpfer und gleichzeitig  uns selbst. Sowohl unsere Natur als auch die Natur des Schöpfers. So kommen wir zu dem Verständnis dessen, welche Zustände uns mit Ihm verbinden. Wir können unser Verhalten und unsere Handlungen in Übereinstimmung mit der Höheren Kraft bringen, uns durch die Einwirkung des Lichts  ändern. Dank der Äquivalenz erheben wir uns auf die höhere Stufe, wo wir direkt mit dem Schöpfer verbunden sind.

Es ist die einzige Gelegenheit, die wir  allmählich offenbaren, welche unser Verhalten entsprechend dem, was wir offenbaren, verändert. Wir treten so in eine völlig andere Phase unserer Entwicklung ein. In ihr fangen wir an uns zu verändern und dem Schöpfer immer ähnlicher zu werden.

Gleichzeitig verändert sich unsere Welt und wir selbst  verändern uns radikal. Aber unser Zustand wird immer zuverlässiger, bequemer und wahrer.

Die Gruppe = 10 + die Menschheit

Die Gruppe befindet sich zwischen dem Menschen und der höheren Kraft. Ohne die Gruppe ist es dem Menschen alleine unmöglich mit dieser Kraft zu arbeiten, zu empfangen oder zu geben. Sogar als er noch vor zehn Jahren glaubte allein gewesen zu sein, war er ein Teil der Gruppe. Diese Tatsache wurde nur vor ihm verborgen.

Jetzt befindet er sich in einer “zufällig” gewählten Gruppe. Und in dieser liegt der Fokus darin Wege zu enthüllen, um sich mit dem Schöpfer zu verbinden.

Diese Gruppe ist immer da. Sie heißt “Der Mensch”, “Adam”. Sie ist das gesamte System. Sie ist der Zehner und die ganze Menschheit.

Wenn sich also ein einziger Mensch an den Schöpfer wenden will und dabei die Gruppe umgeht, dann begeht er einen Fehler. Aus seinem Ruf kann nichts Großes entstehen. Er bewirkt gerade mal so viel wie ein Anfänger. Wenn er aber eine echte Verbindung mit dem Schöpfer erreichen will, sollte er sich der Gruppe anschließen und den Schöpfer in ihr offenbaren.

Wir werden nie etwas außerhalb der Gruppe erfahren, denn der Schöpfer ist in ihr. Sie ist die feste Struktur, uns aber verborgen. Der Schöpfer ist ebenfalls ein stabiler Bestandteil und genau so verborgen. Die Gruppe hat nur eine scheinbar physische Form und wir denken unsere Freunde zu sehen.

Und in dem Moment, in dem wir die wahre Gruppe, d.h. einen spirituellen Raum, eine spirituelle Eigenschaft offenbaren, wird sich auch die höhere Kraft, der Schöpfer, uns in ihr offenbaren. Das eine kann ohne das andere nicht existieren.

Aus der Lektion „Von der Ohnmacht zum Aufschrei an den Schöpfer“, 29.06.2018.

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Der Schmerz als Wegweiser

Bemerkung: Rumi, der große Sufi-Dichter des 13. Jahrhunderts setzte Emotionen wie Wut, Depression und Niederträchtigkeit mit ungebetenen Gästen gleich und riet, ihnen ins Gesicht zu lachen. Aber für gewöhnlich verhalten wir uns anders und versuchen, sie zu verdrängen. 

Psychologische Studien haben jedoch gezeigt, dass die Akzeptanz negativer Emotionen ein zuverlässigerer Weg zur Wiederherstellung und Aufrechterhaltung des spirituellen Gleichgewichts ist.

Antwort: Der Mensch ist so erschaffen, dass er negative Emotionen durch positive ausgleichen muss, sonst hat er keinen Anreiz zur Existenz.

Frage: Wie kann man zum Beispiel „Ärger“ akzeptieren?

Antwort: Indem man nach positiven Dingen sucht. Es gibt Schläge, aber zwischen den Schlägen kann man durchatmen.

Frage: Das ist paradox. Und wie verhält es sich mit schlimmeren Dingen wie Katastrophen?

Antwort: Nach Katastrophen gibt es Überlebende.

Frage: Soll man allen Tragödien auf diese Weise begegnen?

Antwort: Eine Tragödie kommt, und es gibt nichts, was man dagegen tun kann. Aber der Selbsterhaltungsinstinkt zwingt uns dennoch dazu, unter allen Umständen nach etwas Positivem zu suchen. Ansonsten hat man keinen Anreiz zum Leben. Und der Trieb nach Leben ist immer noch der grundlegendste.

Frage: Und wenn ein Mensch Selbstmord begeht?

Antwort: Selbstmord wird oft von Menschen begangen, denen es nicht an Materiellem mangelt. Andererseits gibt es Menschen, die kaum etwas besitzen oder schrecklich krank sind, und die trotzdem glücklich sind. Es klingt paradox.

Frage: Das ist wirklich paradox. Es gibt viele Selbstmorde in Europa, aber fast keine in Afrika. Welchen Rat geben Sie einem Mensch, wenn er mit Problemen oder negativen Zuständen hadert?

Antwort: Üben Sie sich in Demut, reduzieren Sie Ihre Forderungen und suchen Sie eine Verbindung zu Gleichgesinnten. Dann werden Sie spüren, dass Ihnen die Verbindung zwischen den Menschen Erfüllung und Ruhe bringt und Sie darin sogar den Sinn des Lebens finden können. Sie werden verstehen, woher dieses Unglück kam und im Zustand der Niedergeschlagenheit die Höhere Führung erkennen. Sie erreichen allmählich einen anderen, höheren Zustand, der das Irdische weit hinter sich lässt, aber auch gleichzeitig viel erhabener und spiritueller ist.

Frage: Sie haben gesagt, dass man in diesem Zustand anfängt, Verbindungen zu anderen Menschen zu suchen.

Antwort: Ja, das sollte man tun. Aber es hängt auch vom Ursprung der Seele ab. Entweder muss sie solche Zustände durch die Verbindung mit den anderen oder auf individueller Ebene erreichen.

Frage: Und was versteht ein Mensch dadurch? Den Grund für seine Probleme?

Antwort: Er beginnt, die höhere Lenkung zu verstehen. Dadurch gewinnt er eine ganz andere Einstellung zum Leben, zu sich selbst und zu den anderen. Er entdeckt Zustände, die außerhalb des irdischen Körpers liegen.

Frage: Meinen Sie damit also, dass ein Mensch nur durch Schmerz das Höhere – den Schöpfer – erfassen kann?

Antwort: Ja. Es hängt davon ab, wie Sie diesen Schmerz wahrnehmen. Dieser Schmerz kann gleichzeitig angenehm und erfüllend sein, weil Sie verstehen, dass er Sie wachrüttelt und Sie damit einfach aus dieser Welt herauszieht. Damit haben Sie die Chance, der spirituellen Welt etwas näher zu kommen.

Aus der TV-Sendung „Nachrichten mit Michael Laitman“ von 16.12.2019
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Das Feld des Schöpfers aufspüren

Frage: Das Wort „ Schöpfer“ ist für mich sehr verwirrend. Ist das ein alter Mann oder so etwas?

Antwort: Warum sollte er alt sein? Vielleicht ist er jung und gut aussehend?

Aber im Ernst, einigen wir uns. Es gibt die höchste Kraft im Universum, die absolut die gesamte Natur und alles, was unter ihr geschieht, einschließt. Diese höhere Macht wird „ Schöpfer“ genannt.

Das hat nichts mit unserer Welt zu tun, mit unseren Körpern, mit unserem Selbstbild. Nichts von alledem, nur diese höhere Macht! Stell dir eine elektrische oder magnetische Kraft/Feld vor. Hier ist es dasselbe.

Das Feld, das absolut alles umfasst, wird Schöpfer genannt, weil es erschafft, erzeugt, handelt. Dieses Feld müssen wir offenbaren. Wir sind in ihm, aber wir spüren seine Auswirkungen auf uns selbst nicht. Deshalb muss ich mich irgendwie verändern, damit ich es spüren kann.

Was braucht es dazu? Es wird gesagt: Wenn du eine Gruppe bildest, in der du deinen Freunden näher kommst, wirst du in diesem Moment des Gebens die Annäherung oder die Entfernung des Feldes spüren. Es ist der Wechselwirkung von elektrischen Ladungen in einem Magnetfeld sehr ähnlich. Das ist das Prinzip seiner Offenbarung.

Fazit: Wir brauchen die Gruppe, um mit ihrer Hilfe das Feld des Schöpfers aufzuspüren.

Aus dem Unterricht, 16.02.2020

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Vermittlung von spirituellem Wissen zu Zeiten von Abraham.

Frage: Wie konnte Abraham Zehntausende Menschen, die sich um ihn versammelten, unterrichten wenn es noch keinen Pentateuch gab, der die Gebote darlegte?

Antwort: Zu dieser Zeit waren die Menschen auf einer Stufe, auf der sie ein inneres Verständnis dafür hatten.

Bemerkung: Abraham schrieb mehrere Bücher, von denen uns nur ein Buch, das „Buch der Schöpfung“ („Sefer Yezira“) erreicht hat. Ich habe es ein paar Mal gelesen, aber es sagt nichts über die Verbindung aus.

Antwort: Abraham schrieb darin über eine höhere Kraft, die auf Menschen wirkt. Er hat dieses Buch geschrieben, damit wir die höhere Kraft erkennen, erfassen und verstehen können, so wie er es beschrieben hat.

Wir müssen dafür das richtige Werkzeug haben. Dieses Werkzeug ist die Verbindung zu den Menschen. In Verbindung zu ihnen werden sich die höheren Gesetze offenbaren.

Frage: Damals stand nirgendwo etwas über Verbindung geschrieben. War es für sie selbstverständlich?

Antwort: Ja, das wird die „mündliche Tora“ genannt, das war es, was Abraham seinen Anhängern erklärte.

Frage: Rambam schrieb: „Abraham säte dieses große Prinzip in ihre Herzen und schrieb Bücher darüber“. Diese Bücher beschreiben was der Mensch fühlt, wenn er mit dem Schöpfer, mit der höchsten Kraft der Natur, in Kontakt kommt. Wurde die Kommunikation zwischen den Menschen mündlich weitergegeben?

Antwort: Diese praktische Wissenschaft wurde von Abraham an seine Schüler Yitzhak und Jaakov weitergegeben.

Frage: Waren das nicht seine Kinder?

Antwort: Man kann sie als „Kinder“ bezeichnen, das spielt keine Rolle. In der Kabbala werden darunter Schüler verstanden. Durch sie wurde die Methode der Korrektur, des menschlichen Egoismus, an das ganze Volk, an die Gruppe von Menschen, die sich in Babylon um Abraham versammelt haben, weitergegeben.

All dies wird in der Tora durch eine Person beschrieben. Zuerst was mit Abraham, dann mit Lot und so weiter geschah. Wo sind die anderen Zehntausende von Menschen, die sich um ihn versammelt haben?

Es ist eine Tatsache, dass bei der Beschreibung von Rambam, nicht die Anzahl der Menschen,  sondern nur deren spirituelle Stufe berücksichtigt wurde. Die spirituelle Stufe umfasst 70, 50, 10 Menschen und so weiter. – Es spielt keine Rolle, denn es wird nicht nach der Anzahl beurteilt, sondern nach der Kraft ihrer Verbindung untereinander.

Aus der TV-Sendung „Systematische Analyse der Entwicklung des Volkes von Israel“, 24.06.2019

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