Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Verzichte nicht auf diese Welt

rav_laitman_017Frage: Verstehe ich das richtig, dass die Abneigung der Kabbalisten, über irdische Dinge zu sprechen, damit verbunden ist, dass sie gegen den Strom schwimmen und dabei schwere  „Schläge“ abkriegen?

Antwort: Der Kabbalist darf sich auf keinen Fall von dieser Welt abwenden. Umgekehrt, seine Mission besteht darin, dass er der gesamten Menschheit erklären soll, wie man von dieser Welt aus die spirituelle Welt erreichen kann.  Ohne die Verbindung zwischen den beiden Welten, ohne die Verbindung unter den Menschen kann man das nicht verwirklichen.

Meine Schüler sind auf der ganzen Welt verstreut, sie alle sind mit der jeweiligen Gesellschaft verbunden, in der sie leben.

Ich schreibe jede Woche und werde in vielen Zeitschriften veröffentlicht, auch im Internet. Ich leite Blogs, bin in Twitter präsent und schreibe immer zu den aktuellsten Themen.

 

Aus dem russischen Unterricht

[#207792]



                                                Diesen Beitrag drucken Diesen Beitrag drucken               

Erziehung am Beispiel

Frage: Gibt es eine Rolle als persönliches Vorbild in der Bildung?

Antwort: Ja, alles wird durch das persönliche Vorbild unterstützt. Zeig einem Kind, was ein Vorbild ist. Sag, was du gerade tust, behandle es wie einen Freund. Und dann wirst du sehen wie alles zu ihm fließen wird.

Frage: Wenn ich dem Kind gegenüber eine freundliche Haltung einnehmen muss, wie kann ich es dann für einen Verstoß bestrafen?

Antwort: Du musst erklären, warum du das gerade tust. Du sagst ihm beispielsweise: „In dir drinnen sitzt ein kleines Teufelchen, das in die Schranken gewiesen werden muss. Was wollen wir damit machen? Gib mir irgendeinen Rat, was zu tun ist, um dir zu helfen, über diesen Dämon zu herrschen und ihn nicht frei zu lassen“.

Aus der russischen Kabbalalektion 1/8/17

[206561]



                                                Diesen Beitrag drucken Diesen Beitrag drucken               

Damit Er bei dir keine Blöße sieht

Weil Gott, der Allmächtige, durch dein Lager geht, um dich zu erlösen und deine Feinde vor dir niederzuschlagen: dein Lager muss heilig sein, damit Er bei dir keine Blöße sieht und von dir zurückweicht. [Tora, Dwarim, „Ki Teze“].

In der Tora existiert eine Vielzahl von Gesetzen, die dem Menschen verbieten, nackt zu sein. Tag und Nacht soll er mit Kleidung bedeckt sein und sich erst dann entblößen, wenn er in die Mikwa (ein Becken für die Waschung) reingeht. Dafür gibt es auch bestimmte Regeln. Es geht nicht darum, dass man physisch sauber sein muss, obwohl das auch eine Bedeutung hat. Vielmehr sagt uns das, dass alles mit der spirituellen Waschung des Körpers in Übereinstimmung sein muss. „Der Körper“ ist ein Verlangen. Deswegen spricht die Tora darüber, wie man das Verlangen von den unreinen Schichten der egoistischen Absichten reinigt, damit man diese Verlangen nutzen kann, sobald sie die richtigen Absichten fürs Geben haben. Deswegen, presst all „die Exkremente“ aus dem Verlangen heraus, begrabt sie in der Erde und wascht euch. Es ist empfehlenswert, sich nicht abzutrocknen, sondern sich nur zu waschen. Apropos, dieses Gesetz ist bis in unsere Zeit in vielen asiatisch-russischen Völkern und in südlichen Ländern erhalten geblieben. Ich war öfters in Aserbaidschan, in Baku, wo in jedem WC ein Gefäß mit Wasser vorbereitet ist.

Es ist richtig, dass das, was der spirituellen Gesundheit entspricht, auch der physischen Gesundheit entspricht. 

Deswegen kann man nicht sagen, dass irgendeine spirituelle Handlung der physischen Handlung einen Schaden zufügen könnte. Zum Beispiel treten bei den Völker, welche kein Brit (Beschneidung) durchführen, bei 20 -30% der Männer Krebserkrankungen auf. All das ist natürlich miteinander verbunden.

Frage: Kommt koscher auch der Gesundheit zugute?

Antwort: Ich finde, dass koscheres Essen eine absolute Wohltat ist. Wir können das noch nicht verstehen, weil wir nicht genügend Wissen darüber besitzen, warum es verboten ist, Schweine und Kamele zu essen.

Von wissenschaftlicher Seite aus betrachtet ist es nicht ungesund.

Doch es ist die Auswirkung der spirituellen Wurzel und wir werden irgendwann den Grund dieses Ereignisses offenbaren (wenn das überhaupt nötig ist). Alles kommt aus der spirituellen Welt, und wenn du die spirituellen Verbote übertretest, kommt es unmittelbar zu falschen Ergebnissen in unserer Welt.

Frage: Wieso ist es verboten nackt zu sein?

Antwort: Der Mensch muss ständig bekleidet sein, weil die Kleidung die Korrektur des Körpers symbolisiert. Die Kleidung ist die Schale, so wie der Schirm. Der Körper symbolisiert das Verlangen, welches mit dem Schirm bedeckt sein muss. Deswegen können manche Stellen des Körpers frei sein und andere verhüllt. Die notwendige Verhüllung dieser Teile bedeutet, dass auf diese Verlangen der Seele ein Schirm (Massach) erbaut werden muss. Das Gesicht des Menschen ist immer offen, weil es der Inbegriff der drei höheren Sefirot (Strahlende) ist, die das Licht Chochma ausstrahlen. Dabei muss der Kopf im Prinzip bedeckt sein. Die Kipa ist eine kleine Angleichung an die spirituellen Kriterien. Tatsächlich haben früher alle Männer den Kopf mit einem Tuch umwickelt oder haben ihn mit allen möglichen Überwürfen, wie z.B. dem Tallit, bedeckt. Die Frauen haben sich in lange Gewänder gekleidet, aber nicht in schwarze Gewänder, sondern in Weiße. 

 

Aus dem TV Programm „Die Geheimnisse des Ewigen Buches“

[#205957]



                                                Diesen Beitrag drucken Diesen Beitrag drucken               

Woher kommen die Kongresse?

Frage: Woher kommen die Kongresse? Gibt es in der Geschichte historische Fakten, die belegen, dass die Kabbalisten Tausende von Menschen versammelt haben und solche Veranstaltungen durchgeführt haben? Oder ist das etwas Neues in dieser Methode?

Antwort: Es gibt nichts Neues, wir erfinden nichts. Die Kabbala ist auf den Gesetzen der Höheren Welt aufgebaut, deswegen müssen wir alles, was wir tun, in Übereinstimmung mit den Gesetzen der Höheren Welt tun. Andernfalls können wir uns Schaden zufügen.

Ähnliche Kongresse wurden im alten Israel veranstaltet, damals als sich das Volk in der Offenbarung der Höheren Welt befand.

Dreimal im Jahr, zu Sukkot, Pessach und Shawuot, mussten die Kabbalisten zum Jerusalemer Tempel kommen und zusammen mit allen am Studium und den Mahlzeiten teilnehmen. Dorthin kamen auch jeden Tag und zur jeder Zeit Menschen, die dort studiert und gegessen haben. Das wurde als eine sehr gute Handlung angesehen. Man könnte sagen, dass es als eine vom Schöpfer gesegnete Handlung angesehen wurde.

[#208075]



                                                Diesen Beitrag drucken Diesen Beitrag drucken               

Wer bin ich überhaupt?

Frage: Wenn der Schöpfer Wünsche erweckt und aus ihnen Gedanken erwachsen, dann stellt sich heraus, dass die Wünsche und Gedanken nicht mir gehören. Wer bin ich dann?

Antwort: Niemand. Du bist derjenige, der begreift, dass Gedanken und Wünsche, Verstand und Herz durch dich durchfließen. Mehr nicht.

Wie kann ein Mensch etwas Eigenes haben? Der Körper wird geboren, er wächst und entwickelt sich. Wie kann irgendetwas Eigenes in einem Menschen auftauchen? Wovon? Vom Einfluss der äußeren Welt? Er ist ein Teil der äußeren Welt, und was er fühlt, was durch ihn durchfließt, hängt davon ab, wie ihn die Welt beeinflusst. Gehört das wirklich zu ihm? Nein, es ist das, was durch ihn hindurch geht.

Das ist unser tierisches Leben. 

Tatsächlich ist jeder Mensch wirklich groß, aber er verbleibt in einem schlafenden, inaktiven Zustand, bis er erweckt wird und seine Augen öffnet. Bis dahin leben wir unser Leben; wir kommen immer wieder zurück bis unsere bewusste Teilnahme erforderlich ist.

All unsere Zuhörer haben einen Punkt im Herzen, der zu irgendeinem Zeitpunkt in ihnen aufgetaucht ist. Sie funktionieren nicht länger  wie Roboter. Sie wurden dazu gebracht zu hören, zu verstehen, die Methode zu sehen, das große System des Universums in dem sie existieren wahrzunehmen, und wie sie anfangen können, selbst darin bewusst und effizient zu arbeiten.

Aus meiner Perspektive sind diese Menschen vollkommen anders als alle anderen; weil bei jenen, die um uns herum einfach existieren, der Punkt im Herzen noch schläft. Im Buch Sohar werden sie „Schlafende“ genannt. Ihre Augen sind nach innen gerichtet, weil sie nur ihren Egoismus schätzen und sonst nichts. Sie können noch nicht rausschauen, um alles durch die Eigenschaften von Geben und Liebe zu sehen.

Aus der russischen Kabbalalektion 1/15/17

[206542]



                                                Diesen Beitrag drucken Diesen Beitrag drucken               

Ist es möglich für andere zu beten?

Frage aus Facebook: Die menschliche Natur passt nur auf das auf, was sie innig liebt. Ist es wirklich möglich, dass wir für andere beten? Das ist absolut unnatürlich und verlogen.

Antwort: Unbedingt. Du hast Recht. Das ist schon ein echter Ausgangspunkt. Ist es möglich, unsere Natur ins Gegenteil zu korrigieren, sie zu verändern und das richtige Gleichgewicht zwischen uns zu finden? Wenn die ganze Natur – noch pflanzlich und tierisch – in einer integralen, gegenseitigen Verbindung existiert, wie können dann die Menschen auf dieser Weise miteinander leben? Wir sehen, dass dies in einem begrenzten Bereich möglich ist: In der Technik, im Handel, der Wissenschaft, der Kunst, aber nicht in der Kommunikation der Menschen untereinander. Wie kann das erreicht werden? Nur durch die Veränderung der menschlichen Natur, vom Egoismus zum Altruismus. Dies liegt außerhalb unserer Kontrolle. Wir können uns nur wünschen, dass es geschieht. Es gibt jedoch eine Kraft in der Welt, welche die Höhere Kraft genannt wird, die sich über unserem Egoismus befindet. Sie kann uns korrigieren. Wir werden ein Gefühl entwickeln, das uns spüren lässt, dass wir uns gegenseitig näher sind als unsere Brüder, Schwestern, Eltern und Kinder. Wir erlangen dieses Gefühl und es wird uns dazu verpflichten, wie eine Familie zusammen zu sein.

Frage: Muss ich daran denken, dass ich in diesem Prozess die Höhere Kraft anziehe?

Antwort: Das ist nicht wichtig. Es ist eine Frage der Methodik. Es gibt unterschiedliche menschliche Stufen. Die Hauptsache ist, dass es eine solche positive Kraft in der Natur gibt, die uns, wenn wir sie an uns heranziehen, verändern kann.

 

Von Kab TV „Neues mit Michael Laitman“ 27/3/17

[#206289]



                                                Diesen Beitrag drucken Diesen Beitrag drucken               

Ist Treulosigkeit ein Grund für eine Scheidung?

Frage: Nehmen wir an, dass in einer Familie ein Fall von Treulosigkeit aufgetreten ist, und dabei es ist nicht wichtig, von welcher Seite. Was sagt die Kabbala darüber? Muss man die Familie beibehalten?

Antwort: Natürlich. Der Ehemann und die Ehefrau müssen versuchen, sich gegenseitig zu verstehen, und obwohl das nicht einfach ist, sogar sehr bitter ist, sollte man aber die Familie beibehalten. Die Neigung fremd zu gehen, ist bei den Männern wie bei den Frauen gleich. Ich habe viele Menschen auf meinem Weg gesehen und ich denke nicht, dass dies ein Grund für eine Scheidung wäre. Es gibt nichts Egoistischeres als sich zu trennen und die Kinder zu Waisen werden zu lassen.

Am meisten leiden bei einer Scheidung die Kinder. Deswegen ist es für beiden Seiten empfehlenswert, geduldig zu sein, eine Psychotherapie zu machen, zu verstehen und einzusehen, dass das alles zum Leben dazugehört.

Frage: Gibt es unter den Kabbalisten solche „amoralischen“ Persönlichkeiten?

Antwort: Es gibt keine amoralischen Menschen. Es existieren einfach Egoisten, welche korrigiert werden müssen und damit beschäftigt sich die Kabbala, aber das geht sehr langsam und stufenweise. Deswegen lebt ein Mensch 70 bis 90 Jahre, um sich zu korrigieren.

Aus dem Webinar auf dem zahav.ru 10.02.2016

 [#178056]



                                                Diesen Beitrag drucken Diesen Beitrag drucken               

Lag ba-Omer – Feiertag der Kabbalisten

Lag ba-Omer ist in erster Linie ein kabbalistischer Feiertag, ein Feiertag des Lichtes. Lag ba-Omer bedeutet 33. Tag (lamed-gimel) nach Pessach, d.h. nach dem Auszug aus dem egoistischen Wunsch, zum Geben um zu  Geben, zu den gebenden Wünschen. Deswegen beginnt danach die Periode der Säuberung der Wünsche: 33 Tage von Pessach bis Lag ba-Omer und von da bis zu Shawuot. In diesen 50 Tagen beenden wir alle Korrekturen und sind für den Empfang der Tora bereit, d.h. des Lichtes, das die Wünsche zu empfangen korrigiert um zu geben.

Bis zum Tag Lag ba-Omer werden wir noch nicht als die angesehen, die vollständig aus Ägypten ausgezogen sind. Denn wir müssen die Wünsche mit den ägyptischen (egoistischen) Eigenschaften korrigieren. Aber am 33.Tag werden die Korrekturen  erreicht, und uns bleibt nur, den unteren Teil der Stufe, die empfangenden Wünsche, zu korrigieren. Deswegen können wir dann sicher sein, dass wir zweifellos zum Empfang der Tora kommen. Ab dem Tag Lag ba-Omer beginnt das Licht der Gabe der Tora bereits zu leuchten, wenn auch zunächst aus der Entfernung.

Deswegen ist der Tag Lag ba-Omer aus Sicht der Korrektur so wichtig. Vor dem Lag ba-Omer korrigieren und vollenden wir immer noch den Auszug aus Ägypten, und nach diesem Tag beginnen wir, uns für den Empfang der Tora in Shawuot vorzubereiten. Daraus folgt, dass Lag ba-Omer ein ganz besonderer „Tag“ ist, das heißt, ein Zustand, den ein Mensch auf dem Weg zur Korrektur durchläuft.

Der Auszug aus Ägypten passiert unter dem Einfluss des Höheren Lichts, dem großen Licht Chochma, das sich dank dem Erwachen des Menschen offenbart. Als Ergebnis erhebt er (der Mensch) sich über seinen Egoismus und trennt sich von ihm. Allerdings passiert das alles dank dem Licht, das von oben kommt. Die Wünsche bleiben noch egoistisch, aber das Licht ermöglicht es jenen, sich über den Egoismus zu erheben und geben zu wollen. Das alles ist nur dank dem Höheren Licht möglich, das uns wie ein Magnet zusammenhält.

Und jetzt muss man diese Korrektur realisieren, damit sie sich in allen unseren Wünschen ausdrückt. Insgesamt muss man in 50 Tagen von Pessach bis Shawuot 49 Sefirot korrigieren, aber wenn 33 Sefirot schon korrigiert sind, braucht man nicht mehr daran zweifeln, dass wir unsere Korrektur vollenden werden. Danach wird uns nichts mehr aufhalten.

Es ist bekannt, dass vierundzwanzigtausend Schüler von Rabbi Akiva an einem Tag an einer Epidemie gestorben sind. In ihnen ist so ein großer Egoismus zum Vorschein gekommen, dass sie anstelle der Liebe zum Nächsten, was der Lehrer geboten hat, in einen grundlosen Hass gefallen sind. Und deswegen konnten sie das Licht der Korrektur, das sich in diesen Tagen offenbaren sollte, nicht aushalten und sind gestorben. Nur an dem Tag Lag ba-Omer wurde die Epidemie beendet und die Schüler starben nicht mehr.

Von allen Schülern Rabbi Akivas ist nur eine kleine Gruppe unter der Leitung von Rabbi Shimon übrig geblieben. In dieser Gruppe waren zehn Menschen, die sich wie zehn Sefirot verbinden konnten und dank dieser Verbindung das Buch Sohar  geschrieben haben; das wichtigste kabbalistische Buch, ein Kommentar zum Pentateuch in der Tora.

Jedes Mal haben sie das Licht erhalten, das zur Quelle zurückführt, und sich mit seiner Hilfe korrigiert und ihre Korrekturen und Offenbarungen haben sie aufgeschrieben. Das bedeutet Kommentar zur Tora. Das eigentliche Licht zu beschreiben ist unmöglich. Aber wenn es die Wünsche beleuchtet, die nach Einheit streben, dann offenbart es neue Formen der Vereinigung. Und auf diese Weise offenbart es sich, das bedeutet – die Tora offenbart sich.

Es gibt eine Verbindung zwischen der spirituellen Wurzel und den materiellen Festen, und deswegen gibt es in unserer Welt Tage, da erscheint ein stärkeres, allgemeines Licht.

Deswegen muss man diese besondere Zeit des Feiertages Lag ba-Omer nutzen und mit allen Kräften versuchen, die Verbindung zu erreichen. Denn das ist der günstigste Moment dafür – alle Bedingungen sind auf die Korrektur ausgerichtet. Die Gruppe von Rabbi Shimon hat zu ihrer Zeit die Korrektur der zehn Sefirot geschafft. Aber jetzt muss die ganze Menschheit diese zehn Sefirot erreichen und dann offenbart auch sie diese Wünsche und die Lichter, den  gleichen Zustand. Die Tatsache, dass sich das Buch Sohar nach mehreren Jahrhunderten der Verborgenheit offenbarte, spricht dafür, dass unsere Wünsche schon für die Endkorrektur bereit sind, das wir in der Generation Mashiach leben.

Rabbi Shimon ist am Tag des Lag ba-Omer gestorben. Aber der Abgang des Gerechten aus dieser Welt ist kein Trauertag, sondern ein Feiertag, weil es dem Guten in der Welt dient, weil die Seele des Heiligen auf eine noch höhere Stufe aufstiegen ist, die wir nicht einmal erahnen können.

Lag ba-Omer ist ein Feiertag der Kabbalisten, ein Feiertag des Höheren Lichtes, das kommt und das sich in den Seelen der Menschen verwirklichen muss. Das ist nämlich das Licht, das in den vierundzwanzigtausend Schülern von Rabbi Akiva dank deren Verbindung existierte. Und dann, als sie ihren Egoismus nicht überwinden konnten und spirituell gestorben sind, verschwanden sie. Wie die Geschichte erzählt, starben sie deswegen auch physisch, an einer Epidemie. Dieses ganze Licht hat die Gruppe von Rabbi Shimon unter sich offenbart, sie ist auf 125 Stufen der spirituellen Leiter aufgestiegen, hat darüber in dem Buch Sohar geschrieben und das Buch bis zu unseren Tagen verborgen.

In unserer Zeit hat sich das Buch Sohar offenbart und mit dem Kommentar von Baal HaSulam wurde es unter dem Namen „Sulam“ (Leiter) vervollständigt. Dank dieser Ergänzungen können wir uns nach und nach dem Buch Sohar annähern und es offenbaren, bis wir alle 125 Stufen bis zur vollkommenen Korrektur erreichen.  

Aus dem Unterricht zum Thema „Feiertag Lag ba-Omer“, 14.05.2017

[#206759]



                                                Diesen Beitrag drucken Diesen Beitrag drucken               

Was ist eine Seele?

Frage: Was ist eine Seele?

Antwort: Ein Mensch hat viele Wünsche, in denen er die ganze Welt und sich selbst spürt. Aber unter diesen Wünschen existiert ein Teil eines gemeinsamen Wunsches, das den Schöpfer fühlt.

Frage: Wo befindet sich diese Wunschseele? Wenn wir einen gewöhnlichen Menschen fragen, sagt er: „Ein Wunsch befindet sich in mir, ich wünsche“.

Antwort: Und wenn wir ihm sein Herz austauschen, wird er dann das gleiche wünschen?

Als zum ersten Mal eine Herztransplantation durchgeführt wurde, dachten die Menschen, der Mensch sei danach ein ganz anderer. Aber so war es nicht, nichts hatte sich verändert. Also befinden sich die Wünsche nicht im Herzen. Das Herz reagiert einfach darauf und deswegen verbinden wir unsere Wünsche mit ihm. Ich denke, selbst wenn wir den Kopf transplantierten, werden wir feststellen, dass es in ihm weder Wünsche noch Gedanken gibt.

Wünsche befinden sich außerhalb des Menschen. Man kann sie in zwei Bereiche teilen: egoistische und altruistische. In den egoistischen Wünschen erspüre ich mich selbst und die ganze Welt. Aber es besteht die Möglichkeit, die egoistischen Wünsche teilweise in altruistische zu verändern. In diesen werde ich die anderen tatsächlich lieben und nicht nur in Worten.

Dann werde ich, in diesem Wunsch, in dem ich anderen liebe, den Schöpfer spüren.

Es passiert so etwas wie aus sich selbst herausgehen- aus dem Leben für sich  in das Leben für andere. Und das befindet sich nicht im Körper des Menschen. Der Körper existiert wie ein Tier. Unser Herz- ist ein Motor, der den ganzen Organismus mit Blut versorgt. Unser Gehirn leitet den tierischen Körper und nicht mehr.

Frage: Und was belebt der Körper? Wir gehen, fühlen, atmen, spüren uns, fühlen den anderen. Wird das nicht Seele genannt?

Antwort: Machen die Tiere nicht das gleiche? Das hat mit der Seele nichts zu tun.

In keiner von irdischen Wesen. Es gibt eine Lebenskraft, die es dem Körper ermöglicht zu existieren.  Und die Seele ist ein Teil vom Schöpfer, von oben. Die Seele ist unser Wunsch, einen Zustand der Ähnlichkeit mit dem Schöpfer zu erreichen, also die völlig uneigennützige, selbstlose Eigenschaft des Gebens und der Liebe. Das existiert außerhalb des menschlichen Körpers, außerhalb seines egoistischen Wunsches. Das ist ein erworbener, aber ewiger Bestandteil unseres spirituellen „Ich“. Das ist das spirituelle „Ich“ eines Menschen, wenn er es erworben hat. Und wenn nicht, ist er ein Tier. Einige streben danach, die andere nicht. Aber in jedem, der vom Baum geklettert ist und sich vom Affen zum Menschen entwickelt hat, gibt es schon ein Embryo der Seele und damit die Fähigkeit und Möglichkeit, die Seele zu entwickeln. Aber sie ist unter einer  gewaltigen Schicht von Egoismus begraben.

Frage: Wie schaffen wir es, dahin zu kommen?

Antwort: Ein Mensch hat keinerlei Antrieb dazu. Er hält die verschiedenen, kulturellen, gesellschaftlichen Anstöße wie Kunst, Musik und so weiter für die Seele.

Aber auch Tiere singen. Da ist nichts Besonderes. Alles, was ein Mensch beginnend mit der Geburt entwickelt, hat keine Beziehung zum Spirituellen, zum Höheren, sondern stellt nur die Entwicklung seiner tierischen Wünsche, Triebe und Gedanken dar.

Frage: Strahlt dieser Punkt, Embryo der Seele, einen besonderen Genuss aus, zu dem ein Mensch strebt?

Antwort: Wenn ein Mensch wirklich nach der Entdeckung der Seele strebt, bekommt er  schreckliche Sehnsucht, Depression und Leiden durch diesen Wunsch und gleichzeitig ist es ihm unmöglich, den Sinn des Lebens zu finden: wozu lebe ich, warum lebe ich, wer führt mich, wie kann ich aus den Zwängen dieser Welt austreten und anfangen, außerhalb ihren Begrenzungen zu existieren.

Das ist der Antrieb zum Erwerb der Seele. Jetzt äußert sich das schon bei vielen Menschen, weil wir uns von Generation zu Generation entwickeln und in unserer egoistischen Entwicklung erreichen wir Zustände, die uns aus unserer egoistischen Natur befreien. Der Egoismus selbst stößt den Menschen aus sich selbst hinaus, indem sein Leben mit negativen Empfindungen erfüllt wird.

Frage: Die Leiden in unserer heutigen Welt werden immer größer. Roboter ersetzen Arbeitskräfte und fördern so die Arbeitslosigkeit. Werden die Menschen auf so eine Art und Weise zur Einsicht geführt, was die Seele bedeutet?  

Antwort: Selbstverständlich, dass alles passiert im privaten und gesellschaftlichen Leben, in der Welt, in der Natur, im Kosmos. Es geschieht nur, damit wir uns dem Schöpfer nähern, ihn enthüllen, ihm vollkommen ähnlich werden, bis zur Verschmelzung mit Ihm. Wenn wir alle unsere egoistischen Wünsche in den Wunsch wandeln, wie der Schöpfer zu werden, nämlich gebend und liebend, kommt es zur vollkommenen Korrektur der Seele.

Der ursprünglich egoistische Wunsch, für sich selbst zu empfangen, wird allmählich umgewandelt in den Wunsch, dem anderen zu geben, um dem Schöpfer ähnlich zu werden.

Das ist der Weg zur Nächstenliebe und man beginnt den Schöpfer zu spüren; dieser Weg der Korrektur wird Seele genannt.

Finden Sie die Seele!

Aus der TV-Programm “ Gespräche über die Seele“ von 30.03.2017

[206399]

 

 



                                                Diesen Beitrag drucken Diesen Beitrag drucken               

Wenn ein Mädchen mit einem Mann verlobt ist

Tora, Deuteronomium 22:23 – 22:24: Wenn es eine Jungfrau gibt, die mit einem Mann verlobt ist und ein (anderer) Mann sie in der Stadt findet und bei ihr liegt, sollst du sie beide zum Tor dieser Stadt bringen und du sollst sie mit Steinen bewerfen und sie sollen sterben: das Mädchen, da sie nicht aufschreit, obwohl sie in der Stadt war, und der Mann, weil er die Frau seines Nachbarn verletzte. So sollst du das Böse von dir auflösen.

Dies ist ein Beispiel dafür, wie die Handlung eines Menschen nicht mit seiner Absicht und seinem Wunsch übereinstimmt. Sie passen nicht zueinander und so kann die Korrektur nur durch Verzicht erfolgen. Solche toten Handlungen haben keine Fortsetzung in der Spiritualität, deshalb müssen diese Wünsche „sterben“. Der Tod tritt meistens durch Steinigung ein, da die Wünsche in Lev HaEven (steinernes Herz) fallen.

Frage: Was bedeutet es, dass die Absicht beschließt, sich mit solch einem Wunsch zu verbinden?

Antwort: Es scheint für einen Mensch so zu sein, dass er sich durch die Arbeit mit diesem Verlangen, dem Schöpfer annähern kann. Er denkt, dass er diese Handlung durchführen kann, aber in Wahrheit kann er es nicht. Er bekommt zum Beispiel die Gelegenheit einige Handlungen zu verrichten. Er möchte es um des Gebens Willen machen, um den Aufstieg, in Liebe zum Schöpfer voranzutreiben, um seine spirituellen Gefäße zu erweitern, jedoch stellt sich heraus, dass dies falsch ist. In unserer Welt drückt sich das in solchen fleischlichen Bildern aus, aber in der spirituellen Welt ist alles ganz anders.

Es steht geschrieben, bewirf das Mädchen und den Mann mit Steinen. Da sie beide unter äußerem Einfluss stehen, ist es nicht nur seine, sondern auch ihre Verantwortung für das aufgetretene Ereignis. Das heißt,  dass es ein Wunsch von mehreren Wünschen ist, der sich selbst kontrollieren muss. Es geht um ZON, der Welt von Atzilut, Seir Anpin und Malchut, die miteinander verbunden sind, daher sind hier beide, sowohl Widerstand als auch Übereinkunft möglich. Die Stadt in der sie sich verbinden, meint die Welt von Atzilut.

Hier gibt es viele Feinheiten. Zuerst geschieht alles über dem Parsa, der von den Stadtmauern um die Stadt repräsentiert wird. Es symbolisiert den Einfluss der umgebenden Gesellschaft, zu der das Mädchen selbst, ihre Eltern und dieser Mann gehören. So begründet man eine öffentliche statt einer persönlichen Korrektur. Deshalb verdienen sie eine härtere Strafe. In der Tora gibt es viele solcher Bedingungen, da es natürlich darum geht, unsere Absichten zu korrigieren. Unsere Wünsch bleiben die gleichen.

Unsere einzelnen Verlangen sind in 613 Teile unterteilt. Jedes dieser 613 privaten Verlangen, hat seine eigene egoistische Absicht die, um der anderen Willen und durch andere für den Schöpfer, zu einer altruistischen Absicht korrigiert werden muss und sonst nichts. Ein Mann symbolisiert die Absicht und eine Frau – das Verlangen. Die richtige Kombination von weiblichen und männlichen Teilen mit der richtigen Handlung für das Geben, führt zu der Geburt der nächsten spirituellen Stufe.

Von Kab TV „Geheimnisse des ewigen Buches“ 5/10/16

(204875)



                                                Diesen Beitrag drucken Diesen Beitrag drucken               
Pages: Zurück 1 2 3 ... 6 7 8 9 10 ... 724 725 726 Weiter