Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Theater ohne Statisten

Frage: Es fällt uns schwer, einander durch äußere Handlungen zu erwecken, und die inneren entgleiten uns. Was sollen wir tun?

Meine Antwort: Es ist so, dass jeder von euch einschläft und verzweifelt. Das ist natürlich und wird so weiter gehen, bis ihr spürt, dass jeder von den anderen abhängt und für die anderen sorgen muss. Ich muss begreifen, dass mein Verlangen von dir und dein Verlangen von mir abhängt. Erst dann werden wir zum wahren Verlangen kommen.

Heute sucht ihr nach diesem Verlangen persönlich, individuell und nicht gemeinsam. Jeder denkt darüber nach, wie er den eigenen Mangel vergrößern kann, und das ist falsch. Es wird dir nicht gelingen, im Gegenteil, du wirst in den Schlaf verfallen und auf die Nachsicht von Oben hoffen. Es kann nichts anderes geben, solange der Mensch nur mit eigenen Berechnungen beschäftigt ist. Niemand kann allein auch nur den geringsten Kontakt mit der Spiritualität herstellen, denn sie ist ihm vollkommen entgegengesetzt. Wir können uns die ganze Tiefe dieses Abgrunds noch nicht vorstellen.

Wir haben jedoch die Möglichkeit, einen Sprung zu machen, die Entfernung zwischen uns und der spirituellen Welt zu verkürzen. Und das hängt von der Gruppe ab, davon, wie wir in ihr spielen, und zwar ein solches Spiel spielen, dem wir einfach nicht entkommen können. Die Freunde müssen mir ständig ihre Entourage, ihre permanente Bühnenpräsenz demonstrieren: Wir sind in jedem Bild, in jedem Akt zusammen auf der Bühne. Keine anderen Mittel werden mir sonst helfen.

Es steht geschrieben: „Ein Held wird nicht gerettet durch eigene Kraft“. Dafür ist die Kraft des Schöpfers nötig, und diese kann nur durch die Gruppe hervorgerufen werden. Wir müssen in diese Richtung denken und wie im Theater spielen. Wir müssen dieses Theaterstück aufbauen, an dem sich alle ausnahmslos beteiligen werden. In unserer Theateraufführung bürgen wir füreinander, zeigen Teilnahme, Aufmerksamkeit, Bedürfnis jedes einzelnen nach allen und aller nach jedem einzelnen. Denn anderenfalls werden wir nicht aus Ägypten ausziehen können.

Wenn ihr daran arbeitet und auf diesem Wege mit einigen Hindernissen konfrontiert werdet, werden wir in die Arava fahren können. Denn wir werden etwas haben, womit wir fahren können, wir werden das Leiden des gesamten Kli haben, das nicht in der Lage ist, sich zu verbinden. Darüber steht geschrieben: „Und die Söhne Israel schrien auf vor ihrer Arbeit“. Für ihren Egiosmus haben sie die wunderschönen Städte Pitom und Ramses errichtet, doch sich selbst haben sie in den unglückseligen Städten wiedergefunden, die sie nicht aus dem Exil ausziehen lassen drohten.

Auszug aus dem Unterricht nach der Einführung zu Talmud Esser ha Sefirot, 26.01.2012

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