Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

„Vierzig Peitschenhiebe“

Tora, Deuteronomium 25:1 – 25:4

Wenn ein Rechtsstreit zwischen Männern entsteht und sie vor Gericht treten, und man richtet sie, dann soll man den Gerechten gerecht sprechen und den Schuldigen schuldig. Und es soll geschehen, wenn der Schuldige Schläge verdient hat, dann soll der Richter ihn hinlegen und ihm in seiner Gegenwart nach der festgesetzten Zahl Schläge geben lassen, seiner Schuld entsprechend. Vierzig Schläge darf er ihm geben lassen – nicht mehr -, damit nicht, wenn er fortfährt, ihn über diese hinaus mit vielen Schlägen zu schlagen, dein Bruder in deinen Augen entehrt wird. Du sollst dem Ochsen nicht das Maul verbinden, wenn er [das Korn] drischt.

Die Peitschenhiebe werden uns absichtlich gegeben, um unseren Egoismus zu lehren, einem mächtigeren, höheren Richter zu gehorchen, welches die nächste Stufe ist. Deshalb kann man das Ego bestrafen, aber nur bis zur nächsten Stufe. Vierzig ist die Stufe von Bina. Mehr Peitschenhiebe sollte es nicht geben, weil das als Demütigung betrachtet würde. Wenn ich vierzig Peitschenhiebe bekomme, dann ist das weder eine Demütigung, noch eine Bestrafung, sondern eine Korrektur.

In unserer Zeit würden es die Menschen als Demütigung wahrnehmen, wenn sie für ein Vergehen mit Schlägen bestraft würden. Stell dir einen Richter vor, der zum Angeklagten sagt: „Wir verurteilen dich, entweder zu vierzig Peitschenhieben oder zu zwei Jahren Gefängnis“. Ist es für ihn nicht besser, seine Strafe abzusitzen und seinen Stolz zu bewahren, anstatt sich vor anderen gedemütigt zu fühlen?

Früher gab es keine Gefängnisse in Israel. Sie werden in der Tora überhaupt nicht erwähnt, weil Gefängnisse nicht korrigieren. Nur Schläge können korrigieren.

Mensch und Gesellschaft sollten verstehen, dass sie sich auf diese Weise dem Egoismus widersetzen, den der Schöpfer dem Menschen eingepflanzt hat. Wenn ein Mensch dieser Bestrafung zustimmt und die Gesellschaft glaubt, dass es dabei keine Wahl gibt, dann sollte der Mensch nicht bestraft werden, sondern er sollte Hilfe bekommen, um sich selbst zu korrigieren. Dann arbeiten beide, Mensch und Gesellschaft, zusammen mit dem Ego. Es ist gerade der Egoismus, der vierzig Schläge bekommt, und nicht der Mensch!

Das ist ein Bildungsprozess und keine Bestrafung.

Bis heute werden die Gefängnisse in den USA nicht Haftanstalten genannt, sondern vielmehr Korrekturinstitutionen. Ein Hund wird in einen Käfig gesteckt und ein Mensch wird zur Korrektur gebracht.

Der Egoismus wird uns von Oben gegeben und er muss gerichtet werden. Aus diesem Grund ging das Volk Israel, wie in der Tora erwähnt, zu ihrer  Korrektur mit Hilfe von Schlägen und nicht durch Gefängnisstrafe.

Frage: Es wird gesagt: „Du sollst dem Ochsen nicht das Maul verbinden, wenn er [das Korn] drischt“. Was bedeutet das?

Antwort: Wenn in einem Menschen eine spirituelle Stufe aufsteigt, dann muss die tierische Stufe das empfangen, was ihr Anteil ist. Jedermann muss durch den Zustand der Schläge gehen, durch die er zur Stufe von Bina aufsteigt. Und die tierische Natur bleibt auf ihrer Stufe und sie sollte das bekommen, was ihr zusteht.

 

Aus KabTV´s  „Geheimnisse des Ewigen Buches“ 11/2/16

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Einsamkeit in einer Milliardenmenge 2

Die moderne Gesellschaft besteht aus Individualisten, die sich nicht miteinander verbinden wollen, genauer gesagt, bindungsunfähig sind. Aber andererseits verstehen wir, dass wir ohne Verbindung miteinander leer und unglücklich bleiben.

Wir können das Leben in Einsamkeit nicht genießen, ohne Familie, ohne Kinder, ohne echte Freunde.
Alle leiden unter dem Problem der Einsamkeit, wissen aber nicht wie sie es lösen können.
Dafür ist ein neues, starkes und umfangreiches Bildungssystem notwendig, mit Spezialisten, die die Wurzel des Problems und die Wege zu dessen Lösung verstehen.
Ansonsten wird das Problem immer größer werden. Niemand wird heiraten und Kinder bekommen wollen, der Konsum von Drogen und Antidepressiva wird wachsen, und der Terrorismus wird wachsen, denn die Menschen werden jegliche Hoffnung auf eine gute Zukunft verlieren.

Vor langer Zeit war der Mensch ein soziales Wesen. Er lebte in der Gemeinde und fühlte, dass er von einem großen sozialen Netzwerk vieler Menschen unterstützt wurde. Aber heute haben wir uns so weit entwickelt, dass unser Egoismus nicht bereit ist zu kommunizieren, er macht uns zu vollkommenen Individualisten. Die moderne Entwicklung der Technik ermöglicht uns, friedlich alleine zu leben und die Zeit vorm Fernseher, Computer oder Smartphone zu verbringen.
Aber am Ende bringen all diese Spielzeuge dem Menschen keine seelische Zufriedenheit, und er bleibt einsam und unglücklich, er fühlt, dass er etwas braucht, um sich zu füllen. Es bleibt eine innere Leere in ihm zurück.
Es ist immer möglich ins Ausland zu verreisen, aber dann kommt man zurück und wird sich wieder alleine fühlen.
Das bedeutet, dass der Mensch versteht, dass er eine zusätzliche Füllung braucht. Daraus folgt, dass wir zu einer roten Linie in unserer Entwicklung gelangt sind, wo wir  entscheiden müssen, was weiter zu tun ist.

Frage: Wenn ein Mensch von Natur aus ein immer größerer Individualist wird, warum ist er dann nicht glücklich, wenn  er alleine bleibt? Warum leidet er unter Einsamkeit?

Meine Antwort: Der Egoismus entwickelt sich linear und macht aus uns immer größere Individualisten. Aber gleichzeitig, angefangen in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts, fing das System an, sich in einem Kreis zu schließen und uns durch eine integrale Abhängigkeit zu verbinden. Das System verlangt von uns eine gute, innere Verbindung miteinander und nicht nur einfach ein Kennenlernen auf der Arbeit. Wir sind verpflichtet, unser Verlangen in einem System mit allen zusammen zu erfüllen. Dieses Verlangen ist den Menschen noch nicht klar. Es zeigt sich, dass er sich gleichzeitig in zwei Formen entwickelt, linear und kreisförmig, und unterbewusst wünscht er sich, dass diese beiden Formen einander unterstützen und zusammen arbeiten.

Der Mensch versteht nicht, warum sich die Welt plötzlich in ein kleines Dorf verwandelt hat. Er denkt, dass nur die Wissenschaftler, Politiker und Wirtschaftsunternehmen voneinander abhängig sind, und dass ihn das nicht betrifft. Aber wir sehen, dass die ganze Natur sich in einem Ring schließt. Auf einer Seite der Welt kommt es zu einer Explosion, und woanders sehen wir die Auswirkungen, weil alles voneinander abhängig ist. Die Natur zeigt uns, wie unpersönlich und integral sie ist.

Dieselbe Stufe der Integration entwickelt sich jetzt in der menschlichen Gesellschaft, aber sie fordert noch keine integrale Verbindung vom Individuum. Wir haben diese Notwendigkeit noch nicht erkannt, aber bald werden wir gezwungen sein, sie zu erkennen.  
Die Natur strebt danach, uns einander so anzunähern, dass wir keine andere Wahl haben. Wenn wir uns selbst für eine echte innere Zufriedenheit im Leben verbürgen wollen, müssen wir die richtige Formel unserer Verbindung untereinander finden.

 

Aus KabTV´s „Ein Neues Leben“ 04/04/2017

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Wohin führt ununterbrochenes Wachstum des Egoismus?

Der Egoismus ist in uns speziell dafür erschaffen worden, damit wir bei seiner Entwicklung die Möglichkeit der freien Wahl erreichen und beginnen, ihn (ihm selbst zuwider) zu benutzen. Dann erreichen wir den Schöpfer.

Die Eigenschaft des Egoismus ist das unbegrenzte Wachstum.  Diese wunderbare Eigenschaft existiert nirgendwo sonst in der Natur. Nehmen wir an, dass ich etwas möchte, habe es probiert und jetzt will ich doppelt so viel davon. Ich habe die doppelte Portion vertilgt und jetzt will ich vier Mal mehr davon. Und so weiter. Ich bin gezwungen, mein Vergnügen ständig zu verdoppeln, ansonsten fühle ich nicht, dass ich etwas genossen habe.

Mit anderen Worten, im Egoismus befindet sich die Kraft des Schöpfers, welche ständig wächst. So etwas existiert nicht in der normalen einfachen Natur, im Egoismus dagegen schon. Im Menschen (im vierten Stadium der Entwicklung nach der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Natur) befindet sich der Funken des Schöpfers, welcher genau im ständig wachsenden Ego platziert ist.

Frage: Wenn ein Mensch dann genießt, wenn andere sich schlecht fühlen, nennt sich das der wahre Egoismus?

Meine Antwort: Ja. Wenn Erfüllung auf Kosten anderer geschieht, empfinde ich das größte Vergnügen. Dabei tritt mein Egoismus aus seinem inneren Rahmen heraus. Sagen wir mal ein Löwe hat eine Gazelle gefressen und ist glücklich, er braucht nicht mehr. Der Mensch dagegen hat einen anderen Menschen „gefressen“ und fragt, wo sind noch andere?
Also wir kriegen riesige Verlangen, welche ständig eine Erneuerung brauchen und niemals satt werden. Im Gegenteil, je mehr du dein Verlangen fütterst, desto mehr (um doppelt so viel) spürst du den Hunger. Hast du deinen doppelten Egoismus gefüttert, wirst du vier Mal so hungrig wie vorher und immer so weiter. Man kann nichts dagegen tun.

Frage: Betrifft das alle Menschen?

Meine Antwort: Die Rede ist von allen entwickelten Menschen. Ein unentwickelter Mensch ist wie ein Tier, wie ein kleines Kind, man gibt ihm etwas und er ist glücklich. Der entwickelte Mensch dagegen will die ganze Welt haben, mit weniger ist er unzufrieden.

Das Verlangen, alles auf Kosten anderer zu haben, ist eine besondere Art von Egoismus. Wir sehen, welche Konkurrenz zwischen den Reichen und Berühmten dieser Welt stattfindet. Schaut mal auf die Schauspieler, wie sie vor Eifersucht aufeinander brennen; oder auf die Reichen, welche nachzählen wie viele Milliarden wer hat.

Frage: Das alles aber hat der Schöpfer erschaffen. Wie soll uns das zum Schöpfer führen, zu Seinen Eigenschaften?

Meine Antwort: Auf sehr bittere Art und Weise. Wenn ich beginne zu verstehen, dass ich keinen Genuss bekomme, keine Erfüllung „bis der Tod uns scheidet“ – mich und meinen Sack voller Gold.

Frage: Ist Ihrer Meinung nach ein sanfter und guter Mensch ein „unentwickelter“ Mensch?

Meine Antwort: Ja. Er ist noch nicht voll egoistisch entwickelt. In unserer Zeit kann man sich aber sehr schnell entwickeln. So wie ein Mensch versteht, dass es keinen Sinn mehr macht, hinter neuen Erfüllungen her zu rennen, weil sie ihn sowieso nicht befriedigen werden, dann beginnt er nach Ersatz zu suchen und kommt zur Wissenschaft der Kabbala. 

[#208027]



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Das erste Buch der Kabbala

Frage: Ich nehme an einem Kabbala Kurs teil. Bitte helfen Sie mir bei der Wahl meines ersten Buches.

Antwort: Die Kabbala wird in zwei Richtungen offenbart. Eine Richtung ist der Verstand und die andere sind die Gefühle.

Der Mensch ist ein Geschöpf der Gefühle, da das Verlangen sich zu füllen und  zu genießen die Grundlage seiner Natur ist. Wenn aber dieses Verlangen beginnt zu fühlen, ich möchte mehr, ich möchte weniger, ich kriege weniger, ich kriege mehr und so weiter, dann wird bei ihm der Verstand entwickelt, mit der inneren Frage, wie kommt man zur besten Erfüllung?

So kommt es dann, dass es die Gefühle und den Verstand gibt. Die Gefühle aber sind erstrangig und der Verstand dagegen zweitrangig.

Im Studium der Kabbala geht man genau auf diesen zwei parallelen Wegen, dem gefühlsmäßigen und dem Verstandesweg. Für den gefühlsmäßigen Weg passt das Buch „Shamati“, die Offenbarung der höheren Welten und für den Verstand passt besser das Buch „Kabbala für Anfänger“.

Ich bin der Meinung, dass man die beiden probieren sollte. Das, was ihnen persönlich näher ist, sollten Sie lesen.

[#210194]



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Blitzantworten vom Kabbalisten Teil 2

Frage: Gibt es den Begriff des kollektiven Egoismus, des kollektiven Bösen? Oder ist das äußerst individuell?

Antwort: Nein. Wenn wir von der spirituellen Entwicklung des Menschen sprechen, ist das äußerst individuell.

Frage: Müssen wir den Hass auf den Schöpfer entwickeln damit wir zur Liebe zum Schöpfer gelangen?

Antwort: Wenn der Mensch Hass gegenüber dem Schöpfer empfindet, spürt er in gleichem Maße, wortwörtlich im gleichen Augenblick, dass die Gedanken an Ihn und das Empfinden des Schöpfers sofort verschwinden.

Frage: Sie sagen, dass der Egoismus der Menschheit sich mit jedem Tag weiterentwickelt. Wir haben schon sein Abschluss-Stadium erreicht und auf uns warten noch größere Überraschungen?

Antwort: Wir sind zum letzten Stadium gekommen, haben es aber noch nicht voll erreicht.

Frage: Baal HaSulam hat die Kabbala in zwei Teile geteilt, der verborgene und der offene Teil. Der offene Teil ist für alle zugänglich, ist der verborgene nur für Auserwählte?

Antwort: Alle werden auserwählt sein. Im Endeffekt werden wir alle die gleiche Stufe der Entwicklung erreichen. Die voll altruistische, spirituelle Entwicklungsstufe.

Frage: Wieso kann man ohne das Empfinden und das Begreifen des Bösen nicht zum Punkt der Wahrheit kommen?

Antwort: Weil der Punkt der Wahrheit in sich das Böse und das Gute wie zwei absolut gleichwertige und gleichberechtigte Komponenten einschließt.

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Wie hilft man dem Lehrer?

Rav1Frage: Wie kann ein Schüler dem Lehrer helfen, und inwiefern leitet der Lehrer dem Schüler das Licht weiter?

Meine Antwort: Es hängt alles davon ab, wie beständig man das Ziel, das Studium, die Gruppe, die Verbindung verfolgt und wie man dem Lehrer bezüglich der Gesamtarbeit in der Gruppe hilft.

Als ich im Jahr 1980 meinen Lehrer fand, hatte ich bereits nach ein paar Unterrichtsstunden keine Zweifel, dass ich verpflichtet bin, in seine Nähe zu ziehen und alles Erforderliche zu tun.

Aber damals waren andere Bedingungen, es gab kein Internet, nicht einmal Bücher über Kabbala, sie waren ein Geschenk des Himmels, eine Seltenheit. Seitdem sind 37 Jahre vergangen. Heute gib es absolut alles, in jeder Sprache zugänglich.

Dem Lehrer helfen – das ist sicherlich ein sehr starkes Motiv für die Entwicklung. Man soll nach der Ähnlichkeit mit den Eigenschaften   des Lehrers streben. Der niedrige Parzuf soll nach dem streben, was der Höhere macht. Auf diese Weise erziehen wir auch die Kinder.

Man soll sich stets ein Beispiel an dem Höheren in seiner Beziehung zur Welt, zum Studium, zum Verbreiten nehmen, und folglich wird man sich entwickeln. Das ist der beste Anreiz für das Weiterkommen.

 

Aus einer Videokonferenz mit den Studenten, ARI-Bildungseinrichtung, 21.05.2017

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Die Arbeit an der Weltkorrektur, Teil 3

rav_laitman_017Frage: In der Welt gibt es sehr viel Korruption, Betrug, Ungerechtigkeit und Ungleichheit zwischen Reichen und Armen, und das alles hindert uns daran, normal zu leben. Es ist offenbar, dass es gewisse Menschen gibt, die an diesem Zustand mehr Schuld tragen. Was kann man aber von einem einfachen Menschen verlangen?

Wieso behaupten Sie, dass jeder sich korrigieren muss? Wäre es nicht besser, diejenigen zu korrigieren, die wirklich Macht und Kraft in dieser Welt haben, und dann werden sie unsere Systeme korrigieren und unser Leben verbessern? Was hat ein einfacher Mensch damit zu tun?

Antwort: Der einfache Mensch leidet einfach und weiß überhaupt nicht wieso. Es geht darum, dass jeder mit Hilfe seines Egoismus gesteuert wird und er verpflichtet ist, sich zu korrigieren.

Frage: Wieso sollte man nicht nur diejenigen korrigieren, die das Problem verursachen?

Antwort: Sie sind nicht die Ursache des Problems, sie sind nur das Ergebnis von uns allen. Wenn wir ein paar Anführer auswechseln, kommen andere, die nicht besser sind. Man muss die gesamte menschliche Gesellschaft korrigieren und dann werden alle anderen Niveaus: tierisches,  pflanzliches und unbelebtes Niveau auch korrigiert, weil sie vom Menschen abhängen.

Frage: Was gibt es so besonderes in einem Menschen, dass er die gesamte Natur zerstört?

Antwort: Das ist das Verlangen des Menschen, seinen Erfolg zu Lasten der anderen aufzubauen.

Frage: Wir aber versuchen uns gegenseitig zu helfen. In unserer Zeit gibt es viele philanthropische Gesellschaften und niemand hungert. Wir kümmern uns also umeinander und wünschen uns gegenseitig das Gute.

Antwort: Das Problem liegt darin, dass sich jeder nach seiner Meinung richtet, und deswegen wundert er sich, wieso wir so viel Gutes füreinander tun, aber die Welt wird schlimmer und schlimmer? Wahrscheinlich wissen wir nicht, was es heißt, Gutes zu tun und was die Natur von uns verlangt. Wir verstehen nicht, dass die menschliche Gesellschaft nicht nach ihrer Meinung, sondern nach etwas höheren Ansprüchen, höher als unserem egoistischen Verstand, den egoistischen Gefühlen und Philosophien aufgebaut werden soll.  
Jeder Mensch hat seine Vorstellungen davon, wie die ideale Gesellschaft aussehen sollte. Man muss vor allem das richtige Format finden, die Form der Gesellschaft. Wir verstehen das nicht, und deswegen werden wir ständig in Diskussionen reingezogen, in Kriege und jeder denkt, dass er im Recht ist. Die Gerichte sind überfüllt mit Menschen, die ihr Recht behaupten.

Wer kann uns den Begriff der richtigen Form der Welt geben, damit alles objektiv ist und nicht eine persönliche Meinung von irgendjemandem? 

Wir alle sind nicht korrigierte Egoisten, wir sind voller Vorurteile, und vielleicht denken wir auch nur unbewusst immer an uns selbst und nicht an die anderen.
Deswegen müssen wir als erstes die richtige und objektive Form der Welt ermitteln. Dafür müssen wir uns an die Wissenschaft der Kabbala wenden, welche erklärt, was die höhere Kraft und Natur bedeuten und wie wir ihr ähnlich werden können. Nur so können wir zu einem guten Leben kommen. Die höhere Kraft der Natur ist höher als wir, und wir werden nicht fähig sein, sie zu ändern. Aber wir können uns ändern und uns in Übereinstimmung mit ihr bringen. Je mehr wir dieser höheren Kraft ähnlich werden, desto besser wird unser Leben.

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Die Arbeit an der Weltkorrektur, Teil 2

ravFrage: Wieso wurde die Welt nicht korrigiert erschaffen?

Antwort: Damit wir sie korrigieren! Denn wir dringen während des Prozesses der Korrektur  in die Tiefe der Welt ein und können so die Welt ergründen und damit auch verstehen, wie sie erschaffen wurde und wie sie arbeiten müsste, wenn sie schon korrigiert wäre. Also wir offenbaren all die inneren Gesetze der Welt.

Frage: Wäre es dann nicht besser sofort die Welt in korrigierter Form zu erhalten und ein gutes Leben zu führen?

Antwort: Überhaupt nicht. Wenn ich die korrigierte Welt erhalte, kann ich nur auf die Knöpfe drücken damit ich von der Welt das bekommen kann, was ich möchte. Wenn aber dieses „Gerät“ kaputt ist, bin ich gezwungen ins Innere einzudringen und zu studieren wie die Welt funktioniert, zu klären wieso und weswegen ein Ausfall kommt, wie man repariert und wie „das Gerät“ richtig arbeiten muss. Auf diese Weise lerne ich das gesamte System kennen. In dem Maße, wie ich das System von Anfang bis zum Ende korrigiere, werde ich zu seinem Herren.

Frage: Wofür brauchen wir das, die Herren des Systems zu sein?

Antwort:  Damit wir die Welt regieren. Der Mensch muss alles verstehen, fühlen und die ganze Realität regieren. Die Korrektur der Welt bedeutet die Korrektur des Menschen, und auf diese Weise erkenne ich, wer ich bin und werde mich korrigieren. Der Schöpfer hat mich angeblich „zerbrochen“ und ich korrigiere mich. Dank dem erkenne ich, was der Schöpfer gemacht hat und wie die richtige Form aussehen soll. Ich vergleiche mich mit Ihm in der Arbeit. Er hat zerbrochen und ich korrigiere.

So kommt es, dass ich dem Schöpfer gleich werde, indem ich mich auf Sein Niveau erhebe. Also der gesamte Prozess des Zerbruchs und der Korrektur ist dazu da, damit man den Menschen auf eine höhere Stufe der Realität und seiner Weltanschauung erhebt, hin zu einem anderen Leben.

[#209014]



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Gast und Gastgeber, Malchut und Keter

Frage: Baal HaSulam gibt ein sehr gutes Beispiel über einen Gast und einen Gastgeber. Können Sie bitte dieses Beispiel in Bezug auf die zehn Sefirot erklären?

Antwort: Wir können die gemeinsamen Erfahrungen des Gastes und des Gastgebers noch nicht fühlen, wenn der Gastgeber durch seine spirituellen Zustände den Gast durch dessen Verlangen und gleichzeitig mit seinem Verhalten füllt.

Wenn der Gastgeber seinen Gast nur hätte erfreuen wollen, hätte er nur ein Verlangen in ihm erschaffen und es gefüllt. Dieses Verlangen wird die unbelebte, pflanzliche oder belebte Natur genannt und der Gast hätte keine anderen Gefühle gehabt.

In dem Moment, wenn andere Gefühle im Gast entstehen, empfindet er den Gastgeber nicht einfach wie ein Hund sein Herrchen fühlt, sondern er fühlt Ihn tatsächlich als den Einen, der gibt und sich selbst als den einen, der empfängt. Das ist nicht genug, da der Gastgeber den Gast von ganzem Herzen erfreuen und beschenken möchte. Deshalb erscheint das Gefühl der Scham nicht sofort im Gast; seine Eigenschaften müssen weiter entwickelt werden bis sie in den acht Sefirot in Malchut ausgedrückt werden.

Dann ist er in der Lage, die Sefira von Keter zu fühlen und zu verstehen, dass er sich vom Gastgeber unterscheidet und er nicht empfangen kann, weil er dann entgegengesetzt und das Gegenteil von den Eigenschaften des Schöpfers wäre.

Das ist ein Problem. Wenn ich empfange, bin ich entgegengesetzt und das Gegenteil von Ihm, getrennt und verschieden von Ihm. Während Er erhaben ist, gibt, eine Quelle der Freude und Liebe ist, bin ich so tief unten, dass ich nur das liebe, was ich empfange und darin vollkommen versunken bin. Deshalb erscheint das Gefühl von Keter (der Gastgeber) in Malchut und das Gefühl von ihr selbst und das kann sie nicht dulden. Weil sie nicht weiß, was zu tun ist, weigert sie sich, es anzunehmen.

Es gibt verschiedene gefühlsmäßige Erklärungen für diesen Zustand, in dem Malchut alle Sefirot zu fühlen beginnt, die ihr vorausgingen, die ganze Haltung des Gastgebers, des Schöpfers ihr gegenüber, und so begrenzt sie sich natürlich und hört auf zu empfangen. Das ist ihr erster Schritt.

Nachdem sie mit dem Licht gefüllt ist, beginnt Malchut die verborgenen Eigenschaften von Keter wahrzunehmen. Sie fühlt, dass sie durch das Empfangen das Gegenteil vom Licht wird. Das Licht gibt absolut, während Malchut absolut empfängt, und daher entsteht in ihr das Gefühl von Scham, das absichtlich vom Schöpfer erschaffen wurde, und diese Scham ist so groß, dass sie in Malchut die Weigerung des Empfangens verursacht. Und das wird Zimzum , Einschränkung, genannt.

 

Aus der russischen Kabbala Lektion 3/5/17

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Die Tora ist ein System der Verbindung des Schöpfers mit den Geschöpfen

Buch Sohar, Kapitel „Lech Lecha“: „Wie stark wird die Tora, dank welcher der Mensch dem Leben in der kommenden Welt würdig wird, vom Schöpfer geliebt. Und jeder, der die anderen die Tora lehrt, ist wichtiger als alle.“

Die Tora wird als das höhere Licht („Or“) bezeichnet, das auf denjenigen Einfluss nimmt, welcher sie auf richtige Art und Weise studiert. Das heißt, wenn er dank ihrer Kraft eine höhere Stufe erreichen möchte als die, auf der er sich jetzt befindet.

Er möchte mehr altruistisch sein, gebend, liebend, er will verbundener mit anderen sein und alle unterstützen. Mit anderen Worten, er will dem Schöpfer ähneln, Der gut, vollkommen und Gutes tuend ist.

Wenn der Mensch sich so verändern möchte, wirkt das höhere Licht (das sich Tora nennt) auf ihn und führt ihn zu diesem Zustand. Dann spürt der Mensch, dass er sich ändert.

Das ist verständlich, da sich in diesen Veränderungen Abstiege und Aufstiege befinden, ein Wechsel von allen möglichen Zuständen. Aber daraus lernt der Mensch wie auf ihn in Wirklichkeit die Tora wirkt und wie sie in ihm arbeitet.

Vor allem muss der Mensch die gebenden Verlangen erhalten und den Glauben über dem Verstand. Dann kommt er aus den Grenzen dieser Welt heraus. Diese Welt beginnt sich aufzulösen wie eine Fata Morgana (Luftspiegelung, Täuschung), weil sie nur in unserer egoistischen  Einbildung existiert.  

In der Kabbala nennt sich unsere Welt „der Punkt dieser Welt“, weil in ihr nichts mehr als ein Punkt existiert. Wenn wir über die Grenzen des egoistischen Punktes kommen und uns ausdehnen, beginnen wir die Kostbarkeit und Wichtigkeit der Tora zu spüren, wir heften uns an ihren Baum des Lebens an. Wenn das nicht geschieht, bleiben wir für immer in der Dunkelheit des kleinsten schwarzen Punktes.

Die Tora ist das Licht der Welt der Unendlichkeit, welches laut dem HAWAYA Programm auf 620 Lichter geteilt wurde. Das Ziel dieser Lichter ist es, auf das verdorbene Verlangen einzuwirken und es zu korrigieren. Der Mensch muss sein Verlangen mithilfe dieses Lichtes korrigieren und auf der anderen Seite muss er selber dieses Licht erwecken.

Er kann sich nicht ohne das höhere Licht ändern, denn man muss das Licht noch anziehen. Und dafür braucht man die Tora. Es ist so, dass das ganze System, welches das Geschöpf mit dem Schöpfer und den Schöpfer mit dem Geschöpf verbindet, „Tora“ heißt.

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