Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Einsamkeit in einer Milliardenmenge 2

Die moderne Gesellschaft besteht aus Individualisten, die sich nicht miteinander verbinden wollen, genauer gesagt, bindungsunfähig sind. Aber andererseits verstehen wir, dass wir ohne Verbindung miteinander leer und unglücklich bleiben.

Wir können das Leben in Einsamkeit nicht genießen, ohne Familie, ohne Kinder, ohne echte Freunde.
Alle leiden unter dem Problem der Einsamkeit, wissen aber nicht wie sie es lösen können.
Dafür ist ein neues, starkes und umfangreiches Bildungssystem notwendig, mit Spezialisten, die die Wurzel des Problems und die Wege zu dessen Lösung verstehen.
Ansonsten wird das Problem immer größer werden. Niemand wird heiraten und Kinder bekommen wollen, der Konsum von Drogen und Antidepressiva wird wachsen, und der Terrorismus wird wachsen, denn die Menschen werden jegliche Hoffnung auf eine gute Zukunft verlieren.

Vor langer Zeit war der Mensch ein soziales Wesen. Er lebte in der Gemeinde und fühlte, dass er von einem großen sozialen Netzwerk vieler Menschen unterstützt wurde. Aber heute haben wir uns so weit entwickelt, dass unser Egoismus nicht bereit ist zu kommunizieren, er macht uns zu vollkommenen Individualisten. Die moderne Entwicklung der Technik ermöglicht uns, friedlich alleine zu leben und die Zeit vorm Fernseher, Computer oder Smartphone zu verbringen.
Aber am Ende bringen all diese Spielzeuge dem Menschen keine seelische Zufriedenheit, und er bleibt einsam und unglücklich, er fühlt, dass er etwas braucht, um sich zu füllen. Es bleibt eine innere Leere in ihm zurück.
Es ist immer möglich ins Ausland zu verreisen, aber dann kommt man zurück und wird sich wieder alleine fühlen.
Das bedeutet, dass der Mensch versteht, dass er eine zusätzliche Füllung braucht. Daraus folgt, dass wir zu einer roten Linie in unserer Entwicklung gelangt sind, wo wir  entscheiden müssen, was weiter zu tun ist.

Frage: Wenn ein Mensch von Natur aus ein immer größerer Individualist wird, warum ist er dann nicht glücklich, wenn  er alleine bleibt? Warum leidet er unter Einsamkeit?

Meine Antwort: Der Egoismus entwickelt sich linear und macht aus uns immer größere Individualisten. Aber gleichzeitig, angefangen in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts, fing das System an, sich in einem Kreis zu schließen und uns durch eine integrale Abhängigkeit zu verbinden. Das System verlangt von uns eine gute, innere Verbindung miteinander und nicht nur einfach ein Kennenlernen auf der Arbeit. Wir sind verpflichtet, unser Verlangen in einem System mit allen zusammen zu erfüllen. Dieses Verlangen ist den Menschen noch nicht klar. Es zeigt sich, dass er sich gleichzeitig in zwei Formen entwickelt, linear und kreisförmig, und unterbewusst wünscht er sich, dass diese beiden Formen einander unterstützen und zusammen arbeiten.

Der Mensch versteht nicht, warum sich die Welt plötzlich in ein kleines Dorf verwandelt hat. Er denkt, dass nur die Wissenschaftler, Politiker und Wirtschaftsunternehmen voneinander abhängig sind, und dass ihn das nicht betrifft. Aber wir sehen, dass die ganze Natur sich in einem Ring schließt. Auf einer Seite der Welt kommt es zu einer Explosion, und woanders sehen wir die Auswirkungen, weil alles voneinander abhängig ist. Die Natur zeigt uns, wie unpersönlich und integral sie ist.

Dieselbe Stufe der Integration entwickelt sich jetzt in der menschlichen Gesellschaft, aber sie fordert noch keine integrale Verbindung vom Individuum. Wir haben diese Notwendigkeit noch nicht erkannt, aber bald werden wir gezwungen sein, sie zu erkennen.  
Die Natur strebt danach, uns einander so anzunähern, dass wir keine andere Wahl haben. Wenn wir uns selbst für eine echte innere Zufriedenheit im Leben verbürgen wollen, müssen wir die richtige Formel unserer Verbindung untereinander finden.

 

Aus KabTV´s „Ein Neues Leben“ 04/04/2017

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