Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Fragen und Antworten'

Die gesamte Welt ist eine Manifestation des Schöpfers

Frage: Wie oft ist Ihre Stimmung „im Keller“? Welchen inneren Zustand erfahren Sie in derartigen Momenten und was unternehmen Sie, um so oft wie möglich einen lichtvollen Zustand zu erreichen?

Antwort: Ich verbleibe nicht „im Keller“. Für mich ist die gesamte Welt eine Manifestation des Schöpfers, egal, im Guten wie auch den Bösen. Ich kann alle seine Manifestationen genießen. Denn Er ist Eins, und es gibt nichts anderes als Ihn.

Um das Gefühl von Ewigkeit und Vollkommenheit zu spüren, lohnt es sich zu leben, obwohl man selbst noch nicht perfekt bist. Aber es entfaltet sich vor meinen Augen.

Frage: Ist alles um uns herum die Offenbarung des Schöpfers, und wird uns zur festgesetzten Zeit das Licht seiner ganze Güte offenbart?

Antwort: Natürlich. Wie aus dem Gleichnis vom reichen Mann und seinem Sohn  klar hervor geht, dass, selbst wenn es dem Kind so scheint, dass der Vater ihm übel mitgespielt hat. Ausgehend von dem Verständnis für das Wesen seines Sohnes und der Notwendigkeit, ihn auf eine ewige, vollkommene Herrschaft in der Welt vorzubereiten, wurde im voraus tatsächlich alles sehr richtig bedacht.

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Aus KabTV’s „Grundlagen der Kabbala“ 3/31/19

Wahre Freunde – wer sind sie?

Frage: In einigen Ländern wird der „Internationale Tag der Freunde“ gefeiert. Er wurde mit dem Ziel begründet, das „Jeder Mensch unabhängig von den Lebensumständen seine Freunde daran erinnern kann, wie wichtig sie ihm sind, um ihnen eine Freude zu machen.“

Was bedeutet der „Internationale Tag der Freunde“ für Sie?

Antwort: Für mich ist jeder Tag so. Denn ich treffe mich täglich mit meinen Schülern. Und unser Kongress, den wir regelmäßig veranstalten, ist vor kurzem zu Ende gegangen. Vier bis fünf Tausend Menschen waren über das Internet real miteinander verbunden. Wir konnten einander sehen, zuhören, miteinander sprechen, uns ineinander hineinversetzen. So sind wahre Freunde.

Freunde sind Menschen, die einem nahe stehen und bezüglich des Zieles, wie sie die Welt und das Leben, mit seiner Harmonie im innen und den Unstimmigkeiten im äußeren, wahrnehmen. 

Frage: Ist es nötig, sie an etwas zu erinnern?

Antwort: Nein. Wir alle erleben das täglich. 

Ein Freund ist jemand, der versteht, was man fühlt, und in gewisser Weise mit einem solidarisch sein kann, vielleicht auch nicht. Aber er versteht mich, ich verstehe ihn. Wir suchen ständig nach gemeinsamen Momenten der Annäherung.  

Frage: Gilt das auch für alltägliche, einfache Lebenssituationen, in denen man sich näher kommt? Würden Sie jemanden dann auch einen Freund nennen?

Antwort: Ich denke, auch dann.

Denn letztendlich ist die gesamte Höhere Materie dazu bestimmt, dass es auch im alltäglichen Leben zu dieser Annäherung kommt.

Wir brauchen nichts besonderes,  alles soll schlicht gehalten werden. Das Ziel jedoch ist, uns über unsere Konventionen, über all das, was das Alltagsleben eines Menschen, von Völkern oder Staaten ausmacht, zu erheben. Wenn wir in der Absicht sind, uns über all diesem, zum gegenseitigen Geben, gegenseitiger Liebe und Unterstützung zu streben, wird es uns gelingen, die Höhere Macht wahrzunehmen.

Ich denke, erstens, dass es ein gegenseitiges Gefühl einer inneren Verbundenheit auch im alltäglichen Miteinander geben sollte. 

Und zweitens ist es für uns wichtig zu verstehen, wie wir einander gegenseitig helfen können, wie es uns gelingt, zwischen uns einen gemeinsamen spirituellen Raum zu erschaffen, ein spirituelles Netz als Basis unserer Existenz. Gleichzeitig könnte der spirituelle Raum auch auf unserem Wunsch, einander materiell und finanziell zu helfen, begründet sein. Doch hauptsächlich handelt es sich um ein spirituelles Netzwerk.

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Aus KabTV’s „Nachrichten mit Dr. Michael Laitman“ 6/7/21

Fünf Wege im Umgang mit schwierigen Zeiten

Frage: Können Sie bitte zu den fünf Wegen im Umgang mit schwierigen Zeiten, wenn es jemandem schlecht geht und er verzweifelt, etwas aus Ihrer Sicht beitragen?

Das Erste ist, man sollte sich selbst beibringen, Freude zu empfinden. Das heißt, dass man die Gewohnheit entwickelt, glücklich zu sein. Was meinen Sie dazu?

Antwort: Ich denke, dass es stimmt. 

Frage: Kann man sich selbst beibringen, sich zu freuen, auch wenn von allen Seiten Schwierigkeiten auf mich einstürzen?

Antwort: Was macht das schon? Irgendwelche Umstände oder Kräfte beeinflussen dich. Und du singst. Sing einfach! Das ist das Wichtigste, denn der Mensch weiß nicht wirklich, was gut und was schlecht ist. Er weiß nicht, welche Haltung im Leben richtig ist, wie er sein Leben ändern kann. Er kann nicht wissen, ob das was geschieht, zu seinem Besten ist, oder ob es ihm schadet.

Deshalb sollte er alles als etwas Gutes akzeptieren. Er sollte sich darauf einstellen, dass es notwendig ist, was auch immer geschieht. Und wie soll er sich darauf einstellen? Singen!

Wie im Lied: „Wach auf und sing! Wach auf und sing! Versuch es wenigstens einmal im Leben … „

Kommentar: Das Zweite, man soll verstehen, dass das Schlechte ebenso wertvoll ist wie das Gute.

Antwort: Unbedingt! Es gibt weder gutes noch schlechtes, wenn es sich nur auf einen Menschen bezieht. Denn, sobald man beim Menschen nur ein wenig die innere Einstellung verändert, dann wird er anstelle des Schlechten nur Gutes sehen. Und vielleicht auch umgekehrt.

Kommentar: Sie sagen also, dass es sogar in Schlechten etwas wertvolles gibt. Das Schlechte ist also meine Arbeit. 

Antwort: Natürlich. Auf gar keinem Fall gibt es etwas Gutes ohne Schlechtes, oder etwas Schlechtes ohne das Gute. Unsere Aufgabe ist es, uns selbst zur richtigen Einstellung zu erziehen. Denn jenseits unserer Erkenntnis und der Unterscheidung von Schlechtem und Gutem müssen wir anerkennen, dass unsere Welt einfach nur absolut gut ist!

Frage: Was gewinne ich, wenn etwas Schlimmes passiert und ich es als schlecht empfinde?

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Die physische Auswirkung innerer Kämpfe

Frage: In der Vergangenheit kämpften Juden ständig darum, ihre Einheit zu bewahren. Warum, wie in der Tora beschrieben, kämpften sie anfangs mit äußeren Feinden und begannen dann, untereinander Kämpfe zu führen, mit denjenigen, die die hellenistische Kultur akzeptierten? 

Antwort: Alle jüdischen Kriege wurden von den angestammten Vertretern der Juden gegen diejenigen geführt, die sich vom Volk lösen und andere Werte verbreiten, aber auch Teil dieser Nation bleiben wollten.

Sie wollten das ganze Volk davon überzeugen, dass die neuen Werte, die die Hellenen oder die Römer hinein brachten, richtig seien. Und die Befürworter der Erhaltung ursprünglicher Werte des Volkes lehnten sich gegen sie auf. Es wurden Kriege untereinander geführt.

Zwischen Juden und Römern, Juden und Griechen gab es praktisch keine ernsthaften Kriege. Teilweise fanden sie später doch, eher mit den Römern als mit den Griechen, statt.

Der Widerstand, der das ganze Land erfasste, störte die Römer sehr, die damit nichts anzufangen wussten und deshalb ihre Gesandten, Verwalter, schickten, bis zu dem Punkt, dass sie gezwungen waren, Truppen zu entsenden. 

Frage: Es stellt sich so dar, als seien Konflikte, die es innerhalb des Volkes gab, eine Art Antwort, eine Reaktion der höheren Macht, die sich gerade darin manifestierte, dass die Griechen und Römer hierher kamen und ihre Geschäfte machten.

Können wir davon ausgehen, dass, wenn wir das alles auf unseren inneren Kampf übertragen, die „Griechen“ meine eigenen Wünsche sind?

Antwort: Alles, woraus ein Mensch besteht, sind seine Wünsche. Sie sind alle egoistisch und in ihnen unterscheidet man mehrere Stufen. Eine dieser Stufen wird als „Römer“, die andere als „Griechen“ usw. bezeichnet.

Wenn es dir als Jude nicht gelingt, mit ihnen fertig werden, dann wirst du unter ihren Einfluss fallen und in den Zustand des Krieges geraten. Es bleibt dir nichts übrig, als sie zu bekämpfen, und sie, dich, bis du durch diese Scharmützel ein bestimmtes Ergebnis erlangst.

Das bedeutet, wenn du diese Kriege nicht ideologisch, d.h. in dir selbst führen kannst, du gezwungen sein wirst, sie physischen, im außen zu führen.

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Aus der Fernsehsendung „Spirituelle Zustände“, 14.05.2021

Die Bedeutung des Spirituellen

Frage: Sagen wir, dass mir jemand eine Tasse Kaffee ausgibt, dann ist es natürlich, dass ich das bis zu einem gewissen Grad genießen kann. Und wenn es mir irgendwie gelingt, denjenigen, der ihn mir geschenkt hat, in meinen Augen zu erhöhen, wäre dann mein Genuss endlos?

Antwort: Es ist davon abhängig, wer ihn Ihnen gegeben hat. Das kann die englische Königin, ein großer Weiser oder ein bekannter Künstler sein. Es ist abhängig von Ihrer Wertschätzung.

Frage: Und wenn ich die Königin nicht schätze?

Antwort: Dann wäre es für Sie nur eine Tasse Kaffee.

Frage: Und wie verhält sich das mit dem Schöpfer?

Antwort: Dasselbe gilt für den Schöpfer. Es hängt davon ab, was Sie von Ihm verlangen. Handelt es sich für Sie um eine Belohnung, Ihm zu geben? Nur dann, wenn Sie nichts zu bekommen anstreben, also wenn Sie Ihm nur geben möchten, werden Sie es genießen können.

Frage: Wie gelingt es, Ihn zu erhöhen?

Antwort: Wenn Sie möchten, dass der Schöpfer für Sie wichtig ist, dann müssen Sie bitten, dass er Sich nicht selbst, sondern dass er Seine Erhabenheit offenbart. Denn, würde Er sich selbst enthüllen, wäre es für Sie ein Genuss, dass der Schöpfer da ist, Er bereits vor mir ist, dass Er zu mir gekommen ist. 

Wenn Sie jedoch anfangen, Ihn zu suchen, um Ihm zu geben, dann erbitten Sie von Ihm die Wichtigkeit seiner Eigenschaft des Gebens und der Liebe, jedoch nicht Ihn selbst.

Frage: Sogar dann, wenn ich nicht weiß, wer Er ist? 

Antwort: Sie müssen es nicht wissen. Sie werden sich sogar davor fürchten, dass Er sich selbst offenbart, denn das würde Sie sofort versklaven, und würden dem nicht entkommen. Deshalb muss man darum bitten, dass nicht Er, sondern Seine Bedeutung offenbart wird.

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Aus der Fernsehsendung „Bedeutung des Spirituellen“

Werden wir unsterblich durch digitale Reinkarnation?

Frage: Die Filmindustrie hat gelernt, Hollywood-Schauspieler zum Leben zu erwecken. Verstorbene Musiker betreten die Bühne als Hologramme. Die Firma Microsoft hat ein Patent für ein interaktives Chatprogramm bekommen, welches einen Dialog im Namen eines beliebigen Menschen, sogar eines Verstorbenen, führen kann. Diese Technologie wird digitale Auferstehung genannt.

Die Idee der digitalen Unsterblichkeit besteht darin, dass unser wahres „Ich“ nicht der Körper ist, sondern es besteht aus meinen Daten, den Informationen, die vom Körper getrennt und in anderer Form gespeichert werden können. Hat man sich damit dem Zustand der Unsterblichkeit angenähert?

Antwort: Nein. Beim Zustand der Unsterblichkeit handelt es sich um einen ganz anderen Bereich. Man kann die Bewegungen und die Ausdrucksweise eines Menschen kopieren und Hologramme damit steuern. 

Es kann, nachdem man alles gespeichert, verarbeitet, in Pixel und Bits zerlegt hat, jede Gestalt daraus erschaffen werden. Sie könnten aus einem winzigen Mädchen eine Hexe machen. Wir alle befinden uns in derartigen Hologrammen. Das bedeutet, dass unsere Welt tatsächlich eine Illusion ist

Anmerkung: Die Welt will wirklich in einen Zustand der Unsterblichkeit kommen.

Antwort: Wozu das? Lohnt es sich denn so zu leben, wie es jetzt ist? Ich würde, im Gegenteil, aus allen diesen Hologrammen ein solches Bild der Welt gestalten, das jeden dazu bringt, einschlafen zu wollen. Das wär´s! Alles wäre gut, ruhig. Das wäre ein sehr guter Planet. Es steht geschrieben: „Der Schlaf der Sünder ist zu ihrem Vorteil.“

Frage: Sagen Sie bitte, was ist für Sie Unsterblichkeit?

Antwort: Man versteht sie als Aufstieg oberhalb der Ebene des Todes, ein Aufstieg über die Ebene unseres Lebens, das sogar als noch schlimmer als der Tod angesehen wird. Die Kabbala betrachtet unser Leben als die niedrigste Form der Existenz, nicht einmal einer Geringschätzung wert.

Frage: Ist das unsere Welt?

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Was ist die Gematria?

https://www.laitman.com/wp-content/uploads/2008/03/michael-laitman_311.jpgFrage an ML: Was ist die Verbindung zwischen Kabbala und der Gematria? Zum Beispiel haben der Schöpfer und die Natur denselben numerischen Wert in der Gematria. Was ist Gematria und was beweist sie?

Meine Antwort: Sie ist kein Zahlenspiel wie viele Leute glauben. Kabbalisten verwenden die Gematria, um Zustände, Kräfte und Stufen, die die Seele durchmacht, zu beschreiben. Es gibt nichts Verborgenes darin und die Kabbalisten verwenden sie für keine anderen Zwecke. Die Gematria ist einfach eine Ausdrucksweise, die die Beziehungen zwischen Kräften und Phänomenen in den Höheren Welten beschreibt; und jemand, der darüber schreibt, ist eine Person, die solche Beziehungen entdeckt und beobachtet. Der „Schöpfer“ und die „Natur“ sind Ausdrücke, die die allumfassende generelle Kraft beschreiben.

Kabbala Akademie

Spiritualität – Verbindung mit dem Schöpfer

Frage: Was bedeutet Spiritualität?

Antwort: Spiritualität ist, wenn ich durch Menschen und manchmal direkt mit dem Schöpfer verbunden bin. Es ist jedoch besser und zuverlässiger, wenn ich durch andere eine Verbindung mit dem Schöpfer herstelle.

Spiritualität ist die richtige Verbindung mit dem Schöpfer. Wenn sie wirklich korrekt ist, verläuft sie durch Menschen, und die Eigenschaft, die man den Schöpfer nennt, manifestiert sich in ihr.

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Aus KabTVs „Spirituelle Zustände“

Gibt es kabbalistische Astrologie?

Frage: Gibt es eine kabbalistische Astrologie?

Antwort: Nein! Es gibt keine kabbalistische Astrologie. Es gibt nur die Kabbala. Es gibt darin keine Weissagung durch Sterne. Verbinden Sie mit der Kabbala keine roten Fäden, Weihwasser, Tarot, Mystik oder Meditationen, obwohl man eine Menge Pseudo-Literatur zu diesen Themen finden kann.

Spiritualität ist das, was sich in einem Menschen ohne jegliche Verbindung zu den Attributen unserer Welt entwickelt. Sie hat weder mit den Sternen noch dem, was uns umgibt, zu tun, sondern nur mit dem, was im Inneren des Menschen verborgen ist.

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Aus KabTV‘ „Grundlagen der Kabbala“ 03.03.2019

„Was ist die höchste Form der Freiheit?“ (Quora)

Michael Laitman, in Quora: „Was ist die höchste Form der Freiheit?“

Freiheit bedeutet, sich über uns selbst, und damit über unsere egoistische Natur, die auf Kosten anderer und der Natur genießen will, auf eine andere Stufe der Existenz zu erheben, wo wir die natürlichen Eigenschaften des Altruismus und der Verbundenheit erlangen.

Wir erleben Freiheit in Bezug auf die vorherige Stufe, auf der wir uns zuvor befanden. Allerdings sind wir auf der nächsten Stufe nicht frei. Wir existieren unterhalb dieser und müssen zu ihr aufsteigen, um wieder Freiheit zu erlangen. Wir entwickeln uns dementsprechend weiter, bis wir die endgültige Stufe des vollständigen Gleichgewichts mit der Natur erreicht haben.

Das Gleichgewicht mit der Natur ist die höchste Stufe der Freiheit, die alle anderen Stufen einschließt, und wir sind alle dazu bestimmt, sie zu erreichen.

Das bedeutet, dass die höchste Form der Freiheit unser Endzustand und das Ziel unserer Existenz ist. Während wir alle in einem langwierigen Prozess der Evolution dorthin geführt werden und eine Menge Leiden auf dem Weg erfahren müssen, bietet die Weisheit der Kabbala eine Methode, die uns diesen Zustand in einem einzigen Leben erreichen lässt.

Basierend auf einer Kabbala-Lektion mit Kabbalist Dr. Michael Laitman vom 02.07.2017.
Geschrieben/bearbeitet von Schülern des Kabbalisten Dr. Michael Laitman.