Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Das Spiel mit dem Schöpfer

Das Ego wächst ständig und nur dadurch wird der Mensch angetrieben, bis er schließlich den Machsom, die Grenze zur spirituellen Welt überschritten hat. Die Evolution schreitet jedoch immer vorwärts: durch Versuch und Irrtum.

Durch Milliarden solcher Versuche läuft die Entwicklung in einer Zickzacklinie, in der einzig momentan möglichen Richtung, wie Wasser, das einen Gang durch den Felsen bohrt.

Es ist das Spiel mit dem Schöpfer, das Spiel mit dem Licht, wenn man jede Möglichkeit ausprobiert und plötzlich feststellt, dass es nicht geht – hier wächst mein Ego. Und wenn man etwas die Richtung wechselt, gelingt es, eine gewisse Vereinigung zu erreichen… Wir machen viele Versuche und werden klüger davon.

Immer Erfolg zu haben bedeutet wie ein Roboter zu handeln. Der Mensch schließt dagegen alle möglichen Zustände in sich ein.

 

Aus dem Unterricht nach dem Buch „Sohar“, 24.05.2018

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Die Verbindung mit dem Lehrer

Die Verbindung mit dem Lehrer kann so aussehen:

durch den Verstand: wenn du das studierst, was er sagt, das annimmst, was du für real und nötig hältst und das, was du für unrealistisch und unnötig hälst, siebst du aus.

durch das Herz: wenn du mit abgeschaltetem Verstand wahrnimmst. Du schaltest deinen gesunden Menschenverstand aus und nimmst das, was der Lehrer gesagt hat als absolute Wahrheit an.

Dies hängt mit zwei Arten der Verbindung zusammen. „Vom Mund ins Ohr“ und „von Mund zu Mund“. „Von Mund zu Mund“ bedeutet mit einem Schirm. Das hängt davon ab, wie sehr sich der Schüler annullieren kann. Man gibt ihm alle möglichen Probleme und er muss sich soweit annullieren, als ob er ein Teil des Lehrers wäre. Dieser Zustand heißt „Ibur“ (Fötus).

Dies ist nur dann möglich, wenn er versteht, dass er sich in der Welt des Schöpfers befindet und der Schöpfer ihn lenkt und ihm in der Gestalt des Lehrers erscheint. So nimmt er alles als Eins wahr.

Und „vom Mund ins Ohr“ meint das, was der Verstand wahrnimmt. 

 

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Der physische Körper und die Seele

Frage: Ist der physische Körper des Menschen ein Teil des Geschöpfes?

Meine Antwort: Der physische Körper ist kein Teil des Geschöpfes und hat keinen Bezug zur Seele. Ihr könnt mit eurem Körper alles machen, was ihr wollt, die Seele aber entwickelt sich nach ihren eigenen Gesetzen.

Frage: Was ist damit gemeint, wenn man sagt, dass die Funken in diese Welt gefallen sind und sich von dem Körper gelöst haben?

Meine Antwort: Unter dieser Welt wird nur der Egoismus verstanden. Deswegen sind die Funken der Seele nicht in diese Welt und nicht in die Körper dieser Welt gefallen, sondern in den Egoismus.

Unser Körper und das, was wir betrachten, sehen, mit unseren fünf Sinnesorganen wahrnehmen, befindet sich auf dem tierischen Niveau. Die Kabbala spricht nicht von dem tierischen Niveau.

 

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Kommunikation zwischen Kabbalisten

Frage: Wie kommunizieren Sie mit Ihrem Lehrer und wie lernen Sie von Ihren Schülern?

Antwort: Ich kommuniziere mit meinem Lehrer auf der spirituellen Ebene. Es ist kein Problem, dass er nicht in seinem Körper ist, ich aber schon. Unsere Kommunikation befindet sich auf einer  spirituellen und nicht auf einer körperlich sichtbaren  Ebene. Genau so habe ich Kontakt zu meinen Studenten. Unabhängig davon, ob sie sich dessen bewusst sind oder nicht, gibt es einen inneren Kontakt zwischen uns.

Kommentar: Es wird behauptet, dass ein Lehrer von seinen Studenten lernen kann.

Mein Kommentar: Ja,  sicher. Es geschieht täglich.  Meine Schüler kommunizieren auf der ganzen Welt miteinander. Sie bilden verschiedene virtuelle Gruppen, dabei verschmelzen die einzelnen Seelen zu einer gemeinsamen Seele. Jeder Schüler zeigt eine besondere Qualität, eine Nuance im spirituellen Kli (Gefäß). Indem ich sie fühle, vermittle ich ihnen neue Möglichkeiten. Sie sind wie meine Augen und Arme.

Frage: Sind das nicht Handlungen, wenn Sie ein Verhalten beobachten und etwas daraus lernen können?

Antwort: Nein, das ist nur ein inneres Gefühl.

Frage: Wie oft geschieht das?

Antwort: In jeder Stunde, bei jedem Gespräch , zu jeder Zeit. Besonders dann, wenn sich eine gewisse Verbindung zwischen ihnen bildet. Dann spielt diese Verbindung, wie ein gut gestimmtes Klavier, in perfekter Harmonie.

 

Aus der russischen Kabbalalektion 31.12.17

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Niemand ist näher dran als ein Kabbalist

Deswegen wird der Mensch, der den Kontakt mit dem Schöpfer erreicht, natürlicher, er wird einfach und bescheiden. Man kann sagen, bevor er würdig wurde, war dieser Mensch genau wie die Massen, er befand sich außerhalb der einfachen Natur.
Jetzt aber ist er ihr gleich und natürlich, er versteht alle Menschen, indem er mit ihnen eine enge Beziehung pflegt. Es gibt keinen, der natürlicher und Ihm näher wäre als er und man muss ihn lediglich lieben, weil es keinen Bruder gibt, der Ihm näher steht als er.
(Baal HaSulam „Die Letzte Generation“)

Der Mensch, der die Menschen, die Gruppe, die Menschheit anführt, ist für sie der wichtigste und größte auf der Welt. Weil er für sie die Verbindung mit dem Schöpfer sichert, er erklärt ihnen das höhere Wissen. Er offenbart nichts neues, sondern erlaubt den Menschen ihre Möglichkeiten zu erweitern, durch ihn wird das höhere Wissen geleitet.

Frage: Was bedeutet es, dass der Mensch, der für den Kontakt mit dem Schöpfer würdig ist, gleich und natürlich wird?

Meine Antwort: Damit er mit der Menschheit und mit dem Schöpfer in Kontakt treten kann, muss er nach den Gesetzen der Kommunikation einerseits den Massen gleich sein, andererseits muss er mit der höheren Sphäre verbunden sein.

Es heißt, dass der Kontakt erst dann zustande kommt, wenn die Massen „ihn lediglich lieben, weil sie außer ihm keinen Bruder haben, der Ihm näher steht.“ Das bedeutet, dass die Massen eine Haltung wie die des Kindes dem Vater gegenüber haben sollten: manchmal ist es Liebe, manchmal Hingabe, manchmal Gehorsam und manchmal auch anspruchsvoll zu sein. Die Gesamtheit aller Zustände.

Replik: Der Maggid aus Witebsk hat einmal gesagt, dass er vor allem denjenigen dankt, die ihn antreiben.

Meine Antwort: Es ist so, dass der Mensch dank seinen Hassern aufsteigt. Und umgekehrt, diejenigen, die ihn verehren, schwächen ihn.

Ich finde, dass es für einen Kabbalisten unmöglich ist, sich für die Massen zu offenbaren und sich in ihren Augen zu erheben. Nur dann, wenn es notwendig ist, sie aus großen Problemen rauszuholen. Damit sie auf ihn hören, ihm folgen, buchstäblich hinter ihm her rennen, und sich so von den Leiden entfernen. Dann kann er sich erlauben in einer begrenzten Art zu zeigen, welches die Träger der besonderen Kräfte ist. Ansonsten ist es nicht möglich.

Diejenigen, die sich neben dem Kabbalisten befinden, spüren ihn ein wenig, sehen etwas, beginnen zu ahnen, zu spüren, das sind aber Mikrodosen.

Frage: Baal HaSulam schreibt, dass der Kabbalist alle Menschen versteht und mit ihnen eine enge Beziehung pflegt. Wird hier die innere Annäherung oder die Beziehung im materiellen Sinne gemeint?

Meine Antwort: Der Kabbalist benimmt sich bei der Kontaktaufnahme mit den Schülern, mit den Verwandten, mit jedem betont einfach. Er hat ausschließlich wegen ihrer gemeinsamen Interessen Kontakt mit ihnen.

 

Aus dem Fernsehprogramm „Die Letzte Generation“, 10/09/2017

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Ein Geschenk des Himmels

Frage: Kann man sagen, dass meine riesengroße Enttäuschung im einfachen Leben ein Geschenk ist, damit ich zur Wahrheit der höheren Welt komme?

Meine Antwort: Natürlich! Das ist wirklich ein Geschenk. So viele Menschen rennen doch immer noch den materiellen Zielen hinterher?!

Dabei sagen die Kabbalisten nicht, dass der Mensch ein Anachoret sein sollte, sich einschränken soll, fasten muss und so weiter. Nein! Genieße das Leben! Gib dem Körper das, was er braucht, aber das Wichtigste ist, dass euch der Körper nicht behindert, nicht zu viel Zeit und Kraft in Anspruch nimmt, und gebt euch die Möglichkeit, euch mit der Offenbarung der höheren Natur zu beschäftigen.

 

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Das Ziel der zukünftigen Gesellschaft

Frage: Einfache Menschen können mit ihrem Egoismus richtig arbeiten, wenn sie verstehen, dass sie sich für die Wichtigkeit des Ziels vereinigen. Was ist dieses Ziel?

Antwort: Um ein vorteilhaftes Ziel zu erreichen, suchen sehr viele Menschen Annäherung zu den anderen und schränken sich dabei auf die eine oder andere Weise ein. Wenn ich eine Partnerschaft eingehe, dann ist mir klar, dass ich mich selbst dabei verletze, meine Meinung, vielleicht auch das Ergebnis oder den Gewinn und so weiter, aber ich habe keine andere Wahl.

Deswegen gibt es hier einen sehr klaren, ernsthaften, direkten egoistischen Gewinn. Am Anfang sollte es in einem normalen oder kabbalistischen Team zwischen Menschen auch so sein. Es gibt keinen Unterschied, weil man immer mit dem einfachen Egoismus beginnt.

Dann aber, nach und nach, indem wir zusammen nach der kabbalistischen Methode arbeiten,  fühle ich hier zwei entgegengesetzte Kräfte.
Einerseits schränkt meine Selbstsucht die Vorwärtsbewegung stark ein, während es in der Wirtschaft möglicherweise anders verläuft. Sogar im Gegenteil, dort ist diese Kraft einverstanden, dass wir uns vereinen und uns vorwärts bewegen, weil sie immer die näher kommenden Möglichkeiten vor Augen hat – zum Beispiel Reichtum oder die Verwirklichung eines Projekts.

In unserem Fall ist das nicht so. Wir werden einen immer größeren Widerstand des Egoismus erleben. Wofür wird das gebraucht? Um das Ziel in unseren Augen zu erheben – damit es immer eine Ebene höher als der Widerstand des Egos ist. Dabei erreichen wir so einen Zustand, in welchem wir mit aller Kraft versuchen, das Ziel zu erheben und darum kämpfen, dass es für uns viel wichtiger ist als unser Ego.

Hier sind unsere gegenseitige Bürgschaft und der Einfluss der umgebenden Höheren Kraft von entscheidender Bedeutung. Wenn wir richtig handeln, erhalten wir Kräfte, standzuhalten und uns so miteinander zu verbinden bis zu so einem Zustand, dass wir sozusagen zu  einer Legierung werden, die uns  zu einem gemeinsamen Verlangen, zu einer gemeinsamen Absicht verwandelt. Darin entsteht, im Maße unserer Einheit, die Wahrnehmung der Höheren Kraft.
Genau dies ist ihre Wirkung. Es stellt sich heraus, dass wir miteinander und mit ihr verbunden sind. So ein Zustand wird die nächste, die spirituelle Stufe unserer Existenz genannt.

Frage: Wer kann das aushalten, außer einem Menschen mit einem Punkt im Herzen?

Antwort: Jeder hat einen Punkt im Herzen, der sich nach und nach entwickeln wird. Darüber hinaus sieht der Mensch weiterhin, was in der Welt geschieht: andauernder Stress, Misserfolge, Drogen und so weiter. Hier bekommt er, im Gegensatz dazu, eine sehr ernsthafte Wissenschaft über den Aufstieg  der Menschheit.

Frage: Versteht er den Ernst der Wissenschaft aufgrund seiner Bemühungen, sich zu vereinen? Im Business ist alles klar, er wird von Millionen, Milliarden angezogen …

Antwort: Auch hier kann er die Größe des Ziels in Millionen und Milliarden abwägen, aber nicht mit Geld, sondern in konventionellen Einheiten.

Frage: Was bedeutet das Abwägen des Ziels für einen Kabbalisten?

Antwort: Es gibt 125 Stufen, um dieses Ziel zu erreichen. In  jeder Phase wird es in einem bestimmten Ausmaß erreicht.
Aber das ultimative Ziel wird mit jeder Phase immer klarer. Es wird qualitativ höher empfunden, und dementsprechend wächst das Streben danach.

 

Aus dem Fernsehprogramm „Die Letzte Generation“.

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An der Schwelle eines neuen Lebens

Dr. Michael Laitman im Gespräch mit Oren Levi und Tal Mandelbaum ben Moshe

Zusammenfassung:

Im neuen Leben werden wir nicht mehr miteinander kämpfen; vielmehr wird jeder mit seinem Ego kämpfen, das seine Verbindung mit anderen behindert. Die jüngere Generation entdeckt bereits, dass das Ego nicht mehr als Weg zur Erfüllung dient. Die menschliche Natur muss sich verändern, damit wir lernen, das Leben auf eine unendliche Art und Weise zu genießen, anstatt auf eine begrenzte egoistische Weise. Es gibt einen Polarstern, der uns leitet, um dieses Leben zu verlassen und in eine andere ewige Dimension überzugehen, in der wir uns wie ein Körper fühlen werden. Wir werden in einer Seele miteinander verbunden sein und durch gegenseitige Ergänzung Freude erfahren.

 

Aus KabTVs „Neues Leben“  vom 22.04.18

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Gefühle und Verstand

Replik: Der Mensch kann die Kabbala nicht mit seinem Verstand erfassen. Muss man sie gefühlsmäßig offenbaren?

Meine Antwort: Unser Verstand ist ein Abkömmling der Gefühle. Die spirituelle Welt ist unmöglich mit dem Verstand zu verstehen, weil der Schöpfer das Verlangen erschuf, also die Gefühle, und wenn wir beginnen unsere Verlangen zu ändern, dann verändert sich der Verstand mit ihnen. Genau deswegen appellieren wir an die Gefühle: man muss sie ändern und der Verstand wird sich dann dementsprechend auch verändern.  

Jetzt bedient der Verstand unsere egoistischen Verlangen, also er selber ist egoistisch.

Frage: Was geschieht mit dem Verstand, wenn sich die Absichten ändern? Wird er dann anders?

Meine Antwort: Wenn sich die Gefühle zur Liebe und zum Geben hin ändern, ändert sich dementsprechend auch der Verstand. Er ist ein treuer Diener der Verlangen.

Frage: Die Wissenschaftler haben festgestellt, dass der Mensch nur 3 bis 5% der Kapazität des Gehirns nutzt. Wenn der Verstand fürs Geben arbeiten wird, wird er die restlichen 97% benutzen?

Meine Antwort: Ja. Dafür muss man aber die Eigenschaft des Gebens erlangen. 

 

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Wie wird man die Ängste los?

Frage: Wie wird man die Ängste los? Ich suche schon lange nach der Wahrheit, ich verstehe viel, aber ich werde die Ängste nicht los.

Meine Antwort: Ängste sind notwendig. Sie stupsen uns ständig nach vorne. Deswegen muss man die egoistischen Ängste in altruistische umwandeln, damit ihr fürchtet euch vom Schöpfer zu entfernen, das Ziel nicht zu erreichen, eine gute Verbindung mit den Menschen nicht zu erreichen.

Wenn ihr eure Ängste in die Sphäre des Gebens und der Liebe verlegen würdet, dann würden eure Befürchtungen verschwinden, dass euch geschadet werden könnte oder jemand euch einen Schaden zufügen könnte. Arbeitet für das Plus, von euch nach außen, zu den Menschen. Dann wird von den Menschen nichts Negatives zu euch kommen.

 

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