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Wie entwickelt man das Organ der Empfindung seines Nächsten?

Frage: Wie wird das Organ der Empfindung seines Nächsten entwickelt?

Antwort: Das Organ zur Empfindung des Nächsten entwickelt sich infolge zahlreicher Versuche, sich vor der richtigen Umgebung zu annullieren, und die äußerliche Umgebung daran anzubinden, bis sie miteinander verschmelzen, und ich ihnen diene. Durch meine gute und liebevolle Beziehung zu den Menschen werde ich den Schöpfer entsprechend der Übereinstimmung in der Form offenbaren.

In dem Maß, in welchem ich mich bemühe, das Wohl der Umgebung anzustreben – werde ich den Schöpfer offenbaren, weil auch Er sich jedem Menschen gegenüber auf gute Weise verhält: den schlechten Menschen gegenüber genauso wie den guten. Deshalb muss ich auch darum bemüht sein, mich in Gegenwart aller liebevoll zu verhalten.

Als schlecht werden jene Menschen betrachtet, die sich bemühen, gut zu sein, obwohl über ihnen noch das Böse herrscht. Indem ich meine Beziehung zu den Menschen in verschiedener Form offenbare, begreife ich den Schöpfer in dem Maß, in welchem es mir gelingt, mich in Übereinstimmung mit Ihm zu bringen.

Die Prüfung und die Klärung sind nur bezüglich der Umgebung möglich. Ich habe keinen anderen Ort, an dem ich dem Schöpfer begegnen kann, an dem ich Ihn empfinden kann, um zu erkennen, worin ich mich von Ihm unterscheide. Seine Form wird innerhalb des breiten Publikums oder der Gruppe, das heißt innerhalb der Umgebung, der Welt offenbart. Deshalb symbolisiert „die Welt“ (Olam) eine „Verhüllung“ (alama) des Schöpfers.

Je mehr ich darum bemüht bin, mich der Welt gegenüber besser zu verhalten und mich dementsprechend zu verändern, desto eher werde ich dort den Schöpfer offenbaren. Es gibt keinen anderen Ort, am dem man Ihn empfinden könnte, weil Er eben keine Form hat. Wenn ich eine persönliche Veränderung erreiche und mich anders, das heißt auf gute Weise der Welt gegenüber zu verhalten beginne, dann offenbare ich folglich, dass die Welt Schechina ist, in der sich Schochen, der Schöpfer aufhält. [136035]

Auszug aus der Vorbereitung zum Unterricht, 26/05/14