Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Gemeinschaftliches Gebet

Ein gemeinschaftliches Gebet ist ein Gebet, bei dem der Mensch seine Bitte, sein Gebet, zusammen mit der Allgemeinheit, den Betenden, ausspricht. Diejenigen, die spirituell vorangekommen sind, meinen, dass ein gemeinschaftliches Gebet eine Bitte für die Gemeinschaft ist. Ein solches Gebet wird sofort vom Schöpfer erhört, hingegen ein egoistisches Gebet, wenn der Mensch für sich selbst bittet, wird nicht erhört.
Doch auch diese Bitte für die Gemeinschaft an den Schöpfer ist nicht vollkommen! Denn wenn „der Schöpfer gut ist und Gutes tut“, behaupte ich mit meiner Bitte für die Gemeinschaft, dass der Schöpfer der Gemeinschaft Böses tut? Also bin ich der Meinung, dass der Schöpfer die Gemeinschaft schlecht behandelt und sie daher eines Gebets bedarf? Wenn der Schöpfer zu allen gut ist, für wen bitte ich dann?

Also kann ich nicht darum bitten, dass der Schöpfer sich in Bezug auf mich (persönliches Gebet) oder auf die Gemeinschaft (gemeinschaftliches Gebet) ändert. Ich gehe davon aus, dass der Schöpfer immer absolut gut ist, und es bleibt mir nur, Ihn darum zu bitten, dass er mich und alle anderen so korrigiert, dass wir spüren, dass von Ihm nur Gutes ausgeht.

Wenn alle, die eine Verbindung mit dem Schöpfer, der Eigenschaft des Gebens und der Liebe, wünschen, bereit wären, sich durch die gleiche Eigenschaft miteinander zu verbinden, dann würden sie mit diesem Bestreben einen Raum schaffen in dem sich der Schöpfer, unsere gemeinsame Liebe, enthüllt. Doch zu einem solchen Zustand gelangt man nur durch die Korrektur von 613 Verlangen jedes Menschen, dies bedeutet „Erfüllen von 613 Geboten“. Im Ausmaß dieser Korrekturen nähern wir uns einander an, denn die Korrektur von Verlangen liegt in ihrer Verbindung.
Deshalb steht geschrieben, dass „die Nächstenliebe das große Gesetz der Tora ist“, und dass alle Gebote nur dazu da sind, um schließlich das letzte, allumfassende Gebot zu erfüllen – das Gebot der Liebe. Dann werden wir in den persönlichen und den allgemeinen Korrekturen die Kraft des Gebens und der Liebe, die uns erfüllt, spüren. Doch wenn wir nicht korrigiert, nicht vereint, sind und jeder für sich selbst empfangen will, sieht unser Gebet auch dementsprechend aus – nur um materielle Anschaffungen (materiell bedeutet das, was egoistisch empfangen wird, und spirituell – um des Gebens Willen).

Dann heißen wir nicht Israel, sondern „Völker der Welt“ – diese Begriffe beziehen sich nicht auf ein Volk oder eine Nationalität, sondern auf die Zustände, die vom Menschen durchlaufen werden. Demzufolge entsteht auch unser Gebet – entweder, um unseren persönlichen Zustand zu verbessern oder, um unsere Beziehung zum Nächsten und zum Schöpfer zu korrigieren.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 12.07.2010

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