Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Das Instrument des Einflusses auf den Menschen

Aufklärungsarbeit ist die Beschäftigung der Menschen für die Verbreitung oben beschriebener (altruistischer) Prinzipien in der Gesellschaft. (Baal HaSulam, „Die Letzte Generation“).

Agitation und Propaganda sind sehr wichtige Instrumente des Einflusses auf den Menschen, auf seine Psychologie, auf sein Unterbewusstsein. Die Propaganda muss aber über viele Kanäle laufen: TV, Kino, die Verbreitung, die Ausbildung in den Schulen und anderen Bildungsinstituten. Die Agitation ist eine sehr breite Massenbewegung von den Lehrern zu ihren Schülern.

Kommentar: Baal HaSulam schreibt, dass man für die Aufklärung alle möglichen Spezialisten beschäftigen kann.

Antwort: Natürlich. Unter Aufklärung versteht man, dass du dich mithilfe aller möglichen alternativen Wege dem Menschen annäherst, damit seine Weltanschauung geändert wird.

Frage: Das heißt, dass der beschäftigte Agitator nicht auf dem niedrigen Niveau dieser Anschauungen sein muss?

Antwort: Das können Artisten, Preisträger (z.B. ein Nobelpreisträger) erledigen. Welche Rolle spielt das Wer und Was, wenn sie auf einfache Menschen Einfluss nehmen können?

Ich kann auf einen einfachen Menschen keinen Einfluss nehmen. Er nimmt mich nicht wahr. Wenn eine berühmte Persönlichkeit dagegen auftritt und zwischen den Anekdoten auf der Bühne manchmal etwas sagt, kann es sein, dass das bei den Menschen einen guten Eindruck hinterlassen wird.

Frage: Welche Beschränkungen haben die Agitatoren?

Antwort: Praktisch keine. Weil sie mit den Massen auf allen Niveaus der Entwicklung arbeiten sollen. Außerdem machen wir das für ihr Wohl. Deswegen kann man alle Mittel nutzen, nur damit wir sie retten können.

Frage: Heißt das, dass ihre Treffen mit Wissenschaftlern und Schauspielern von dem Grundgedanken der Wissenschaft der Kabbala geleitet werden?

Antwort: Ja. Wenn sie mir ein paarmal zustimmen, wird es im Gedächtnis der Menschen bleiben. Auf diese Weise werden wir in unserer Verbreitung voranschreiten.

Frage: Wo liegen die Grenzen der Aufklärung?

Antwort: Wenn ein Mensch sich für die systematischen Unterrichte bei uns einschreibt, bedeutet das, dass der Agitator diesen Menschen dem Lehrer übergibt.

Aufklärung und Propaganda sind Methoden, um den Menschen zu überzeugen, dass er das braucht. Er kann überhaupt nicht verstehen worüber gesprochen wird. Du hast ihn aber überzeugt sich für die systematischen Unterrichte einzuschreiben und er hat es gemacht. Das ist die Aufklärung.

Natürlich braucht man hier ein Einverständnis von dem Menschen. Es gibt aber solche Aspekte, mit denen du ihn überzeugst. Er braucht das für sein eigenes Wohl, er wird nicht enttäuscht sein. Du erklärst ihm, dass er dafür zwei Stunden in der Woche opfern muss und so weiter.

Kommentar: Nehmen wir an, die Agitatoren haben den Menschen animiert und er ist gekommen, um zu erfahren wie er sich besser in dieser Welt positionieren kann. Hier spricht man aber von etwas ganz anderem. Er wird enttäuscht sein.

Antwort: Die Gespräche, wie man sich in dieser Welt etabliert, gehören nicht zur Kabbala, sondern zur Psychologie und Philosophie.

Die Kabbala ist die Offenbarung der höheren Kraft. Damit beschäftigen sich keine Psychologen und keine Philosophen.

Frage: Wie soll sich der Lehrer verhalten?

Antwort: Der Lehrer soll sehr geschmeidig aber auch sehr überzeugend erklären, dass es einen großen Unterschied zwischen der Kabbala und den Mythen über die Kabbala gibt, dass es für die Menschen hier so angenehm sein wird, dass sie zuhause und mit Mitarbeitern darüber reden werden.

Der Lehrer erklärt, dass ein sehr besonderes, erhabenes Ziel existiert. Ihr werdet anfangen zu sehen, zu fühlen und euch mit der höheren Kraft zu unterhalten, so wie ihr euch untereinander unterhaltet. Diese Kraft ist ihr „Boss“, aber ihr habt zu ihr den Zugang. Ihr könnt euch an sie wenden und diese höhere Kraft wird sich an euch wenden.   

Ihr könnt diese Kraft alles fragen, von ihr erfahren, Erklärungen von ihr bekommen, was mit euch geschieht und geschehen wird. Also ihr werdet anfangen eine beiderseitige Kommunikation mit der höheren Kraft einzugehen, mit der Kraft, von welcher alles abhängt.

Alle anderen Methoden dienen nur der Verschönerung unseres verwirrenden Lebens. Hier aber ist es umgekehrt. Das Leben wird klarer und klarer. Ihr lokalisiert präzise alle Probleme und könnt sie lenken. Ihr werdet zum Partner der höheren Kraft.

Wenn aber der Mensch sich mehr für die anderen Methoden interessiert, schaltet er sich damit wieder in denselben Wirbel von unnützen Handlungen ein. Aber das ist die freie Wahl von jedem Einzelnen. Er muss nur wissen, was sich hier und dort abspielt.

 

Aus dem TV Programm „Die Letzte Generation“  10.07.2017

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„Ich habe dir heute das Leben vorgelegt“

Tora, Deuteronomium 30:15 – 16: Siehe, ich habe dir heute vorgelegt das Leben und das Gute, den Tod und das Böse, indem ich dir heute gebiete, den HERRN, deinen Gott, zu lieben, auf seinen Wegen zu gehen und seine Gebote, seine Ordnungen und seine Rechtsbestimmungen zu bewahren, damit du lebst und zahlreich wirst und der HERR, dein Gott, dich segnet in dem Land, wohin du kommst, um es in Besitz zu nehmen.

Das klingt wie eine Hymne, weil sich vor dem Menschen nur der Segen oder der Fluch befinden, der Weg der Güte oder der Weg des Bösen. In jedem Fall führen sie den Menschen zu ein und demselben Resultat.

Der Weg des Bösen ist sehr lang und das ist der Weg des Leidens, der Kriege, der großen Probleme. Nach alledem beginnt der Mensch zu begreifen und zu verstehen, wie er weiter gehen sollte. Das ist aber ein grausamer Weg!

Es gibt noch einen Weg. Das ist der Weg der Güte, wenn der Mensch selber das System erschafft und es ist egal auf welche Weise er das tut. Wie die Kinder, die eine Spielzeugburg oder ein Haus bauen. So müssen wir miteinander spielen, damit wir in dieser künstlichen Verbindung die richtige Übereinstimmung zwischen uns bauen, die richtige Verbindung: als ob wir uns gegenseitig lieben und uns einander annähern wollen.

Dafür sendet uns „angeblich“ der Schöpfer die Kräfte, das Wissen, die Möglichkeiten, damit wir in der Verbindung zwischen uns Ihn offenbaren und mit Ihm in Verbindung sind.

Die Frage: Wieso hat das Spiel für Sie so eine große Bedeutung?

Meine Antwort: Weil „das Spiel“ eine Grundlage für das ganze Leben bildet. Bei allen. Sogar die Atome und Moleküle spielen miteinander.

Das Spiel ist die Grundlage der Existenz, weil die Entwicklung nur dann geschehen kann, wenn wir unseren höheren Zustand spielen. In einem Aufstieg: “Wie werde ich sein, wenn ich groß bin“? Nehmen wir an, ich beginne ein Spielzeugauto zu fahren oder mit dem Flugzeug zu spielen. Bei diesem Spiel entwickle ich mich. Deswegen ist das ganze Leben ein Spiel.

Kommentar: Auf der materiellen Ebene ist es einfacher; du siehst den Piloten und sagst:  “Ich möchte ein Pilot sein“.

Meine Antwort: Und hier erklären dir die Kabbalisten, womit du spielen solltest. Wenn wir auf sie hören, werden wir weiterkommen. Deswegen, was ist schon unser Leben? – Ein Spiel! (Zitat aus der berühmten Oper „Pik-Dame“)

Die Frage: Wieso ist die Vorbereitungsphase so lang?

Meine Antwort: Das ist keine Vorbereitungsphase, sondern die Periode des Begreifens, die Ausführung unseres Verlangens in uns. Früher brauchten wir tausende von Jahren, damit man von einem Zustand zu einem anderen Zustand kommt, danach hunderte und heute sind das Jahre oder sogar nur Tage. Sehr bald werden es nur Stunden oder sogar Minuten sein. Hiermit ändert man seinen Zustand qualitativ. Die Zeit verkürzt sich.

Auf diese Weise kommen wir zu einem komplett anderen Zustand, in welchem wir  Ausführer(Schöpfer) und Empfänger(Geschöpfe) dessen sind, was geschieht.

 

Aus dem TV Programm „Die Geheimnisse des Ewigen Buches“

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Es gibt keinen Umweg nach oben

Der Schüler muss selber herausfinden wie er sich an den Lehrer anheftet. Natürlich ist hier nicht die Rede von Anbetung und Verehrung der Persönlichkeit, sondern die Rede ist von der Annahme seiner (des Lehrers) Meinung. Das ist was anderes und es bezieht sich auf die Spiritualität.

In diesem Fall besteht die Gefahr, dass es dir so erscheinen wird, dass du dem Lehrer zuhörst. In Wirklichkeit aber hörst du deinem eigenen Ego zu. Deswegen musst du in dir innerlich fühlen, wo deine eigene Meinung ist und wo sich die Meinung des Lehrers befindet. Du überprüfst wie du in dir die beiden Meinungen gegenüber stellst und eine gegenüber der anderen abwägst.

Erst dann klärst du womit du einverstanden bist und womit nicht. Dort wo für dich klar ist, dass du im keinen Fall einverstanden sein kannst, nimmst du diese Uneinigkeit in Freude an und beginnst das in deinem Leben zu realisieren. Das heißt die Meinung des Lehrers anzunehmen.

Wenn aber deine eigene Meinung, die du unterdrücken musstest, nicht dagegen war, ist das nicht die Lösung. Du musst dir im Klaren sein womit du nicht einverstanden bist und dass du das anders gemacht hättest!

Wenn es aber keine zwei Varianten gibt; so wie du es auf deine Weise machen wolltest, aber du musst es umgekehrt machen, so gibt es keinen Glauben über dem Verstand. Erst wenn du genau weißt was der Lehrer von dir erwartet, du es aber genau anders machen möchtest, nur dann hast du die Möglichkeit über deinen Verstand zu gehen.

Damit du die Übereinstimmung der Eigenschaften erreichst, musst du wissen was ihre Gegensätzlichkeit bedeutet. Nur dann kannst du genau feststellen wie die Übereinstimmung aussehen muss, da die Übereinstimmung meiner Form entgegengesetzt ist, sie ist gegen meine Meinung. Ich bestehe, angeblich, auf meiner Meinung und über dieser Meinung, gegen sie. So stehe ich mir selber gegenüber und so erbaue ich in mir einen neuen, höheren Verstand.

Man kann nichts machen, so lautet das Naturgesetz.  Der Höhere befindet sich auf seiner Position und der Niedere auf seiner. Damit man auf die höhere Stufe aufsteigen kann, muss man mit dem Glauben über dem Verstand die Meinung des Höheren annehmen. Dir scheint es natürlich, dass er sich komisch benimmt, nicht alles versteht. Ist das aber wichtig für deinen spirituellen Aufstieg, wie gut du seine Handlungen verstehst?

Du hast keine andere Chance auf die nächste Stufe aufzusteigen, nur mithilfe des Lehrers, des Höheren. Der Schöpfer hat ihn dir gegenüber gestellt. Hier sind keine Kompromisse oder Umwege möglich.

 

Unterricht nach dem Buch „Shamati“ 

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Sammelklage gegen Google

In den Nachrichten (NPR): Systematisch bekommen Frauen eine geringere Bezahlung als Männer. Ihre Beförderungen gehen viel langsamer vonstatten und man verweigert ihnen Chancen.

„Dies sind die Behauptungen in einem Prozess gegen Google, am Donnerstag in San Francisco im Namen von drei weiblichen ehemaligen Beschäftigten festgehalten.

„Sie streben den Status einer Sammelklage an, um im Namen aller beschäftigten Frauen bei Google während der letzten vier Jahre in Kalifornien zu klagen. ´Der Prozess zeigt sich als der Erste, bei dem mit einer Sammelklage wegen geschlechtlicher Vorurteile Ansprüche gegen Google geltend gemacht werden, laut Reuters“.

Mein Kommentar: Wir sind alle unterschiedlich. Wenn wir über Gleichheit sprechen, dann löschen wir die Individualität eines Menschen aus.

Ich weiß nicht, was das Problem da drüben ist. Ich möchte nicht hineingezogen werden; es ist ihre Angelegenheit. Aber wenn Männer und Frauen in irgendeiner Hinsicht gleichgestellt sind, dann denke ich, wäre das für beide Geschlechter eine Beleidigung.

Versuche einer Frau auf dieselbe Art und Weise ein Kompliment zu machen, wie du einem Mann ein Kompliment machen würdest: „Hey, du siehst heute normal aus…“ Kannst du dir vorstellen, das zu einer Frau zu sagen? Eine Frau fühlt sich gut, wenn du ihre einzigartigen Vorzüge betonst, und nicht solche, die auch Männern eigen sind, und in dem Punkt ist sie genauso wie ein Mann. Du musst ihre weiblichen Eigenschaften bewundern.

Frage: Mit anderen Worten, sie ist Mutter, Heim, Zärtlichkeit?

Antwort: Ja. Generell ist sie alles. Sie verlangt Aufmerksamkeit und Respekt, weil das die Natur einer Frau ist. Alles kommt aus dem männlichen und weiblichen Egoismus. Eine Frau hat, als ein Wunsch zu empfangen, als Malchut, dieses Bedürfnis. Es ist notwendig, dies zu respektieren und zu verstehen; das bringt die Natur mit sich. Wir werden erwachsen, Männer und Frauen, und wir müssen die Natur genau verstehen und uns entsprechend zueinander verhalten.

Frage: Anders gesagt, wir können dann die Schlussfolgerung ziehen: es gibt keine Gleichheit und es kann sie nicht geben?

Antwort: Von Anfang an kann es keine Gleichheit in der Natur geben. Wenn wir möchten, dass es sie gibt, dann müssen wir die Menschen zu einer Stufe erheben, wo sie nach diesen Kriterien gleich sein können.

Darum geht es in der Kabbala; sie stellt jeden gleich. Wenn ich mich in Liebe mit der ganzen Menschheit verbinde, dann bin ich genauso wie jeder andere.

 

Aus KabTV´s „Neues mit Michael Laitman“ 8/10/17

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Die Feiertage sind die Etappen der Korrektur

Moses hat für sie angeordnet: “Nach sieben Jahren, im Jahr der Vergebung, am Feiertag Sukkot, wenn ganz Israel kommt, damit Er vor dem Schöpfer, vor dem Allmächtigen auf dem Platz, welchen „Er“ aussucht, erscheinen kann; lies‘ diese Lehre laut für „ganz Israel“. [Tora, „Dwarim“, „Waelech“, 31:10-31:11]

Die Selbsterforschung, die Erforschung deines eigenen egoistischen Verlangens, geschieht vor Neujahr (Rosh HaShana).

Rosh HaShana ist der Anfang der Korrektur. Der Gerichtstag (Jom Kippur) ist seine nächste Etappe. Die Endkorrektur geschieht an Sukkot. Das ist „chibuk smol“ („die Umarmung von der linken Seite“) und „chibuk jamin“ („die Umarmung von der rechten Seite“). Also die Anziehung  des Schöpfers und des Geschöpfes hin zur Verbindung. Ihre volle Vereinigung symbolisiert den letzten Tag des Feiertags Sukkot, welcher Simchat Tora (die Freude der Tora) bedeutet.

 

Aus dem TV Programm „Die Geheimnisse des Ewigen Buches“ 

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Was ist das Böse?

Frage: Was ist das Böse? Der Wunsch, die Absicht, oder eine besondere Kombination von beiden?

Antwort: Böse ist, was sich nicht auf den Schöpfer bezieht. Alles was du dir vorstellen kannst, was nicht zur Natur des Schöpfers gehört, ist das reine Böse.

Es stellt sich heraus, dass unsere ganze Welt, alle Kräfte, alle Manifestationen auf verschiedenen Ebenen der Natur, absolut böse sind. Um Sich selbst uns gegenüber zu offenbaren, schuf der Schöpfer eine Schöpfung, die Seinen Eigenschaften entgegengesetzt ist. Sie wird der Wunsch, allein für sich selbst zu empfangen, oder Egoismus genannt.

Dieser Wunsch kann nur sich selbst fühlen, nichts außerhalb davon. Er ist nicht fähig, irgendetwas anderes zu verstehen, zu empfangen oder wahrzunehmen. Deshalb ist er die Basis des zukünftigen Bösen. Er ist selbst noch nicht böse, weil der Wunsch nicht Schuld hat an einer derartigen Handlung, da er von Anfang an auf diese Weise geschaffen wurde.

Deshalb sind die Wünsche dieser Welt, die in der unbelebten Natur anzutreffen sind, d.h. alles was in den weiten Galaxien existiert, in der pflanzlichen Natur, was auf unserem Planeten wächst, und der tierischen Welt, die auf der Erde existiert, einschließlich uns selbst, weil wir in unseren Körpern Tiere sind, alle Wünsche sind der Embryo des Egoismus. Es ist nicht der Egoismus selbst, vielmehr ein Wunsch zu leben, um sich selbst zu füllen.

Egoismus ist ein Begriff für das, was über der tierischen Stufe ist. In der Regel besteht ein Mensch aus einem tierischen Teil, und darin ist er kein Egoist, weil er so wie jedes Tier leben möchte. Er hat jedoch auch etwas, das seine tierische Stufe übersteigt, wenn er sich nach mehr sehnt als es sein materieller Körper tut.  Das nennt man bereits „Egoismus“, obwohl das noch kein endgültiger Zustand ist, sondern eher „Ich will mehr“.

Wenn ich mehr will auf Kosten anderer, dann stehle ich damit von ihnen, das ist wahrer Egoismus. Wenn ich mich jedoch absichtlich so verhalte, dass ich Vergnügen daran finde, andern zu ihrem Nachteil voraus zu sein, dann ist das eine fortgeschrittene Stufe des Egoismus. Es gibt viele verschiedene Abstufungen beim Wachstum des Egoismus.

Mit anderen Worten, alles innerhalb von uns als Menschen ist Egoismus; alles innerhalb von uns als Tiere auf der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Stufe gehört zur normalen Natur.

Deshalb ist der Egoismus ein Wunsch, Vergnügen auf Kosten anderer zu empfangen, wenn ich mich darüber freue, allen andern voraus zu sein.

Tiere fressen sich gegenseitig, weil sie Hunger haben. Zum Beispiel verschlingt ein Krokodil eine Kuh und muss dann sechs Monate lang nichts fressen; es hat genug. Nachdem die Schlange ihre Beute verschlungen hat, liegt sie bewegungslos da ohne sich um irgendetwas anderes zu kümmern. Aber nicht so der Mensch. Während ich eine Kuh „verschlinge“, denke ich bereits darüber nach wie ich die Zweite esse, oder ich fange sie zumindest und hebe sie für später auf. Tatsächlich verhalten sich Tiere nicht so.

Deshalb ist alles was wir über unserem natürlichen Wunsch, uns selbst zu erfüllen, machen, menschlicher Egoismus, der immer neue Höhen erreicht.

Darin sind wir anders als der Schöpfer. Der sich ständig entwickelnde Egoismus in uns, der zum Nachteil anderer agiert, ist die Wurzel des Bösen in unserer Natur, und dank dem erobern wir einerseits die Welt, aber auf der andern Seite treiben wir uns selbst in eine Sackgasse.

 

Aus der russischen Kabbalalektion, 2/26/17

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Von der Wüste ins Land Israel

Tora, Deuteronomium (5.Mose) 29,04 -29,05: Und ich habe euch vierzig Jahre in der Wüste geführt: Eure Kleider sind nicht an euch zerschlissen, und dein Schuh an deinem Fuß ist nicht zerschlissen. Brot habt ihr nicht gegessen, und Wein und Rauschtrank habt ihr nicht getrunken, damit ihr erkenntet, dass ich der HERR, euer Gott, bin.

In der Wüste esse ich nur MAN (Manna), weil es die Qualität von Bina, des Gebens, ist – es gibt nichts anderes, ich nähre mich nur mit der Qualität des Gebens.

Es ist mein Brot, meine Nahrung und meine Kleidung – absolut alles. Kleidung bedeutet alle Schirme (Massachim), die auf mir sind. Nahrung ist das Licht von Chassadim, das ich konsumiere und durch das ich lebe. Es bedeutet, dass alles nur die Anheftung an den Schöpfer ist.

Ich halte an Ihm fest mit allen egoistischen Verlangen, die in mir auftauchen, und auf diese Weise werde ich von ihrer egoistischen Erfüllung gereinigt.

Ich lebe und bin nur durch die Tatsache erfüllt, dass ich mit jedem Mal, mit dem ich mich Ihm mehr und mehr annähere, von Ihm eine lebensspendende Kraft erhalte.

Mit anderen Worten, MAN sind die Stufen, die ein Mensch durchmacht während der sogenannten vierzigjährigen Wanderung in der Wüste, was der Aufstieg von Malchut zu Bina ist.

Sie werden Stufen der Reinigung genannt, nicht Stufen der Verwirklichung vom Egoismus zum Altruismus, sondern der Reinigung, weil ich nicht die egoistischen Verlangen benutze, ich erhebe mich nur über sie, indem ich meinen Egoismus darunter verlasse. Und wenn ich anfange, den Egoismus, den ich unten verlassen habe, zuzuschaufeln, heißt das, dass ich bereits im Land Israel bin.

 

Auf KabTV´s „Geheimnisse des Ewigen Buches“  vom 28.12.2016

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Jpost: „Rosh HaShana ist eine Gelegenheit des Wechsels“

Die Jerusalem Post veröffentlichte meinen Artikel „Rosh HaShana ist eine Gelegenheit des Wechsels“

Angesichts der Disaster, die Amerika in den vergangenen Monaten durchgemacht hat, hätte Rosh HaShana zu keinem besseren Zeitpunkt kommen können. Tatsächlich kommt der Begriff „Rosch HaShana“ von den hebräischen Worten „Rosh Hashinui“ – der Anfang der Änderung. Wir können nur hoffen, dass es eine Änderung zum Besseren sein wird.

Jüdische Feiertage sind bekannt für ihre kulinarischen Köstlichkeiten. Aber neben dem Essen und den Familientreffen haben jüdische Feste eine tiefgreifende spirituelle Bedeutung.

Rosh HaShana ist nicht nur der Anfang des hebräischen Kalenders; es ist ebenso ein Symbol für Erneuerung. Dies geschieht, wenn wir anfangen, uns zu überprüfen und zu untersuchen, wie wir uns selbst verbessern wollen.

Den Kopf des Fisches zu probieren bedeutet, dass wir der Kopf und nicht der Schwanz sein wollen. Das bedeutet, dass wir unseren eigenen Weg untersuchen und nicht blindlings der Herde folgen wollen. Wir essen Granatapfelkerne und jeder Einzelne steht für ein Verlangen, dass wir in uns entdeckt haben und von dem wir lernen wollen, es nicht zu unserem Nutzen, sondern zum Segen für andere zu nutzen.

Und der Apfel, den wir essen, symbolisiert die Sünden (der Ichbezogenheit), die wir mit Honig mildern (süßen), was wiederum unseren Wunsch symbolisiert, wie wir lernen können, selbst diese ursprünglichste Versuchung altruistisch zu nutzen.

Das Volk Israel prägte den Spruch „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ und führte es in verschiedenen Stufen aus bis zur Zerstörung des zweiten Tempels. All unsere Feste symbolisieren Meilensteine auf dem Pfad der Transformation von der bösen Neigung – Egoismus genannt – bis zum Altruismus, wo wir unseren Nächsten lieben wie uns selbst.

Unsere Weisen erzählten uns, dass der zweite Tempel nur aus einem einzigen Grund zerstört wurde und zwar aus grundlosem Hass. Wenn der Egoismus überhand nimmt, scheitern wir und fallen.

Wir waren als ein Volk bestimmt, erst als wir gelobt haben, uns „wie ein Mensch mit einem Herzen“ zu vereinen. Als wir dieses Gelöbnis brachen, wurden wir verstreut und verbannt.

Nicht minder wichtig als unser Gelöbnis wie eins zu sein war das Gebot, das uns gegeben wurde, ein Licht unter den Nationen zu sein.

Aber welches Licht senden wir aus, wenn die Verbindung zwischen uns fehlt?

Wenn wir verbunden sind und das auch zeigen, werden wir ein Licht unter den Nationen und verwirklichen unsere Berufung als Juden.

Heute herrschen Misstrauen und Entfremdung auf allen Ebenen der Menschlichkeit – von der zwischenmenschlichen über die soziale, nationale bis zur internationalen Ebene.

Eindeutig, wir entfremden uns in wachsendem Maße voneinander – also das Gegenteil von Verbindung und brüderlicher Liebe, die so lebenswichtig ist für das Überleben in einer Welt, wo jeder von dem anderen abhängig ist.

Je länger wir diesen gegenwärtigen Trend fortsetzen, desto größer wird der Druck, der auf die Juden ausgeübt werden wird.

Im tiefsten Inneren erinnert sich die Welt, dass die Juden einst das Geheimnis der richtigen menschlichen Verbindung wussten. Wenn diese Erinnerung zum Vorschein kommt, wird es zu Anklagen kommen, dass wir Kriegstreiber und Manipulatoren sind und ähnliche Tiraden werden feste Bestandteile des anti-jüdischen Jargons sein.

Obwohl wir auch nicht verbunden sind, sind wir diejenigen, die unsere Einheit wieder entzünden können und müssen. Wir mögen jetzt noch ziemlich weit davon entfernt sein, aber letzten Endes können wir die Unverzichtbarkeit dieses zu Unrecht verminderten Wertes erkennen: Einheit.

Deshalb ist Rosh HaShana eine Gelegenheit, richtig Rosh Hashinui zu zelebrieren, den Anfang der Änderung. Hier und jetzt sollten wir beginnen, uns in der Beziehung zueinander zu ändern. Wie wir uns mit Familie und Freunden treffen, müssen wir es auf den Punkt bringen, uns über unsere Unterschiede zu erheben und das gemeinsame Ziel der Verbindung zu finden. Und wenn wir das so machen, wird es die vorher erwähnten Leiden nicht mehr geben, da sie alle nur aus dem einen Ursprung herrühren – unserer Trennung.

Lasst uns dieses Jahr ein bisschen Honig auf unsere Entfremdung verteilen und sie damit versüßen, dass wir uns umeinander kümmern.

Nach den jüngsten Tragödien, die Amerika erlitten hat, könnte es sicher gegenseitiges Interesse und gegenseitige Verantwortlichkeit gut gebrauchen. Und tatsächlich ist Verbindung alles, was wir brauchen. Verbindung ist es, was die Welt braucht und sie ist der Schlüssel zum dauerhaften Glück.

 

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Bis zum letzten Atemzug der Gesellschaft Nutzen bringen

Frage: Wenn ein Mensch durch seine Errungenschaften weltweit bekannt wurde, befreit es ihn von der Todesangst?

Antwort: Ich denke nicht, dass es einen Menschen gibt, der keine Angst vorm Sterben hat, wenn er versteht, dass der Tod ein Ende bedeutet. Nur die Tiere haben keine Angst vor dem Tod. Sie haben nur die instinktive Angst der Selbstverteidigung vor dem, was ihnen Schaden zufügen könnte und sie leben nach diesem Instinkt.

Die Menschen dagegen haben Angst vor dem Tod, da sie ein Vorstellungsvermögen und Empfindungen haben, sie können auch vom Geschehen lernen.

Deswegen wissen sie, dass das Leben ein Ende hat. Der Mensch, der früher mein Freund war, ist jetzt tot und von ihm bleibt nichts außer dem unbelebten Körper, welchen der Geist des Lebens verlassen hat. Es bleibt mir nichts anderes übrig als ihn zu begraben und ich verstehe, dass dasselbe auch mir widerfährt.

Das Empfinden des Verlierens des Lebens ist eine einmalige Erfahrung. Einerseits sind wir verpflichtet unter Umständen in einen Kampf zu ziehen, in dem wir sterben könnten. In diesem Fall aber haben wir die Möglichkeit unsere Angst vor dem Tod zu überwinden.

Wir fliegen ins All und setzen unser Leben dem Risiko in verschiedenen gefährlichen Situationen aus. Wir machen das nicht weil wir dazu gezwungen werden, sondern aus einem inneren Drang heraus. Es gibt einen gewissen Reiz die Grenze von Leben und Tod zu fühlen. Das ist eine bekannte psychologische Erscheinung.

Der Mensch ist so aufgebaut, dass die Meinung der Gesellschaft ihn zu Heldenmut verpflichtet und in die verschiedensten Situationen lenkt. Im Alter ängstigt der Tod uns sehr und ruft ein Gefühl der Verzweiflung, Hilflosigkeit und versteckter Angst hervor. Der Mensch versucht diese Angst zu unterdrücken. Dabei hilft ihm der Aufenthalt unter Menschen, im Fluss des Lebens.

Das Schlimmste, was wir für ältere Menschen tun können ist, sie in ein Altersheim zu stecken, in eine geschlossene Gesellschaft von genauso alten Menschen wie sie selbst sind. Wir denken, dass es gut und gemütlicher für sie sein würde. Aber das ist schlecht für jeden Menschen. Der ältere Mensch muss sich in der normalen Gesellschaft befinden, unter jungen und reifen Menschen, die voller Lebenskraft sind.

Indem wir alle alten Menschen an einem Ort versammeln, schaden wir ihnen, egal welch gute medizinische Fürsorge sie auch dabei haben.

Frage: Wie sieht Ihrer Meinung nach das Leben des alten Menschen im Idealfall aus?

Meine Antwort: Ich denke, dass es notwendig für einen Menschen wäre bis zum letzten Tag seines Lebens, je nach seinen Kräften zu arbeiten, um auch so noch Nutzen für die Gesellschaft zu bringen. Es kann sein, dass er nicht laufen kann, sondern nur sitzen, er kann aber dabei irgendeine machbare Arbeit tun. Alle werden ihn dafür loben und er wird wissen, dass er geehrt wird und er wird so weitermachen bis zu seinem letzten Tag.

Frage: Wie kann ein Mensch die psychologische Angst vor dem bevorstehenden Tod überwinden?

Meine Antwort: Ich denke, dass ein Mensch mit seiner Arbeit so integriert und beschäftigt sein sollte, dass er bis zur letzten Sekunde seines Lebens fühlt, dass er Nutzen für die Gesellschaft bringt. Ich rede nicht von solchen Greisen, die nichts mehr sehen oder hören können. Solange der Mensch die Kraft hat, obwohl auch eingeschränkt, kann er großen Nutzen in der Verbreitung der integralen Erziehung bringen. Wenn er sich in die Gemeinschaft der jungen Menschen integriert, wird er ihnen einen großen Nutzen bringen und sie wiederum ihm.

Mit der Lehre der „Weisheit der Verbindung“ verbinden wir Menschen unterschiedlichen Alters in den Gruppen. Wir versuchen für jedes Alter mit der Methode der Verbindung eine Möglichkeit anzubieten sich auch gegenüber anderen Altersgruppen auszudrücken. Dabei bringen wir Nutzen, sowohl für die alten, wie auch für die jungen Menschen. Die alten Menschen können Jüngere lehren und unterstützen, um sich auf diese Weise zu festigen und sich somit an den Tropf des Lebensgeistes anzuheften.

 

Aus dem 354. Gespräch über „Neues Leben“

[#137249]   



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„Nichts wird in seiner Belagerung und Unterdrückung bleiben“

ravUnd er wird  keinem von denen vom Fleisch seiner Kinder geben, die er essen wird; nichts wird in seiner Belagerung und in der Unterdrückung bleiben, mit denen dein Feind dich an all deinen Toren ärgern wird. (Tora, „Dvarim“, „Tavo“, 28:55)

Vor langer Zeit schrieben Propheten von der Notwendigkeit, dass wir uns auf dem Weg der Beschleunigung bewegen müssen, sonst werden wir durch schreckliche Zustände gehen, bis zu dem Punkt, dass „barmherzige Mütter ihre Kinder essen werden“. Die Propheten sprechen von dem wahren Zustand, der sich offenbaren kann. In der Geschichte gab es solche Beispiele.
Allerdings ist in der Tora die Rede über den inneren Zustand. Ein Mensch wird das Fleisch seiner Kinder nicht im wörtlichen Sinne des Wortes essen, obwohl auch dies nicht ausgeschlossen ist.
Das Wichtigste ist, dass sein ganzes Streben, sein großer Traum vom Erreichen des höchsten Zustands, von seinem eigenen Egoismus verschlungen werden kann, und  dabei seine Zukunft zerstört. Und das ist schlimmer als der Tod, denn der Tod hat zumindest eine Hoffnung auf  Erneuerung.
„Nichts wird in seiner Belagerung und in der Unterdrückung bleiben, mit denen dein Feind dich an allen deinen Toren ärgern wird.“ Absolut alles wird vom Egoismus verschlungen. Man verbrennt seine Zukunft ohne irgendeine Hoffnung auf  Erneuerung, auf eine neue Geburt.

 
Aus dem TV-Programm „Geheimnisse des Ewigen Buches“, 21.12.2016

[#211508]



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