Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Bücher über das Ewige

Wenn wir anfangen, einem kleinen drei oder vierjährigen Kind unsere Erwachsenenprobleme zu erklären, dann ist es offensichtlich, dass es sie gemäß seiner intellektuellen, psychischen und seelischen Entwicklung nicht verstehen kann. Sie sind für es uninteressant und liegen überhaupt nicht im Rahmen seiner Auffassung.

Auch wir, wenn wir die von Kabbalisten geschriebenen Bücher lesen, müssen versuchen zu erkennen, dass wir überhaupt nicht verstehen, worum es dort geht.

Angenommen, wir lesen den Artikel „Bezüglich der Liebe zu Freunden“, wir wissen aber weder was Freunde sind noch  was Liebe ist. „Freunde“ im Spirituellen sind Teile meiner Seele, aber so nehme ich sie nicht wahr. Ich verwechsele sofort das Wort „Freunde“ mit der üblichen Freundschaft in dieser Welt, den Kumpels, mit denen man angenehm einen Abend verbringen kann, oder den Freunden aus der Kindheit, mit denen man eine gemeinsame Reise unternehmen kann.

Aber hier ist das ganz anders gemeint. Ich möchte meine Seele, den ewigen Teil der Wirklichkeit offenbaren, aber vorerst  erhalte ich  lediglich eine vergängliche, illusorische Existenz in unserer Scheinwelt, die es eigentlich gar nicht gibt.

Deshalb muss ich verstehen, dass die Bücher von meiner ewigen Seele sprechen, die mir in Gestalt von einigen besonderen Menschen erscheint, mit denen ich von einer höheren Macht zusammengebracht wurde – ein zerrissenes Netzwerk der Verbindungen zwischen uns.

Es ist notwendig, eine Vorstellung eines solchen Systems in sich selbst zu bilden – wenn auch immer noch imaginär, aber so nah wie möglich an der Spiritualität. Außerdem muss man die richtigen Begriffe definieren: was ist „ein Mensch“ im Allgemeinen und „ein Freund“ im Besonderen, was ist „Liebe zu Freunden“? Freunde sind nicht diejenigen, mit denen es angenehm ist zusammen zu sitzen, etwas zu trinken, eine Kleinigkeit zu essen, zu tanzen, gemeinsam zu lernen.

Freunde sind eine besondere spirituelle Verbindung, die nicht den Zweck hat, einander Vergnügen zu bereiten. Vergnügen kann nur ein Mittel sein. Aber in Wirklichkeit ist mit der Liebe zu Freunden gemeint, dass jeder anstelle des anderen handelt. Dies ist eine der Schwierigkeiten beim Studium der Kabbala.

Die zweite Schwierigkeit besteht darin, dass wir die Tora als eine Geschichte über unsere Welt wahrnehmen: als ob es Zeit, Bewegung und Raum gäbe, die es in der spirituellen Welt nicht gibt. Deswegen gibt es auch die ganze „Geschichte“, die wir von der Tora erhalten, nicht! Es gibt weder Ägypten noch das ägyptische Exil.

Ich darf mir nicht vorstellen, dass dies jemals in unserer Welt passiert ist. Die Tora beschreibt keine historischen Ereignisse, sondern eine Reihe von Vorbereitungszuständen, die von einem Kabbalisten durchgeführt wurden, um die wahre und einzige existierende Wahrnehmung der Realität zu erreichen.

Ich darf mir ebenfalls nicht vorstellen, dass ich eine Geschichte aus der Antike studiere, die mit einer Gruppe von Menschen passiert ist, die von einem Ort zum anderen fliehen.

Darum geht es hier nicht, sondern um den Sinneseindruck eines Menschen, der sich in so einen Zustand hineinfühlt, den er als das spirituelle Exil definiert, eine Verbannung aus der spirituellen Welt. Dann kann man sich vorstellen, was spirituelle Befreiung und Entwicklung sind. Es geht nur darum, was im Inneren eines Menschen passiert.

Mit jedem Tag möchte ich mich mehr und mehr von „Überlieferungen“, von Geschichte und Geographie entfernen und sie mir auf der inneren, sinnlichen Ebene erklären: auf meiner Ebene oder auf der von jemand anderem, der sich spirituell entwickeln möchte. All dies gilt nur für die Zeit der spirituellen Entwicklung des Menschen. Daher sollte die „Liebe zu Freunden“ und im Allgemeinen die gesamte Tora nur in ihrer inneren Form in Bezug auf unsere Entwicklung betrachtet werden.

 

Aus der Lektion zum Thema „Vorbereitung auf Pessach“, Kap. 1, 06.03.2018

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Meine Gedanken auf Twitter 29/05/2018  Teil 1

Es scheint uns als würden wir unsere Handlungen selbständig ausführen. In Wirklichkeit aber arbeitet das System für uns. Auch unsere Empörung über das System und seine Ablehnung sind schon in diesem Programm enthalten. Das System reagiert nicht auf unseren Schrei, es leitet uns durch alle Handlungen zu einem bestimmten Zustand.

Alle Ursachen, Folgen und Handlungen sind darauf ausgerichtet, dass man die Geschöpfe zur Vollkommenheit bringt, indem man sie dem vollkommenen System der Natur ähnlich macht. Darin verbirgt sich die Absicht des Schöpfers.

Wir wurden nicht zur Strafe dem System entgegengesetzt erschaffen, sondern umgekehrt sollen wir durch das System zu den Geschöpfen werden, die ihm genau entsprechen: wissende, wahrnehmende, fühlende, liebende Wesen.

In der Welt gibt es nichts Überflüssiges, nichts was nicht aus Ursache und Folge besteht.

Mit der Gruppe laden wir uns gegenseitig auf wie ein Akkumulator. Wir pumpen die Luft in sie hinein wie in ein Rad und bringen auch den Mangel an Luft: die Aufstiege und die Abstiege.

Unser gemeinsames Kli akkumuliert in sich viel Kraft (+ und -) und erreicht das Volumen, die Leistungskraft, wenn der Schöpfer sich innerhalb unserer richtigen Verbindung offenbart.

Die Fähigkeit zur Kommunikation und zur Teamarbeit ist heutzutage das Wichtigste.

Die Juden sind individuell stark, aufgrund des vor 2000 Jahren entstandenen unbegründeten Hasses halten sie sich aber von der Kollektivarbeit fern.

Kabbala Akademie auf Twitter



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Wie man einen Tunnel in die spirituelle Welt baut

Wir versuchen, die Kabbala den Menschen näher zu bringen und zu erklären, dass dies eine Wissenschaft ist, die uns unser Leben erklärt, die dazu beiträgt, Probleme mit der Gesundheit, der Erziehung  und allem anderen zu lösen. Aber das alles ist nur der äußerliche Aspekt.

In Wirklichkeit spricht die Kabbala einzig und allein von der spirituellen Welt und reißt auf der Ebene von Bina de-Malchut de-Malchut der Welt von Assija ab. Zwischen dieser Bina und unserem Zustand in dieser Welt, Malchut de-Malchut de-Malchut der Welt von Assija, gibt es einen Riss.

Diesen Abgrund können wir weder überspringen noch die Distanz verkürzen oder ihn mit etwas auffüllen. Solange bis du diesen Riss nicht übersprungen hast, wird dir die Kabbala wie eine abstrakte Wissenschaft, Philosophie oder Mystik vorkommen, das heißt, als etwas Unwirkliches. In Wirklichkeit nimmst du ausschließlich das wahr, was du sehen und in die Hände nehmen kannst. Was kann man dir aber geben, wenn man dir weder rote Bändchen noch „heiliges Wasser“ verkaufen kann?

Dieser Riss zwischen unserem gegenwärtigen Zustand und der nächsten Bina wird nur durch intensivierte Arbeit im Inneren des eigenen Materials überwunden – dem egoistischen Verlangen zu genießen. Ich versuche dies mit Hilfe einer Umgebung zu tun, die anfangs selber egoistisch ist, mit Hilfe des Studiums, welches ich ebenfalls für mich selbst mache – aber ich versuche, mit meiner ganzen Kraft, wie ein kleines Kind, zu wachsen und über mich selbst hinaufzusteigen.

Die Kabbala wird niemals in der Lage sein, sich direkt in die Materie unserer Welt zu kleiden – du wirst immer zu ihr hinauf springen müssen! Mit dem allerletzten ACHaP (der untere Teil des höheren spirituellen Objekts) wirst du nie etwas machen können  – du hast keine Galgalta we Ejnaim, mit denen du dich in ihn einkleiden könntest.

So sind alle Welten und die ganze spirituelle Leiter aufgebaut: GE des Unteren kleiden sich in ACHaP des Höheren ein und dann können sie von ihm empfangen. Möge eine völlige Dunkelheit im ACHaP des Höheren herrschen, es ist unwichtig, ich bin dennoch bereit, diese Dunkelheit mit meinen GE zu empfangen, sie zu akzeptieren, damit ich mich an den Höheren anheften kann. Ich bin bereit, diese Dunkelheit dem Licht vorzuziehen, welches ich jetzt in meinen GE habe.

 

                                              

Aber ich habe keine GE für den letzten ACHaP zwischen Bina und Malchut de-Malchut de-Malchut de-Assija! Immerhin befinde ich mich mit meinem Egoismus unter diesem ACHaP – ich habe nichts, womit ich mich in den Höheren einkleiden kann. Ich kann nichts tun, und deshalb ist die Kabbala für mich vorerst ein abstraktes Wissen.

Die Spiritualität endet in der letzten Bina, auf dieser roten Markierung. ACHaP des Höheren ist für mich eine undurchdringliche Finsternis.  Wenn ich aber in diesen Zwischenraum „Gruppe, Bücher, Lehrer“ hineingehe und beginne mit ihnen zu arbeiten, dann habe ich eine Möglichkeit, mich mit dieser Bina zu verbinden.

Das bedeutet, dass diese Gruppe sich nicht einmal im Spirituellen befinden muss. Aber diese Mittel (Gruppe, Bücher, Lehrer) besitzen so eine wundertätige Eigenschaft (Segula), dass sie sich in meiner Vorstellung auf einer höheren Ebene befinden. Wenn ich mich ihnen anschließen möchte und mein Ego sich vor ihnen verbeugt, dann kristallisiert sich ihre  spirituelle Komponente aus ihnen heraus. Durch sie dringt aus GE des Höheren das Licht zu mir durch.

Meinerseits  bringe ich das Verlangen (das egoistische Verlangen!) ein, als Antwort darauf kommt Licht zu mir. Wir treffen uns in dem Bereich, der „Lehrer, Bücher, Gruppe“ genannt wird. Es handelt sich dabei um einen qualitativen Begriff und nicht um physische Menschen oder Bücher. Es ist genau dieser Ort, an dem ich den ACHaP des Höheren, der spirituellen Welt offenbare.  

Deswegen muss ich mir vorstellen, dass sie erhaben und groß sind und dass sich in ihnen der Schöpfer befindet. Nur in dieser Form kann ich mir den ACHaP des Höheren vorstellen – eine höhere Stufe, und mich an ihr festhalten, denn ich habe weder GE noch eine andere Möglichkeit.

 

Aus der Lektion nach dem Artikel „Das Wesen der Wissenschaft der Kabbala“, 26.01.2011

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Verbindung durch Unterschiede

Erfolg hängt von der Verbindung mit der Gruppe ab, da die Umgebung uns mit vielen inneren Wahrnehmungen versorgt, die wir nicht mehr selbst erleben müssen.

Das liegt daran, dass wir jeden in uns einschließen und wenn ich mit zehn anderen Freunden verbunden bin, nehme ich alle persönlichen Zustände jedes Freundes auf. So komme ich voran.

Unsere Verbindung spart uns nicht nur Zeit, ohne sie werde ich niemals die spirituelle Geburt erreichen. Beginnend mit einem Samentropfen, geschieht das Wachstum des Körpers durch die Vermehrung der Zellen und deren Verbindung miteinander. Wir nennen das Entwicklung oder Wachstum. Alles hängt von der Verbindung zwischen uns ab.

Es ist gut, dass wir alle unterschiedlich sind, anders wahrnehmen, verstehen und reagieren. Das gibt uns die Möglichkeit, über alle Unterschiede hinweg ineinander eingeschlossen zu sein und dadurch ein integrales Gefäß zu formen – das gemeinsame Verlangen, das in einer sehr komplexen, vielschichtigen Weise organisiert ist, bereit, das Höhere Licht zu empfangen.

Schließlich kann die Offenbarung des Schöpfers nicht in einem individuellen Verlangen geschehen: es ist zu primitiv, eindimensional und flach.

Daher verbinden wir viele verschiedene, entgegengesetzte Eigenschaften miteinander.
Aus dieser Vielfalt der Verbindungen und verbundenen Qualitäten (die ihre Einzigartigkeit erhalten wollen, während sie gleichzeitig, unabhängig von ihren Unterschieden, verbunden sind) erschaffen wir ein komplexes, spirituelles Gefäß, das es wert ist, den Schöpfer zu offenbaren.

Deshalb ist unsere Verbindung zueinander so wichtig: diese Verbindung erbaut das spirituelle Gefäß (Kli). Der Schöpfer, das Höhere Licht, füllt den gesamten Raum.

Das Problem besteht nur darin, wie wir aus unserem egoistischen Verlangen zur Ähnlichkeit mit dem Licht kommen und es entsprechend der Ähnlichkeit unserer Qualitäten annehmen können.

Dies wird gerade durch die Vielzahl der widersprüchlichen Qualitäten erreicht, die trotz ihrer Unterschiede mit einem gemeinsamen Ziel verbunden sind: den Schöpfer in unserer Verbindung zu offenbaren. Die Verbindung zueinander wird „der Schöpfer“ (Bore) genannt, das heißt „komm und siehe“ (Bo-Re).

Daher sollten wir die Vorbereitung, die die Natur geschaffen hat, wertschätzen, das heißt, das Zerbrechen der gemeinsamen Seele und die Möglichkeit, verschiedene Verlangen für ein Ziel zu vereinen: die Offenbarung des Schöpfers. Unsere Einheit erlaubt es uns, die Form der Verbindung zu schaffen, die der Schöpfer genannt wird.

 

Aus Teil 1 der täglichen Kabbala-Lektion 18.3.2018
Schriften von Rabash, Vol.2, Artikel 19, „Komm zum Pharao“

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„Ich schlafe, aber mein Herz ist wach…“

Jeder Mensch entscheidet selbst, was er als Tag und was er als Nacht betrachtet: was gut, was schlecht für ihn ist. Manchmal wird ihm Erweckung zuteil, Erhebung des Geistes, großes Licht und er versteht, wie wunderbar es ist, sich der Spiritualität zu nähern und sich an ihr zu erfreuen. Er nennt es Tag, aber in Wirklichkeit ist es nur Licht in seinem egoistischen Verlangen. Egoismus genießt und das wird nicht spiritueller Fortschritt genannt.

Oder vielleicht fühlt er sich im Dunkeln, erschöpft, aber gefühlsmäßig versteht er, dass dieser Zustand dem Vorankommen nützlich ist. Und obgleich es ihn zu genießen verlangt, durchlebt er unangenehme Gefühle; es wird gesagt: “Ich schlafe, aber mein Herz ist wach…“ Das  Verlangen nach Genuss führt zum Gefühl der Dunkelheit, aber der Punkt im Herzen empfindet Licht. Dieser Mensch versteht, dass die Dunkelheit nützlich für ihn ist, der Abstieg geht dem Aufstieg voran, und er soll sogar noch größere Verlangen dafür vorbereiten. Und das Verlangen kommt aus der Erfahrung der Dunkelheit.

Daher hängt alles davon ab, wie ein Mensch bewertet, was er als Tag und was er als Nacht ansieht – in seinem schlafenden egoistischen Herzen oder im Punkt im Herzen, der brennt und sich nach Spiritualität sehnt.

Wenn der Mensch dann beginnt, das eine vom anderen zu trennen, dann hat er zwei Bezugspunkte, gemäß derer er streben und sich exakt auf das Ziel ausrichten kann. Ein Punkt ist das Ego. Und es ist gut, dass Egoismus sich schlecht anfühlt. Je schlechter ich mich in meinem Egoismus fühle, desto größer wird mein Verlangen (Awiut), über welchem der Punkt, der das Ziel sucht, existiert.

Die Hauptsache besteht darin, diese zwei Punkte zu trennen und sie die ganze Zeit genau einander gegenüber zu halten, um herauszufinden, mit welchem ich mich identifiziere. Wähle ich die Richtung, die mich zum Schöpfer führt, obwohl mein Weg in der Dunkelheit liegt, halte ich das für richtig?     Dann kann ich sicher sein, dass ich mich richtig bewege, denn mein Egoismus hat kein Interesse, sich dorthin zu stürzen, vergleichbar einem Dieb, der allen Leuten voranläuft und ruft:“Haltet den Dieb!“

Mein Ego will keine Dunkelheit, und ich erhebe mich übers Ego, über den Verstand und wünsche mir mein Geben, um über dem Empfangen zu stehen. Und das ist ein guter Zustand, in welchem mein Tag und der Tag des Schöpfers identisch sind.

Und wenn ich daran leide, mich schlecht zu fühlen und kein Interesse an Fortschritten zu haben, bedeutet es, dass ich meinem Verlangen nach Genuss, meinem Ego folge. Ich laufe dorthin, wo mich mein egoistisches Herz, aber nicht der Punkt im Herzen mich ruft. Das ist der Unterschied.

Wir sollen versuchen, uns in zwei Teile zu teilen: Da ist der Punkt im Herzen, der treu am Ziel festhält, am Geben in jeder Situation, was auch immer geschieht, und da ist das Herz selbst, immer begierig zu empfangen. Sein Appetit wächst ständig. Dunkelheit herrscht in meinem Herzen, aber da ist ein Lichtstrahl im Punkt im Herzen, das bedeutet, dass ich die richtige Richtung eingeschlagen habe. Und ich vollende diesen Weg mit der Hilfe der Umgebung, der Gruppe, der Kraft von außen, die nötig sind, um den Punkt im Herzen aus dem egoistischen Herzen heraus zu ziehen und ihn in die Richtung des Ziels zu bringen.

 

Aus der Vorbereitung zum täglichen Kabbalaunterricht 4/5/12

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Was ist vor einem Kabbalisten verborgen?

Frage: Was ist vor einem Kabbalisten verborgen?

Antwort: Die Absolutheit des Schöpfers ist vor dem Kabbalisten verborgen, und obwohl er sich selbst stufenweise enthüllt, werden die unkorrigierten Qualitäten in einem Menschen offenbart, die Verhüllung des Schöpfers ist ihnen gegenüber verborgen. Das ist das Problem.

Frage: Müssen also gewöhnliche Menschen zuerst an den Schöpfer glauben und Ihn dann enthüllen? Und da ein Kabbalist Ihn enthüllt hat, hat er kein Problem zu glauben?

Antwort: Nein. Das Problem ist, dass der Schöpfer in dem Maß enthüllt wird, wie du eine Verhüllung über Ihn schaffen kannst.

Sagen wir, es gibt eine Art Flachrelief. Ich sehe es nicht, weil es mit Leinen bedeckt ist.
Aber ich berühre dieses Leinen und untersuche das Flachrelief auf diese Weise. Das wird Offenbarung genannt. Das heißt, ich enthülle tatsächlich meine eigenen Qualitäten, die dem Schöpfer ähnlich sind.

Frage: Heißt das, dass wir den Schöpfer niemals offenbaren?

Antwort: Niemals. Nur unsere Qualitäten.

Frage: Also die Tatsache, dass ich jedem schenke und jeden liebe, ist vor mir verborgen?

Antwort: Ja. Absolut alle Menschen in der Welt tun, was der Schöpfer ihnen befiehlt. Von diesem Standpunkt aus können sie Arbeiter des Schöpfers genannt werden.

 

Aus der russischen Kabbala-Lektion 11.12.2017

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Nicht von der Welt fliehen

Frage von Facebook: Meinen Sie wirklich, dass alle ihr Business aufgeben sollten, ihre Arbeit, alles verkaufen sollten, so wie Sie das gemacht haben, um nur noch Kabbala zu studieren? Und derjenige, der das nicht macht, ist „ein Mensch zweiter Klasse“?

Meine Antwort: Auf gar keinen Fall! Ich hatte keine andere Wahl. Niemand hat mir dazu geraten. Meine innere Stimme hat gesprochen und ich konnte nicht anders handeln. Das ist das Schicksal, das dich nach vorne lenkt.

Frage: Also, wenn sie darüber erzählen, ist das kein Beispiel für uns?

Meine Antwort: Natürlich nicht! Ich weiß selber nicht, ob ich das noch mal machen würde oder nicht. Das ist von alleine so gekommen.

Frage: Das bedeutet, dass der Mensch seine Arbeit, sein Business nicht aufgeben soll, um Kabbala zu studieren?

Meine Antwort: Umgekehrt! Die Kabbala fordert dazu auf, dies alles zu tun: arbeiten, Familie gründen…

Ich habe meine Arbeit nicht verlassen. Ich habe sie gewechselt, damit ich studieren kann und mich nicht mit Gedanken herumschlagen muss, wie ich die Steuern bezahlen soll, etwas organisieren und die Verantwortung für mein Business tragen soll. Ich wollte mich nur um mich selber kümmern. Ich wollte arbeiten, nur um die Familie zu unterhalten, und die ganze übrige Zeit dem Studium zu widmen.

Frage: Was raten Sie dem Kabbala Studenten? Wie soll er in dieser Welt leben: mit Arbeit, Familie und so weiter?

Meine Antwort: Der Mensch soll auf keinen Fall von dieser Welt fliehen. Er denkt, dass er eine riesengroße altruistische Handlung unternimmt, eine Opfergabe. In Wirklichkeit ist das überhaupt nicht der Fall. Der Mensch soll seine Arbeit behalten und alles weiter so machen wie bisher.

 

Aus der Fernsehsendung „Nachrichten mit Michael Laitman“, 01.05.2018

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Spirituelle Erlangung der Frauen

Frage: Männer gehen durch die Reinkarnation der Seelen. Und was ist mit den Frauen? Hat eine Frau eine unsterbliche Seele oder wird sie einfach ausgelöscht und das wars?

Antwort: Es gibt keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen. Mehr noch, wenn eine Frau ihr Ego überwinden und sich mit anderen Frauen in gegenseitiger Unterstützung verbinden kann, dann können sie die Männer in ihrer spirituellen Erlangung  überholen.

Ich würde sagen, dass der Schöpfer Frauen mehr liebt als Männer.

Aus dem Unterricht in Russisch, 14.01.2018

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Das Ergebnis des Kongresses „Anhaftung an den Oberen“

Das Ergebnis des Kongresses: das Fazit, dass „es niemanden außer dem Schöpfer gibt“. Wir müssen das jeden Moment unseres Lebens entscheiden und sicher sein, dass Er gut und Gutes tuend ist, so dass wir Ihn in all Seinen Handlungen rechtfertigen.

Das ist die allererste Bedingung, mit der die Wissenschaft der Kabbala anfängt, mit dem Artikel „Es gibt niemanden außer Ihm“, und alles, was von uns auf dem Pfad verlangt wird, ist, nur dieses zu erkennen.

Das Einzige, was sich ändert, sind die Bedingungen, unsere inneren und äußeren Zustände. (In Wirklichkeit gibt es nur einen Zustand, aber wir nehmen seine Teilung in innere und äußere Zustände wahr).

Um anzufangen, mit diesem Prinzip „es gibt niemanden außer Ihm, der Gute, der Gutes tut“ zu leben, ist es notwendig, in einer Gruppe von zehn Menschen zu arbeiten. Und dieser Zustand beginnt auf der Stufe eines „Embryos“ (Ibur), in dem ich mich in allem nach dem obigen Prinzip annulliere.

Es bedeutet, dass ich mich bei jedem Umstand, den Er vor mich stellt, an den Oberen anhefte und mich vollständig annulliere. Auf diese Weise werde ich zum spirituellen Embryo.

Diesen Zustand versuchen wir zu erreichen und deshalb sprechen wir während des Kongresses nur darüber: wie so ein Zustand zu erreichen ist, was für Beziehungen in der Gruppe sein sollten, was jeder den anderen schuldet usw.

Es ging alles darum, den Zustand „Es gibt niemanden außer Ihm, der gut ist und Gutes tut“ zu erreichen auf der Stufe eines Embryos.

Warum haben wir so lange über etwas gesprochen, das in einer halben Minute gesagt werden könnte?

Die Sache ist die, dass dieser Zustand nicht in einer einzelnen Person verwirklicht wird, sondern in der Verbindung unter vielen von uns. In diesem Zusammenhang zeigen sich in der Verbindung Probleme, weil wir hier unseren Bruch enthüllen.

Die ganze Arbeit im Aufbau des Prinzips „Es gibt niemanden außer Ihm, der Gute, der Gutes tut“ liegt darin, die zerbrochenen Wünsche zu verbinden, so dass Er zwischen uns realisiert wird. Er ist zwischen uns und nicht in jedem von uns.

Es reicht nicht zu sagen, dass ich an den Schöpfer angehaftet bin, dass ich morgens mit dem Gedanken an Ihn aufwache und alles als von Ihm kommend akzeptiere.

Es reicht für jetzt, aber es ist eine abstrakte Idee, keine praktische Handlung. Wenn ich dieses Prinzip tatsächlich in seinem richtigen Zustand erkennen will, muss ich das in der Gruppe tun. Darum geht es in der gesamten Arbeit. Deshalb ist es notwendig für uns, einen Kongress für die gemeinsame Arbeit abzuhalten.

Es reicht nicht, allein die Artikel zu lesen oder sie sogar auswendig zu lernen, weil es die Hauptsache ist, sie zwischen uns zu verwirklichen. Zusammen beginnen wir, mehr und mehr Informationen aus den Artikeln herauszuarbeiten und jedes Mal nehmen wir etwas Neues wahr: tiefer und tiefer.

 

Vom 1.Teil der täglichen Kabbalalektion  7.1.2018

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Warum braucht die Seele eine Korrektur?

Frage: Warum braucht die Seele eine Korrektur?

Meine Antwort: Ursprünglich existiert ein einziges Geschöpf, das die „Seele“ heißt. Damit das Geschöpf sich unabhängig wahrnehmen und seine größte Blütezeit erleben kann – die Stufe des Schöpfers – muss es das Zerbrechen und die Korrektur durchlaufen.

Deswegen erhalten wir in unserer Welt unsere Seele nur stückchenweise. In jedem von uns ist ein kleiner Teil der gesamten Seele, die Adam HaRishon heißt oder einfach Adam (das Verlangen). Die Füllung der Seele ist das Licht.

Bild 1. rechts oben: das Verlangen, rechts unten: das Licht

Das ursprünglich erschaffene Geschöpf hat sich selber nicht wahrgenommen, weil es nur ein sehr kleines Verlangen hatte und ein sehr schwaches Licht.

Damit man es zu den Zustand bringt, der dem Schöpfer ähnelt, wurde die Seele in 600 000  Hauptteile und viele weitere „Splitter“ (als Resultat der weiteren Entfernung) zerbrochen.

Bild 2. 1: das Verlangen, 2: das Licht

Jeder Splitter, also  jede „persönliche“ Seele, hat auch ihr Verlangen (den Mangel) und ihre Füllung.
Beim Zerbrechen haben sich die Splitter als selbständig wahrgenommen, zwischen ihnen sind „Trennwände“ entstanden, wie zwischen den Menschen. Und so beginnen wir uns abgeschnitten, abgestoßen voneinander zu spüren. Diese Abstoßung voneinander nennt man Egoismus.

Und jetzt müssen wir alle Splitter sammeln und sie zu ihrem ursprünglichen Zustand bringen: sie in einem gemeinsamen Verlangen miteinander verbinden und mit einem gemeinsamen Licht füllen.

Bild 3

Wohin verschwindet dann aber der Egoismus, der uns trennt, wo jeder wie in seiner Klipa (Schale) gefangen ist? Nirgendwohin! Wir müssen uns gegen den Egoismus miteinander verbinden und dann erhalten wir das Licht, das 613 Mal größer ist als vorher.

Bild 4

Genau so, anstatt nur einen winzigen Teil des Lebens wahrzunehmen: hier ist es kalt, dort ist es warm, ein bisschen Licht, ein wenig Schatten, wir werden beginnen, überwältigende Zustände wahrzunehmen. Wir werden spüren, mit wem wir es eigentlich zu tun haben, wer uns Kraft und Liebe gibt. Wie soll man sich gegenüber dem Schöpfer verhalten und in einen Zustand mit Ihm eintreten? „Ich zu dem Höheren, und Er zu mir“. Mit anderen Worten, wir beginnen den Schöpfer zu offenbaren und auf Sein Niveau aufzusteigen.

 

Aus dem Unterricht in Russisch, 23.04.2017

[#211405]



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