Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Was ist ein kabbalistischer Kongress?

BildFrage: Die Wissenschaft der Kabbala zieht heute die Aufmerksamkeit von vielen und insbesondere gilt das für die jährlichen internationalen kabbalistischen Kongresse in Israel, wo sich tausende Menschen aus der ganzen Welt versammeln. Was ist ein kabbalistischer Kongress?

Ähnelt er den so genannten spirituellen Versammlungen, die verschieden Konfessionen und religiösen Schulen durchführen?

Antwort: Nach außen mag es so ähnlich aussehen: eine ganze Menge Leute versammeln sich, hören zusammen Lektionen, nehmen gemeinsam an Mahlzeiten teil, singen, tanzen zusammen, wie bei jedem beliebigen Festival. Aber ein besonderer Schwerpunkt wird auf die Verbindung gelegt, denn alle verstehen, dass die Korrektur der Welt und den Menschen selbst, liegt in der Verbindung.

Wir alle sind die zerbrochenen Teile des Gefäßes der gemeinsamen Seele, die Adam HaRishon heißt. Einst waren die Menschen verbunden und hatten die gleichen Wünsche, das gleiche Ziel, Mission und lebten wie eine Familie, wie ein großes Dorf. Dann haben sie sich im alten Babylon verstreut.Der Egoismus wuchs dramatisch und sie begannen einander zu hassen, sich zurückzuziehen, teilten alles auf „Meins“ und „Deins“.

Dies nennt man den Turm von Babylon, der zum Symbol unserer Selbstsucht wurde, die in jedem Menschen wuchs. Die Menschen haben aufgehört einander zu verstehen. Sie verließen das alte Babylon, und ließen sich auf der gesamten Welt nieder.

Die ganze Geschichte der Menschheit, angefangen aus dem alten Babylon ist ein kontinuierliches Wachstum der Trennung und des Hasses. All das geschieht Dank unserem blühenden  Egoismus, der uns zu noch mehr Hass gegen einander zwingt.

Und so entstanden einer Reihe von Staaten, Nationen, Religionen, Unterschiede, die zu größeren Trennwände und Hindernissen zwischen uns wurden. Dies wird so lange dauern, bis die Menschheit versteht, dass sie sich auf dieser Weise zur Selbstzerstörung führt. Wir werden beginnen, uns gegenseitig zu verschlingen, zu vernichten und das nicht im übertragenen Sinne und zerstören somit die ganze Welt im Atomkrieg.

Heute befinden wir uns bereits in der Krise, wo wir die Realität eines solchen Endergebnisses vorstellen  können. Aber wir sind nicht in der Lage uns selbst aufzuhalten, wir haben keine Kraft, dem bösen egoistischen Trieb zu widerstehen, der uns daran hindert sich zu verbinden.

Nach und nach beginnen wir zu verstehen, dass, wenn wir keine Methode, kein Heilmittel gegen Hass und Trennung finden, was uns ermöglicht den Egoismus ein wenig stumm zu schalten und das Herz zu öffnen, werden wir zusammen sterben, festgeklammert in einander. Denn unser Ego wird uns nicht in Ruhe lassen.

Und hier kommt die Wissenschaft der Kabbala, die uns aus dem alten Babylon begleitet. Als bei  Babylonier der Egoismus explodierte und zerstreute sie in alle vier Himmelsrichtungen der Welt – zur gleichen Zeit entstand die Wissenschaft der Verbindung, die von Abraham gegründet wurde.

Abraham fand ein besonderes, einzigartiges Mittel, das in der Natur vorkommt –Höhere Kraft, die man „Das Licht, das zurück zur Quelle führt“ nennt. Diese Kraft bringt uns zum Guten zurück, zu einer guten Beziehung zwischen uns, zur Verbindung.

Abraham enthüllt das Geheimnis, wie man diese Kraft der Natur nutzen kann, damit sie an uns arbeitet und uns verbindet. Und außerdem hat er enthüllt, dass, in dem Moment, wenn die Menschen die Verbindung erreichen, beginnen sie diese Höhere Kraft, die sie verbindet, zu fühlen und zu verstehen.

Diese Verbindung mit der Höheren Kraft gibt ihnen ein Gefühl des spirituellen Lebens. Sie beginnen zu verstehen, dass sie bisher innerhalb des eigenen Körpers gelebt und gefühlt haben. Und jetzt, Dank der Verbindung, sind sie in der Lage, nicht nur sich selbst, seinen eigenen Körper zu fühlen, sondern auch die anderen Menschen, sie leben in der Verbindung.

Es scheint, als würde ich aus mir rauszukommen und befände mich in den anderen, und so fühlt absolut jeder. Das bedeutet, dass ich mich innerhalb meiner Seele befinde, innerhalb des Wunsches den anderen zu geben und zu lieben. Ich lebe nicht innerhalb meines eigenen Körpers, sondern innerhalb der ganzen Menschheit.

Das heißt, ich fange an meinen Körper zu vergessen. Ich gebe ihm so viel zu Essen, was er braucht und den Rest der Zeit denke ich an die anderen. Ich fülle meinen Körper, damit er gut funktioniert, so wie man ein Auto mit dem Kraftstoff füllt. Und die übrige Zeit nutze ich es nach meinem belieben.

So fülle ich meinen Körper mit Nahrung, meinen Esel(Chamor), meine Materie(Chomer), und schreite auf dem zum Ziel der Schöpfung. Wenn ich mich mit den anderen verbinde, beginne ich durch sie ein anderes Leben zu spüren, die Spiritualität. Ich bin nicht mehr von meinem Körper abhängig, der heute lebt und morgen stirbt, ich beginne mich in der gesamten Menschheit lebend zu fühlen.

Das heißt, ich fühle das ewige Leben, das nicht von meinem Körper abhängig ist. Hier kommt es zu einer speziellen Transformation, zu einem psychologischen und sinnlichen, praktischen Übergang von der materiellen Welt in die spirituelle Welt.

Diese Verbindung ist nicht von naiven Idealisten. Aber wenn ich es schaffe mich mit den anderen zu verbinden, trotz meines Egoismus, werde ich tatsächlich aus mir rausspringen und beginnen in meiner Seele zu existieren. Und so erlange ich die höhere, spirituelle Welt.

Also, wir wissen, was man durch die Verbindung erreichen kann. Und deswegen, die Menschen, die zu ihrer Seele und zur Spiritualität erlangen wollen, finden auf den kabbalistischen Kongressen zusammen.

„New Life“, Folge 517, 08.02.2015

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