Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Wenn das Böse die Maske abnimmt

Eine Frage, die ich erhielt: Wann beginnt der böse Anfang, den Menschen zu stören?

Meine Antwort: Wenn er zum Entschluss kommt, dass es das Böse ist.

Anfangs halte ich die Selbstsucht nicht für etwas Schlechtes. Im Gegenteil, ich stehe ihr zur Verfügung. Sie hilft mir, schafft die Empfindung des Lebens. Und ohne sie erlösche ich.

Wenn der Mensch wegen der Krankheit den Appetit verliert, überredet man ihn dazu, wenigstens etwas zu essen. Den Verlust des sexuellen Bedürfnisses versucht man mit Hilfe verschiedener Medikamenten zu heilen. Somit kann der Mensch ohne Genüsse nicht leben, er ist verpflichtet, das Vergnügen zu bekommen.

Im Essen, Sex, Familie, Geld, Respekt, Wissen – besteht mein ganzes Leben, und ich will von allem ein Stückchen haben. Wenn der Wunsch zu genießen verschwindet, dann falle in die Verzweiflung, bin bereit zu sterben.

Wenn man aber den Menschen aus unserer Welt herausführen will, dann nimmt man ihm den Genuss weg, wonach er keine Lust zum Leben hat. Aus den vorhandenen Wünschen kann er kein Genus herausziehen. Was gibt es dann sonst zu genießen?

Aber zugleich gibt man ihm den Funken des höheren, spirituellen Wunsches – und richtet ihn dadurch auf die Wissenschaft der Kabbala aus, auf das Mittel, das ihm helfen wird, den neuen Genuss zu erreichen.

Folglich führt man den Menschen in die Gruppe ein, worin er zuerst auf das Erhalten der noch stärkeren egoistischen Genusses hofft. „Geben Sie mir die Engel, öffnen Sie mir die spirituelle Welt, ich will den Schöpfer offenbaren …“

Wie Baal HaSulam im Vorwort zum Buch Sohar schreibt: der Mensch ist bis zur Stufe, die „Dreizehnjährigkeit“ heißt, bereit, die ganze materielle Welt zu verschlucken, und ab dem Alter von „dreizehn Jahren“ möchte er die Genüsse der zukünftigen Welt bekommen.

Und es ist tatsächlich die Wahrheit, denn wir können die Spiritualität ohne entwickelten Wunsch, der alles bekommen, sowie über alles herrschen will nicht erreichen. Ich fordere, dass der Schöpfer mich bedient, und beklage mich bei Ihm: „Warum hast Du die Welt als solche geschaffen? Warum füllst Du mich nicht aus?“

Aber nachdem der Mensch seinen spirituellen Weg fortsetzt, beginnt er zu verstehen, inwiefern er dem Schöpfer entgegengesetzt ist. Dabei ist gerade der große egoistische Wunsch entscheidend.

Ebenso ist es in unserer Welt auch: der kleine Langfinger hält sich nicht für den Verbrecher. Wir denken auch, dass wir die Schuldlosen sind. Und der wahre Verbrecher gleicht sich dem Pharao und behauptet: „Ja, der Schöpfer ist heilig, und wir sind die Sünder“.

Und deshalb, solange der Wunsch nicht in der ganzen Macht gezeigt wird, versteht der Mensch auch nicht, dass er böse ist. Bei weitem ist es nicht so einfach, zu begreifen, dass der Schöpfer den bösen Anfang geschaffen hat. Wie viele Menschen in der Welt werden behaupten, dass sie schlecht sind? Im Gegenteil, alle sind sündenlos, gerecht und fast heilig. Es sind die große Arbeit, die großen Bemühungen, das große Licht von oben notwendig, damit die im Menschen geöffnete Selbstsucht ihm das Übel anschaulich macht.

Wobei wir dieses Böse ur in Bezug auf den Schöpfer, und nicht im Hinblick auf die anderen Menschen öffnen. Somit ist man im Vergleich zum Schöpfer, zur Eigenschaft des Gebens schlecht. Ich offenbare, dass der Wunsch der Genüsse, das Verlangen des Erhaltens, und nicht des Gebens, der Hass, der Wunsch alles auszunutzen das wahre Böse ist.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabasch, 17.12.2010

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