Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Die Wirtschaft neu ausrichten

Veröffentlicht auf Facebook M. Laitman

Wir haben es nicht wahrhaben wollen, aber unsere Wirtschaft steuert seit mehr als einem Jahrhundert in die falsche Richtung. Dank COVID-19 haben wir jetzt die Chance, das wieder in Ordnung zu bringen.
In den letzten sechs Jahrzehnten hat es die Menschheit mit dem Handel zu weit getrieben. Da es reichlich Nahrung, Kleidung und Wohnraum für fast alle gab, suchten wir nach unzähligen Dingen, die wir zusätzlich dazu verkaufen konnten. Statt den Menschen das zu verkaufen was sie wirklich brauchen begannen wir, Dinge herzustellen, von dem wir hofften, dass sie die Menschen zum Kauf animieren. Damit schufen wir den Konsumismus, der – wie wir seit langen spüren – das Gegenteil einer gesunden Wirtschaft ist.
COVID-19 bringt uns zu unseren elementaren Bedürfnissen zurück: Nahrung, Kleidung, Wohnen, Gesundheitsversorgung und Bildung. Das ist alles, was die Menschheit braucht. Davon gibt es für alle genug. Es liegt nun an den Regierungen dafür zu sorgen, dass jeder auch wirklich alles bekommt was er braucht.

In der Ära nach dem Konsumismus werden viel weniger Menschen arbeiten und diese nur, weil sie es wollen. Alle werden die Früchte dieser Arbeit genießen können. Diejenigen die nicht arbeiten werden, werden damit beschäftigt sein soziale Beziehungen aufzubauen und Solidarität und gemeinschaftlicher Zusammenhalt zu fördern. Auch davon werden alle gleichermaßen profitieren nämlich indem alle dadurch in einer starken und glücklichen Gemeinschaft zusammen leben können.

Ernüchterung dem Konsumwahn gegenüber

Veröffentlicht auf Facebook M.Laitman

Obwohl die meisten Länder nun beginnen, die Beschränkungen und Maßnahmen zu lockern, glaube ich nicht, dass diese Pandemie einfach so verschwinden wird. Um das Virus zu überwinden, brauchen wir eine vernünftige und bewusste Beteiligung der Menschen und Nationen der Welt. Dennoch bin ich sicher, dass wir jetzt auf dem richtigen Weg sind. Endlich denken wir ernsthaft über unser egoistisches Vorgehen gegenüber der Welt, der Natur und unseren Mitmenschen nach. Wir haben eine gute Zukunft vor uns. Wir werden nicht zu dem Leben zurückkehren, das wir vorher hatten.
Nach der Pandemie werden die Menschen anders sein. Der Schock wird sie verändert haben. Sie werden nicht mehr gedankenlos in Flugzeuge springen und um die halbe Welt reisen, um Geschäfte abzuschließen, wenn es auch über Video geht. Vielmehr werden sie ihre Einstellung und Beziehung zur Natur vertiefen, sie werden mehr Interesse an Gemeinschaft entwickeln.
Bald, so glaube ich, werden wir die Natur als großes Ganzes sehen.
Wir haben eine faszinierende Reise vor uns. Das Virus und dessen Folgen sind ebenfalls ein Teil der Natur und dies feilt täglich mehr an uns und an unserer Einstellung zu uns selbst, zur Welt, zum Leben, zum Tod, zu allem. Ich bin zuversichtlich, dass wir Menschen in vielerlei Hinsicht gestärkt aus dieser Krise hervorgehen.

Was bedeutet es, „dem Schöpfer Genuss zu bereiten“?

Frage: Was bedeutet es, „dem Schöpfer Genuss zu bereiten“? Genuss ist die Füllung der Kli (des Gefäßes), und Leiden ist das Ausbleiben der Füllung. Ist es richtig anzunehmen, dass sich der Schöpfer in mir befindet?

Antwort: Ja, das stimmt. Ich bin sehr froh, dass Sie zum richtigen Schluss gekommen sind.

Frage: Daraus folgt: “ dem Schöpfer Genuss zu bereiten“ bedeutet, sich innerlich auf die Eigenschaft des Gebens und der Liebe zu konzentrieren, ist das richtig?

Antwort: Natürlich. Die ganze Welt ist in uns. Außerhalb gibt es nichts. Lest, was die Kabbala über die Wahrnehmung der Wirklichkeit sagt. Wir begreifen nur das, was in unseren Gefühlen und Wahrnehmung vorkommt. Der gesamte Kosmos befindet sich in unserem Bewusstsein, auch der Schöpfer. Wir alle sind in diesem Bewusstsein. So ist es zu verstehen. Daran ist nichts merkwürdig, und es gibt keinen Widerspruch.

Lernen Sie die kabbalistische Literatur kennen, die über die Wahrnehmung der Wirklichkeit schreibt. Es ist spannend.

Aus dem Unterricht, 26.01.2020

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Der Tag nach dem Coronavirus – Kapitel 3 – Inkompatibilität mit der vernetzten Welt

Inkompatibilität mit der vernetzten Welt

Das Coronavirus, ein biologisches Partikel, hat uns mitten in unserem Hamsterrad des Lebens und auf dem Höhepunkt unserer fortgeschrittenen Verbindungsfähigkeit erwischt. Wir leben in multikulturellen Gesellschaften. Wir haben eine globale Wirtschaft. Wir bewegen uns frei auf dem Planeten, und diese Verbindungsfähigkeit wurde zum Treibstoff, der einen winzigen Virus aus China eine globale Pandemie auslösen ließ.

Im Gegensatz zu dem evolutionären Trend, der die Teile der Natur in Richtung Integration, Ergänzung und ausgefeilte Verbindungen entwickelt, hat der Mensch einen inhärenten Mechanismus, der unter entgegengesetzten Gesetzen funktioniert. Dieser Mechanismus begünstigt die Trennung: Wir nehmen uns nicht als Teile eines Systems wahr, in dem unser persönliches Wohlergehen vom Wohlergehen des Ganzen abhängt.

Dieser Mechanismus wird in der Kabbala als „Egoismus“ definiert und besteht aus vielen Schichten. Die grundlegendste Schicht des Egoismus bringt uns dazu, unseren Besitz und unsere Leistungen ständig mit denen anderer zu vergleichen. Wir vergleichen unser Zuhause, unsere Fahrzeuge, unsere Karrieren, unsere Kinder, unser Einkommen, unseren wirtschaftlichen und sozialen Status sowie viele andere Variablen, und unser ständiges Bestreben ist es, uns besser als andere zu fühlen.

Daher können wir uns nicht einfach damit zufrieden geben, nur das zu haben, was unser Körper braucht, um ein ausgeglichenes Leben zu führen. Stattdessen spüren wir in unserem Inneren auch die Tendenz, andere zum persönlichen Vorteil auszunutzen. Das muss uns gar nicht bewusst sein. Deshalb nutzen wir Menschen wie kein anderes Lebewesen unsere Ressourcen und unsere Umwelt in unausgewogener Weise.

„Es liegt in der Natur des Egoismus, dass die Art und Weise, wie er benutzt wird, ihn sehr eng macht, da er mehr oder weniger gezwungen ist, sich eine Natur des Hasses und der Ausbeutung anderer anzueignen, um die eigene Existenz zu erleichtern. Es ist auch kein abstrakter Hass, sondern ein Hass, der in Handlungen zum Ausdruck kommt, bei denen der Freund zum eigenen Vorteil missbraucht wird, und der je nach Grad der Misshandlung, wie Täuschen, Stehlen, Rauben und Morden, immer trüber wird. Dies wird als „engstirniger Egoismus“ bezeichnet. – Baal HaSulam, Das Volk.

Dieser Mechanismus manifestiert sich auch auf internationaler  Ebene. Der Wunsch, Territorien, Ressourcen und Menschen zu kontrollieren und auszubeuten, war immer Motivation für die größten Kriegen der Geschichte, und er hat ganze Imperien gebildet und zerstört.

Je mehr wir uns weiterentwickelten, desto mehr spürten wir den steigenden Druck des Widerspruchs zwischen der Kraft der Natur, die nach mehr qualitativer Verbindung drängt – und unserem inneren egoistischen Mechanismus, der aus der Übervorteilung anderer besteht.

Die Einzigartigkeit unserer heutigen Zeit liegt in der kolossalen Spannung zwischen der Kraft der gegenseitigen Abhängigkeit, die darauf drängt, uns mehr und mehr zu verbinden, und der Kraft des engstirnigen Egoismus, der in die entgegengesetzte Richtung zieht.

Bevor das Coronavirus zuschlug, befanden wir uns am Rande eines Abgrunds: aufgeladene internationale Beziehungen, bösartige Handelskriege, große Angst vor einem Atomkrieg und fast routinemäßige Terroranschläge, bei denen regelmäßig unschuldige Menschen auf der ganzen Welt getötet und verletzt wurden. Diese Phänomene allein hätten schon Alarmstufe Rot geben müssen, um deutlich zu machen, dass unsere egoistische Lebensweise nicht mehr für das Leben in einem gegenseitig abhängigen  System geeignet ist, und wenn es keine Transformation gibt, wird das System zusammenbrechen.

Immer mit mir – Teil 64

Plötzlich Sohar

1983, September. Ich erinnere mich, ich bin abends in Eile, gehe die Bnei-Brak-Straße entlang, und plötzlich sehe ich ein Schreiben an der Wand – „Ashlag ist gestorben“. Ich erstarrte, meine Beine zitterten – welcher Ashlag? Ich komme näher, ich lese – Shlomo. Und ich verstehe, dass RABASHs jüngerer Bruder, Shlomo Benjamin Ashlag, gestorben ist.

Ich habe es eilig, Rabash zu sehen. Er sitzt an seinem Schreibtisch zu Hause, und ich frage ihn noch vor der Tür: „Was machen wir?“ Ich dachte, er würde sagen: „Wir werden Shiva halten[1]„. Doch er sagt zu mir: „Wir gehen nirgendwo hin.  Du und ich sitzen hier. Wir werden studieren.“

So begannen diese einzigartigen sieben Tage, die definitiv „die Welt erschüttert haben“. Wir waren sieben Tage lang allein, niemand kam zu RABASH, und wir gingen nirgendwohin, aus. Er offenbarte mir etwas, was wir in der Gruppe nie gelernt haben – „das Vorwort zum Buch Sohar“, geschrieben von RASHBI. Es wird auch als Keter[2] des Buches Sohar bezeichnet.

RABASH sagte „Derjenigen, dem dieses Buch offenbart wird, öffnet sich der ganze Sohar.“ Er selbst entschied, dass wir dieses Vorwort durchgehen würden, öffnete sofort das Buch, begann zu lesen und zu erklären.

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Es war ein siebentägiger Höhenflug! Es war nicht so, dass RABASH mehr erklärt hätte, nein, er hat seine Methode nicht geändert, er betonte wie immer, dass man sich selber um die Absicht bemühen soll, vor allem weil Sohar eine „Sgula“[3]  ist….. Aber an diesen Tagen schuf er solch eine Atmosphäre, in der ich Angst hatte, ein Wort zu verpassen.

So etwas kann man nicht in einem Buch fassen. Die Art und Weise, wie ich dort mit offenem Mund saß und fühlte, wie ich reif wurde. Es gab eine grüne Frucht, die für nichts geeignet war, und plötzlich ist die Erde befruchtet, der Regen kommt, die Sonne rötet, und man merkt, dass man ausreift, etwas dringt in einen hinein, man kann nicht erkennen, was es ist, aber man ist bereit, nicht zu schlafen, nicht zu essen, sich diesem natürlichen Weg hinzugeben, auf welchen das Buch Sohar und RABASH einen geleitet hat…

„In diesem Saal sind Riesige Schätze verborgen, einer über dem anderen. In diesem Saal gibt es dicht geschlossene Tore, die den Zugang zu Licht versperren. Und es gibt 50 von ihnen…“

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RABASH erklärte: „Das Tor bedeutet ein Gefäß – das Verlangen, Licht zu bekommen.“

„Es gibt ein Schloss und eine Engstelle in diesem Tor, um einen Schlüssel hineinzustecken“. Das Schloss im Tor zu sehen bedeutet zu verstehen, dass man nur im Geben das Licht erhalten kann. Und wenn du versuchst, es zu tun, erkennst du, dass die Stelle eng ist, dass es nicht einfach ist, näher an dieses Schloss, an diesen Zugang zum Spirituellen heranzukommen, da es so klein wie ein Nadelöhr ist. Man muss sich ihm annähern, nicht verfehlen, nicht nachgeben, den Schlüssel hineinstecken… – unsere Absicht, und das Schloss öffnen, um das Gebot zu erfüllen – dem Schöpfer Genuss zu bereiten.

Früher schrieb RABASH, was Baal HaSulam sagte, auf und aus diesen Notizen wurde „Shamati“ geboren.

In diesen sieben Tagen versuchte ich mitzuschreiben, was RABASH sagte, und daraus entstand mein achtes Buch, „Sohar“. Mich gibt es dort nicht. Ich habe mich sehr bemüht, nichts von mir selbst hinzuzufügen. Dort gibt es nur RASHBI und RABASH.

So verbrachten wir diese sieben unvergesslichen Tage zusammen. Und als sie vorbei waren, sagte RABASH: „Jetzt muss ich mich zurückziehen.“

Und ging nach Tiberias.

[1] Shiva ist eine siebentägige Trauerzeremonie. Sie wird von den engsten Verwandten des Verstorbenen gehalten: Vater, Mutter, Bruder, Schwester, Sohn, Tochter, Ehefrau, Mann.
[2] Kether (hebräisch: כתר „Die Krone“) ist die erste von 10 Sefirot in der Kabbala.
[3] Sgula ist ein besonderes Werkzeug, die Werke der Kabbalisten, dank derer es möglich ist, den Menschen, die Gruppe und den Schöpfer zu einem Ganzen zu vereinen. Ihre Einheit ist nur möglich, wenn das System, in dem sie sich befinden, richtig eingesetzt wird. (Aus dem Blog von Michael Laitman)

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Fortsetzung folgt…