Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

„Ein Splitter im Finger“ oder „wie sollte man den Sohar lesen“

Das Lesen von dem Sohar ist etwas sehr besonderes. An sich sind wir der Wunsch zu genießen. Der Schöpfer entwickelt in uns diesen Wunsch und bringt uns in die Gruppe.

Die Rede ist von den Menschen, die laut ihrer inneren Entwicklung schon anfangen sollten das Geistige zu enthüllen. Von der Gruppe bekomme ich einen zusätzlichen Wunsch, der als „Streben“ bezeichnet wird. Was ich mit Hilfe der Arbeit in der Gruppe bekomme, und womit ich mich bemühe, mich mit den Freunden zu verbinden. Und obwohl ich das nicht will, mich mit ihnen zu verbinden, arbeite ich trotzdem daran und verwende alles Mögliche dafür, um von ihnen das Erwachen zu bekommen.

Auf diese Weise bekomme ich von der Gruppe:

1. Das zusätzliche Erwachen, das Streben zum Geistigen.

2. Das Begreifen des Übels – dass ich ein Egoist bin und dass ich es nicht will, mich mit den anderen zu verbinden.

3. Die Wichtigkeit des Ziels – wie der Schöpfer zu werden, das Geben zu erreichen. Mit all diesen Bedingungen beginne ich den Sohar zu lesen. Und nun, während dem Lesen des Sohar mit dem Wunsch das Geben zu erreichen, mit dem Begreifen, dass ich mich in dem Wunsch zu genießen befinde, mit dem zusätzlichen Wunsch, den ich von der Gruppe erworben habe – verlange ich die Veränderung.

Aber was bedeutet das „die Veränderung zu verlangen“? Wenn ich mich bereits in diesen Wünschen befinde, wenn diese Kräfte schon auf mich wirken, dann wird die Veränderung natürlich stattfinden, weil der Sohar an sich das Licht ist. Was bedeutet „ich rufe das Licht herbei, ziehe es heran“?

Meine Beziehung zum Studium soll so sein, dass ich jetzt beim Lesen des Sohars in Berührung mit der Kraft des Lichtes komme, damit das Licht auf mich wirkt, mich ändert und korrigiert. Das Licht an sich macht nichts. Der Wunsch wächst und dadurch ändert er sich mit Hilfe des gleichen, ständigen Lichtes, das sich in absoluter Ruhe befindet.

Wenn wir daher die Veränderung von dem Licht verlangen, verlange ich das nicht wirklich von dem Licht. Ich bitte darum, dass mein Wunsch sich verändert und eine große Kraft und die Forderung zum Licht findet. Beim Lesen des Sohars müssen wir so denken. In diesem Fall werden wir empfinden, dass alles von uns abhängt und wir uns gegenüber der unveränderlichen Kraft befinden, die immer bereit ist, uns zu helfen und uns zu verbessern.

Deswegen, mit einem großen egoistischen Wunsch, der dem Licht entgegengesetzt ist, mit dem Wunsch, sich zu verändern und dem Licht zumindest ein wenig gleich zu werden, mit allen Forderungen zur Korrektur, beginne ich den Sohar zu lesen.

Diese zentrale Forderung zur Veränderung soll in meinem Wunsch zu genießen wie ein Splitter, der mich nicht in Ruhe lässt, empfunden werden. Genauso muss mein Herangehen an das Lesen des Sohars sein. Ich bin verpflichtet, diesen „Splitter“ zu fühlen. Wenn ich mir einen Splitter in den Finger eingezogen hätte, würde es mir misslingen, mich zu konzentrieren, egal wie ich mich bemühen würde zu lernen, zu lesen und zuzuhören, da der starke Schmerz mich sehr stören würde.

So sollen wir in uns diesen „Schmerz“ während des Lesens fühlen, damit er uns nicht in Ruhe lässt. Und wenn ich aufhöre, ihn zu fühlen, bedeutet das, dass ich keine Tora lerne, sondern eine Weisheit studiere. Wie gesagt: „Glaube, dass es eine Weisheit bei den Völkern der Welt gibt“. „Die Völker der Welt“ sind diejenigen, die sich nicht verändern wollen. Und wenn der Mensch sich doch verändern will, bedeutet das, dass er „ die Tora lernt“, weil das Licht in ihr zur Quelle und zum Schöpfer zurückführt. Darin liegt der Unterschied.

Ein und derselbe Mensch kann in einem Augenblick wie „die Völker der Welt“ sein, und in einem anderen wie „Israel“ (auf den Schöpfer ausgerichtet).

Sobald er sich nicht mehr verändern will, heißt er „die Völker der Welt“ und dann studiert er eine Weisheit. Sobald er sich verändern und dem Schöpfer ähnlich sein will, lernt er „die Tora“ und verlangt das Licht, das zur Quelle zurückführt.

Aus einem Sohar-Unterricht. Das Vorwort, 17.12.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Beitrag teilen:


Diesen Beitrag drucken Diesen Beitrag drucken               

Kommentare geschlossen.

shares